Unser Kaffeesortiment aus Mittel- und Südamerika

 

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Kaffee  -  ein wichtiges Handelsgut

Kaffee ist eine der klassischen Kolonialwaren, deren Anbau durch die europäischen 'Mutterländer' diktiert wurde. In kaum einem der heutigen Anbauländer war die Pflanze von Natur aus heimisch. Heute sind ganze Volkswirtschaften mehr oder weniger abhängig von der Kaffeewirtschaft; für viele Anbauländer ist der Rohkaffee-Export die wichtigste Devisenquelle. Weltweit leben etwas 100 Millionen Menschen von Kaffeeanbau und -ernte, Verarbeitung und Vertrieb. Viele davon sind Kleinbauern mit weniger Hektar Anbaufläche.

Kaffee ist nach Erdöl weltweit das wichtigste Handelsgut. Der Anbau von Kaffee bietet eine Lebensgrundlage für viele Millionen Menschen in den Entwicklungsländern. Der Konsum hingegen findet überwiegend in den Industrieländern statt. Mit knapp 800 Tassen pro Kopf und Jahr ist Kaffee der Deutschen liebstes Getränk. Allerdings stagniert der Konsum hierzulande seit Jahren ‑ auch zum Leidwesen der Produzenten im Süden. Denn gleichzeitig wird in immer mehr Ländern immer mehr Kaffee erzeugt, was zu einer Absatzkrise geführt hat und den Weltmarktpreis für Kaffee stark fallen ließ.

Seit Januar 1999 sinkt der Börsenpreis ununterbrochen, seit Mitte 2000 werden die Produktionskosten nicht mehr gedeckt. Der Kaffeepreis hat einen historischen Tiefstand erreicht. Trotz der niedrigen Preise können es sich die Kaffeeproduzenten kaum leisten, die Produktion aufzugeben. Im Gegenteil: Der niedrige Preis zwingt die Produzenten dazu, mehr anzubauen, um den Preisverfall auszugleichen ‑ ein Teufelskreis, der auch zu Qualitätseinbußen für hiesige Kaffeegenießer führt. Die Kaffeekrise hat schwerwiegende Folgen insbesondere für die Kleinbauern, die andauernde Einnahmeverluste finanziell nicht überstehen. Zunehmend geraten auch große Kaffeebetriebe in Zahlungsschwierigkeiten.

In vielen Anbauländern, wie Mexiko, Nicaragua, Kolumbien und in den afrikanischen Staaten, kommt es zu dramatischen Verelendungen in den Kaffeeregionen. In Honduras mussten bereits rund 40 Prozent der Kaffee‑Kleinbauern aufgeben. In Nicaragua wurden 90 Prozent der Landarbeiter und ‑arbeiterinnen entlassen. Die Kaffee‑Exporteinnahmen des Landes sanken um 70 Prozent.

Plantagen‑ und Wanderarbeiter sind oftmals von gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen ausgeschlossen. Erntehelfer und Saisonarbeiter finden gar keine Arbeit mehr. Viele verlassen ihr Land und flüchten in die Slums der großen Städte. Die wenigen sozialen Fortschritte in den ländlichen Regionen drohen zusammenzubrechen, da das Geld für mehr Bildung, für den Aufbau von Infrastruktur und Gesundheitseinrichtungen fehlt. Von Umweltschutz ganz zu schweigen.

Die gepa gehört zu den 'Pionieren' im fairen Kaffeehandel. Was Mitte der 70er Jahre mit wenigen Partnern und einem sehr bescheidenen Umsatz begonnen wurde, ist mittlerweile auf ein Volumen von immerhin rund 32.500 Sack Rohkaffee (à 60 Kilo) angewachsen, die die gepa jährlich von insgesamt 31 Handelspartner importiert. Dies bedeutet über 850.000 US$ (incl. Biozuschläge) allein als Mehrpreiszahlungen an die Partner, die damit eine Vielzahl von Gemeinschaftsaufgaben finanzieren, z.B. Gesundheitsstationen, Landwirtschaftsschulen, Frauenprojekte, landwirtschaftlich-technische Beratung für die Produzenten und verbesserte Verarbeitungsanlagen. Und für die Verbraucher in Deutschland bedeutet fairer Handel Kaffee von bester Qualität. Genießen Sie ihn!


In einer solchen Situation ist Fairer Handel eins der wenigen Mittel gegen die Krise und damit wichtiger denn je! 


Unsere Spielregeln
 

 

Für jedes gesiegelte Produkt gibt es international einheitliche Kriterien. Sie wurden gemeinsam mit den Produzenten und entwicklungspolitischen Experten erarbeitet, u.a.:

u
  TransFair‑Kaffee stammt von Kleinbauern und deren Selbsthilfeinitiativen. Über die Erlöse aus dem Fairen Handel bestimmen die Kleinbauern selbst.

u
 Die Organisationen arbeiten an einem langfristig nachhaltigen Entwicklungsprozess. Sie fördern umweltfreundliche Anbau- und   
    Verarbeitungsmethoden. Im Gegenzug erhalten die Produzenten einen stabilen, kostendeckenden Preis und 
    es werden langfristige Handelsbeziehungen angestrebt.

u  Die Einhaltung der Kriterien wird regelmäßig kontrolliert.

Der Faire Handel hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch die Zahlung gerechter Preise den Produzenten eine Möglichkeit zu geben, ohne fremde Hilfe von ihren Produkten zu leben. Wer an den Fairen Handel verkauft, bekommt mehr als den doppelten Erlös. Dem durchschnittlichen Weltmarktpreis von zurzeit 50,00 bis 70,00 US‑Dollar steht ein fairer  Mindesteinkaufs-preis von 126,00 US‑Dollar pro 100 amerikanische Pfund Arabica‑Kaffee (45,36 kg) gegenüber. Der Faire Handel hilft, dass die Kleinbauernorganisationen (Genossenschaften und Kooperativen) nicht auseinander fallen, zunehmend ökologischer Landbau betrieben wird und die soziale Struktur in den Regionen intakt bleibt.

Aus folgenden Ländern kommt Kaffee mit dem TransFair‑Siegel: Äthiopien, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Dominikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Ecuador, EI Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Indonesien, Kamerun, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Ost Timor, Papua Neuguinea, Peru, Tansania, Uganda, Venezuela.

  Hilfe zur Selbsthilfe

 „Eigentlich wollten wir unsere kleine Kaffeefarm verlassen. Aber wir hielten durch, denn unsere Chagra ist das Wichtigste in unserem Leben. Dabei hat uns der Faire Handel geholfen. Seit wir unsere Produkte auf Biobedingungen umgestellt haben, geht es uns besser. Wir bekommen bei der Abgabe der Ernte auch bereits eine staatliche Vorauszahlung. Von dem Mehrerlös aus dem Fairen Handel konnten wir sogar unsere jüngste Tochter auf die weiterführende Schule schicken."

Kaffeebäuerin Francisca Minaya von COCLA l Peru


Kaffee mit dem TransFair‑Siegel gibt es in vielen Sorten und Geschmacksrichtungen, wie zum Beispiel magenmild, entkoffeiniert, Espresso und auch zunehmend aus ökologischem Anbau. TransFair-Lizenznehmer bieten überdies fair gehandelten Kaffee speziell für Kantinen‑ und Großverbrauch an.

Auf Dauer wird kein Verbraucher von Schnäppchen profitieren, wenn sie zu Lasten von Mensch und Umwelt produziert werden. Achten Sie beim nächsten Einkauf auf das TransFair‑Siegel für Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Bonbons, Honig, Orangensaft und Bananen und entdecken Sie dabei auch die Vielfalt der bekömmlichen Bio‑Sorten.


Warenkunde Kaffee


Kaffee, der Deutschen liebstes Getränk (vier Tassen täglich im Durchschnitt!), ist für viele Anbauländer die wichtigste Devisenquelle.

Etwa ein Drittel der Kaffee-Ernte weltweit wird von Kleinbauern eingebracht. Diese sind jedoch im internationalen Geschäft mit der Rohware benachteiligt und erhalten oft nur einen Bruchteil des tatsächlichen Weltmarktpreises.

Die gepa kauft deshalb ihren Kaffee direkt von Kleinbauern-Kooperativen in Afrika und Lateinamerika ein. Sie erhalten einen festen Aufschlag auf den Weltmarktpreis, mindestens jedoch 131 US$ (Arabica) bzw. 116US$ (Robusta) pro 100 amerikanische Pfund Rohkaffee. Für Kaffee aus anerkannt ökologischem Landbau wird darüber hinaus ein "Bio-Zuschlag" gezahlt.

Alle gepa-Kaffees tragen das TRANSFAIR-Siegel.
 

Botanik und Anbaugebiet:

Die Kaffeepflanze gehört zur Familie der Rötengewächse oder Rubiaceen. Unbeschnitten kann sie bis zu 10-14 Meter hoch werden; in den Pflanzungen wird sie jedoch auf einer Höhe von maximal 3 Metern gehalten, um die Ernte zu erleichtern.
Die Ursprünge des Kaffees sind bis heute nicht unumstritten; viele Wissenschaftler nennen jedoch Abessinien (das Gebiet des heutigen Äthiopien) als Ausgangspunkt für den Siegeszug des schwarzen Getränks im Laufe des 16. Jahrhunderts. Heute wird Kaffee in rund 70 Ländern Mittel- und Südamerikas, Afrikas und Asiens angebaut.
Kaffepflanzen sind sehr empfindlich und vertragen absolut keinen Frost; selbst Temperaturen von knapp über 0 Grad können für einige Sorten gefährlich werden. Damit ist klar, dass ein Anbau in den Hauptkonsumländern schon aus klimatischen Gründen unmöglich ist.


Qualität und Sorten:

Unter den mehr als 60 Kaffeearten spielen die Arten Robusta (bot. coffea robusta) und Arabica (coffea arabica) die wesentliche Rolle. Diese beiden Arten unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihres Koffeingehaltes: Je nach Anbaugebiet enthalten Robusta-Bohnen zwischen 2,0 und 2,7 Prozent, Arabicas dagegen nur 0,6 bis maximal 1,5 Prozent Koffein.
Üblich sind auch die Begriffe Hochland- bzw. Tieflandkaffee, die bereits Informationen über die bevorzugten Standorte enthalten. Arabica-Sorten gedeihen besonders gut in Hochlagen von 1200 bis 1850 Metern, während der Anbau von Robusta-Kaffee die Höhengrenze von 1200 Metern nicht überschreitet.


Ökologischer Anbau

In der kleinbäuerlichen Landwirtschaft werden - schon aus Geldmangel - weniger chemische Dünger und Herbizide eingesetzt als in Großbetrieben. Die traditionelle Mischwirtschaft mit wechselnder Fruchtfolge ermöglicht zudem eine "nachhaltigere", d.h. umweltverträglichere Bodenbewirtschaftung.

Ökologischer Anbau geht aber noch einen Schritt weiter: Er verzichtet nicht nur vollständig auf den Einsatz von Chemie, sondern schließt auch Maßnahmen zur Verhinderung der Bodenerosion (Anpflanzen von Schattenbäumen, Terassierung u.ä.), Unkrautbeseitigung von Hand, eine intensive Kompostwirtschaft - bei der auch das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen genutzt wird - und eine besonders sorgfältige Pflege der Kaffeepflanzen ein.

Dadurch ist ökologischer Anbau wesentlich arbeitsintensiver als konventioneller; zudem können die Erträge in der Umstellungsphase zurückgehen. Die gepa zahlt deshalb einen "Bio-Zuschlag", der diese Mehrkosten abdecken soll. Die Einhaltung der Richtlinien für den ökologischen Anbau werden regelmäßig von unabhängigen Inspekteuren kontrolliert und u.a. durch das Naturland-Zeichen garantiert.


Rösten, Mischen, Verpacken

Diese Arbeitsschritte finden in der Regel nicht in den Anbauländern, sondern im jeweiligen Konsumentenland statt. Beim Röstvorgang werden die Kaffeebohnen auf 180 bis 280 Grad erhitzt, wobei sich ihre Farbe von Grün zu dem typischen Kaffeebraun verändert. Erst während der Röstung erhält der Kaffee seinen vollen Geschmack und das Aroma.

gepa-Kaffee wird in mittelständischen Betrieben ausschließlich im klassischen Verfahren geröstet. Dabei wird der Rohkaffee in einer Trommel, die von außen erhitzt wird, unter ständiger Bewegung geröstet. Pro Röstvorgang dauert dieses Verfahren 10 bis 12 Minuten. Danach wird der Kaffee sofort belüftet, um ein "Nachrösten" zu verhinden, und gleich darauf in einer Schneckenmühle vermahlen.

Gegenüber der heute bei allen Großröstern üblichen kürzeren "Turbo-Röstung", bei der Heißluft direkt in die Trommel geblasen wird, bringt die klassische Trommelröstung einen bekömmlicheren Kaffee hervor. Seit Einführung der Turbo-Röstung ist der Absatz von sogenannten "Schonkaffees" rasant angestiegen! Um den Verbrauchern einen immer gleich bleibenden Geschmack "ihrer" Marke zu garantieren, bieten Großröster und Filialisten zumeist Mischungen an, die bis zu acht und mehr unterschiedliche Kaffees aus verschiedenen Anbauländern - in wechselnden Anteilen - enthalten können.

Der konstante Geschmack allein ist jedoch durchaus noch keine Qualitätsgarantie! Kaffee ist ein Naturprodukt, das, ähnlich wie Wein, von Ernte zu Ernte verschieden ausfallen kann. Im gepa-Sortiment findet sich für jeden Geschmack etwas: Reine, unvermischte Arabicas aus einem Land und von einem Handelspartner ebenso wie ausgewogene Mischungen aus Arabicas verschiedener Produzenten bzw. aus Arabica- und Robustasorten.

Zur Qualitätssicherung werden regelmäßig sowohl Vorverschiffungsmuster als auch Röstproben im gepa-eigenen Kaffeelabor geprüft. Die Verpackung muss vor allem den Ansprüchen an Frischhaltung und Aromasicherung genügen. Andererseits sind auch Anforderungen des Umweltschutzes zu berücksichtigen.

Die für die Verpackung der gepa-Kaffees verwendete Polyethylen-Polyester-Kombination (OPP/PE) ist in dieser Hinsicht ein gelungener Kompromiss. Das Material ist recyclingfähig; die Verpackung mit Stickstoff (N2) sorgt für den Aromaschutz. Nach Öffnen der Packung sollte der Kaffee allerdings sofort in ein luftdicht verschließbares Gefäß umgefüllt werden!


Inhaltsstoffe, Wirkung, Zubereitung:

Die bekannte anregende Wirkung verdankt Kaffee dem Koffein, das allerdings mit 1,20 Prozent nur einen vergleichsweise geringen Anteil unter vielen anderen - z.T. unbekannten - Inhaltsstoffen hat. Zu den bekannten Bestandteilen gehören u.a. Aroma- und Mineralstoffe, Säuren, Fette und fettähnliche Stoffe.

Rückstände von Pestiziden und Herbiziden finden sich auch bei konventionell angebautem Kaffee dagegen nicht in der Tasse wieder - dafür sorgen die natürliche "Verpackung" der Bohnen in der Kaffeekirsche und der Röstvorgang. Die heute überwiegend übliche Zubereitung von Filterkaffee in einer Haushaltskaffeemaschine ist zwar schnell und bequem, das Aroma entfaltet sich dabei aber oft nicht so gut wie beim "Aufbrühen".

Generell gilt: Je größer die Kaffeemenge, desto besser sind Aroma und Geschmack. Fertiger Kaffee sollte nicht für lange Zeit auf der Warmhalteplatte der Kaffeemaschine stehen, sondern in eine Isolierkanne umgefüllt werden. Auch die Qualität des Wassers kann den Geschmack beeinflussen; deshalb kann je nach Wasserhärte (Auskunft darüber erteilt das örtliche Wasserwerk) für die gleiche Kaffeesorte die optimale Dosierung des Kaffeepulvers verschieden sein.

Grundsätzlich gilt für alle gepa-Kaffees, dass sie aufgrund der traditionellen Langzeitröstung
wesentlich ergiebiger sind und man deshalb weniger Röstkaffee je Tasse braucht. Weniger ist Mehr, deshalb sparsam dosieren. Ein flach gehäufter Kaffeelöffel pro Tasse reicht völlig aus.

 

 

gepa Schonkaffee, was ist das und wie entsteht er?
Mit dem gepa-Schonkaffee wird das gepa-Kaffeesortiment vollständigen.

Was ist das Besondere an einem Schonkaffee?

Schonkaffee ist ein vor dem Rösten vorbehandelter Kaffee. Das Verfahren (nach Lendrich) für die Herstellung dieses reizarmen Rohkaffees basiert auf der Wasserdampfbehandlung der rohen Kaffeebohne unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur. Es handelt sich um einen Veredelungs-Prozess ohne chemische Hilfsmittel. Durch die Wasserdampfbehandlung werden die sogenannten Röstreizstoffe verringert. Der auch als mildbehandelt bezeichnete Kaffee wird daher von vielen Personen, die auf die magensäurestimulierende Wirkung von Kaffee empfindliche reagieren, besser vertragen.

Der schonende Charakter dieses Kaffees kommt auch in seinem deutlich milderen Geschmack im Vergleich zum Ausgangsprodukt zum Ausdruck.

 

 

 

 

Unser Kaffeesortiment aus vielen Ländern

 

Unsere Hausmarke "Pidecafé" aus Peru, Guatemala und Kolumbien
 

Pide Kaffee Öko   * BIO-Produkt *
8910943
ergiebiger, mittelkräftiger Mischkaffee mit einer guten Würze
Menge: 250   

 

Pide Kaffee Öko, Bohne   * BIO-Produkt *
891094301
ergiebiger, mittelkräftiger Mischkaffee mit einer guten Würze
Menge: 250 g     

 

 

Ein Hochgenuss für Sie...

Pidecafé-Öko – das ist vollaromatischer Arabica-Cafe aus dem Andenhochland in hochwertiger Bioqualität.
Der Pidecafé kommt aus Peru. Er ist ein Hochlandkaffee. Er wird als Mischkaffee geschmacklich für den europäischen Gaumen zusammengestellt. Rund 85 % des Kaffees kommt aus dem Pideprojekt, 15 % aus Guatemala und Kolumbien.
 

                    Infos zur Hausmarke:           Pidecafé

 

                    Informationen zum Weltmarkt Kaffee:

 

                     Ungerechter Welthandel am  Beispiel Kaffee   Gepa-Kaffepreise

                         

                   Kaffeebauern unter Druck     Kaffeebauern

 

 

Bio Mischkaffees

Café Orgánico, gemahlen   * BIO-Produkt *
3050901
100% Arabica-Kaffee, besonders mild und magenfreundlich
Menge: 250 g     .

 

Café Orgánico, ganze Bohne   * BIO-Produkt *
305090101
100% Arabica-Kaffee, niedriger Säure- und Koffeingehalt, besonders mild und magenfreundlich
Menge: 250 g     .

Café Orgánico , gemahlen im Vakuum   * BIO-Produkt *
3050917
Ein naturmilder aromatischer Röstkaffeee, samtig weich, zart im Geschmack, sehr bekömmlich
Menge: 500 g     

Café Orgánico entcoffeniert, gemahlen   * BIO-Produkt *
3050902
100% Arabica-Kaffee, entcoffeniert, besonders mild und magenfreundlich
Menge: 250 g    

Bio Schonkaffee, gemahlen   * BIO-Produkt *
8910928
100% Arabica-Kaffee, magenschonend, aromatisch mild, schont Magen, Herz und Leber
Menge: 250 g     
 

 

Mischkaffees

 

 

Café Camino, gemahlen
8910906
100% Arabica-Kaffee, mild aromatisch
Menge: 250 g     

Café Aha, gemahlen
8910947
Hochwertiger Arabica- und Robusta-Kaffee mit feinem, ausgewogenen Aroma
Menge: 500 g     

 

Italienischer Bio Espresso

 

 

Ital. Bio Espresso Bohne, ganze Bohne   * BIO-Produkt *
8910972
100% Arabica-Bohnen, original italienischer Espresso in Bioqualität
Menge: 1000 g     

 

 

Cafè Crema

Bio Milagro, ganze Bohne   * BIO-Produkt *
8910910
Kräftige, vollaromatische und doch feine Kaffeespezialität aus den besten Anbaugebieten Lateinamerikas und Afrikas
Menge: 250 g     

 

Bio Cafè Crema Bohne, ganze Bohne   * BIO-Produkt *
8900925
Hochlandkaffee aus den besten Lagen Mittel- und Südamerikas, mild aromatisch, aus ökologischem Landbau , speziell für Kaffeevollautomaten langzeitgeröstet
Menge: 1000g     

 

Löslicher Kaffee und Kaffeegetränke

 

Bio Kagera   * BIO-Produkt *
1440904
Robusta- und Arabica-Kaffee, löslich, kräftig-aromatisch, sprühgetrocknet
Menge: 100 g     

Bio Café Benita - Premium   * BIO-Produkt *
8900915
Löslicher Bohnenkaffee, mit dem vollen Aroma eines guten Bohnenkaffees
Menge: 100 g     

Bio Cafe Benita, entkoffeiniert   * BIO-Produkt *
8900956
löslicher entkoffeinierter Bohnenkaffee mit dem vollen Geschmack
Menge: 100 g     

Bio Cappuccino Schoko   * BIO-Produkt *
8900924
Leckeres Kakaogetränk mit Kaffeegeschmack
Menge: 250 g     

Getreidekaffee
8912108
Instant Getreide-Getränk mit 100% Gerste, angebaut in Südamerika/ Peru
Menge: 120 g

 

 

Kaffee-Pads

Bio Café Esperanza Pads   * BIO-Produkt *
8900930
18X7g, 100% Arabica-Kaffee, naturmild, kräftig-aromatisch, säurearm, gut bekömmlich. Mehrfach auusgezeichneter Bio Café Esperanza als Pad
Menge: 126 g     

Bio Crema Pads   * BIO-Produkt *
8900948
18X7g, ein kräftiger Hochlandkaffee aus einer ausgewogenen Mischung von Arabica- und Robusta-Bohnen von verschiedenen Handelspartnern aus Bolivien, Mexiko, Peru, Nicaragua, Guatemala und Uganda
Menge: 126 g     

 

...... und viele weitere Sorten anderer Lieferanten

 

 Weiterführende Informationen zu unserer Hausmarke "Altbacher Dorfkaffee"  

 Pidecafé, Cepicafé und Gruppen in Baden-Württemberg

Hinter dem Namen Pidecafé verbirgt sich eine gemeinnützige Beratungsorganisation, die 1991 in der Region Piura im nordwestlichen Peru gegründet wurde. Aufgrund persönlicher Kontakte kamen Weltläden und Dritte-Welt-Initiativen aus Baden-Württemberg und die Produzenten aus Peru zueinander. Gruppen aus Baden-Württemberg haben ein spezielles Vermarktungssystem entwickelt, das die Partnerschaft zum Ausdruck bringt. Pidecafe-Öko konnte so als Partnerschafts- und Agendakaffee etabliert werden.
Die gepa nahm 1994 zum ersten Mal einen halben Container Kaffee der von Pidecafé beratenen Organisationen von Kaffeekleinproduzenten ab. Im Jahr 1995 gründeten 16 dieser Produzentenorganisationen einen Dachverband, der die Vermarktung direkt übernehmen sollte: Cepicafé war "geboren". Der Name der Beratungsorganisation Pidecafé blieb jedoch aus Marketinggründen für die Marke der gepa bestehen. Auch heute noch hat Pidecafé beratende Funktion für die nun über 30 Kleinproduzentenorganisationen, die zum Dachverband Cepicafé mit fast 1.200 Mitgliedern gehören (Stand 1/2001). Pidecafé und Cepicafé fördern einen humanen Entwicklungsansatz und setzen ihren Schwerpunkt auf nachhaltige Bewirtschaftungsweisen. Die Kaffeevermarktung und die Vertretung der Mitgliedsorganisationen stehen im Mittelpunkt der Arbeit des Kleinbauerndachverbandes Cepicafé, die ökologische Produktionsberatung ist Schwerpunkt von Pidecafé. Cepicafé bietet Arabica Kaffee an, den die Weltläden und Gruppen aus Baden-Württenberg gemeinsam mit der gepa als Partnerschaftskaffee "Pidecafe-Öko" vermarkten.

Konkrete Ergebnisse einer Partnerschaft

Seit der Gründung von Pidecafé durch Unterstützung einiger Weltläden, Partnerschaftsgruppen und von Einzelpersonen konnten u.a. schon folgende Maßnahmen umgesetzt werden, die auch von verschiedenen Entwicklungsorganisationen gefördert werden:

 

 

Projektinformation

PIDECAFE  

Perú‑Kaffee aus fairem Handel gefördert durch Weltläden und Solidaritätsgruppen

1997

 

Kaffeeanbau in den Nordanden Perus

In über 1000 m Höhe stellt der Kaffeeanbau seit 100 Jahren die Haupteinnahmequelle für ca. 1500 Bauernfamilien dar. Durch den Kaffeepreisverfall der letzten zehn Jahre reicht das Einkommen nicht mehr für die Sicherung ihrer menschenwürdigen Existenz aus. Drohende Landflucht der Andenbewohner in die von Armut und Arbeitslosigkeit geprägten Küstenstädte ist die Folge.

Die Kleinbauern bewirtschaften 0,5 ‑ 2 ha große Kaffeeparzellen, was bei fairen Kaffeepreisen ihr Einkommen sichert, um z.B. Kleidung Lind Schulhefte kaufen zu können. Grundnahrungsmittel wie Mais, Bohnen und Maniok werden zur Selbstversorgung oftmals in Mischkultur angebaut.

 

PIDECAFE ‑ Peru

Der Kaffeeanbau in der Region Piura befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase. Zu Beginn der Projektarbeit 1992 waren die Pflanzungen überaltert und in einem schlechten Pflegezustand. Außerdem breitete sich der Kaffeekirschenkäfer aus, ein Verwandter des europäischen Borkenkäfers, der die Kaffeebohnen aushöhlt. Zum anderen waren die Kaffeebauern nicht organisiert und die Vermarktung erfolgte unter ungünstigen Bedingungen. So verfügten die Bauern z.B. über keine Rücklagen und waren vielfach gezwungen, ihren Kaffee zu Niedrigstpreisen an die Zwischenhändler zu verpfänden.

 

Mit der Gründung von PIDECAFE Ende 1992 (Programa Integral para el Desarollo del Café en la Region Grau), einem integrierten Kaffee-Entwicklungsprogramm, wurde eine intensive Schulung der Kleinbauern eingeleitet. Es wurde Wert gelegt auf die Verhinderung von Erosion durch das Anlegen von Bewässerungskanälen quer zum Hang, die Aufbereitung von Kompostdünger und biologische Schädlingsbekämpfungsmittel und auf die Einrichtung von Baumschulen zur eigenen Züchtung verbesserter Kaffeepflanzen.

Dagegen erwies sich die leichtfertige Einführung von Hochleistungssorten seitens der Agrarindustrie als Fehlschlag, da diese hohe Ansprüche an teuren Mineraldünger, Pestizide und an die Bewässerung stellten, was für die Bauern unbezahlbar war.

Daher setzt sich das Beraterteam von PIDECAFE zusammen mit den Kleinbauern für die robuste Landsorte "criollo" ein, einem ausgezeichneten Hochlandkaffee.

 

Unsere Projektarbeit‑ mit PIDECAFE

Seit 1993 unterstützen die Solidaritätsgruppen hier die Anbauberatung von PIDECAFE mit dem Ziel verbesserter Erträge, des biologischen Anbaus und der Sicherung der Grundnahrungsmittel. So wurden Gemüsebau‑ und Kleintierzuchtprojekte mit Mütterclubs aus dem Kaffeeanbau­ gebiet unterstützt.

Ein langfristig angelegtes Ausbildungsprojekt mit den in 15 Komitees organisierten Kaffeebauern unter Mitfinanzierung des Wirtschaftsministeriums Baden ‑Württemberg, läuft seit 1996.

Für den Transport des Kaffees in die nächste Hafenstadt wurde der Kauf eines Lkws ermöglicht. Dadurch wurde Transport‑ und Vermarktungsproblemen begegnet, die sich rücksichtslose Zwischenhändler zunutze machten.

Um die Qualität des Kaffees zu verbessern, ging man von der trockenen Aufbereitung zum nassen Verfahren über. Dazu wurden mit unserer Hilfe drei Kaffeewaschanlagen zur Fermentierung des Kaffees gebaut.

 

Vermarktung

Im Rahmen des alternativen Handels führte die GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt) auf Wunsch der Solidaritätsgruppen Ende 1995 erstmals 8,5 Tonnen PIDECAFE ein. Den Kleinbauern wird dadurch neben einem gerechteren Preis eine teilweise Vorauszahlung der Ernte garantiert.

 

Ziel unserer Solidaritätsarbeit ist es nun, ein zuverlässiger Abnehmer und Marktpartner für PIDECAFE zu sein, um den Familien der Kaffeebauern eine ständige und möglichst langfristige Einnahmegrundlage zu sichern.

 

Neben mehreren Weltläden und Peru-Gruppen in der Region unterstützt vor allem die katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) der Erzdiözese Freiburg den Absatz des Pidecafes

 

Noch mehr Infos über:  www.pidecafe.de

 

 

 

Gemeinsam sind wir stark - Bericht von den Kaffeebauern

Das Leben der Campesinos in Peru ist hart. Doch die Zusammenarbeit in ihrer Kooperative gibt ihnen Kraft und sichert ihr Überleben.

(Katharina Nickoleit hat vor rund einem Jahr zwei Tage bei der Kaffeebäuerin Santos Lizana verbracht. Der Bericht erschien im Auftrag der Welthungerhilfe in der Frankfurter Rundschau)

 

Der Tag beginnt früh um fünf und mit harter Arbeit. Mit einer schweren Axt hackt Jesus Späne von einem Baumstamm um in der Küche Feuer machen zu können. Nur mühsam erhellt eine Kerze das fahle Licht der Morgendämmerung. Seine Frau Santos setzt in einem verbeulten Aluminiumkessel Wasser für den Kaffee auf und schält Platanos, Kochbananen, für das Frühstück. „Wir arbeiten den ganzen Tag hart in der Chacra, den Pflanzungen. Da brauchen wir ein kräftiges Frühstück, Brot alleine würde nicht reichen um uns dafür die nötige Energie zu geben“ meint sie und brät den Reis vom Vortag an.

 

Santos und Jesus sind Kaffeebauern, die im Departamento Piura im Norden Perus leben. Seit fünf Jahren sind beide Socios, Mitglieder der örtlichen Genossenschaft der Kaffeekooperative CEPICAFÉ. Santos ist die Präsidentin der 24 Kaffeebauern – die erste Frau, die dieses Amt innehat. „Bevor wir uns organisiert haben, waren wir Einzelkämpfer. Jetzt arbeiten wir alle gemeinsam in der Chacra und helfen uns gegenseitig, so geht die Arbeit schneller.“  CEPICAFÉ wird von der, durch die Welthungerhilfe unterstützte, Organisation PIDECAFÉ beraten, die Agraringenieure zu den Kaffeebauern schickt um ihnen zu erklären, wie sie den Ertrag und die Qualität ihres Kaffees verbessern können.

 

Heute kommt James Renoifo Pinedo mit seinem Team, so dass Santos und Jesus nicht wie sonst in ihre Pflanzungen gehen um Unkraut zu jäten, sondern sich zusammen mit den übrigen Mitgliedern auf ihrer Parzelle treffen. Der Weg dorthin ist steil und schlammig, es nieselt und dichte Nebelschwaden hängen über den Bergen. Hier auf einer Höhe von 1280 Metern ist es kühl, wenn die Sonne nicht scheint. Jesus zieht seinen handgewebten Poncho enger um die Schultern. An den nackten Füßen trägt er Sandalen aus Gummireifen. „Ihr alle kennt das Problem mit dem Pilz, der die Blätter der Kaffeepflanzen in der Regenzeit befällt“ beginnt James. „Wenn der Pilz erstmal da ist, gibt es kein ökologisches Mittel um ihn wieder loszuwerden. Aber es gibt ein einfaches und billiges biologisches Mittel, um ihn fern zu halten“ erklärt er, und schreibt auf ein großes Papier Zutaten und Mischungsverhältnis. Alle schreiben das Rezept sorgfältig in ihre Notizhefte, und mischen dann probehalber das Gebräu aus Kalk, Kupfersulfat, Seife und Wasser zusammen. Das hellblaue Gemisch wird in einen Kanister gefüllt und gemeinsam geht die Gruppe zu den Kaffeepflanzen. Jeder probiert einmal die einfache Handpumpe aus, während ein anderer den Kanister hält, und erklärt dann dem nächsten, wie es am Besten geht. Santos schlägt vor, dass die Mitglieder der Vereinigung 80 € zusammenlegen, damit ein Kanister, der auf dem Rücken getragen werden kann und eine größere Pumpe angeschafft werden. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Tag“, meint sie, „Wir haben wieder etwas Wichtiges gelernt, was uns weiter helfen wird.“

 

Auch James ist zufrieden. „Wir lehren nur, was sich kostengünstig und mit einfachen, verfügbaren Mitteln umzusetzen lässt. Alles andere hätte keinen Zweck“. Der Erfolg gibt ihm Recht. Kompostierung, Erosionsvermeidung, Düngung und vieles mehr haben nicht nur dazu geführt, dass die Campesinos ihre Erträge vervierfachen konnten, sondern auch zu einer besseren Qualität des Kaffees, für den sie nun mehr Geld bekommen.

„Wir wollen keine Almosen. Wir wollen nur gerecht für unsere Arbeit bezahlt werden.“ meint Santos, froh, das CEPICAFÉ seinen Kaffee auch an den Fairen Handel in Deutschland  verkauft. Über das Fairhandelshaus gepa wird der mit dem Transfairsiegel versehen Kaffee an 3. Welt Läden und Supermärkte geliefert, wo er teurer als herkömmlicher Kaffee verkauft wird. So erhalten die Campesinos fast das Doppelte für ihre Ernte als ihnen die Aufkäufer üblicherweise zahlen. Und da die Campesinos keine chemischen Dünge- oder Pflanzenschutzmittel einsetzten, können sie zertifizieren Bio-Kaffee verkaufen, was noch einmal mehr Geld einbringt. 

 

Rund 1650 Familien sind inzwischen bei CEPICAFÉ organisiert, und ständig kommen neue Mitglieder hinzu. „Ich habe bei meinen Nachbarn gesehen, dass es ihnen besser geht, seit sie gemeinsam arbeiten, deswegen bin ich auch Socia geworden“ meint Aurora, die sich erst vor zwei Monaten der Genossenschaft angeschlossen hat. „Und es gibt mir ein sicheres Gefühl zu wissen, dass ich mit meinen Problemen nicht mehr alleine bin.“ Jesus stimmt ihr zu. „Früher waren wir sehr arm. Wir sind immer noch nicht reich, aber wir fühlen uns stark, weil wir zusammen arbeiten. Und je mehr wir werden, desto besser ist es für uns alle.“

 

Nein, reich sind sie wirklich nicht. Das Haus von Santos und Jesus ist aus unverputzten Ziegelsteinen gebaut, gedeckt mit Wellblech, die Fenster ohne Glas. Die Küche ist eingerichtet mit einer Feuerstelle und einem roh zusammen gezimmerter Tisch, davor steht eine schmale, harte Bank. Hinter einer Plastikplane verbirgt sich ein Regal mit ein wenig Geschirr, als großen Luxus gibt es ein Radio. Aber im Moment funktioniert es nicht, die Batterien sind leer. Meerschweinchen wuseln mit lautem Gequieke über den festgetretenen Erdboden – Fleischvorrat. Die Vorstellung, dass manch einem cuy in Deutschland ein Begräbnis im Garten zu Teil wird, ist für sie noch absurder als der Gebrauch von Kaffeemaschinen und elektrischen Saftpressen. „Unsere Maschinen sind unsere Hände“ sagt sie, und dreht sie nicht ohne Stolz in der Luft.

 

Santos größter Wunsch wäre eine Stromleitung. „Aber das wird noch lange dauern“ seufzt sie, und damit dürfte sie Recht haben. Der nächste größere Ort San Christobal liegt eine Stunde Fußmarsch entfernt, einmal in der Woche nimmt sie den Weg auf sich um in die Kirche zu gehen und ihren Sohn anzurufen, der in Piura an der Küste Automechaniker lernt. Den Sohn zur Ausbildung in die Stadt zu schicken, das wäre völlig undenkbar gewesen wäre, bevor sich Santos und Jesus CEPICAFÉ anschlossen. „Wir verdienen jetzt mehr als früher und können uns ganz andere Dinge leisten als damals“. Zwei Esel haben Santos und Jesus gekauft, so dass sie Feldgeräte und Kaffeesäcke nicht mehr selber schleppen müssen. Dazu sechs Schafe, die ihnen Wolle und Dünger liefern. Ein paar Hühner, so dass sie Eier und Fleisch haben. Einen kleinen Salat- und Kräutergarten. „Wir sind jetzt unabhängiger“, meint Jesus. „Wenn der Weltmarktpreis für den Kaffee wieder fällt, dann müssen wir nicht hungern, weil wir unsere eigenen Lebensmittel haben“. In einer Region, in der ein Drittel der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat und bis zu 80% der Kleinkinder chronisch unterernährt sind, haben sie schon viel erreicht.

 

Die Nachmittagssonne ist durch den Nebel gebrochen und taucht die schroffen Berge in ein warmes Licht. Weit unten im Tal schlängelt sich eine Schotterpiste in Serpentinen die steilen Abhänge hinauf. Nass glänzen die Kaffeepflanzen, an denen die noch unreifen, grünen Beeren hängen, in der Sonne. „Es wird eine gute Ernte“ sagt Santos stolz, packt ihr schweres Bündel Kochbananen und geht den schlammigen Pfad hinunter zu ihrem Haus um Holz für das Abendessen zu hacken.

 

 

INFOKASTEN

Peru:

Landesgröße: 1 285 216 km², etwa viermal so groß wie Deutschland, Einwohner: 25,6 Millionen

Landessprache: Spanisch und Quechua, alte Sprache der Inka; Religion: Katholisch, vermischt mit alten Religionen

 

Situation der Landbevölkerung im Departamento Piura, Nordperu:

44 % der Bevölkerung leben in absoluter Armut (18% in Peru insgesamt)

75 – 100 % der Kleinbauern haben eine unzureichende Grundversorgung, 40 – 80 % der Kleinkinder sind chronisch unterernährt, 80 von 1000 Kleinkindern sterben an Unterernährung

30 % der Landbevölkerung sind Analphabeten, bei den Frauen 40 %; 30 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser

 

CEPICAFE:

1650 Familien sind in 45 Ortsverbänden organisiert 2-3 Hektar besitzt jede Familie im Durchschnitt, auf 1,5 Hektar wird Kaffee angebaut

8 Quintales Kaffee (46 kg) werden pro Hektar erwirtschaftet, vor der Beratung durch die Agraringenieure waren es nur 2 Quintales

Auf dem herkömmlichen Markt werden 62 US $ pro Quintal bezahlt, der Faire Handel zahlt 112 US $

 

 

 

Auswahl einiger Handelspartner

305 UCIRI (Union de Communidades Indigenas de la Region del Istmo)

Land: Amerika - Mexiko Produkt: Kaffee

Der Handelspartner in Stichworten
Die Selbsthilfeorganisation UCIRI ist die friedliche Antwort indianischer Kleinbauern auf Ausbeutung und Unterdrückung. In den 80er Jahren begannen sich indianische Kleinbauernfamilien  zu organisieren. Heute liefern sie ca. 80 Prozent ihres hochwertigen ökologisch angebauten Arabica-Kaffees ins Ausland.Alte Werte wie die Vorstellung von „Mutter Erde“ und das christliche Postulat zur Bewahrung der Schöpfung sind für UCIRI die ideelle Grundlage für den ökologischen Anbau.

 

502 Yeni Navan (Etnias Michiza)

Land: Amerika - Mexiko Produkt: Kaffee

Das Land in Stichworten
Mexiko ist mit einer Fläche von 1,958 Millionen Quadratkilometern etwa fünfeinhalbmal so groß wie Deutschland und nach Brasilien und Argentinien das drittgrößte Land Mittel- und Südamerikas. Das Land hat zahlreiche Rohstoffbooms durchlebt, die alle Ruinen kurzlebiger Wirtschaftsblüten hinterließen. Trotz fortgeschrittener Industrialisierung ist Mexiko noch ein Agrarland. So bildet die Landwirtschaft für etwa die Hälfte der Bevölkerung nach wie vor die Lebensgrundlage. Im feuchtheißen Süden des Landes werden Kaffee, Kakao, Bananen und Tabak angebaut. Trotz verschiedener staatlicher Förderprogramme für die Landwirtschaft, die unter anderem veraltete Bewirtschaftungsmethoden, mangelhafte Infrastruktur und Landflucht beheben sollten, müssen die Grundnahrungsmittel in erheblichem Umfang importiert werden.
Allein im Großraum Mexiko City leben mehr als 19 Millionen Menschen, insgesamt hatte das Land 1997 94,349 Millionen Einwohner. Einkommen und Vermögensverhältnisse sind stark konzentriert; die neoliberalen Bestrebungen zur „Modernisierung“ der Wirtschaft führen zur Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Mehr als die Hälfte aller Mexikaner lebt unter dem Existenzminimum. Der Aufstand des zapatistischen Befreiungsheeres EZLN im Süden Mexikos, politische Morde und die Auseinandersetzungen in der seit Jahrzehnten herrschenden Regierungspartei der „Institutionalisierten Revolution“ (PRI) kennzeichneten das vergangene Jahrzehnt. Bei den Wahlen im Jahr 2000 verlor die PRI nach mehr als 70 Jahren die Mehrheit und der Kandidat der Opposition, Vincente Fox, wurde zum Präsidenten des Landes gewählt. Die Hoffnungen in den neuen Präsidenten sind groß, doch die bestehenden wirtschaftlichen und politischen Strukturen können nicht so schnell geändert werden. Aber das Angebot der Regierung, wieder mit den Zapatisten zu verhandeln, gibt Anlass zur Hoffnung auf eine Lösung der schwierigen politischen Situation.

 

144 KCU

Land: Afrika - Tanzania Produkt: Kaffee

Kagera Cooperative Union (KCU)
Aufgrund ihrer isolierten geografischen Lage bekamen die Kaffeebauern der Kagera-Region früher von den Zwischenhändlern viel niedrigere Preise für Ihren Kaffee. So entstand die Kooperative KCU, zu der heute 126 Einzelkooperativen mit rund 80.000 Bauernfamilien gehören. Eine der wichtigsten Leistungen von KCU war der Aufbau einer eigenen Kaffeefabrik im Jahr 1958, über die Teile der eigenen Ernte zu Instant-Kaffee verarbeitet wurde.

 

360V APARM

Land: Amerika - Peru
Produkt: Kaffee

Asociación de Productores Agropecuarlos Rodriguez de Mendoza (APARM)
APARM ist ein 1990 gegründeter Kleinbauernverband im Nordosten Perus, der seinen Mitgliedern eine wichtige Hilfe sowohl bei der Vermarktung ihres Kaffees als auch bei der Qualitätsverbesserung ist.
Mitglieder sind Kleinbauernfamlien, die aufgrund der schlechten Infrastruktur kaum eigene Möglichkeiten zur Vermarktung ihres fast ausschließlich ökologisch angebauten Kaffees haben.

 

521 CECOVASA

Land: Amerika - Peru Produkt: NON-FOOD

Das Land in Stichworten
Peru ist das drittgrößte Land Südamerikas, das mit seiner Pazifikküste, der Wüste, dem Andenhochland und dem Amazonasgebiet eine große klimatische und topographische Vielfalt aufweist. Obwohl Peru über beachtliche Rohstoffvorkommen und Bodenschätze verfügt, ist der Staat hoch verschuldet. Im Jahr 2002 lag die Bruttoauslandsverschuldung bei 30,5 Milliarden US-Dollar, was mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Wichtige peruanische Exportgüter sind neben Kaffee vor allem Fischmehl und Erze.Die peruanische Gesellschaft bietet ein heterogenes Bild. Mit einem Anteil von 47 Prozent stellen die Indígenas einen großen Teil der Einwohnerschaft. Eine vierjährige Rezession zwischen 1997 und 2001 hat die Lebensbedingungen der Peruaner weiter verschlechtert. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Besonders betroffen sind die ländlichen Gegenden, hier leben zwei Drittel der Menschen von weniger als einem Dollar am Tag. Trotz eines leichten wirtschaftlichen Aufschwungs zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt bislang keineVerbesserung ab. Die durch das extreme Gefälle zwischen Arm und Reich hervorgerufenen sozialen Spannungen bildeten den Hintergrund für den „schmutzigen Krieg“ zwischen Armee und bewaffneten Guerillaverbänden, in dem sich Peru in den 80er- und 90er-Jahren befand. Auf diese Problematik wurde die Weltöffentlichkeit im Jahr 1996 aufmerksam gemacht, als die japanischen Botschaft in der Hauptstadt Lima besetzt wurde. Der auf diese Weise ausgetragene interne Konflikt hat sich mittlerweile gelegt – die Wurzeln des Problems bleiben jedoch bestehen. Nach der Beseitigung des autoritären und korrupten Regimes von dem seit 1990 amtierenden Präsidenten Fujimori, wurde Alejandro Toledo im Juni 2001 vom peruanischen Volk zum Präsidenten gewählt. Zum ersten Mal in der Geschichte Perus bekleidet ein Politiker indigener Abstammung dieses Amt. Das Land befindet sich nun in einem Demokratisierungsprozess, der auf die Stärkung rechtsstaatlicher Verhältnisse, Einhaltung der Menschenrechte und Dezentralisierung ausgerichtet ist. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Korruption gehörte genauso zu Toledos Wahlversprechen wie eine unabhängige und wirksame Justiz.

 

370V CEPICAFÉ

Land: Amerika - Peru
Produkt: Kaffee

Das Land in Stichworten
Die Besetzung der japanischen Botschaft in Perus Hauptstadt Lima hat die Weltöffentlichkeit auf ein Problem aufmerksam gemacht, das die Gesellschaft des südamerikanischen Andenstaates in den letzten Jahren einer Zerreißprobe ausgesetzt hat. Dem „schmutzigen Krieg“ zwischen Armee und bewaffneten Guerillaverbänden fielen seit 1980 über 20 000 Menschen zum Opfer. Tausende von „Verschwundenen“, eine Massenflucht von Bauern in die Städte und zahlreiche politische Gefangene, die oft ohne Gerichtsverfahren und unter menschenunwürdigen Bedingungen in den Gefängnissen sitzen, zählen ebenfalls zur Bilanz. Ihren Hintergrund hat die Gewalt zweifellos in den ungelösten sozialen Problemen des Landes, dessen Bevölkerungsmehrheit in absoluter Armut lebt. Wirtschaftlich besonders benachteiligt ist – im Vergleich zum Küstengebiet – die Bevölkerung in der Andenregion. Dort beträgt die Analphabetenrate etwa 30 Prozent und circa 93 Prozent der Bevölkerung verfügen nicht über aufbereitetes Trinkwasser, Strom und Sanitäranlagen. Das extreme Gefälle zwischen Arm und Reich wird durch die von der vorherigen Regierung betriebene neoliberale Wirtschaftspolitik noch verschärft.