AFAR 2001/02 Kenia 2003/04 AFAR/Kenia 2005-09 AFAR  2010-15  Uganda 2013-15

 

Spendenaufruf für die AFAR-Nomaden in Äthiopien und SCHENKE EINE ZIEGE in Uganda 2013 (Mai 2013)

 

 

Liebe Freunde unserer Projektarbeit,

 

wieder bitten wir  um Spenden für unsere Projekte in Afrika. Unsere Mitgliederversammlung beschloss am 16. April 2013, die beiden Projekte AFAR und Schenke eine ZIEGE in den Jahren  2013 bis 2015 zu unterstützen. Die Spenden werden je zur Hälfte weitergeleitet, sofern Sie auf dem Überweisungsträger keine andere Zuordnung vermerken. 
 

Das Projekt AFAR ist aus vielen Veranstaltungen mit Frau Gresch, unserer Partnerin für das Projekt, bekannt. Wir unterstützen dieses Projekt seit 2001. Frau Gresch  schrieb am 5. Mai 2013: "Das ist ja wunderbar, dass der AK Eine Welt Altbach das Afar Schulprojekt weiter unterstützen wird. Ganz herzlichen Dank und natürlich viele Grüße an Ihre Mitstreiter."

PS: Wussten Sie schon: Im AFAR-Dreieck steht die Wiege der Menschheit. Erinnern wir uns an Australopithecus afarensis, genannt „Lucy“.

 

Wir hatten im Mai 2012 eine hoch interessante Vorstellung des Projekts „Schenke eine Ziege“. Näheres unter Projekt Uganda.

Unser Engagement ist eine wichtige Hilfe.  Wir bitten Sie herzlich um eine Spende für unsere Projekte auf unser Spendenkonto bei der
Volksbank Plochingen BLZ 611 913 10:    Eine Welt e.V.  Altbach,   Kontonummer 717 383 024.

 

Selbstverständlich erhalten Sie später eine Spendenbescheinigung für Ihre Steuererklärung.  Schon heute möchten wir Ihnen recht herzlich für Ihre Spende danken.

 

 

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Unsere Projekte 2001 - 2015 "Straßenkinder in Kenia" / "Afar-Nomaden in Äthiopien" / "Schenke eine Ziege in Uganda"

In den letzten Jahren förderten wir das Straßenkinderprojekt in Eldoret/Karai in Kenia und das Afar-Projekt  in Äthiopien. Zu beiden Projekten finden Sie auf dieser Seite weitere Informationen. in den Jahren 2010 bis 2012 fördern wir gezielt das AFAR-Projekt. Schwerpunkt soll die Unterstützung der Mädchenbildung bei den Afar-Nomaden sein. Es ist uns sehr wichtig, über die Mädchenbildung die  Verbesserungen der Lebensbedingungen im Afar-Gebiet zu fördern. Ab 2013 fördern wir ein neues Projekt in Uganda  Schenke eine Ziege

Erfreulich war das Spendenaufkommen auch im letzten Jahr. Wir konnten Spenden in folgender Höhe weiterleiten: 

 

SPENDEN   INSGESAMT

AFAR

andere

3310

3295

15

 

Wir danken allen Spendern, die unsere Projekte in den letzten Jahren unterstützt haben:

Im Februar und März 2008 fand nach dem Überfall auf Eldoret/Karai eine Sonderaktion statt: 2694,56

 

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Unser Projekt 2003/2004 "Straßenkinder in Kenia"

    Aktuell Spenden

 

Eine Chance für die Zukunft
Karai Children's Vocational Centre/ Kenia
Ausbildungszentrum für Kinder, früher: Eldoret

Ein Wagnis von Brüdern und Schwestern in Kenia  und im Kirchenbezirk Münsingen        
 

Beschluss der Mitgliederversammlung des Eine Welt e.V. Altbach am 18.3.2003: Mit einer Patenschaft übernehmen wir zwei Jahre lang die Kosten für Lebensunterhalt und Schulbesuch eines Kindes in der vom Kirchenbezirk Münsingen zusammen mit der Presbyterianischen Kirchengemeinde in Eldoret/Kenia betriebenen Einrichtung.  Erneuter Projekt-Beschluss in der Mitglieder-Versammlung 2005 zur Förderung 2005 bis 2009.

Ehemalige Straßenkinder aus der Großstadt Eldoret finden hier ein Zuhause und bekommen mit einer qualifizierten Schulausbildung auch eine echte Chance für die Zukunft.
Dass das Geld richtig und zweckgebunden verwendet wird, dafür garantiert nicht zuletzt die inzwischen zwanzigjährige Partnerschaft zwischen den beiden Kirchenbezirken sowie regelmäßige Besuche von Mitgliedern des Arbeitskreises Eldoret (Unser Mitglied Pfarrer Schühle ist Mitglied dieses Arbeitskreises). Für die Betreiber der Einrichtung sind Patenschaften eine verlässliche und vorausplanend nutzbare Finanzierungsquelle.
 Spenden werden erbeten auf das Sonderkonto des Eine Welt e.V. Altbach  bei der Volksbank Plochingen BLZ 611 913 10  Kontonummer 717 383 024  Stichwort: "Eldoret"  

Kenia wurde 1963 unabhängig. Seitdem wurde es von kleinen politischen Eliten um die Staatspräsidenten ausgeplündert, die  Massen verarmten. In den 70er-Jahren wurde Kenia das „Land mit den 10 Millionären und den 10 Millionen Armen“ bezeichnet (Stuttgarter Zeitung 30.12.2002).
Kenia ist eigentlich ein reiches Land. Die Kenianer sind hoch motiviert und haben ein hohes Bildungsniveau. Das Land und die Bevölkerung brauchen dringend Hilfe.

Januar 2006 (Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 1.2.06): Die Leute hungern. Viele Kenianer leiden unter der Dürre im Lande. Die Regierung hat um internationale Hilfe gebeten.  Überraschend ist die Katastrophe nicht gekommen. „Schon Mitte 2004 hat sich die Dürre abgezeichnet”, sagt Iris Krebber, die Koordinatorin für die Deutsche Welthungerhilfe in Kenia. „Damals hätte die Bevölkerung bereits mit Samen resistenter Pflanzen und mit einer besseren Trinkwasserversorgung ausgestattet werden sollen.” Aber nichts davon geschah - und heute verhungern im Norden Kenias die ersten Kinder. Die Bevölkerung reißt ihre Hüttendächer ein, um das Stroh an ihre Tiere zu verfüttern, und Elefanten ziehen die Bewässerungsschläuche aus dem Boden, um so an ein wenig lebenswichtiges Wasser zu gelangen.
Nach Angaben von Hilfsorganisationen weisen in den an Somalia und Äthiopien angrenzenden Landesteilen Kenias bis zu 30 Prozent aller Heranwachsenden inzwischen Mangelerscheinungen auf. Mindestens 2,5 Millionen Menschen - fast zehn Prozent der Bevölkerung - sind nach Schätzungen des Roten Kreuzes auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Regierung in Nairobi hat den Notstand ausgerufen und die internationale Gemeinschaft zu Hilfszahlungen in Höhe von 110 Millionen Dollar aufgefordert. Die Not übersteige die eigene Fähigkeit zum Krisenmanagement bei weitem, heißt es.


Wie kam es zum Straßenkinderprojekt des Kirchenbezirks Münsingen?

Der Kirchenbezirk Münsingen unterhält mit der Presbyterianischen Kirche in Eldoret (P.C.E.A.) seit 1983 partnerschaftliche Beziehungen. Bis Mitte der 90er Jahre hieß dies: wechselseitige Besuchsprogramme in unregelmäßigen Abständen. In dieser Zeit entwickelte sich durch die intensive Begegnung mit Christen aus einem völlig anderen Kulturkreis ein großes gegenseitiges Vertrauen und enge persönliche Verbindungen. 

Aufgrund der zunehmenden Zahl von Straßenkindern, auch in Eldoret, wollten unsere Freunde ihrer christlich motivierten sozialen Verantwortung gerecht werden und ersuchten uns um konkrete finanzielle Hilfe für ein gemeinsam zu verantwortendes Projekt. Im Herbst 1998 entschieden wir uns im Arbeitskreis dafür, mit unseren Brüdern und Schwestern in Kenia gemeinsam das Wagnis dieses Projektes einzugehen. Unsere Aufgabe dabei ist vorwiegend das Sammeln von Spenden. Der Kirchenbezirk Eldoret ist für die konkrete Umsetzung und Durchführung verantwortlich.


Wie hat sich das Straßenkinderprojekt entwickelt?

Ungefähr 25 km außerhalb von Eldoret, in Sugoi, wurden im Juni 1999 zwei Hektar Land gekauft. Darauf wurden zunächst hinter der bestehenden Kirche zwei Wassertanks (Kapazität je 1500 Liter) zum Auffangen von Regenwasser gebaut und danach mehrere Häuser in traditioneller Lehmbauweise mit folgenden Räumen:

¿
drei Schlafräume für  max. 50 Kinder
¿ eine Küche und einen Vorratsraum
¿
zwei Klassenzimmer

Am 29. Januar 2000 wurden die ersten 30 Kinder in Sugoi aufgenommen. Diese Zahl ist bis zum August 2000 auf 44 Kinder ‑und damit bis zur Kapazitätsgrenze angestiegen.

Im August 2000 waren 20 Personen aus unserer Region zu einem dreiwöchigen Korkcamp in Sugoi, um einen Verwaltungs- und Erweiterungsbau zusammen mit den kenianischen Freunden zu bauen. In diesen Wochen konnte das Gebäude (70 m lang; 6,4 m breit) bis zum Rohbau erstellt werden.

Steven Mbugua schrieb in seinem Abschlussbericht zum Workcamp: »Das Workcamp war beides, eine Herausforderung und ein Wirklichkeit gewordenes Beispiel dafür, wie große Liebe Berge versetzen kann. Was so weit zustande gebracht wurde, kann nur Gott zurückbezahlen . Unser Gebetsoll diese Partnerschaft stärken für all das Gute, das Menschen in EIdoret und in Deutschland getan haben und tun. Wir danken deshalb allen, die dieses Projekt in Deutschland unterstützen und den Mitgliedern des Workcamp für ihren Einsatz«.

Nach Fertigstellung durch unsere kenianischen Freunde, wurden dann im Frühjahr 2001 weitere 22 Kinder in dieses Haus aufgenommen. Durch die große Spendenbereitschaft vieler Menschen in Deutschland und Amerika, konnte im Herbst 2001 eine Baufirma aus Eldoret beauftragt werden, weitere zwei Gebäude zu erstellen. Aufgrund der zusätzlichen Raumkapazität ist die Zahl der Kinder im Januar 2003 auf 70 angestiegen.


Warum ist die Unterstützung dieses Projekts zu empfehlen?

- Die Projektidee kommt aus Kenia, sie ist nicht von uns vorgegeben.
- Wollen wir die Partnerschaft ernst nehmen, ist dies eine Gelegenheit, den Beweis anzutreten. Wir sind die finanziell 
  Stärkeren.
- Wer für das Projekt spendet, weiß genau wie und wo das Geld verwendet wird.
- Da wir das Projekt von Anfang an mit begleiten, haben wir einen Einblick in die Arbeitsweise unserer Partner.
- Diese gemeinsam finanzierte und gemeinsam verantwortete Aufgabe gibt unserer Partnerschaft eine neue Dimension. 
  Das Workcamp ist ein Beispiel dafür.
- In das Projekt »Straßenkinder« zu investieren heißt jungen Menschen eine sinnvolle Zukunft zu geben anstatt sie dem 
  Elend und der Kriminalität zu überlassen.

 
April 2007: Vom Straßenkinderprojekt zum Handwerkerhof
Die internatsmäßige Verpflegung von 120 ehemaligen Straßenkindern und deren Schulbildung  wird zurzeit durch viele Spenden hier in Deutschland, aber auch durch eigene Anstrengungen unserer Partner in Kenia, gewährleistet. Letztes Jahr wurde wieder ein Workcamp junger Erwachsener aus unserer Gegend  durchgeführt und von September bis Dezember bildete Dieter Borchert 4 Kenianer zu Ausbildern aus. Warum?
Die Kinder von Sugoi werden älter - und wir wollen sie auf dem Wege zu selbstständigen Erwachsenen begleiten. nach dem erfolgreichen Abschluss der Primary School sollen sie eine qualifizierte Ausbildung als Allround-Handwerker erhalten. Wir glauben, dass sie damit in Kenia am ehesten eine Chance haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. "Learning by doing" und "Hilfe zur Selbsthilfe " sind dabei die Grundkonzepte. Unser größtes Ziel ist deshalb die Gründung eines Handwerkerhofes: was an Werkstätten und Unterrichtsräumen bisher noch fehlt, soll nach und nach von den Jugendlichen selbst geplant, gemauert, mit Installationen versehen und mit eigenen Möbeln eingerichtet werden. Dieter Borchert wird am 6. Mai noch einmal für einige Monate nach Sugoi gehen und die Ausbildung vor Ort beginnen. Die Kenianer sollen die Ausbildung dann selbst fortführen. Leider ist die Zahl der Straßenkinder in Eldoret nach wie vor sehr groß, so dass die Notwendigkeit der Aufnahme weiterer Kinder ständig gegeben ist. Im Rahmen unserer Möglichkeiten soll dies auch geschehen.
All dies ist nur möglich dank einer verlässlichen finanziellen Basis, zu der auch Sie als Spender beitragen können.


September 2007: Wichtige aktuelle Infos aus Eldoret und Sugoi
aus  Infobrief Nr. 1 

1.  In Sugoi leben 130 ehemalige Straßenkinder. 15 davon haben die Primary School erfolgreich absolviert (8 Jahre) und besuchen zurzeit die Secondary School in Eldoret bzw. Nakuro. 13 Lehrer, 1 Sozialarbeiter  
     und  weitere Personen für Küche und zum Schutz der gesamten Einrichtung sind beschäftigt. Der Headmaster heißt George Gichuki, Leiter der Sozialarbeit ist John Mwangi.

2.    
Dieses Jahr wurde ein neues PMB (Partnership members board — Partnerschaftskomitee) gewählt. Die für uns wichtigste Ansprechperson ist der Chairman Emmanuel Wachira. Mit ihm arbeiten wir intensiv
     und vertrauensvoll zusammen.

3.    
Am 3. September begann mit 22 Auszubildenden die berufliche Ausbildung in den Bereichen Holz, Bau und Metall. Dank des mehrmonatigen Aufenthaltes von Dieter Borchert wurde dies möglich. Dieser
     großartige Einsatz bewirkte vor allem seine kompetente Vorbereitung im organisatorischen Bereich, dem Bau von Ausbildungsräumen, Beschaffung von Geräten und nicht zuletzt die Ausbildung von vier
     kenianischen Männern zu Ausbildern. Damit können wir ein weiteres wichtiges Ziel realisieren: Die Vermittlung einer persönlichen Lebensperspektive durch Hilfe zur Selbsthilfe für die ehemaligen Straßenkinder.

4.    
Ebenfalls schon das ganze Jahr war Birgit Zimmermann als Sozialarbeiterin und „Mädchen für Alles” vor Ort. Durch sie wissen wir, dass die Betreuung, psychologische Beratung und Begleitung äußerst wichtig
     für die Jungs ist und bei weitem noch nicht zufrieden stellend ist. Weiteres Personal ist deshalb dringend erforderlich. Unterstützung aus Deutschland erhielt Birgit in den letzten 5 Wochen durch Lisa Funfack.

 

Straßenkinderprojekt niedergebrannt  

Nach den Wahlen gibt es in Kenia schwere Unruhen. Betroffen ist insbesondere die Region Eldoret. Hier liegt die vom evangelischen Kirchenbezirk Münsingen aufgebaute „Children’s Home and School Sugoi“. Heinrich Wezel steht in direktem Kontakt zu der Einrichtung.


Presseerklärung des Arbeitskreises Eldoret (3. Februar 2008)

In der Nacht vom 2. auf 3. Februar 2008 wurde das Straßenkinderprojekt in der Ortschaft Sugoi bei Eldoret / Westkenia brutal überfallen, ausgeraubt und niedergebrannt.

Bei Tag wurde von den kenianischen Partnern des Arbeitskreises Eldoret das Gelände besichtigt. Nach diesem Bericht sind die meisten Gebäude abgebrannt. Vorher wurden die Lebensmittelvorräte und Einrichtungsgegenstände (auch zur Ausbildung) geplündert.
Die Täter haben bei ihrem Überfall kundgetan, dass sie dieses Projekt als Kikuyu Projekt identifizierten und darum beseitigen wollten.

Wir stellen fest, dass unser Projekt gezielt Opfer der ethnischen Säuberungen im Westen Kenias wurde. Dies geschah ohne Rücksicht auf das Leben der Straßenkinder und Mitarbeiter, die aus verschiedenen Stämmen Kenias kommen. Dies war auch im Umfeld des Projektes bekannt. Die umliegenden Kalenjin - Familien aus den Ortschaften um Sugoi haben seit Jahren über 100 Kinder als Tagesschüler in diese Schule geschickt. Dieser Überfall war unseres Erachtens von außen gesteuert, wie in der deutschen Presse mehrfach von anderen Übergriffen berichtet wurde (Einsatzbefehl per SMS). Somit handelt es sich bei diesem Verbrechen um eine geplante Tat aus den Reihen der Opposition in Kenia.

Wir haben in unserem Straßenkinderprojekt seit 9 Jahren bis zu 130 Straßenkinder untergebracht, beschult und waren dabei eine Berufsausbildung vor Ort für sie aufzubauen. Dabei wurden wir von der Deutschen Botschaft in Nairobi logistisch und finanziell unterstützt. Sie gab uns auch Hilfestellung bei der Betreuung unserer Mitarbeiterin in den letzten Wochen.
Wir machen daher die führenden Politiker der Opposition in Nairobi für den grausamen Übergriff auf unser Projekt verantwortlich und verlangen eine gerichtliche Verfolgung dieses Verbrechens und ggf. Schadensersatz. Der ungefähre Wert der Gebäude im Projekt mit dem Grundstück beträgt ca. 1 Million Euro. Der Partner des deutschen Arbeitskreises ist die PCEA.
Wir bitten die Bundesregierung nachdrücklich, Aufklärung über diesen Sachverhalt bei den Führern der Opposition einzufordern. Ein hochrangiger Politiker (MP) an der Seite von Herrn Odinga ist direkter Nachbar dieses Straßenkinderprojektes. Wir betonen noch einmal, dass bei diesem Überfall das Leben einer deutschen Staatsbürgerin gezielt gefährdet wurde, die seit Jahren in Kenia mit Straßenkindern arbeitet.

Wir bitten weiter die Verantwortlichen im Auswärtigen Amt und im BM für Entwicklungshilfe darum, dass keinerlei Entwicklungshilfe mehr an kenianische Behörden aus Deutschland und der EU nach Kenia geht, bevor die kenianische Regierung und die Opposition sich nicht nachprüfbar verpflichten haben, für die Sicherheit von humanitären Projekten der NGOs zu sorgen.

Der Arbeitskreis Eldoret wird seine Verantwortung für die 130 Kinder und Jugendlichen trotz dieses Gewaltaktes nicht aufgeben. Unsere kenianischen Partner haben auf ihrem Kirchengelände (PCEA in Eldoret) eine Notunterkunft für die Mitarbeiterin und die Jungen mit Hilfe des kenianischen Roten Kreuzes errichtet. Wir sind mit den Partnern bereits im Gespräch, ob es in Kenia einen anderen Standort geben könnte, wo wir dieses Projekt wieder errichten.

Heiner Wezel, Martin Rose, Frank Hintzenstern (Vorstände)

 

Der Arbeitskreis ruft zu einer gesonderten Spendenaktion unter dem Stichwort „Flüchtlingshilfe Eldoret“ auf. (Februar 2008)
25 Jahre Partnerschaft und ein auch im politischen Chaos funktionierendes Projekt verpflichten: Der Arbeitskreis „Eldoret/Kenia“ ist dringender denn je auf Hilfe angewiesen.

Da sind das Straßenkinderheim und die Schule in Sugoi, die mitten in einem der Brennpunkte der politischen und ethnischen Auseinandersetzungen nach den Präsidentschaftswahlen liegen. Und da sind Tausende von Flüchtlingen, unter ihnen Lehrer und Angestellte des Projektes sowie Freunde und Bekannte aus der Partnerschaft mit dem Kirchenbezirk Münsingen, die in diesem Jahr eigentlich ihr 25 jähriges Bestehen festlich begehen wollte.

Mehrere Tausend Flüchtlinge
hat Presbyterianischen Kirche PCEA auf einem Kirchengelände zu versorgen – und niemand weiß, wann und ob sie zurückkehren können. Viele haben ihre Häuser und ihre Farmen verloren oder können die Maisernte nicht einbringen. Andere sind in sichere Regionen geflüchtet und versuchen dort, sich eine neue Existenz aufzubauen.

Der Arbeitskreis ruft deshalb auch zu einer gesonderten Spendenaktion unter dem Stichwort „Flüchtlingshilfe Eldoret“ auf. Damit soll akute Notfallhilfe insbesondere durch den Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten geleistet werden, aber auch Aufbauhilfe für besonders geschädigte Familien. Dies könnte zum Beispiel ein zinsloser Kleinkredit sein, der etwa in Form von Arbeit, Mais oder Milch an das Projekt Sugoi zurückgezahlt wird.

Spendenkonto: Evangelische Kirchenbezirkskasse Münsingen, Konto Nr. 1 001 534, Kreissparkasse Reutlingen, BLZ 640 500 00, Kennwort „Eldoret - Sugoi“ oder „Flüchtlingshilfe Eldoret“

Fröhliche Kinder, die wie andere zur Schule gehen
dürfen, soll es auch weiterhin in Sugoi geben.

Ergebnis unserer Sonder-Aktion Februar 2008 in Altbach
Die Ereignisse in Kenia veranlassten uns im Februar einen Spendenaufruf an Mitglieder und Mitarbeiter/innen zu verteilen. Die Wiederaufbauspenden von 19 Spendern beliefen sich bis 13.3.08. auf 2694 € .
Die Aktion wurde Mitte März abgeschlossen.
 

Aus dem Reisebericht vom 30. März 2008

Die Menschen in Eldoret haben nach den Überfällen ihre unbeschwerte Lebensfreude verloren. Auch wenn im Lande scheinbar alles ruhig ist und der Alltag ins Stadtleben zurückgekehrt ist, erinnern geschwärzte Häuserruinen in den Dörfern und vor allem die größeren und kleineren Flüchtlingslager in und um Eldoret herum an das, was sich hier vor wenigen Wochen noch abgespielt hat.

Wir haben uns über jedes bekannte Gesicht gefreut, das wir getroffen haben und viele erschütternde Geschichten gehört. Aber auch solche von viel Mut unter lebensbedrohlichen Umständen. Wie zum Beispiel die Geschichte unserer 130 Kinder, die es alleine geschafft haben, alle im Schutze der Nacht aus Sugoi herauszukommen und am Morgen die Kirche in Eldoret zu erreichen. Jetzt sind sie zwar beengt untergebracht – aber wieder fröhlich. Und die Aussicht auf ein neues Sugoi an einem sicheren Ort in der Nähe von Nairobi macht ihnen Hoffnung. Sie freuen sich darauf – und die verbliebenen Helfer im Projekt auch. Für Birgit Zimmermann hat jedes Kind am Ostersamstag einen Brief geschrieben: Viel Sehnsucht nach der „Mum“ ist da zu lesen und in manchen gibt es auch Bilder von brennenden Häusern und Menschen mit Pfeil und Bogen.

Dass wir mit dem Projekt von Eldoret weggehen wollen, tut unseren Freunden im Kirchenbezirk weh. Aber wir haben versprochen, die Partnerschaft auch in Zukunft weiterzuführen. In welcher Weise auch immer. Die Verhandlungen um das Land und die Gebäude für ein neues Sugoi drauf haben gestern (28.03.08) begonnen und verlaufen, wie Heiner Wezel inzwischen erfahren hat, ganz in unserem Sinne. Steven Kariuki wird dafür sorgen, dass das zweite Sugoi am neuen Ort einwurzeln kann.

 

Verhandlungen am neuen Ort erfolgreich – Umzug möglicherweise schon im August 2008 (Juni 2008)

Mit Lewis Nguyai, dem Abgeordneten aus Kenia, konnte der Arbeitskreis Eldoret nicht nur einen hochkarätigen Gast auf der Schwäbischen Alb begrüßen – er hat mit dem 44jährigen Neuparlamentarier von der PNU auch einen gewichtigen Fürsprecher für die Neuansiedlung des Projektes in der Nähe von Nairobi gefunden. In seinem Wahlbezirk liegt das Dorf Karai mit Waisenhaus und Schule, der anvisierten neuen Heimat für die knapp 130 Kinder und Jugendlichen, die im Februar aus Sugoi vertrieben worden waren und seither in einer Notunterkunft in Eldoret ausharren.
Lewis Nguyai – in Kenia setzt man respektvoll „Honourable“, d.h. „Ehrenwerter“ vor den Namen – hat sich seit April in die Verhandlungen zur Übernahme des bestehenden Projektes eingeschaltet. Ihm liegt viel daran in seinem Wahlbezirk vor allem Ausbildungseinrichtungen anzusiedeln. Anfang Juni ist der Durchbruch gelungen: die Kooperative von 20 Frauen, denen das Projekt in Karai gehört, hat sich zum Verkauf entschlossen. Maßgeblichen Anteil hat daran auch Stuart Ross von der Presbyterianischen Kirche in Texas/USA. Er hatte einstmals mit Spendengeldern seiner Kirche Waisenhaus und Schule für 300 Kinder gebaut und sich nun dafür eingesetzt, dass die Jugendlichen von Sugoi in Karai eine neue Heimat finden können. Wenn alles zügig vorangeht, könnten die ersten schon im August umziehen – die anderen, die noch ihre Grundschulausbildung abschließen müssen, zum Jahresende.

 

 Umzug von Eldoret nach Karai (September 2008)
Das Straßenkinderprojekt hat ein neues Zuhause: „Karai Children’s Vocational Centre“ (Ausbildungszentrum für Kinder) heißt es und liegt in der Nähe von Nairobi.

Sieben Monate nach der Zerstörung von Heim und Schule in Sugoi haben die rund 130 Kinder und Jugendlichen wieder ein richtiges Dach über dem Kopf, können in Betten schlafen anstatt auf dem Boden und müssen nicht mehr bei jedem Wetter im Freien essen. Umzugstag war der 30. August, gerade rechtzeitig vor dem Schulbeginn am ersten September. Für das ganze Projekt hat nun eine neue Ära begonnen mit weitreichenden Konsequenzen für alle Verantwortlichen in Kenia und in Deutschland. Zum Beispiel leben jetzt insgesamt 160 Kinder, darunter 22 Mädchen, im neuen Heim.

Nur wenige Tage zuvor war in Karai der letzte Vertrag zur Übergabe des bestehenden Waisenheimes mit Schule unterzeichnet worden. Schon vorher gab es grünes Licht für die umfangreichen Renovierungsarbeiten. Unter großem Zeitdruck hatte der Arbeitkreis zusammen mit seinen Helfern in Kenia die Übernahme des Kinderheimes in Karai aus den Händen der verantwortlichen Frauen-Kooperative bis zum Ferienmonat August auf den Weg gebracht.

Wichtigster Partner war dabei der Texaner Stuart Ross, dessen Presbyterianische Stiftung einstmals Karai finanziert hatte und sich jetzt wieder zur Hälfte am Kaufpreis von insgesamt 20 000 Euro sowie an den Renovierungskosten beteiligte. Grundstück und Gebäude sind momentan noch im Besitz von mehreren Treuhändern. Sobald fest steht, mit welchen Partnern das Projekt weiter aufgebaut und betrieben wird, soll alles an eine noch zu gründende Stiftung übergehen. Bis  zum Jahresende dürfte es soweit sein, sodass im Frühjahr 2009 die offizielle Einweihungsfeier stattfinden kann.

Warten auf das Signal zum Umzug: Stefanie Kurz aus Engstingen und die Kinder
hoffen, dass es bald vorbei ist mit dem schwierigen Leben in der Notunterkunft.
                   

Ein reger Besucherstrom von der Alb nach Kenia und umgekehrt kennzeichnet diese Entwicklungsphase. Da war im Juni die Stippvisite des kenianischen Abgeordneten Lewis Nguyai, der maßgeblich zu einer schnellen Lösung beigetragen hat, sowie der Aufenthalt von Stephen Kariuki, dem Gründer der Partnerschaft und Koordinator in Kenia für den Umzug. Ende August verhandelte Gisela Keller mit dem Partnerkomitee in Eldoret, um das Einverständnis zum baldigen Ortswechsel der Kinder zu erhalten. Ursprünglich sollten sie das Schuljahr in Eldoret beenden, was weitere drei Monate unter problematischen Bedingungen bedeutet hätte. Die 18 Jugendlichen, die mit einem Koch und einem Sozialarbeiter noch bis Ende November in Eldoret ausharren müssen, weil für sie am neuen Ort kurzfristig keine weiterführende Schule gefunden wurde, haben jetzt wenigstens genügend Platz.

Bereits diese Woche machen sich drei weitere Mitglieder des Arbeitskreises auf den Weg nach Afrika: Jürgen und Frank Hintzenstern sowie Klaus Majohr. Ihre Aufgabenliste sieht unter anderem die Suche nach Gelände zum erneuten Aufbau der handwerklichen Ausbildung vor, wie sie vor einem Jahr in Sugoi begonnen worden war.

Für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in der Notunterkunft und für die Abwicklung der Umzugsvorbereitungen am alten und am neuen Standort sorgten sowohl kenianische als auch mehrere schwäbische Helfer: Zu Birgit Zimmermann (Bempflingen) und Lisa Funfack ( Wilsingen), die seit Juni im Projekt arbeiten, kamen im Laufe der Zeit noch Stefanie Kurz (Engstingen) sowie zuletzt Lutz Funfack dazu. Für sie alle wurde die Umzugsphase zur echten Bewährungsprobe, zumal es die Partner von der Presbyterianischen Kirche in Eldoret an Unterstützung fehlen ließen. Einer der Gründe dürfte wohl sein, dass sie die Verlagerung des Projektes an einen 300 Kilometer entfernten Ort als großen Prestigeverlust für den eigenen Kirchenbezirk betrachten, und dies ausgerechnet im 25. Jahr der Partnerschaft.                                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                                                                                                           Die Flagge Kenias weht im Hof von Karai. Rechts die große Halle mit Küche.

 

Eldoret/Sugoi abgebrannt - 1 Jahr danach - Jetzt in Karai (2009)
Das neue Projekt heißt jetzt "Karai Children’s Vocational Centre" = “Ausbildungszentrum für Kinder”.


Am 2. Februar war es ein Jahr her, dass das Projekt in Sugoi bei Eldoret nach einem Überfall komplett zerstört wurde. Kinder und Personal konnten sich wie durch ein Wunder in Sicherheit bringen und fanden danach auf dem Kirchengelände im Stadtzentrum von Eldoret für sieben Monate eine Notunterkunft. Wir sind froh und dankbar für die Welle der Solidarität mit vielen Sonderspenden, die wir erleben durften, und die es ermöglicht haben, in Karai ein neues Zuhause für unsere Kinder und Jugendlichen zu finden und aufzubauen.
Inzwischen ist es gelungen, für 13 Jugendliche aus dem Projekt und aus der Umgebung einen handwerklichen Grundkurs für Farmer anzubieten. Die berufliche Bildung ist damit fast wieder auf dem früheren Stand. Auch in anderen Bereichen zeichnet sich eine erfreuliche Weiterentwicklung ab: Karai ist eine gute zweite Heimat geworden.
Nach dem Umzug Ende August leben nun zusammen mit den 35 Waisen des bisherigen Projektes insgesamt 160 Kinder und Jugendliche in Karai, darunter 23 Mädchen zwischen 10 und 16 Jahren. Etwa die Hälfte des Personals aus Lehrern, Sozialarbeitern, Küchenhelfern und Handwerkern ist aus Eldoret mitgekommen.
20 000 Euro hat der Kauf von Grundstück und Gebäuden gekostet, die Hälfte davon, ebenso einen Teil der Renovierung, hat die Outreach Foundation übernommen, die unser starker Partner im Projekt bleiben wird. Enorm verteuerte Lebensmittel als Spätfolge der Unruhen zum Jahresbeginn, mehr Personal sowie der nötige Kauf von Einrichtung, Kleidung und Schuluniformen sind immer noch eine große finanzielle Herausforderung.


Patenschaften und Spenden

Eine Institution wie das Rehabilitationszentrum mit Schule braucht über längere Zeit eine verlässliche finanzielle Basis, die auch vorausschauende Planungen möglich macht. Neben den spontanen Spenden könnten Patenschaften, die für ein bis mehrere Jahre gelten, diese Basis sichern helfen.

30 € pro Monat reichen aus, um einem Straßenkind in Kenia Unterkunft, Nahrung, Kleidung und Schulbildung zu geben.  

Patenschaften können bei
Frank Hintzenstern Renntalstraße 7 D-72525 Münsingen f.hintzenstern@onlinehome.de oder
                                        Martin Rose  Brunnenstraße 9 D-72818 Trochtelfingen - Mägerkingen
 post@rose-martin.de angemeldet werden.

Spenden werden erbeten auf das Sonderkonto des Eine Welt e.V. Altbach  bei der Volksbank Plochingen
                                                     BLZ 611 913 10 Kontonummer 717 383 024  Stichwort: "Eldoret/Karai"

Weitere Informationen erhalten Sie über die Homepage des Projektarbeitskreises:  Keniahilfe 

 

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Unser Projekt 2001/2002 und 2010-2015"Afar-Nomaden in Äthiopien"                                                                       Die letzten zwei Schaltflächen führen direkt ins Internet 

 Pressenotiz Bildung Gesundheit Schulbildung 2003  September 2003  2004 Januar 2006 Oktober 2006
Mai 2007 Januar 2008 Januar 2009 Schicksale 2010 Hunger 2011 August 2011 Januar 2012 August 2012        Brot für die Welt Kinder in Not

             Mexiko

Entwicklung braucht Bildung
Afar - Nomaden, ein vergessenes Volk in Äthiopien
Hilfe für Nomadenkinder

                                                                     Ein Projekt von "Forum Kinder in Not e.V."   (ß hier anklicken)   
 

Derzeit wird ein Projekt bei den Afar-Nomaden gefördert. Vorrangig geht es bei dieser Aufgabe um verbesserte Bildungschancen, um konkret - für uns Europäer fast unvorstellbar - z.B. Medikamentenbeipackzettel lesen zu können oder um auch beim Verkaufen des Viehs besser handeln zu können. In langen Gesprächen konnte erreicht werden, dass die dortige Regierung das Projekt auch längerfristig begleiten will, auch finanziell. Das ist erfreulich und zeigt die Notwendigkeit dieser Arbeit.

Spenden werden erbeten auf das Sonderkonto des Eine Welt e.V. Altbach  bei der Volksbank Plochingen
                                                     BLZ 611 913 10 Kontonummer 717 383 024  Stichwort: "Kinder in Not"

 

Entwicklung braucht Bildung                                                                     

Afar-Nomaden - ein vergessenes Volk     Pressenotiz 13.12.02

Der Eine Welt e.V. unterstützte in den letzten beiden Jahren über das „Forum Kinder in Not“ die Afar-Nomaden in Ostafrika. Aus Äthiopien erreichten uns in diesen Tagen erneut schlechte Nachrichten, eine Hungersnot in bisher nicht gekanntem Ausmaß steht bevor. Anfang nächsten Jahres könnten nach Informationen der britischen Rundfunkgesellschaft BBC ca. 15 Millionen Menschen davon betroffen sein. Besonders betroffen ist die Afar-Region im Nordosten des Landes. Iris Krebber von der Welthungerhilfe kehrte vor kurzem aus der Region zurück und berichtete: Die Regenzeit ist gerade vorbei, doch kein Tropfen sei vom Himmel gefallen. Selbst die Regenrückhaltebecken trocknen jetzt aus.  Viele Viehkadaver sind die Vorboten einer Hungersnot. Die Nomaden wissen nicht mehr, wo sie mit ihrem Vieh hin sollen. Alte Menschen und Kinder werden in der Hoffnung auf Hilfe an den Hauptstraßen zurückgelassen. Es herrscht blanke Not in einem für uns unvorstellbaren Ausmaß.

Das Altbacher Spendenkonto für die Afar-Nomaden besteht weiterhin: Eine Welt e.V., Konto 717 383 024, Volksbank Plochingen, BLZ 611 913 10, Stichwort: Kinder in Not. Im Voraus herzlichen Dank. Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenbescheinigung

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Bildung für Afar‑Nomadenkinder im Osten Äthiopiens 

Trinkwasser ist die Lebensgrundlage aller Menschen, aber 1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Auf die dramatischen Folgen, die der Mangel an Trinkwasser nach sich zieht, hat die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, Uschi Eid, hingewiesen. Rund 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern sind auf die mangelnde Trinkwasserversorgung und die schlechte Hygienesituation zurückzuführen. Sie kosten jährlich Millionen von Menschen das Leben.

Auch die Afar‑Nomaden im Osten Äthiopiens leiden extrem unter Wassermangel. Unzählige Familien müssen auf der Suche nach Wasser für sich und ihre Tiere die angestammten Gebiete verlassen. Umwelteinflüsse machten sich in den vergangenen Jahren durch anhaltende Dürre gefolgt von Überschwemmungen bemerkbar. Ihre Situation wird durch die Benachteiligung durch die Regierung, in der sie keine Lobby haben, zusätzlich verschlechtert.
 

Schulbildung für Nomadenkinder 

Das Bildungswesen in Äthiopien ist gekennzeichnet durch eine Analphabetenrate von über 70 Prozent im Landesdurchschnitt und 98 Prozent in der Provinz Afar. Ursache dafür ist die hohe Priorität, die das formale, städtische Schulwesen in der Bildungspoetik hat und die marginale Bedeutung der nicht‑formalen Bildung.

Ländliche Regionen in Äthiopien sind weitgehend von Bildungseinrichtungen abgeschnitten, insbesondere Nomaden haben keinen Zugang zu Schulen. Die Tatsache, dass sie ihren Wohnort mehrmals im Jahr wechseln, macht ein angepasstes Bildungssystem notwendig. Hier hat das Forum Kinder in Not e. V. mit den Partnern vor Ort ein eigenes Konzept entwickelt: 

Einheimische Lehrer wurden ausgebildet, die Kinder und Jugendliche der eigenen Clans/Siedlungen unterrichten. So wird gewährleistet, dass die Lehrer immer in den Gemeinden präsent und an die einfache Lebensweise gewöhnt sind. 

•    Die Unterrichtssprache ist Afar. Die Kinder müssen keine neue Sprache lernen und sind somit nicht überfordert. 13 Lehrer im Distrikt Eli Daar hatten im letzten Quartal 368 Schülerfinnen.

•    Eigene Lehrmaterialien werden entwickelt und vervielfältigt. Dadurch wird die einheimische Kultur einbezogen und die Geschichte und Lebensweise der Afar thematisiert. In einem Sprachzentrum arbeiten einige gebildete Afar an neuem Unterrichtsmaterial. Ein illustriertes Kinderbuch mit Tierfabeln wurde kürzlich fertig gestellt.

•    Weitere Unterrichtsfächer neben Lesen, Schreiben und Rechnen sind Hygiene, Ursachen und Vermeidung von Krankheiten, Ernährung und Viehhaltung. Damit werden die Zukunftschancen des Volkes verbessert, denn Kinder sind zugänglich für Neuerungen.

Seit Oktober 2000 ist eine neue Provinzregierung eingesetzt. Zur engeren Kooperation wurden zweimonatige Zusammenkünfte mit den Vertretern geplant. Die Regierung ist vom Nutzen des Bildungskonzeptes überzeugt und soll die langfristige Finanzierung übernehmen.

 

Bildung ist unerlässlich für die Weiterentwicklung

 Der schlechte Gesundheitszustand in dieser abgelegenen Region kann nur verbessert werden, wenn einheimische Krankenpfleger ausgebildet und eingesetzt werden können. Kein Angehöriger einer anderen äthiopischen Volksgruppe würde bei den Afar arbeiten. Die Krankenpfleger müssen jedoch alphabetisiert sein, um zuverlässig arbeiten zu können.

Traditionelle Hebammen werden weitergebildet, um von Beschneidungen abzusehen und so Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt zu vermeiden.

 Alphabetisierung ist auch ein Weg in größere wirtschaftliche Unabhängigkeit: viele Nomaden können ihr Vieh, wegen der Abhängigkeit von ausbeuterischen Händlern aus dem Hochland, nur unter Preis verkaufen. Ein Zusammenschluss in Kooperativen und eine kompetente Handelsstrategie können zu fairem Handel führen.


Gesundheits‑ und Ernährungszustand der Afar

Ende letzten Jahres wurde eine Untersuchung im Distrikt Eli Daar, an der Grenze zu Eritrea, von der äthiopischen Behörde für Ernährung durchgeführt. Sie brachte katastrophale Ergebnisse zutage.

Frauen und Kinder haben ernsthafte Unterernährung aufgrund mangelnder Protein‑Zufuhr. 36,9 % der Kinder sind unterernährt und haben chronischen Protein‑Mangel. 62 % höher als der Landesdurchschnitt! Mädchen sind stärker betroffen als Jungen Die Mehrheit hat Parasiten. 61 % der Frauen haben chronische Mangelerscheinungen ‑ 13,2 % ernsthafte. 86 % der Kinder unter 5 Jahren haben ernährungsbedingte Anämie. Jodmangel haben Kinder und Frauen des Gebietes gleichermaßen.

Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Bevölkerung in diesem Gebiet unterprivilegiert ist und unter sehr schlechten sanitären und hygienischen Bedingungen lebt. Die Unterernährung ist schlimmer als im Landesdurchschnitt. Das was sie gegenwärtig zur Ernährung haben, reicht nicht, um diese Mängel zu beseitigen. sie brauchen Zugang zu sauberem Wasser, Basisgesundheitsfürsorge und Bildung bzgl. Hygiene und Ernährung.

 Das Projekt des Forum Kinder in Not e. V. mit seinen umfangreichen Maßnahmen zur Alphabetisierung trägt entscheidend zur Verbesserung der regionalen Entwicklung, der Gesundheitsversorgung sowie der verbesserten Situation von Mädchen und Frauen bei.
 

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Wie kann Gesundheitsarbeit bei Hirtennomaden aussehen?
Ramona Gresch-Bruder berichtet über die Projektarbeit bei den Afar in Ostäthiopien

40 Jahre sind vergangen, seit sich der Arzt und Missionar Paul Yoder erstmals an Brot für die Welt wandte, um Krankenstationen bei den Afar-Hirtennomaden im Osten Äthiopiens aufzubauen. Er wollte bei den Afar medizinisch tätig zu werden. „Dieses isolierte und missverstandene Volk hat mich tief berührt“, berichtete er später. Heute hat sich die Gesundheitsversorgung im leichter zugänglichen Awash-Tal zwar verbessert, in den nördlichen, weiter abgelegenen Gebieten ist sie aber noch mehr als unzureichend. Somit ist die Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprojekten außerordentlich wichtig. Als Beraterin für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit war ich im Januar 2002 zum wiederholten Male in der Afar-Region, um die Durchführung der Maßnahmen zu beurteilen.

Die Afar bewohnen die heißeste Region der Erde - die Danakil-Wüste. Heute noch leben die meisten von ihnen so wie vor vielen hundert Jahren. Gesundheitsarbeit dort zu leisten, ist eine ganz besondere Herausforderung.

Der Fluss Awash zieht sich vom Hochland durch das Gebiet der Afar als grüne Lebensader, bis er nahe der Grenze nach Dschibuti versandet. Hier im Grenzgebiet und noch weiter im Norden der Afar-Region, die sich von der Stadt Awash im Süden bis nach Masawa erstreckt, ist der Gesundheitszustand der Bevölkerung erschreckend. Wie eine Studie feststellt, die 2000 von der äthiopischen Regierung in Auftrag gegeben wurde, sterben nahezu 35 Prozent der Kinder vor dem fünften Lebensjahr. 36,9 Prozent der Kinder sind unterernährt und leiden an chronischem Proteinmangel. Gesundheitszustand und Lebenserwartung liegen weit unter dem äthiopischen Landesdurchschnitt - und Äthiopien liegt nach dem UN Human Development Report 2001, gemessen an der Lebenserwartung, dem Zugang zu Bildung und dem Einkommen, im weltweiten Vergleich an fünftletzter Stelle.
 

Der mühsame Arbeitsalltag zehrt vor allem an der Gesundheit der Frauen

Besucht man die Nomadensiedlungen abseits der Hauptstraße, so wird man schnell mit dem mühsamen Alltag der Afar konfrontiert. Lange Fußmärsche in großer Hitze sind erforderlich, um die Hütten zu erreichen. Abseits jeglicher Infrastruktur leben die Menschen mit ihren Viehherden. Die Ernährungsgrundlage bilden Milch und Brot aus Maismehl. Fleisch gibt es nur an Festtagen und Gemüse ist in der Diät nicht enthalten. Ein Grund dafür, dass die Mehrzahl der Frauen an Anämie leidet. Während der Schwangerschaft oder Geburt werden die Frauen von traditionellen Hebammen versorgt, die häufig unzulänglich ausgerüstet sind. Hilfsorganisationen versuchen wenigstens einen Teil der Hebammen mit dem Nötigsten zu versorgen.

Gelagert wird dort, wo die Tiere Wasser und Weideflächen finden. Quellen für Trinkwasser sind jedoch häufig bis zu einem Tagesmarsch von diesen Plätzen entfernt. Von dort das Wasser zu holen, ist Sache der Frauen, die sich dabei abwechseln. Mit Eseln wird gleich für mehrere Familien das Wasser in Ziegenhäuten transportiert. Den langen Weg nutzen sie häufig dafür, Streifen für Matten zu flechten, die für den Bau der Hütten, als Schlafstätte oder auch zum Abdecken und damit Kühlhalten der Wasservorräte verwendet werden. Die harte Arbeit der Frauen beginnt bei Sonnenaufgang mit dem Mahlen des Maises für das tägliche Brot, was zwei bis drei Stunden in Anspruch nimmt. Es folgt das Melken der Ziegen, Schafe, Kühe und Kamele, die dann von den älteren Jungen oder Männern zum Weiden getrieben werden. Das Schlagen der Butter und das Sammeln von Brennholz, gehören genauso zur Hausarbeit, wie der Auf- und Abbau der Hütten. Die ungeheure Arbeitsbelastung der Frauen verursacht Krankheiten, Fehlgeburten und Probleme bei Schwangerschaft und Geburt.
 

Wer krank ist hat oft keinen Zugang zu medizinischer Versorgung

In Äthiopien betreut ein Arzt durchschnittlich 32.500 Menschen. In der Afar-Region gibt es jedoch nur ein Krankhaus für die Grundversorgung, eine Tuberkuloseklinik und einige wenige niedergelassene Ärzte in der Provinzhauptstadt für nahezu eine Million Menschen. So hat die Mehrzahl der Nomaden kaum Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung. Eine sehr engagierte Nichtregierungsorganisation hat in den letzten Jahren einzelne Nomaden zu Krankenpflegern ausgebildet. Diese werden nun innerhalb ihrer Clans eingesetzt, um eine minimale Grundversorgung der zugehörigen Dörfer zu gewährleisten. Qualifiziertes Personal zu finden, das bereit ist, in dieser unwirtlichen Gegend mit den Nomaden zu leben, ist nur so möglich. Die einzige Chance, eine Grundversorgung zu schaffen, ist die Ausbildung der Afar. Die Herausforderung hierbei ist, dass aufgrund einer Analphabetenrate von 98 Prozent zunächst Lesen und Schreiben erlernt werden muss und sich die Ausbildung dadurch verzögert. Forum Kinder in Not unterstützt im rahmen des Gesamtkonzeptes die Alphabetisierung im Eli Daar District und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung.
 

Transport von Kranken – ein häufig unlösbares Problem

Das Leben im Busch bringt eine Menge Entbehrungen und birgt viele Risiken. Einige Gebiete erreicht man nur nach Fußmärschen von einigen Tagen bis zu zwei Wochen. Das erschwert den Transport von Medikamenten, aber vor allem auch die Versorgung von Notfällen. Leider kommt es immer wieder vor, dass bei Komplikationen während Schwangerschaft oder Geburt medizinische Hilfe unerreichbar bleibt oder zu spät kommt. Für uns, die wir es gewohnt sind, mittels Telefon, Handy, Auto oder Hubschrauber Leben retten zu können, ist diese Machtlosigkeit vor Ort schwer zu ertragen.
 

Tuberkulose – nur die stationäre Behandlung sichert den Erfolg

Tuberkulose ist nach wie vor die Krankheit, von der die Afar am schwersten betroffen sind. Seit 2001 gibt es nun eine Tuberkuloseklinik, in der etwa 200 Patienten nach den Richtlinien der WHO bis zu sechs Monaten stationär behandelt werden. Die Patienten, die in der Regel eine Betreuungsperson mitbringen, bauen ihr Zelt in unmittelbarer Umgebung der Klinik auf. Sie erhalten neben der medizinischen Behandlung kostenlos Nahrungsmittel für zwei Personen. Die Angehörigen kochen und sorgen für die Patienten. Nur durch die Behandlung bis zur vollständigen Genesung wird sichergestellt, dass keine Medikamenten-Resistenzen entstehen und der Patient kein Ansteckungsrisiko birgt.

Malaria-Prävention verbunden mit Einkommen schaffenden Maßnahmen

Zu einem besonderen Problem wird die Malaria in dieser Region, wenn während der Regenzeit die Flüsse aus dem Hochland die Ufergebiete überschwemmen. Schon vor einigen Jahren wurden mit Unterstützung kirchlicher Organisationen Nähmaschinen bereitgestellt, die Frauen durch das Nähen von Moskitonetzen ein Einkommen verschaffen. Die Moskitonetze werden der Bevölkerung zum Schutz vor Malaria empfohlen. In der Umgebung der Marktflecken sind die Netze mittlerweile sehr verbreitet.
 

Bewusstseinsbildung zur Vorbeugung vor Krankheiten

Der Zusammenhang zwischen Hygiene und Krankheiten ist den Nomaden vielfach noch nicht bewusst. Das klar zu machen, ist die Aufgabe von Dorfhelferinnen, die insbesondere Frauen darüber aufklären, wie sich die Übertragung von Infektionen, Durchfallerkrankungen oder anderen Krankheiten vermeiden lassen. Das enge Zusammenleben von Mensch und Tier birgt viele Risiken. Kinder, die auf den Übernachtungsplätzen der Herden spielen, laufen leicht Gefahr, krank zu werden. Auch die Schafe oder Ziegen, die in die Hütten kommen und am Brot knabbern oder an der Milch lecken, sind potentielle Überträger von Krankheiten.
 

Aspekte eines angepassten Gesundheitskonzeptes

Bleibt zu hoffen, dass im Laufe der Zeit genügend Multiplikatoren und medizinische Fachkräfte ausgebildet werden können, die in ihren eigenen Dörfern beratend und behandelnd tätig sein können. Die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu fördern, ist eine der Hauptaufgaben. Die Stärkung und Weiterbildung der Frauen, verbunden mit einer möglichen Arbeitsentlastung, ist eine weitere Herausforderung. Aber auch den Männern einträglichere Vermarktungsmöglichkeiten für ihr Vieh zu schaffen, um damit das Einkommen zu erhöhen und so die Ernährung der gesamten Familie zu verbessern, ist ein wichtiger Aspekt. All diese Maßnahmen können langfristig zu einem besseren Gesundheitszustand der Bevölkerung in dieser entlegenen Region führen.

Dr. Ramona Gresch-Bruder

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Schulen für Afar‑Nomadenkinder: Nach drei Jahren etabliert     Mai 2003

Drei Jahre sind vergangen, seit 13 informelle Schulen mit finanzieller Hilfe des Forum Kinder in Not im Distrikt Eli Daar gegründet worden sind. Insgesamt 1.838 Schülerinnen und Schüler konnten in dieser Zeit den Unterricht besuchen. Sie lernten lesen, schreiben, rechnen und mehr.

In dieser Zeit konnten folgende Ziele erreicht werden:

· 13 Gemeinden hatten zum ersten Mal in ihrer Geschichte Zugang zu Schulbildung.
·  Die Teilnahme der Kinder am Unterricht wurde von 32 % am Anfang auf 67 % im letzten Quartal  
    gesteigert. Die Familien haben Schulbildung als wichtig akzeptiert.
·  Etwa ein Viertel sind Schülerinnen.
·
  Dank der jährlichen Weiterbildungskurse sind die 13 Lehrer sicher und vertraut mit ihrer Rolle.  
    Sie sind motiviert, ihre Schüler auch in höheren Klassen zu begleiten.
·  Das informelle Bildungsprogramm für Nomadenkinder hat die Anerkennung der Regierung gefunden, die die Schulen in dieser Form   
    weiterführen möchte.

Dies sind Erfolge, die trotz der äußerst schwierigen Lebensumstände in den letzten Jahren zu verzeichnen sind. Immer wieder wurde der regelmäßige Unterricht durch die täglichen Sorgen um Wasser und Weidefläche für das Vieh erschwert. Diskussionen mit den Clan‑Ältesten, wie hier Abhilfe geschaffen werden kann, führten leider bisher zu keiner praktikablen Lösung.

Besonders hart war das letzte Quartal 2002. Regen, der in anderen Gebieten im Osten Äthiopiens fiel, blieb im Eli‑ völlig aus. So waren unsere Partner hauptsächlich damit beschäftigt die Dörfer Goma Doobi und Paradizo kontinuierlich mit Wasser zu versorgen. Etwa 35 Prozent der Tiere in der Projektregion sind Ende 2002 verendet. In anderen Regionen war es sogar die Hälfte. Damit fehlt in vielen Familien das Hauptnahrungsmittel: Milch. Nicht nur Kinder sind aufgrund der Situation unterversorgt. Unsere Partner haben in den letzten Monaten insbesondere für die unterernährten Kinder Lebensmittel bereitgestellt. Zwei Regenwassersammelbecken wurden von den Afar angelegt. Mit Hilfe der Gesundheitsbehörde wurde im Dezember im Projektgebiet erfolgreich gegen Masern geimpft.

Die Alphabetisierung ist zwar nun in den Dörfern als wichtiger Bestandteil eingeführt, die Regierung jedoch noch nicht in der Lage die 13 Lehrer zu übernehmen. APDA bittet deshalb darum, die Finanzierung für weitere zwei Jahre zu übernehmen. Ein Treffen der Beteiligten im Januar 2003 versuchte, abgesehen von den Auswirkungen der Dürre, die erreichten Ziele und Schwächen des Programms zu analysieren. Dies insbesondere vor der Erkenntnis, dass Bildung die Grundlage für die Nomaden ist, um ihre Lebenssituation zu verbessern: Die Müttersterblichkeit zu senken, die allgemeine Entwicklung voranzutreiben und sie zu befähigen solchen Krisen, wie dem Verlust der Herden, Dürre und Hunger, entgegenzutreten.

Im letzten Quartal führte APDA Regierungsvertreter zu vier Projektgebieten in Eli‑Daar. In ihrem Bericht empfahlen sie die Methoden der Einführung von Schulbildung von APDA und beschlossen, dass APDA so weit wie möglich in ein Pilotprojekt eingebunden werden muss. Dieses soll im September beginnen und fünf Lehrer sowie fünf Gesundheitsarbeiter einbeziehen.

Unsere Partner vor Ort werden weiterhin alles Mögliche tun, um die Übernahme der Schulen durch die Regierung in den nächsten zwei Jahren zu erreichen. Neben all den Not wendenden Hilfsmaßnahmen während der Dürre ist das Weiterführen der Schulen dennoch ein wichtiger Teil, um den Afar langfristig zu besseren Lebens‑ und Überlebenschancen zu verhelfen.

Dr. Ramona Gresch‑Bruder

Informelle Schulbildung bei den Afar‑Hirtennomaden
Quartalsbericht Februar bis April 2003

Noch immer ist das Projektgebiet Eli Daar von der Dürre betroffen, weil die Niederschläge in den letzten Wochen weitgehend ausblieben. Nun ist bis Juli kein Regen mehr zu erwarten. Die Situation in Eli Daar hat sich nicht entspannt und deshalb liefern unsere Partner weiterhin Wasser nach Guma, Doobi und Paradizo. Das neue Wasserbecken, das in einem „Nahrungsmittel für Arbeitskraft‑Programm" gebaut worden war wurde durch die wenigen Regenfälle weitgehend gefüllt und wird zum Tränken der Tiere verwendet. Teilweise erhalten die Haushalte Nahrungsmittel von der Regierung in einigen unterversorgten Gebieten liefert APDA Getreide an bedürftige Familien.

Schüler und Lehrer

Trotz Wassermangels geht der Unterricht in den Schulen weiter, bis auf Daraytu. Der Lehrer dieser Schule wurde von Der Regionalregierung ausgewählt für das Pilotprojekt der informellen Bildung bei Nomaden, das im März begann. Er nimmt zurzeit an einer Weiterbildung in Assayita teil.

Die Schülerzahlen in den 13 Schulen liegen bei ca. 415. Demnach besucht ein großer Teil der Kinder die Schulen, wobei der Anteil der Mädchen deutlich niedriger ist.

Unsere Partner bereiten zurzeit einen Auffrischungskurs für die 13 Lehrer vor, an dem auch der zukünftige Vertretungslehrer für den Lehrer aus Daraytu teilnimmt.

Texte der Regierungsschulen für Klasse 2 und 3 wurden übersetzt und mit entsprechenden Illustrationen versehen. Außerdem stellte die Regierung Material für Mathematik, Afar-Grammatik und Amharisch (offizielle Sprache Äthiopiens) zur Verfügung. Geplant ist die Weiterbildung für die Ziegenhirten im Mai und die Kuhhirten im August.

Kooperation mit der Regionalregierung und Nichtregierungsorganisationen

Im Februar hat die Regierung damit begonnen Lehrer aus Eli Daar auszubilden, um ihr Pilotprogramm für Gesundheit und Bildung bei den nomadisierenden Afar einzuführen. Von sieben ausgewählten Lehrern ist nur einer von APDA (derjenige aus Daraytu). APDA ist noch im Gespräch mit der Regierung wegen des Übergabeprozesses. Welche Gesundheitsarbeiter ausgewählt werden steht noch nicht fest.

Mit anderen Nichtregierungsorganisationen in der Region ist ein Treffen für den z. Mai geplant, um die Maßnahmen wegen der Dürre zu koordinieren.

Schlussbemerkungen

Das Schulprojekt nimmt mittlerweile eine zentrale Rolle in der Gesellschaft ein. In der Bildung sehen die Afar ihre Entwicklungsmöglichkeiten ‑ sie, die unter der Dürre leiden, von der allgemeinen Entwicklung ausgeschlossen sind und außerhalb der äthiopischen Wirtschaft stehen.

Die Zukunft liegt in der Unterstützung dieses Volkes durch die Regierung, die die Bildung nachhaltig ermöglichen muss. In der ersten Runde haben sie 6 Lehrer von außerhalb ausgewählt. Diese Entscheidung, keine Lehrer aus den Projektgebieten auszuwählen zeigt die Anfangsschwierigkeiten. APDA ist der Meinung, dass in den meisten Fällen diese „Außenseiter" nicht in den Dörfern bleiben werden, weil die Lebensbedingungen sehr schwierig sind. Immerhin wurde ein Lehrer für die weitere Ausbildung durch die Regierung ausgewählt. Die Regierung argumentiert mit der besseren Qualifikation der ausgewählten Kandidaten. Wie auch immer, der Bedarf an Lehrern und Bildung unter den Afar ist sehr groß, denn bisher haben erst knapp 20 % der Kinder im Distrikt Zugang zu Bildung.

 

 

Infobrief September 2003
Alphabetisierungsprogramm für Afar‑Nomadenkinder/Äthiopien
                Quartalsbericht Mai ‑ Juli von Valerie Browning vom 30.08.2003 (gekürzt)

Allgemeines:

Eli Daar kämpft auch weiterhin mit extremer Dürre. Die Regenzeit hatte zunächst keine Entspannung gebracht. Im August setzten allerdings Regenfälle ein, die einige Gebiete in ein Grün verwandelte wie man es seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hat.


Unterricht

In den 13 Schulen wurden im letzten Quartal 392 Schüler unterrichtet, etwas weniger als zuvor. 17  Schüler haben die Schule verlassen. 63 % der Schüler waren unter zehn Jahren. Die Dürre verursachte enormen Druck auf die Haushalte, die vor allem versuchen ihre Tiere am Leben zu halten und Wasser  für die Familie zu beschaffen. Dies hat auch negative Auswirkungen auf das
Bildungsprojekt.

Fortbildung der Lehrer:
Mai ‑ Juli fand die Fortbildung zusammen mit Lehrern aus anderen Distrikten statt. Neue Texte wurden für die 1. und z. Klasse entwickelt. Eine Regierungsperson nahm an der Fortbildung teil. Neben dem normalen Unterrichtsstoff erhielten die Lehrer auch Informationen zu Entwicklungsproblemen in ihrer Gesellschaft, z. B. Übertragung von HIV/Aids, Kontrolle von Tierkrankheiten, Beschneidung usw.

Sonstige Aktivitäten:
Weiterhin wird Trinkwasser in die Dörfer Guma, Doobi und Paradizo gebracht. „Arbeit für Nahrung"‑Programme laufen weiter für den Bau einer Straße, die den Zugang zu einigen Dörfern erleichtern soll. Gesundheitsarbeiter führen mit Hilfe der Welthungerhilfe Ernährungsstudien durch, um Mangelernährung bei Kindern zu bekämpfen.
APDA hat zwei Geldquellen aufgetan, um eine größere Anzahl von Büchern in Afar‑Sprache drucken zu lassen.


Schlussbemerkung:

Das Projekt Bildungsmöglichkeiten zu bieten, wo es sonst keine Chance auf Bildung gäbe, ist eine wichtige Leistung im Rahmen eines Programms, das den Zugang zu Bildung auch als Recht der Nomaden ansieht. Insofern begrüßt APDA von Herzen jede Unterstützung, die dieses sicherstellt.


Finanzen:

Das Forum hat im September weitere 3000,‑ € für die Schulen an APDA überwiesen. Darin enthalten sind die zweckbezogenen Spenden von Privatpersonen, dem Ökumenischen Arbeitskreis Eine Welt e.V. in Altbach sowie Erlöse aus Veranstaltungen des Forum Kinder in Not e.V.

Kontaktadresse: Dr. Ramona Gresch‑Bruder,  Sigwartstraße 3 D ‑ 72149 Neustetten 1 Tel.: 0 74 72 ; 91 53 12

 

Infobrief August 2004
Ihre Spende für Afar-Nomadenkinder in Äthiopien

Liebe Engagierte im Ökumenischen AK Eine Welt,

sehr herzlich danken wir Ihnen für Ihre Spende zugunsten der Kinder in der Danakil-Wüste in Äthiopien. Ihre finanzielle Hilfe trägt dazu bei, dass die Kinder der Wanderhirten eine ordentliche Schulbildung bekommen und so ihre Zukunftschancen grundlegend verbessert werden können.

Valerie Browning von APDA, unsere Partnerin vor Ort, die das Projekt mit außerordentlichem persönlichen Einsatz begleitet, schrieb im August diesen Jahres: „Die Rahmenbedingungen sind zurzeit sehr gut, abgesehen von der Hitze und heftigen Stürmen Anfang Juli. Wir konnten die von uns gesteckten Ziele im letzten Quartal erreichen. 512 Schüler/innen besuchten regelmäßig den Unterricht, davon 87 Mädchen. Wir wollen nun eine Kampagne starten, um für die Schulbildung der Mädchen zu werben... Fünf weitere Siedlungen in der Afar-Region, die keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen haben, wurden mit den lokalen Führern ausgewählt, um weitere Schulen einzurichten. Lehrer dafür werden bereits ausgebildet... Das Bildungsprojekt nimmt in unserem Kampf, um eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Afar einen wichtigen Stellenwert ein... Die Folgen von Überschwemmungen im März machen eine Unterstützung von rund 2000 stark betroffenen Haushalten nötig. Diese sollen zur Existenzsicherung je 12 Ziegen bekommen, ein Teil davon aus der „Schulgebühr” der Familien, die jedes Jahr eine Ziege als Schulgeld an APDA abgeben.”
Forum Kinder in Not ist dankbar für jede Spende, die dieses wichtige Projekt unterstützt!

Mit herzlichen Grüßen
Dr. Ramona Gresch-Bruder

Bankverbindung des Vereins:
Kreissparkasse Tübingen BLZ: 641 500 20 Kto-Nr. 12 416 417 - Eingetragen beim Amtsgericht Rottenburg, VR 221

 

Oktober 2004
APDA schlägt Alarm: Aktuelle Informationen von Valerie Browning - unsere Partnerin vor Ort:

Das Grenzgebiet von Eli Daar ist blieb die vergangenen Monate komplett ohne Regen. Die Folge ist, dass die Weiden nicht mehr genug Futter für die Ziegen - neben einigen Rindern und Kühen der Hauptbestand der Viehherden - hergeben.

APDA schlägt Alarm, weil:

  1. Die nächsten Regenfälle im Dezember erwartet werden und normalerweise sehr dürftig ausfallen;
  2. in den letzten drei Jahren die Hauptregenfälle erst mit einigen Wochen Verspätung Mitte April begannen;
  3. die Weidegebiete, besonders für Kühe, sehr begrenzt sind und ein großes Viehsterben erwartet wird. Weil die Männer mit den Herden weite Wege zurücklegen müssen, um Futter zu finden, sind sie zu weit von den Familien weg, um sie mit Milch zu versorgen.

à Das wird zu massiver Nahrungsmittelknappheit in den Haushalten führen!! Bereits jetzt sind zu wenige Milchprodukte für Kinder und besonders Bedürftige vorhanden.

Normalerweise haben die Afar zu dieser Zeit Milchüberschüsse und verarbeiten sie zu Butter, um sie länger haltbar zu machen und auf dem Markt zu verkaufen. In diesem Jahr wird fast keine Butter auf dem Markt angeboten und wenn, dann ist sie sehr teuer.
Die Preise für Vieh sind zur Zeit sehr unterschiedlich. Wo die Nachfrage groß ist, in der Nähe der Militär-Camps, bringt eine gute Ziege 120 Birr (15 Euro), auf den regulären Märkten in der Stadt gerade einmal 40 – 60 Birr (5-7 Euro).

Gowaneh/ Buramudayto, Zone 3

Besonders prekär ist die Lage für die Menschen in Gowaneh, deren Viehherden zusätzlich durch nahezu tägliche Überfälle von Issa (Nomaden aus der Somali-Region) bedroht sind. So können sie ihre traditionellen Weidegründe nicht nutzen, sondern halten sich fern. Die erreichbaren Gebiete sind leider von einem Dornengestrüpp (‘prosopis’ weed) so bewachsen, dass die Herden das Futter kaum nutzen können.

Vor kurzem kam Valerie in das Dorf Gowaneh, um fünf Frauen abzuholen, die in Adis Abeba Fistular Krankenhaus operiert werden sollten. Bei diesem Besuch fand Valerie in allen fünf Familien, die sie aufsuchte, drastisch unterernährte Kinder unter einem Jahr.

In ihrer e-Mail an uns schlägt sie folgende Maßnahmen vor:

  1. Genaue Beobachtung der ‘hot – spots’ (kritischen Gebiete).
  2. Engere Zusammenarbeit mit den anderen Nichtregierungsorganisationen, die in der Afar Region arbeiten.
  3. Die besonders verarmten Gemeinden Gowaneh und Buramudayto sollten umgehend unter sozio-ökonomischen- und Ernährungs-Aspekten untersucht werden.
  4. Ein Team von Gesundheitsarbeitern könnte kurzfristig eingesetzt werden, um unterernährte und kranke Kinder zu behandeln.
  5. Der Viehbestand könnte aufgestockt werden und Impfungen stattfinden. Eventuell müsste zusätzliches Viehfutter beschafft werden.

 

Januar 2006 - Afar/Äthiopien: extreme Dürre gefährdet auch Erfolg des Schulprojektes
In ihrem Brief vom 3. Januar 2006 grüßt Valerie Browning, engagierte Partnerin in der Afar-Region, alle Spender/innen und dankt für die enorme Unterstützung die 2005 geleistet wurde. Nur mit externer Hilfe war es möglich auf die enormen Herausforderungen zu reagieren und das Entwicklungs­programm für die Nomaden weiterzuführen. Dennoch blicken die Afar skeptisch in das neue Jahr, denn sie haben große Angst, dass sich eine solche Dürrekatastrophe wie 2005 wiederholen könnte.

Die Zahl der Schüler/innen in den 13 unterstützten Schulen belief sich im ersten Halbjahr 2005 auf 549. Davon waren 442 Kinder unter 10 Jahren und 168 Mädchen. Im April besucht Valerie die Clanältesten in Hayyu, um zu diskutieren, was getan werden kann, um noch mehr Kinder und Eltern für die Schulbildung zu motivieren. Auch die Schulbehörde wurde aufgesucht, um den 5-Jahresplan zu diskutieren.

Auch wenn es im Juli und September heftige Regenfälle gab, so blieben die gewohnten Niederschläge im November aus. So sind die sonst um diese Zeit grünen Weiden bereits jetzt wieder staubige Landstriche. Wiederum ist die Milch in den Familien knapp. Von unserer Projektregion Eli Daar berich­ten die Clanältesten im Dezember von extremer Trockenheit. Viele Familien legen weite Strecken auf der Suche nach Wasser und Weidegründen zurück oder haben die Region verlassen. Damit wird die Schulbildung der Kinder in eine tiefe Krise gestürzt. Im Distrikt Assayita ist rund die Hälfte der Maisernte zerstört, weil die übliche Überschwemmung der Felder durch den Awash-Fluss ausgeblieben ist. Zudem grassiert eine tödliche Krankheit unter den Kamelen in bestimmten Weidegebieten.

Das Erdbeben im September und November 2005, hatte viele Menschen vertrieben, 80 Haushalten konnten geflochtene Matten, die von Afar in der Region hergestellt wurden, zur Verfügung gestellt werden, um sich vor Sonne am Tag und der Kälte bei Nacht zu schützen.  

Die Gesundheitsarbeiter von APDA berichten nach wie vor von dem weiterhin anhaltenden schlechten Gesundheitszustand der Kinder in der Danakil-Wüste. Kinder in zwei Regionen sind sehr stark von Masern, Durchfall und Keuchhusten betroffen. Dutzende, besonders nicht geimpfte Kinder, sind im Dezember gestorben. Auch wenn das äthiopische Gesund­heitsministerium, Unicef und WHO inzwischen einen Aktionsplan erarbeiten, ist in vielen Gemeinden noch keine Hilfe angekommen. Unser Engagement ist daher nach wie vor eine wichtige Hilfe.

Das Afar-Projekt wurde 2005 vom "Forum Kinder in Not e.V." mit 12.500 Euro unterstützt.
 

Oktober 2006 - In der sengenden Wüstenglut aus: Gesundheit in der Einen Welt - Difäm Heft 3/2006 - Bericht: Dr. Ramona Gresch-Bruder

Langsam bewegen wir uns über das von der Sonne erhitzte Lavagestein vorwärts. Es ist mühsam, zu einer der abgelegenen Siedlungen der Afar-Nomaden zu gelangen. Hier, in der Danakil-Wüste, am heißesten bewohnten Ort der Erde, überrascht mich immer wieder, wie Menschen unter diesen extremen Bedingungen überhaupt leben können.

Aber die Afar-Nomaden haben ihre Lebensweise in Jahrtausenden an diese klimatischen Verhältnisse angepasst. Doch hat die Natur gerade in den vergangenen fünf Jahren den Menschen viel abverlangt. Durch ausbleibende Regenfälle haben in den Distrikten Eli Daar und Teeru die meisten Familien bis zu 90 Prozent ihres Viehbestandes verloren. Die Ziegen und Schafe,
oftmals schon durch Krankheiten geschwächt, hatten der extremen Dürre nichts entgegenzusetzen. Abgemagert bis auf die Knochen konnten sie weder verkauft geschweige denn verzehrt werden. Als sie verendet waren, wurden sie ihnen sogar zur Gefahr. Denn durch die Kadaver, die mangels Kerosin nicht verbrannt werden konnten, drohten sich Seuchen auszubreiten.

Auch die Menschen leiden direkt unter den extremen klimatischen Verhältnissen. Im Frühjahr 2006 sind den Angaben eines Gesundheitsarbeiters zufolge sogar Kleinkinder regelrecht verdurstet. In den armseligen Hütten fehlen jegliche Nahrungsvorräte. Ohne den Verkauf von Tieren ist kein Geld für Getreide da. Mütter können ihre Säuglinge nicht mehr stillen. Die Kleinkinder, die das einzige, was da ist - das harte Brot - weder kauen noch verdauen können, leiden an Unterernährung.
Difäm hat auf den Hilferuf der Partner schnell reagiert: Spezialnahrung, gerade für diese Kleinsten unter zwei Jahren, wurde von vielen Helfern in den Dörfern verteilt, dazu sauberes Wasser, um nicht durch das Risiko einer Durchfallerkrankung die Gesundheit der Kinder aufs Spiel zu setzen.

Doch wie kann es unter solchen Umständen weitergehen? Viele Familien sind inzwischen aus dem Gebiet abgewandert. Die Provinzregierung hat zwar in Zusammenarbeit mit unseren Partnern die Wasserversorgung in den zugänglichen Gebieten gesichert und mancherorts Getreide und Öl verteilt, aber diese Hilfe erreicht bei Weitem nicht alle Hilfsbedürftigen. Das Land um die Wasserbecken, die regelmäßig aufgefüllt werden, ist karg und begrenzt. Es bietet kaum Weideflächen für die Tiere, ebenso wenig wie die engen Plätze um die Wasserleitungen in den Städten, zu denen viele Nomaden geflüchtet sind.

Der Gesundheitszustand der Bevölkerung in großen Teilen der Provinz Afar ist besorgniserregend. In den Regionen, in denen der Regen seit Jahren ausgeblieben ist, sind viele Siedlungen verlassen. Die Gesichtszüge der wenigen Zurückgebliebenen, die sich irgendwie durchschlagen, sind verhärmt, die Wangen sind eingefallen. Aus tief liegenden Augen schauen mich die Frauen an, als würden sie von mir die Zusage erwarten, dass es ihnen und ihren Familien schon bald besser gehen wird - dass der Regen bald kommen wird.
Aber dort, wo der Regen kommt, und in den Überschwemmungsgebieten des großen Flusses Awash im Südosten der Provinz, ist die Lage eine völlig andere: Es gibt genug Futter für die Tiere, die Kinder bekommen ausreichend Kamel- oder Kuhmilch und den Menschen fehlt es scheinbar an nichts. Aber hier setzt die Malaria den Menschen zu. Sie ist die häufigste Erkrankung und Todesursache Nummer eins im Distrikt Kotubla.

Kaum dass die Dämmerung beginnt, werden wir außerhalb des Moskitonetzes von Scharen Moskitos regelrecht angefallen. Glücklicherweise wurden in den vergangenen Monaten an viele Familien Moskitonetze verteilt. Die Malariafälle sind seitdem deutlich zurückgegangen. Die Gesundheitsarbeiter, die jeweils 12 bis 15 Siedlungen betreuen, berichten
dies mit Erleichterung. Aber: In den unzugänglichen Gebieten, die wegen der Überschwemmung mit Fahrzeugen nicht erreicht werden können, fehlen die lebensrettenden Netze. Hier haben die Bewohner Glück, wenn einer der Gesundheitshelfer, die zu Fuß unterwegs sind, um auch die abgelegenen Gebiete zu erreichen, zur rechten Zeit mit Medikamenten helfen oder behandeln kann.

Als ich mit den Gesundheitsarbeitern unserer Partnerorganisation unterwegs bin, begegnen uns auch immer wieder Familienhelferinnen. Sie sind speziell dazu ausgebildet, die hygienische Situation in den Haushalten zu verbessern, und insbesondere die Frauen über Ursachen und Vermeidung von Krankheiten, Säuglingspflege, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt aufzuklären. Und sie treten der traditionellen Frauenbeschneidung (FGM) entgegen. So wurde in den vergangenen Jahren durch diese Familienhelferinnen eine Menge in Bewegung gebracht.

Amina und Hallo, beide seit 1997 in der Frauenarbeit tätig, berichteten mir von ihren Erfahrungen: In der Regel sind sie zu Fuß unterwegs und besuchen rund zehn Haushalte pro Tag. Sie sind froh über die erreichten Erfolge: Heute sterben immer weniger Frauen bei der Geburt, weil sie bei Komplikationen in der Schwangerschaft oder schweren Krankheiten viel früher einen Gesundheitsdienst aufsuchen. Inzwischen lehnen auch traditionelle Hebammen - bis auf wenige Ausnahmen - FGM ab und führen sie nicht mehr durch. Dadurch kommt es auch neuerdings seltener zu schwerwiegenden Geburtskomplikationen. Auch die Männer reagieren auf das erworbene Wissen und kaufen beispielsweise auf dem Markt nicht nur Getreide, sondern auch Seife.

Allerdings meinen Amina und Hallo, dass der Gesundheitszustand von Müttern und Kindern noch besser sein könnte, wenn es mehr Familienhelferinnen gäbe. Viele Regionen wurden noch gar nicht erreicht. Und leider ist die Arbeitsbelastung der Frauen noch nicht im gewünschten Maße gesunken: Das Getreidemahlen, vornehmlich Mais, ist die schwerste Arbeit der Frauen und sehr zeitaufwändig. Amina beklagt, dass die Männer ihren Frauen zu wenig helfen. Dennoch sieht sie optimistisch in die Zukunft, denn langsam würde sich das Bewusstsein wandeln und sogar manche Männer bei der Hausarbeit helfen.



Aus der Homepage 2007: Forum Kinder in Not

Mai 2007: Äthiopien: Schule trotz extremer Herausforderungen meistern
Anfang des Jahres machte die extreme Dürre den Nomaden in der Danakilwüste sehr zu schaffen. Hunderte von Familien machten sich auf den Weg zu den Städten, weil sie ihr Vieh verloren hatten und weder Nahrung noch Wasser für ihre Familien hatten. Valerie Browning, Krankenschwester und Hebamme, die seit 15 Jahren mit den Afar lebt und arbeitet, berichtete, dass sie es noch nie erlebt hatte, dass in den Hütten nichts mehr zu Essen war und so viele Kinder an Unterernährung und Dehydrierung litten. Masern, Keuchhusten,  Atemweg-Erkrankungen und Durchfallerkrankungen schwächten die Kinder zusätzlich 1.029 Kleinkinder wurden mit Spezialnahrung für einen Monat oder länger wieder aufgepäppelt.

Die Situation wirkte sich auch auf den Schulbesuch aus. Die weiten Wege zum Wasserholen und Viehtränken forderten belasteten auch die Kinder. Das Abwandern der Familien und die damit verbundene Trennung von der Gemeinschaft machten einen regulären Schulbetrieb zeitweise unmöglich. Aber im April entspannte sich die Lage. Im zweiten Quartal besuchten 495 Kinder den Unterricht und der Anstieg der Schülerzahlen in den weiteren Monaten gibt Hoffnung, dass wieder Normalität eintritt. Im Sommer fand die Fortbildung der Lehrer statt.
 

Difäm – „Gesundheit in der einen Welt Nr. 2/07“
Äthiopien: Hilfe bei Durchfall

Eine Durchfallepidemie in der Afar-Region hielt die Gesundheitsarbeiter Ende 2006 in Atem. Bis Mitte Dezember waren 70 Todesfälle gemeldet. Die Epidemie war nur schwer unter Kontrolle zu bekommen. Die Lebensweise der Nomaden und die schlechte Infra­struktur machten die Bekämpfungsmaßnahmen außer-ordentlich schwierig. Die Gesundheitsarbeiter ziehen von Dorf zu Dorf, um Erkrankte zu finden und zu ver­sorgen. Sie führen Zucker-Salz-Lösungen zum Behan­deln der ausgetrockneten Körper, Seife, Mittel zur Trinkwasserdesinfektion und Medikamente mit sich. Bei den Besuchen wird den Menschen auch vermittelt, wie sie die lebenserhaltende Behandlung selbst durchführen und die Ansteckungsgefahr verringern können. Die Dramagruppe von APDA reist in die entlegenen Gebiete und informiert spielerisch über Hygienemaßnahmen. Das Difäm hat 5.000 Euro für den lokalen Einkauf von u. a. Schmerz- und Fiebertabletten sowie Antibiotika zur Verfügung gestellt.

 

Jahresbericht 2007 (Januar 2008)
Die Kindersterblichkeit geht zurück

Seit 2001 fördert das Forum Kinder in Not die Schulbildung für Nomadenkinder in der heißesten bewohnten Region der Erde. Ein Ziel ist es, die Gesundheit der Kinder deutlich zu verbessern. Dort, wo Abgeschiedenheit und Hitze bis dahin nahezu allen Menschen den Zugang zu formeller

Bildung verwehrt haben, setzt sich unsere Partnerin, die Krankenschwester und Hebamme Valerie Browning, ein. Sie hat klar erkannt, dass Bildung ein wichtiger Faktor zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der Nomaden (Afar) ist. Viele Ursachen von Krankheiten und Präventionsmöglichkeiten waren den Afar-Familien noch vor einigen Jahren unbekannt. 1999 ergab eine Erhebung, dass über 30 Prozent der Kinder unter 5 Jahren sterben. Ursachen dafür waren mangelnde Hygiene, Unterernährung, Infektionskrankheiten und fehlende Gesundheitsdienste in der abgelegenen Region.

Ziel des Projektes:

Um dem Abhilfe zu schaffen, mussten Menschen aus den eigenen Reihen ausgebildet werden, um Gesundheitsdienste zu übernehmen. Denn das Erreichen der wenigen staatlichen Einrichtungen in der  Danakilwüste erfordert oft tagelange Fußmärsche. Ein Todesurteil vor allem für Schwangere und kleine Kinder! So wurden zunächst Erwachsene geschult, um sie zu Lehrern oder Gesundheitshelfern auszubilden. Darauf folgte die Schulbildung für Kinder, die neben Lesen, Schreiben und Rechnen auch über Krankheitsursachen, Viehhaltung und Ernährung lernen. Ziel ist zudem, den Nomaden eine Ausbildung, zum Beispiel im Gesundheitsbereich, zu eröffnen. Heute unterrichten 237 Lehrer in dieser Region mit einer Bevölkerung von 1,2 Millionen  Menschen.

Wofür die Spenden verwendet werden:

Das Forum Kinder in Not unterstützt 13 Schulen in der Grenzregion zu Eritrea. Nach sieben Jahren zeigt das Projekt deutliche Wirkungen: Durch Aufklärung über Krankheitsursachen, Verbesserung der hygienischen Bedingungen, verbesserte Vorsorge und Gesundheitsversorgung ist die Zahl der Kinder, die an behandelbaren Krankheiten sterben, deutlich zurückgegangen. Ein Besuch 2006 zeigte, dass das Projekt weitergehen muss, um die Zukunft und das Überleben der Menschen zu sichern, denn das Leben wird durch die Eingriffe in die Natur und den Klimawandel deutlich härter. Die Kosten pro Jahr belaufen sich auf rund 9.000 Euro für Lehrergehälter, Schulbücher, Hefte und Stifte. 2007 betrug die Zahl der Schüler/-innen 444. Aufgrund der Dürre hatten allerdings weitere 86 Schüler/innen den Unterricht verlassen müssen, weil die Familien gezwungen waren, an andere Orte abzuwandern oder die Kinder weitere Wege zum Wasserholen und Viehhüten zurücklegen mussten.

Weitere Aktivitäten in 2007:

I
n den Schulen wird inzwischen auch das Bewusstsein der Jugendlichen für HIV/Aids geschärft. Familienhelferinnen wurden ausgebildet, die z. B. arme Familien betreuen, um Schwangere und Kleinkinder durch zusätzliche Nahrungsmittel zu unterstützen. Sie klären über Hygiene und Ernährung auf und leisten Überzeugungsarbeit gegen Beschneidung. Eine Impfkampagne zum Schutz vor acht Kinderkrankheiten im Distrikt Eli Daar, wurde von der Regierung finanziert und von den Afar-Gesundheitsarbeitern durchgeführt.

Das Projekt wurde zuletzt 2006 von Ramona Gresch-Bruder besucht. Dies erfolgt auf eigene Kosten, so dass die Spenden ohne Abzug der Unterstützung der Kinder zugute kommen. In 2007 wurden 10.000 Euro nach Äthiopien weitergeleitet. An dieser Stelle unser besonderer Dank an David Orlowsky’s Klezmorim, deren Benefizkonzert 2006 in der Stiftskirche Tübingen maßgeblich zu dieser und der weiteren Förderung beiträgt! Spenden werden erbeten unter dem Stichwort „Afar“

 

 

 

 

Jahresbericht 2008 (Januar 2009)
Hilferuf aus Äthiopien (26.08.2008):

Valerie Browning, von unserer Partnerorganisation in Äthiopien, sendet liebe Grüße und herzlichen Dank für die Unterstützung des „Forum Kinder in Not“.
Die Lage in der Afar-Region ist zurzeit katastrophal, denn ausbleibender Regen hat zum Tod weiterer Tiere geführt. Den Familien fehlt jetzt ihr Grundnahrungsmittel: Milch. Darunter leiden besonders die Schwachen, Kinder und Frauen.
Valerie Browning ist in den letzten 6 Wochen mit ihren Gesundheitsarbeitern täglich unterwegs gewesen, um unterernährte Kinder ausfindig zu machen und zu versorgen. In ihrem Brief vom 4.8. schrieb sie: 20 Prozent von 350 Kindern, die wir untersucht haben hatten ernsthafter Unterernährung, die mit zusätzlicher Nahrung gar nicht mehr behandelt werden kann. Diese Kinder müssten in eine Gesundheitsstation, wo sie auch künstlich ernährt werden können. Viele Dörfer sind aber so abgelegen, dass diese Möglichkeit nicht in Betracht kommt. Also versuchen sie mit Milchpulver und Linsen die Kleinen aufzupäppeln.

Ein riesiges Problem für die Menschen dort ist der Anstieg der Lebensmittelpreise. In den letzten 8 Monaten ist der Preis für 50 Kilogramm Getreide von rund 7,50 Euro auf 45 Euro gestiegen. Das können die Menschen nicht bezahlen, zumal sie praktisch keine Tiere mehr zum Verkaufen haben und wenn doch, dann für diese weniger Geld bekommen als früher.

Afar ProjektForum Kinder in Not möchte hier zusätzliche Hilfe bereitstellen und bittet deshalb um Spenden. Wir leiten das Geld an die Krankenschwester Valerie Browning weiter, die dafür sorgt, dass unterernährte Kinder Zusatznahrung bekommen. Weil ich selbst (R. Gresch-Bruder) schon mehrmals in dieser extremen Region war und Valerie Browning sowie ihre Arbeit seit Jahren kenne, weiß ich wie dringend die Lage ist, wenn sie einen Hilferuf an uns sendet.

Wir danken allen ganz herzlich, die für dieses Projekt spenden!

Kurzbericht aus dem Afar Kinderhilfsprojekt  - Schülerzahlen nehmen zu (Januar 2009)

Seit 2001 fördert das Forum Kinder in Not 13 Schulen für Nomadenkinder in der Danakilwüste. Ziel: Zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten müssen die Nomaden selbst ausgebildet werden, denn die wenigen staatlichen Einrichtungen in der Region sind häufig nur durch tagelange Fußmärsche zu erreichen. Besonders bei Schwangeren und Kleinkindern kann eine zu späte Behandlung z. B. im Falle von Durchfall­erkrankungen oder Malaria zum Tode führen! So wurden zunächst Erwachsene geschult, um sie anschließend zu Lehrern oder Gesundheits­helfern auszubilden. Parallel folgte die Schulbildung für Kinder, die außer im Lesen, Schreiben, Rechnen auch über Krankheitsursachen, Viehhaltung und Ernährung unterrichtet werden. Langfristiges Ziel ist, der jungen Generation eine Ausbildung, zum Beispiel im Gesundheitsbereich, zu eröffnen, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.

Wirkungen:
Durch die Aufklärung über Krankheiten sowie die Verbesserung der Hygiene und Gesundheitsversorgung hat sich die Zahl der Kinder, die an behandelbaren Krankheiten sterben, deutlich verringert. Durch Ausbildung haben die Nomaden den Zugang zu Behörden zur Durchsetzung ihrer Rechte verbessert.

Besondere Herausforderungen:
Unsere Partner in Äthiopien waren 2008 durch die akute ernsthafte Unterernährung der Nomaden in einigen Gebieten sehr belastet. Regen blieb aus und viele Tiere verendeten. Pflegerinnen untersuchten systematisch Schwangere und Kinder auf Unterernährung. In den am stärksten betroffenen Distrikten betrug die Unterernährungsrate 37%, mehr als ein Viertel der unter 2-jährigen waren schwer unter­ernährt! Rund 1329 Kinder erhielten wöchentlich als Zusatznahrung Getreidebrei (3000 Pakete à 1 €).

Sonstiges:
Familienhelferinnen wurden ausgebildet, die z. B. zusätzliche Nahrungsmittel an Schwangere und Kleinkinder verteilen, über HIV und Aids aufklären oder sich gegen Beschneidungen einsetzen.

Die Kosten:
2008 beliefen sich die Kosten auf 10.436 € für Gehälter, Bücher, Hefte und Stifte. Die Zahl der Schüler konnte erfreulicherweise auf 750 (von 444 in 2007) gesteigert werden, nachdem Schulen, die 2007 wegen der Abwanderung der Familien aufgrund der Dürre geschlossen worden waren, nun wiedereröffnet werden konnten!

 

Traurige Schicksale – Antrieb für Gesundheitsfürsorge       (DIFÄM • GESUNDHEIT IN DER EINEN WELT • 3/10)  - September 2010          

Impfkampagne in der heißesten bewohnten Region der Erde — wie geht das vor sich? Wenn Valerie Browning mit ihren Gesundheitshelfern in die abgelegenen Siedlungen in der Danakilwüste zieht, um Kinder gegen Masern, Polio und Tetanus zu impfen, dann geschieht das nicht etwa im klimatisierten Jeep - nein, das geschieht mit langen Fußmärschen und schwerbeladenen Kamelen. Die Schwierigkeit ist, den Impfstoff zu kühlen, um die volle Wirksamkeit zu erhalten. Ein alter Kühlschrank gefüllt mit Eis, das von Helfern immer wieder aus der Kleinstadt nachgeholt werden muss, ermöglicht es, das kostbare Gut kalt zu lagern. Die ausdauernden Kamele Valerie Brownings Lieblingstiere - erledigen treu ihren bedeutsamen Dienst.

Noch bevor Valerie Browning mit ihren Helfern die Dörfer erreicht, ist die Nachricht ihrer bevorstehenden Ankunft längst bis in die letzte Hütte vorgedrungen. Die Bewohner haben sich meist schon versammelt, um schnellstmöglich von ihr und den Gesundheitshelfern behandelt zu werden. Wenn die Krankenschwester und Hebamme dann mit dem altmodischen Fieberthermo­meter hinter dem Ohr, dem Stethoskop um den Hals und ein paar weiteren wichtigen Utensilien zwischen den Leuten sitzt, werden Neuigkeiten ausgetauscht, Krankengeschichten erzählt, Erkrankungen behandelt und Kinder geimpft. Denjenigen, die es schlimm erwischt hat und die in ein Hospital gebracht werden müssen, leistet man erste Hilfe und organisiert den Transport. Leider musste Valerie Browning in den 38 Jahren, die sie nun in Afrika arbeitet, nicht selten den Tod von Patienten/innen verkraften, weil der Weg zum Krankenhaus zu weit oder der Transport zu anstrengend gewesen ist.

Die zahlreichen Schicksale werdender Mütter, kleiner Kinder und hilfsbedürftiger Menschen, denen Valerie nicht mehr helfen konnte, haben sie nicht verzweifeln lassen. Man gewinnt eher den Eindruck, dass diese Erfahrungen der Antrieb für sie waren, weiterzumachen. Ihr starker Glaube an Gott hilft ihr, mit all den Erlebnissen fertig zu werden. Die vielen kleinen und größeren Erfolge ihres unermüdlichen Engagements, sowie die Hilfe und Solidarität vieler Partner auf der ganzen Welt, tragen zu ihrem Durchhaltevermögen bei.

Das Difäm ist ein solcher Partner. Seit Jahren unterstützt die Arzneimittelhilfe die Gesundheitsarbeit der „Afar Pastoralist Development Association", deren Projektkoordinatorin Browning ist. Ihr Mann, Präsident dieser äthiopischen Nichtregierungsorganisation, ist als Clan-Ältester vor allem auf der politischen Ebene tätig. Denn mit Ausgrenzung und Unterdrückung muss das Volk der Afar bereits seit Jahrhunderten leben. In jüngster Zeit jedoch werden die Hirtennomaden aus ihrem - ohnehin schon lebensfeindlichen - Lebensraum immer weiter verdrängt. Entlang der Lebensader, des Flusses Awash, stellt die äthiopische Regierung gewinnorientierten Konzernen fruchtbares Land für den Anbau von Zuckerrohr zur Verfügung. Die Erzeugung von Zucker ist ein lukratives Geschäft, erfordert jedoch intensive Bewässerung und damit ein enormes Absinken des Wasserpegels.

„Landnahme" (Land Grabbing) ist das Schlagwort, das noch nicht an die breite Öffentlichkeit gelangt ist. Äthiopien ist nur eines der (meist armen) Länder, in denen sich Staaten einkaufen, die für die eigene Bevölkerung nicht genügend Nahrungsmittel produzieren können und unabhängig von den Weltmarktpreisen sein wollen, denn diese werden - das ist seit der Finanzkrise klar - weiter steigen. Durch Verträge sichern sich z. B. China oder Südkorea riesige Flächen für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln für den Eigenbedarf. Schätzungen zufolge sind seit 2006 bis zu 20 Millionen Hektar in den Ländern des Südens gekauft oder für Jahrzehnte gepachtet worden.

Die Afar-Hirtennomaden sind direkt davon betroffen. Nicht nur, dass ihnen fruchtbares Weideland genom­men wird - nein, durch die katastrophalen Bedingungen, unter denen die angeworbenen Landarbeiter leben müssen, breiten sich Krankheiten rasant aus, die in der Vergangenheit kaum eine Rolle gespielt haben. So forderte die Cholera bereits viele Todesopfer. Fehlende Sanitäranlagen und die damit verbundene Verseuchung des Flusses und der Siedlungen in der Region leisten der Ausbreitung von Infektionskrankheiten Vorschub. So entstehen neue Herausforderungen für Valerie Brow­ning und ihre Gesundheitsarbeiter: Aufklärungsarbeit, Verteilung von Seife, Anleitung der Bewohner zum Latrinenbau und Behandlung von Cholera, die in den vergangenen Jahrzehnten selten vorkam.

Ramona Gresch-Bruder

 

Neues aus dem Afar-ProAfar an der Wasserstellejekt in Äthiopien - Oktober 2010

Valerie Browning grüßt alle Unterstützer ganz herzlich und schickte uns folgende Infos: Immense Regenmassen, die in den Äthiopischen Bergen niedergingen, haben in der Afar-Region zum Teil schwere Überflutungen verursacht.

Nach der Fortbildung der Lehrer im August fand der Unterricht in den Schulen regelmäßig statt. Zu den Alphabetisierungskursen kamen 301 Schüler/innen, davon 114 unter 10 Jahren. Insgesamt besuchten in den 13 Schulen in der Region Dubte, Kori und Sifra 806 Schüler/innen den Unterricht.

Die informelle Schulbildung, mit Rechnen, Landeskunde und Sachunterricht besuchten:

• Stufe 1: 223 Schüler/innen
• Stufe 2: 179 Schüler/innen
• Stufe 3: 85 Schüler/innen

Durchschnittlich unterrichtet ein Lehrer mehr als 50 Kinder und es kommen mehr Jungen als Mädchen zum Unterricht.

 

Allgemeine Informationen zur Situation in der Afar-Region:

Besondere Probleme traten in einigen Regionen aufgrund der Überflutungen und wegen Insektenplagen auf. Mit Regierungsvertretern wurden Diskussionen über den Gebrauch der Afar-Sprache geführt, denn das Ziel von APDA ist es, diese Sprache lebendig zu halten und deren Gebrauch zu fördern. Die Regenfälle waren regional sehr unterschiedlich.

In manchen Regionen blieben die Niederschläge jedoch auch aus. APDA gab dort der Bevölkerung mit einem „cash for work“-Programm die Möglichkeit, durch den Bau von Wasserreservoirs etwas Einkommen zu erwerben. Zudem wurden Gesundheitsarbeiter losgeschickt, um Unterernährte zu finden und zu behandeln. Ein anderes Team führte Impfungen durch und klärte über die Übertragungswege von Krankheiten auf.

 

 

Jungen und Mädchen in Afar freuen sich in die Schule gehen zu dürfen – Jahresbericht 2010 / Januar 2011

Seit 2001 fördert das Forum Kinder in Not die Schulbildung für Nomadenkinder in der Danakilwüste. Damit ermöglichen wir, dass Kinder eine Grundbildung in dieser abgelegenen, existenzbedrohenden Region.

Die wenigen staatlichen Schulen sind für die Nomadenkinder unerreichbar. Somit sind die mobilen Schulen, die durch Spenden des Vereins finanziert werden, besonders wichtig. Valerie Browning, die das Projekt in Äthiopien seit Jahren begleitet, grüßt ganz herzlich und berichtet:

„Nach der Fortbildung der Lehrer im August fand der Unterricht regelmäßig statt. Zu den Alphabetisierungskursen kamen 301 Schüler/innen. Insgesamt besuchten in den 13 Schulen in den Regionen Dubte, Kori und Sifra 806 Schüler/innen den Unterricht mit Rechnen, Landeskunde und Sachunterricht. Durchschnittlich unterrichtet ein Lehrer mehr als 50 Kinder.“

Auf der Homepage des Forums finden Sie Interviews mit vier Schülern/innen über ihr Leben und Ihre Wünsche für die Zukunft. Es lohnt sich nachzulesen: http://www.forum-kinder-in-not.de/htmls/afar_interview.html

 

Wirkungen: Die Verbesserung der hygienischen Bedingungen durch Aufklärung und die Gesundheitsversorgung hat die Kindersterblichkeit mittlerweile deutlich verringert. Die Schulbildung verschafft alternative Erwerbstätigkeiten, denn die traditionellen Formen bieten keine sichere Lebensgrundlage mehr.

Besondere Herausforderungen: Wetterextreme in der Danakilwüste tragen zur Unterernährung sowie zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten bei. Die Landnahme durch internationale Konzerne mit dem Einver­ständnis der äthiopischen Regierung führt nicht zu wachsendem Wohlstand und Beschäftigung sondern bedroht die Existenz der Afar, weil sie von ihrem, seit Jahrhunderten bewohnten, Land vertrieben werden.

 

 

Hungerkatastrophe in Äthiopien bedroht das Leben der Afar-Nomaden - es fehlt die Milch für die Kinder

Zwischenbericht Juli 2011

 

Ohne wirksame Hilfsmaßnahmen, wird sich Katastrophe am Horn von Afrika zu einer humanitären Tragödie entwickeln. Die Dürre der letzten Monate in Teilen von Äthiopien, die Flucht tausender Menschen aus Somalia und drastisch gestiegene Lebensmittelpreise setzen den Menschen in diesem Gebiet dramatisch zu. Es sind bereits sechs Millionen Menschen am Horn von Afrika betroffen - darunter auch tausende von Afar-Hirtennomaden in Äthiopien.

Bis zu 80 Prozent der Rinder, 35 Prozent der Ziegen und Schafe und 40 Prozent der Kamele seien verendet. Das beträchtliche Viehsterben hat die - vorwiegend von der Viehzucht abhängigen - dort lebenden Hirtennomaden ihrer Lebensgrundlage beraubt. Hinzu kommt, dass die lebenden Tiere aufgrund ihres schlechten Zustandes kaum Milch geben, schlechte Preise beim Verkauf erzielen und im Gegenzug die Preise für Getreide im letzten halben Jahr um über 40 Prozent gestiegen sind. 

Das Projektgebiet in Afar, Äthiopien, in dem das Forum Kinder in Not seit Jahren die Bildungsarbeit unterstützt, ist davon stark betroffen. In weiten Teilen der Region leidern die Menschen Hunger. Die Mangel- und Unterernährung betrifft vor allem Kinder. Das Forum Kinder in Not hat bereits 5.000 Euro zum Kauf von Linsen und Zusatznahrung zur Verfügung gestellt. Damit werden 3.500 unterernährte Mütter und Kinder versorgt. Wenn die Projektkoordinatorin Valerie Browning in den nächsten Tagen aus dem am schlimmsten betroffenen Gebiet zurückkehrt, wird sie einen aktuellen Bericht und Bilder an das Forum Kinder in Not schicken.Forum Kinder in Not e. V. benötigt dringend Spenden, um weiteren Familien zu helfen.


Äthiopien: Dürre und Vulkanausbruch verursachen unendlich viel Leid        Bericht von Valerie Browning aus Äthiopien vom 17.7.2011

Die Afar-Nomaden im Osten Äthiopiens leben in der Zone, die besonders von Hunger und Dürre betroffen ist. Am 12. Juli verursachte ein Vulkanausbruch weiteres Leid. Schätzungsweise 9.800 Menschen haben durch den Vulkanausbruch ihre Tiere sowie ihr Hab und Gut verloren. „Das Wasser im weiteren Umland ist verseucht. Viele Frauen und Kinder, die das Lager in Soddonta erreichen sind ausgemergelt und leiden an Entzündungen und Durchfällen. Es fehlen Unterstände, denn Soddonta ist eine der heißesten Regionen und die Temperaturen liegen momentan bei über 50 Grad. Wir müssen die Menschen außerdem mit Nahrungsmitteln und Wasser versorgen.“, berichtet Valerie Browning in ihrer e-Mail vom 17.Juli 2011 an die Vorsitzende des „Forum Kinder in Not e.V.“.

„In zwölf Distrikten, die vom Hunger besonders betroffenen sind, werden zurzeit 1660 Menschen, die an ernsthafter Unterernährung leiden, behandelt.“, berichtet Browning,  langjährige Projektpartnerin, Krankenschwester und Hebamme. Dringend notwendig ist es jetzt, die Hilfsmaßnahmen auszuweiten, um tausenden Familien,  deren Leben bedroht ist, weil die Tiere verendet sind und es keine Milch mehr gibt, rechtzeitig zu helfen.

Deshalb bitten das Forum Kinder in Not e.V. Neustetten und wir dringend um finanzielle Hilfe:
Weitere Informationen unter:
"Forum Kinder in Not e.V."
    

 
Spendenkonto bei der Volksbank Plochingen
 BLZ 611 913 10:   

 Eine Welt e.V.  Altbach, 
 Kontonummer 717 383 024.

 Stichwort: AFAR

 

 

 

 

Mit dem Wesentlichen zufrieden: Wasser, Nahrungsmittel und einem Dach über dem Kopf

Bericht von Ramona Gresch über die Reise zu den Afar-Nomaden August 2011

Wenig zum Leben zu haben - daran sind die Nomaden in der Afar-Region im Osten Äthiopiens gewöhnt. Wenn aber über Jahre zu wenig Regen fällt und ihre Tiere verenden, geraten sie in eine Situation, in der sie sich nicht mehr selbst helfen können. Die schleichende Katastrophe war längst vorauszusehen. Wir vom Forum Kinder in Not e.V. haben zügig auf den Appell unserer Projektpartnerin Valerie Browning reagiert und Geld für akute Hilfsmaßnahmen bereitgestellt, um zur Milderung der schwierigen Lage beizutragen. Die besondere Herausforderung ist, dass zu der Dürre in der Region ein Vulkanausbruch hinzukam, der tausenden Menschen das letzte bisschen ihrer Lebensgrundlage genommen hat.

 

Kurzfristige MaßnahmenAfar Frau

Bei meiner Reise im August 2011 war ich froh zu sehen, dass unsere Partnerorganisation APDA die Voraussetzungen hat, die für die dringend notwendige Hilfe in der Afar-Region gebraucht werden: viele Helfer, sehr gute regionale Kenntnisse, Kontakte zu den Clanältesten und zur Bevölkerung, den Blick für die wesentlichen und sinnvollen Hilfsmaßnahmen, nützliche Verbindungen zur lokalen Regierung, Erfahrungen sowie viel Energie und Ausdauer.

Zügig wurde die erste Verteilung von Hilfsgütern durchgeführt: Nahrungsmittel für unterernährte Familien und Flüchtlinge, Trinkwasserlieferungen, Verteilung von Matten für den Bau einfacher Hütten. Besonders gut ist es zu sehen, wie gut der Kontakt der Mitarbeiter zu den Afar-Familien ist und dass die erforderliche Hilfe direkt bei den Bedürftigen ankommt. Ich vertraue APDA auch bei dieser großen Aufgabe, dass sie die Spenden in sinnvollen Projekten wirkungsvoll umsetzt.

Wichtig ist es jedoch, dass nachhaltige Hilfsmaßnahmen erfolgen, die die Situation der Nomaden langfristig verbessern. So hatte ich zusammen mit Sven Seifert, dem Geschäftsführer von arche noVa – der auf WASH (Wasser, Sanitär, Hygiene) spezialisierten Dresdner Hilfsorganisation - insbesondere die Wasserversorgung im Blick. Gerade die einsetzende Regenzeit hat deutlich gemacht, welche großen Mengen an Wasser einfach versickern, weil keine Vorrichtungen vorhanden sind, um diese aufzufangen.an der Kochstelle

 

Ausblick

In der Danakilwüste gibt es einige Distrikte, in denen noch keinerlei Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Einer davon ist Erebti im Norden der Afar-Region. Dort gibt es für die Hirtennomaden nur wenige saubere Wasserstellen. Deshalb muss ein großer Teil der Bewohner einige Monate im Jahr sehr weite Wege zu Trinkwasser zurücklegen oder sich mit versalzenem Wasser aus dem Fluss und einigen Brunnen behelfen. Hier Abhilfe zu schaffen, ist ein Projekt in dem APDA in den kommenden zwei Jahren unterstützt wird. Geplant wurden: Instandsetzung von versalzenen Brunnen, Bau von Regen­wasser­zisternen und ein großer Sanddamm, um das Regenwasser zu speichern.

Es muss gelingen, den Nomaden ihre Lebensgrundlage zu sichern, das heißt, das Überleben ihrer Tiere. Mit genügend Wasserreservoirs können sie Trockenzeiten überbrücken. Wenn ein gewisser Tierbestand gesichert ist, haben die Familien genug zum Leben. Sie verfügen dann über Milch und Getreide, dass sie gegen Tiere eintauschen können. Auf meiner Reise habe ich Hoffnung und Vertrauen gewonnen, dass es möglich ist, den Menschen langfristig ihre Lebensgrundlage zu sichern. Unsere Projektpartner dort wissen was gebraucht wird und können mit unserer finanziellen Unterstützung sehr viel Gutes bewirken.

Wir bedanken uns bei den vielen Spendern, die mit ihren Spenden die Hilfe möglich gemacht haben!

 

 

 

Äthiopien: Nothilfe für Opfer der Dürre und des Vulkanausbruchs, Schulbildung   Januar 2012 - Dr. Ramona Gresch

 

Nothilfe: Nach acht Monaten ohne Regen litten in der Afar-Region viele Familien unter Hunger und Durst. Mitte 2011 haben sich Valerie und Ismael vor allem um die Opfer der Dürrekatastrophe und die rund 25.000 Opfer des Vulkanausbruchs gekümmert. Sie verteilten Nahrungs-mittel, machten mangelernährte Kinder ausfindig, sorgten für die Behandlung von Krankheiten und sicherten die Trinkwasserversorgung.
 

1.015 schwer unterernährte Kinder wurden langfristig behandelt. In Afdeera bekamen 90 Kleinkinder, mit lebens-bedrohlicher Unterernährung Infusionen. 2.500 Haushalte erhielten Nahrungsmittelhilfe. Im zweiten Schritt wurden Ziegen und Futter an die Familien verteilt, um ihnen zu einem Neuanfang zu verhelfen. Die Ziegen geben rund zwei Liter Milch am Tag. Eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Kinder.
 

An die Opfer des Vulkanausbruchs wurden Matten zum Bau einfacher Hütten verteilt und sie erhielten Getreide. Die Menschen, die in Afdeera von der Salzgewinnung leben, waren ebenfalls stark betroffen, denn die Vulkanasche hatte die Salzabbauflächen bedeckt und die Arbeit vieler Wochen zerstört.
 

Ramona Gresch konnte sich im August ein Bild von der Situation vor Ort und den durchgeführten Hilfsmaßnahmen machen. Zusammen mit arche noVa wurden Projekte für eine nachhaltige Wasserversorgung geplant.
 

Daraufhin wurden für die Nomaden 1 Sanddamm, 10 Brunnen, 41 Regenwasserzisternen und 16 Quellfassungen gebaut.
 

Mithilfe der Spenden des Forum Kinder in Not sowie zahlreicher Freunde und weltweiter Partner konnte in dieser Notsituation schnell und umfassend geholfen werden.


 

 

 

Schulbildung: Finanziert vom Forum Kinder in Not wird in zehn Siedlungen die Schulbildung gefördert. Die Zahl der Schüler/innen stieg im Laufe des Jahres an: 516 Kinder wurden unterrichtet, davon 285 Jungen und 231 Mädchen. 392 besuchten die 1. Klasse, 161 die 2. Klasse und 81 die 3. Klasse.
 

In acht Siedlungen fanden Alphabetisierungsprogramme statt, an denen 275 Schüler/innen teilnahmen. 136 davon waren unter 10 Jahre alt, 155 Jungen, 120 Mädchen.
 

Die Gesamtkosten für Lehrer, Schulmaterial und die Fortbildung der Lehrer betragen nach aktuellem Umrechnungskurs rund 8.500 Euro pro Jahr.
 

Ein Lehrer unterrichtet durchschnittlich 51 Kinder. 20 der Kinder, die die 3. Klasse bestanden haben, wurden in der Stadt Logya untergebracht, um eine höhere Klasse besuchen zu können.
 

Fünf der Lehrer nahmen an einer Weiterbildung (15. Juli - 15. September) teil. Der Unterricht wurde neu organisiert. Ein Handbuch für Lehrer wurde im Jahr 2011 fertig gestellt und gedruckt. Die darin enthaltenen 55 Kapitel sollen auch Wissen vermitteln, das dazu dient, die Lebensbedingungen in den Dörfern zu verbessern.
In 20 abgelegenen Dörfern wurden 2011 neue Schulen eingerichtet. Valerie arbeitet mit der regionalen Schulbehörde zusammen und weitet das Gebiet, in dem Nomadenkinder unterrichtet werden, weiter aus. Gemeinsam mit der Behörde wird das Bildungsangebot erweitert und die Qualität des Unterrichts verbessert.
 

Im Jahr 2011 hat das Forum Kinder in Not 15.093,75 Euro nach Äthiopien überwiesen, davon 3165 Euro aus Altbach.

 

 

  

Quartalsbericht Mai - August 2012 (Zusammenfassung der Berichte von Valerie Browning)

Im Juni setzten die extreme Hitze bis zu 50 Grad und Sandstürme der Bevölkerung in einigen Gebieten der Afar-Region und in Eritrea heftig zu. Viele große Hilfsorganisationen stellen Mittel für Nothilfe und die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Nahrungsmitteln bereit. Es wurden rund 15.000 Menschen durch Wasserlieferungen geholfen und ca. 200 Familien umgesiedelt. Mehr als die Hälfte der Aktivitäten von APDA gehen in den letzten beiden Jahren in Programme zur Sicherung des Zugangs zu Wasser (Bau von Brunnen, Quellfassungen, Dämmen und Zisternen). Der zweite Schwerpunkt ist die Nahrungsmittelversorgung. Im Juli setzte Regen ein und die Situation entspannte sich. Es wurden Ziegen an 2825 Haushalte verteilt, um die bedürftigsten Familien mit Milch zu versorgen. Aber es gab auch heftige Überschwemmungen, bei denen mehr als 800 Haushalte ihr Hab und Gut verloren.

Bildung: Vor 16 Jahren begann die Bildungskampagne von APDA mit der ersten Hand voll Lehrer. Inzwischen sind in der gesamten Afar-Region 303 Lehrer tätig. Mehr als 100.000 Kinder wurden unterrichtet und einer ist inzwischen Arzt und einer Ingenieur. Andere haben Stellen bei der Regionalregierung, als Krankenschwestern, Familienhelferinnen u.a. Nun soll das erste „Internat“ entstehen, um Kindern aus entlegenen Gebieten die Möglichkeit zu geben, nach der 4. Klasse eine weiterführende staatliche Schule zu besuchen. Wichtig wäre es, mehr Afar-Kinder gut auszubilden, so dass sie an wichtigen Stellen in der Bevölkerung tätig werden können, z. B. als Lehrer, Gesundheitsarbeiter, Krankenschwester usw.

In den vom Forum Kinder in Not unterstützen Schulen wurden im letzten Quartal 638 Schüler/innen unterrichtet. 299 in der ersten Klasse, 248 in der zweiten Klasse und 91 in der dritten Klasse. Zusätzlich nahmen an Alphabetisierungskursen 318 Kinder und Jugendliche teil. Die 91 Schüler, die die 3. Klasse abgeschlossen haben, können nun eine staatliche Schule zu besuchen, davon sind 32 Mädchen.

 

 

 

 

 

 

Unser Projekt in Uganda 2013-2015

Schenke eine Ziege - Schenke eine Zukunft
                                                                                                          ein Projekt von www.schenke-eine-Ziege.de  (ß hier anklicken)
Auf einen Blick
Der gemeinnützige Verein Schenke eine Ziege e.V. setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen der Bevölkerung in Uganda zu verbessern. Wir haben eine Ziegenfarm errichtet, die Ziegen an bedürftige Familien abgibt. Gemeinsam mit ihren Nachbarn können sie sich so eine eigene Ziegenzucht aufbau­en und mit den Erlösen Lebensmittel, Medikamente und Schulgebühren bezahlen. Innerhalb von zwei Jahren muss ein Zicklein von der Familie an die Farm abgegeben werden, damit der Fortbestand abgesichert wird. Um eine Ziege zu erhalten, müssen ein Jahr lang regelmäßig Schulungen und Workshops besucht werden. Diese werden von einheimischen Mitarbeitern durchgeführt. Beispiele dafür sind: Tierhaltung, Hygiene, Ernährung, AIDS-Prävention und Landwirtschaft.

 

Situation in Uganda

 

    xx  kaum Geld für Schulbildung

    xx  massive medizinische Unterversorgung (20.000 Menschen / Arzt ; im Vergleich zu 300 Menschen / Arzt in   
           Deutschland)

    xx Familieneinkommen von ca. 50 Cent pro Tag

    xx hohe Arbeitslosigkeit aufgrund von Unterqualifikation

    xx akuter Eiweißmangel („Wasserbäuche") aufgrund von Mangelernährung

    xx Malaria sowie AIDS führen dazu, dass viele Kinder verwaisen und von ihren Geschwistern aufgezogen  werden
         müssen

 

 

 So soll die Zukunft aussehen

  xx Um unsere 3 Ziele zu erreichen, werden wir eine Sekundarschule mit einem Handwerksbereich errichten. Kindern und Jugendlichen soll damit eine Schul- und Berufsaus-
        bildung  ermöglicht werden, die sonst nicht  denkbar wäre. Das kleine Bildungszentrum ist der erste Schritt dorthin.

  xx  Das Projekt soll auch im Bereich Mikrokredite und Versicherungen als Modell für andere Regionen dienen

  xx  Unsere Gesundheitsstation soll die medizinische Versorgungslage durch Prävention und frühzeitige Behandlung verbessern.

 

Projekt "morgen"
Ein großes Problem ist noch immer die Schulbildung. Nach Abschluss einer staatlich geförderten Grundschule gibt es keine Möglichkeit, eine weiterführende Schule zu besuchen, da die Sekundarschulen viel zu teuer und vollkommen überlastet sind (mehr als 100 Schüler pro Klasse!).
Um die Schulsituation zu verbessern und gleichzeitig mehr Familien in das Ziegenprojekt aufnehmen zu können, wurde beschlossen, mehr Land zu kaufen und die Farmerweiterung mit dem Bau einer dringend notwendigen Sekundarschule (mit handwerklichem Berufsabschluss), zu verknüpfen. Partner wird die „Mbuye Farm School“ sein. Diese Schule ist sehr weit entwickelt und wird von deutschen Partnern aus Bielefeld sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit unterstützt, was sie zu einem idealen Partner macht. Weiterhin sieht die langfristige Planung die Ausweitung des Gesamtkonzeptes auf weitere Regionen vor.

 

Leitgedanken

Was bisher geschah

in Uganda

 

in Deutschland

Der Projektstandort

Kasese ist eine Stadt im Südwesten Ugandas mit ca. 74.300 Einwohnern (Stand 2011). Sie ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts Kasese. Der Ort liegt am Ostrand des Ruwenzori-Gebirges und am Nordwestrand des Queen-Elizabeth-Nationalparks.

Die nächsten Schritte ...

in Uganda

 

in Deutschland

 

Zahlen zum Vergleich

    Deutschland

     Uganda

Einwohner:

    82,6 Mio.

       30,9 Mio.

Bevölkerungswachstum:

    0,053%

       3,58%

Lebenserwartung:

    79,3 Jahre 

       52,7 Jahre

Kinder pro Frau:

    1,41

        6,77

Einkommen pro Kopf:

    33.800 $US

       316 $US

Ärzteversorgung:

       0,08/1.000 Einw.

Human Development Index (Info)

    23. Platz

       155. Platz

Anteil Landwirtschaft:

     1%

       90%

Quellen: United Nations, World Health Organisation (über WolframAlpha)