Spendenaufruf für die AFAR-Nomaden in Äthiopien und SCHENKE EINE ZIEGE in Uganda 2013 (Mai 2013)
wieder bitten wir um
Spenden für unsere Projekte in Afrika. Unsere Mitgliederversammlung beschloss am
16. April 2013, die beiden Projekte AFAR und Schenke eine
ZIEGE in den Jahren 2013 bis 2015 zu
unterstützen. Die Spenden werden je zur
Hälfte weitergeleitet, sofern Sie auf dem Überweisungsträger keine andere
Zuordnung vermerken.
Das Projekt AFAR ist aus vielen Veranstaltungen mit Frau
Gresch, unserer Partnerin für das Projekt, bekannt. Wir unterstützen dieses
Projekt seit 2001. Frau Gresch schrieb am 5. Mai 2013: "Das ist ja
wunderbar, dass der AK Eine Welt Altbach das Afar Schulprojekt weiter
unterstützen wird. Ganz herzlichen Dank und natürlich viele Grüße an Ihre
Mitstreiter."
PS: Wussten Sie schon: Im AFAR-Dreieck steht die Wiege
der Menschheit. Erinnern wir uns an Australopithecus afarensis, genannt „Lucy“.
Wir hatten im Mai 2012
eine hoch interessante Vorstellung des Projekts „Schenke eine Ziege“. Näheres
unter Projekt Uganda.
Unser Engagement ist eine wichtige
Hilfe. Wir bitten Sie herzlich um
eine Spende für unsere Projekte auf unser Spendenkonto bei der
Volksbank
Plochingen BLZ 611 913 10: Eine Welt e.V. Altbach,
Kontonummer 717 383 024.
Selbstverständlich erhalten Sie später eine
Spendenbescheinigung für Ihre Steuererklärung.
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Unsere Projekte 2001 - 2015 "Straßenkinder in Kenia" / "Afar-Nomaden in Äthiopien" / "Schenke eine Ziege in Uganda"
In den letzten Jahren förderten wir das Straßenkinderprojekt in Eldoret/Karai in Kenia und das Afar-Projekt in Äthiopien. Zu beiden Projekten finden Sie auf dieser Seite weitere Informationen. in den Jahren 2010 bis 2012 fördern wir gezielt das AFAR-Projekt. Schwerpunkt soll die Unterstützung der Mädchenbildung bei den Afar-Nomaden sein. Es ist uns sehr wichtig, über die Mädchenbildung die Verbesserungen der Lebensbedingungen im Afar-Gebiet zu fördern. Ab 2013 fördern wir ein neues Projekt in Uganda Schenke eine Ziege
Erfreulich war das Spendenaufkommen auch im letzten Jahr. Wir konnten Spenden in folgender Höhe weiterleiten:
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SPENDEN INSGESAMT |
AFAR |
andere |
|
3310 |
3295 |
15 |
Wir danken allen Spendern, die unsere Projekte in den letzten Jahren unterstützt haben:

Im Februar und März 2008 fand nach dem Überfall auf Eldoret/Karai eine Sonderaktion statt: 2694,56
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Unser Projekt 2003/2004 "Straßenkinder in Kenia"

Eine Chance für die Zukunft
Karai Children's Vocational Centre/ Kenia
Ausbildungszentrum für Kinder, früher: Eldoret
Ein Wagnis von Brüdern und Schwestern in
Kenia und im Kirchenbezirk
Münsingen
Beschluss der Mitgliederversammlung des Eine Welt e.V.
Altbach am 18.3.2003: Mit einer Patenschaft übernehmen wir zwei Jahre
lang die Kosten für Lebensunterhalt und Schulbesuch eines Kindes
in der vom Kirchenbezirk Münsingen zusammen mit der Presbyterianischen Kirchengemeinde in Eldoret/Kenia betriebenen Einrichtung.
Erneuter Projekt-Beschluss in der Mitglieder-Versammlung 2005
zur Förderung 2005 bis 2009.
Ehemalige Straßenkinder aus der Großstadt Eldoret
finden hier ein Zuhause und bekommen mit einer qualifizierten Schulausbildung
auch eine echte Chance für die Zukunft.
Dass das Geld richtig und zweckgebunden verwendet wird, dafür garantiert
nicht zuletzt die inzwischen zwanzigjährige Partnerschaft zwischen den beiden
Kirchenbezirken sowie regelmäßige Besuche von Mitgliedern des Arbeitskreises
Eldoret (Unser Mitglied Pfarrer Schühle ist Mitglied dieses Arbeitskreises). Für die Betreiber der
Einrichtung sind Patenschaften eine verlässliche und vorausplanend nutzbare Finanzierungsquelle.
Spenden
werden erbeten auf das Sonderkonto des
Eine Welt e.V. Altbach bei der Volksbank Plochingen BLZ 611 913 10 Kontonummer 717 383 024 Stichwort:
"Eldoret"
Kenia wurde 1963 unabhängig.
Seitdem wurde es von kleinen politischen Eliten um die Staatspräsidenten
ausgeplündert, die
Massen verarmten. In den 70er-Jahren wurde Kenia das „Land
mit den 10 Millionären und den 10 Millionen Armen“ bezeichnet
(Stuttgarter Zeitung
30.12.2002).
Kenia ist eigentlich ein reiches Land. Die Kenianer sind hoch motiviert und
haben ein hohes Bildungsniveau. Das Land und die Bevölkerung brauchen dringend
Hilfe.
Januar 2006 (Quelle:
Stuttgarter Zeitung vom 1.2.06): Die Leute hungern. Viele Kenianer leiden unter
der Dürre im Lande. Die Regierung hat um internationale Hilfe gebeten.
Überraschend ist die Katastrophe nicht gekommen. „Schon Mitte 2004 hat sich die
Dürre abgezeichnet”, sagt Iris Krebber, die Koordinatorin für die Deutsche
Welthungerhilfe in Kenia. „Damals hätte die Bevölkerung bereits mit Samen
resistenter Pflanzen und mit einer besseren Trinkwasserversorgung ausgestattet
werden sollen.” Aber nichts davon geschah - und heute verhungern im Norden
Kenias die ersten Kinder. Die Bevölkerung reißt ihre Hüttendächer ein, um das
Stroh an ihre Tiere zu verfüttern, und Elefanten ziehen die
Bewässerungsschläuche aus dem Boden, um so an ein wenig lebenswichtiges Wasser
zu gelangen.
Nach Angaben von Hilfsorganisationen weisen in den an Somalia und Äthiopien
angrenzenden Landesteilen Kenias bis zu 30 Prozent aller Heranwachsenden
inzwischen Mangelerscheinungen auf. Mindestens 2,5 Millionen Menschen - fast
zehn Prozent der Bevölkerung - sind nach Schätzungen des Roten Kreuzes auf
Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Regierung in Nairobi hat den Notstand
ausgerufen und die internationale Gemeinschaft zu Hilfszahlungen in Höhe von 110
Millionen Dollar aufgefordert. Die Not übersteige die eigene Fähigkeit zum
Krisenmanagement bei weitem, heißt es.
Wie
kam es zum Straßenkinderprojekt des Kirchenbezirks Münsingen?
Der Kirchenbezirk Münsingen unterhält mit der Presbyterianischen Kirche in Eldoret (P.C.E.A.) seit 1983 partnerschaftliche Beziehungen. Bis Mitte der 90er Jahre hieß dies: wechselseitige Besuchsprogramme in unregelmäßigen Abständen. In dieser Zeit entwickelte sich durch die intensive Begegnung mit Christen aus einem völlig anderen Kulturkreis ein großes gegenseitiges Vertrauen und enge persönliche Verbindungen.
Aufgrund der zunehmenden Zahl von Straßenkindern, auch in Eldoret, wollten unsere Freunde ihrer christlich motivierten sozialen Verantwortung gerecht werden und ersuchten uns um konkrete finanzielle Hilfe für ein gemeinsam zu verantwortendes Projekt. Im Herbst 1998 entschieden wir uns im Arbeitskreis dafür, mit unseren Brüdern und Schwestern in Kenia gemeinsam das Wagnis dieses Projektes einzugehen. Unsere Aufgabe dabei ist vorwiegend das Sammeln von Spenden. Der Kirchenbezirk Eldoret ist für die konkrete Umsetzung und Durchführung verantwortlich.
Wie hat
sich das Straßenkinderprojekt entwickelt?
Ungefähr
25 km außerhalb von Eldoret, in Sugoi, wurden im Juni 1999 zwei Hektar Land
gekauft. Darauf wurden zunächst hinter der bestehenden Kirche zwei Wassertanks
(Kapazität je 1500 Liter) zum Auffangen von Regenwasser gebaut und danach
mehrere Häuser in traditioneller Lehmbauweise
mit folgenden Räumen:
¿
drei Schlafräume
für max. 50 Kinder
¿
eine Küche und einen
Vorratsraum
¿
zwei Klassenzimmer
Am 29. Januar 2000 wurden die ersten 30 Kinder in Sugoi aufgenommen. Diese Zahl ist bis zum August 2000 auf 44 Kinder ‑und damit bis zur Kapazitätsgrenze angestiegen.
Im August 2000 waren 20 Personen aus unserer Region zu einem dreiwöchigen Korkcamp in Sugoi, um einen Verwaltungs- und Erweiterungsbau zusammen mit den kenianischen Freunden zu bauen. In diesen Wochen konnte das Gebäude (70 m lang; 6,4 m breit) bis zum Rohbau erstellt werden.
Steven Mbugua schrieb in seinem Abschlussbericht zum Workcamp: »Das Workcamp war beides, eine Herausforderung und ein Wirklichkeit gewordenes Beispiel dafür, wie große Liebe Berge versetzen kann. Was so weit zustande gebracht wurde, kann nur Gott zurückbezahlen . Unser Gebetsoll diese Partnerschaft stärken für all das Gute, das Menschen in EIdoret und in Deutschland getan haben und tun. Wir danken deshalb allen, die dieses Projekt in Deutschland unterstützen und den Mitgliedern des Workcamp für ihren Einsatz«.
Nach Fertigstellung durch unsere kenianischen Freunde, wurden dann im Frühjahr 2001 weitere 22 Kinder in dieses Haus aufgenommen. Durch die große Spendenbereitschaft vieler Menschen in Deutschland und Amerika, konnte im Herbst 2001 eine Baufirma aus Eldoret beauftragt werden, weitere zwei Gebäude zu erstellen. Aufgrund der zusätzlichen Raumkapazität ist die Zahl der Kinder im Januar 2003 auf 70 angestiegen.
Warum
ist die Unterstützung dieses Projekts zu empfehlen?
- Die
Projektidee kommt aus Kenia, sie ist nicht von uns vorgegeben.
- Wollen
wir die Partnerschaft ernst nehmen, ist dies eine Gelegenheit, den Beweis
anzutreten. Wir sind die finanziell
Stärkeren.
- Wer für
das Projekt spendet, weiß genau wie und wo das Geld verwendet wird.
- Da wir
das Projekt von Anfang an mit begleiten, haben wir einen Einblick in die
Arbeitsweise unserer Partner.
- Diese
gemeinsam finanzierte und gemeinsam verantwortete Aufgabe gibt unserer
Partnerschaft eine neue Dimension.
Das Workcamp ist ein Beispiel dafür.
- In das
Projekt »Straßenkinder« zu investieren heißt jungen Menschen eine sinnvolle
Zukunft zu geben anstatt sie dem
Elend und der Kriminalität zu überlassen.
April 2007: Vom Straßenkinderprojekt zum Handwerkerhof
Die internatsmäßige Verpflegung von 120 ehemaligen Straßenkindern und deren
Schulbildung wird zurzeit durch viele Spenden hier in Deutschland, aber auch
durch eigene Anstrengungen unserer Partner in Kenia, gewährleistet. Letztes Jahr
wurde wieder ein Workcamp junger Erwachsener aus unserer Gegend durchgeführt
und von September bis Dezember bildete Dieter Borchert 4 Kenianer zu Ausbildern
aus. Warum?
Die Kinder von Sugoi werden älter - und wir wollen sie auf dem Wege zu
selbstständigen Erwachsenen begleiten. nach dem erfolgreichen Abschluss der
Primary School sollen sie eine qualifizierte Ausbildung als Allround-Handwerker
erhalten. Wir glauben, dass sie damit in Kenia am ehesten eine Chance haben,
ihren Lebensunterhalt zu verdienen. "Learning by doing" und "Hilfe zur
Selbsthilfe " sind dabei die Grundkonzepte. Unser größtes Ziel ist deshalb die
Gründung eines Handwerkerhofes: was an Werkstätten und Unterrichtsräumen bisher
noch fehlt, soll nach und nach von den Jugendlichen selbst geplant, gemauert,
mit Installationen versehen und mit eigenen Möbeln eingerichtet werden. Dieter
Borchert wird am 6. Mai noch einmal für einige Monate nach Sugoi gehen und die
Ausbildung vor Ort beginnen. Die Kenianer sollen die Ausbildung dann selbst
fortführen. Leider ist die Zahl der Straßenkinder in Eldoret nach wie vor sehr
groß, so dass die Notwendigkeit der Aufnahme weiterer Kinder ständig gegeben
ist. Im Rahmen unserer Möglichkeiten soll dies auch geschehen.
All dies ist nur möglich dank einer verlässlichen finanziellen Basis, zu der
auch Sie als Spender beitragen können.
September 2007:
Wichtige aktuelle Infos aus Eldoret und Sugoi
aus Infobrief Nr. 1
1. In Sugoi leben 130
ehemalige Straßenkinder. 15 davon haben die Primary School erfolgreich
absolviert (8 Jahre) und besuchen zurzeit die Secondary School in Eldoret bzw.
Nakuro. 13 Lehrer, 1 Sozialarbeiter
und weitere Personen für Küche und zum Schutz der
gesamten Einrichtung sind beschäftigt. Der
Headmaster heißt George Gichuki, Leiter der Sozialarbeit ist John Mwangi.
2.
Dieses Jahr wurde ein neues PMB
(Partnership members board — Partnerschaftskomitee) gewählt. Die für uns
wichtigste Ansprechperson ist der Chairman Emmanuel Wachira. Mit ihm arbeiten
wir intensiv
und vertrauensvoll zusammen.
3.
Am 3. September begann mit 22
Auszubildenden die berufliche Ausbildung in den Bereichen
Holz, Bau und Metall. Dank
des mehrmonatigen Aufenthaltes von
Dieter Borchert wurde dies möglich. Dieser
großartige Einsatz bewirkte vor allem seine kompetente
Vorbereitung im organisatorischen Bereich, dem Bau von Ausbildungsräumen,
Beschaffung von Geräten und nicht zuletzt die Ausbildung von vier
kenianischen Männern zu Ausbildern. Damit können wir
ein weiteres wichtiges Ziel realisieren: Die Vermittlung einer persönlichen
Lebensperspektive durch Hilfe zur Selbsthilfe für die ehemaligen Straßenkinder.
4.
Ebenfalls schon das ganze Jahr
war Birgit Zimmermann als Sozialarbeiterin und „Mädchen für Alles” vor Ort.
Durch sie wissen wir, dass die Betreuung, psychologische Beratung und Begleitung
äußerst wichtig
für die Jungs ist und bei weitem noch nicht zufrieden
stellend ist. Weiteres Personal ist deshalb dringend erforderlich. Unterstützung
aus Deutschland erhielt Birgit in den letzten 5 Wochen durch Lisa Funfack.
Straßenkinderprojekt
niedergebrannt
Nach den Wahlen gibt es in Kenia schwere Unruhen. Betroffen ist insbesondere die
Region Eldoret. Hier liegt die vom evangelischen Kirchenbezirk Münsingen
aufgebaute „Children’s Home and School Sugoi“. Heinrich Wezel steht in direktem
Kontakt zu der Einrichtung.
Presseerklärung des Arbeitskreises Eldoret (3. Februar 2008)
In der Nacht vom 2. auf 3. Februar 2008 wurde das Straßenkinderprojekt in der
Ortschaft Sugoi bei Eldoret / Westkenia brutal überfallen, ausgeraubt und
niedergebrannt.
Bei Tag wurde von den kenianischen Partnern des Arbeitskreises Eldoret das
Gelände besichtigt. Nach diesem Bericht sind die meisten Gebäude abgebrannt.
Vorher wurden die Lebensmittelvorräte und Einrichtungsgegenstände (auch zur
Ausbildung) geplündert.
Die Täter haben bei ihrem Überfall kundgetan, dass sie dieses Projekt als Kikuyu
Projekt identifizierten und darum beseitigen wollten.
Wir stellen fest, dass unser Projekt gezielt Opfer der ethnischen Säuberungen im
Westen Kenias wurde. Dies geschah ohne Rücksicht auf das Leben der Straßenkinder
und Mitarbeiter, die aus verschiedenen Stämmen Kenias kommen. Dies war auch im
Umfeld des Projektes bekannt. Die umliegenden Kalenjin - Familien aus den
Ortschaften um Sugoi haben seit Jahren über 100 Kinder als Tagesschüler in diese
Schule geschickt. Dieser Überfall war unseres Erachtens von außen gesteuert, wie
in der deutschen Presse mehrfach von anderen Übergriffen berichtet wurde
(Einsatzbefehl per SMS). Somit handelt es sich bei diesem Verbrechen um eine
geplante Tat aus den Reihen der Opposition in Kenia.
Wir haben in unserem Straßenkinderprojekt seit 9 Jahren bis zu 130 Straßenkinder
untergebracht, beschult und waren dabei eine Berufsausbildung vor Ort für sie
aufzubauen. Dabei wurden wir von der Deutschen Botschaft in Nairobi logistisch
und finanziell unterstützt. Sie gab uns auch Hilfestellung bei der Betreuung
unserer Mitarbeiterin in den letzten Wochen.
Wir machen daher die führenden Politiker der Opposition in Nairobi für den
grausamen Übergriff auf unser Projekt verantwortlich und verlangen eine
gerichtliche Verfolgung dieses Verbrechens und ggf. Schadensersatz. Der
ungefähre Wert der Gebäude im Projekt mit dem Grundstück beträgt ca. 1 Million
Euro. Der Partner des deutschen Arbeitskreises ist die PCEA.
Wir bitten die Bundesregierung nachdrücklich, Aufklärung über diesen Sachverhalt
bei den Führern der Opposition einzufordern. Ein hochrangiger Politiker (MP) an
der Seite von Herrn Odinga ist direkter Nachbar dieses Straßenkinderprojektes.
Wir betonen noch einmal, dass bei diesem Überfall das Leben einer deutschen
Staatsbürgerin gezielt gefährdet wurde, die seit Jahren in Kenia mit
Straßenkindern arbeitet.
Wir bitten weiter die Verantwortlichen im Auswärtigen Amt und im BM für
Entwicklungshilfe darum, dass keinerlei Entwicklungshilfe mehr an kenianische
Behörden aus Deutschland und der EU nach Kenia geht, bevor die kenianische
Regierung und die Opposition sich nicht nachprüfbar verpflichten haben, für die
Sicherheit von humanitären Projekten der NGOs zu sorgen.
Der Arbeitskreis Eldoret wird seine Verantwortung für die 130 Kinder und
Jugendlichen trotz dieses Gewaltaktes nicht aufgeben. Unsere kenianischen
Partner haben auf ihrem Kirchengelände (PCEA in Eldoret) eine Notunterkunft für
die Mitarbeiterin und die Jungen mit Hilfe des kenianischen Roten Kreuzes
errichtet. Wir sind mit den Partnern bereits im Gespräch, ob es in Kenia einen
anderen Standort geben könnte, wo wir dieses Projekt wieder errichten.
Heiner Wezel, Martin Rose, Frank Hintzenstern (Vorstände)
Der
Arbeitskreis ruft zu einer gesonderten Spendenaktion unter dem Stichwort
„Flüchtlingshilfe Eldoret“ auf. (Februar 2008)
25 Jahre Partnerschaft und ein auch im politischen Chaos funktionierendes
Projekt verpflichten: Der Arbeitskreis „Eldoret/Kenia“ ist dringender denn je
auf Hilfe angewiesen.
Da
sind das Straßenkinderheim und die Schule in Sugoi, die mitten in einem der
Brennpunkte der politischen und ethnischen Auseinandersetzungen nach den
Präsidentschaftswahlen liegen. Und da sind Tausende von Flüchtlingen, unter
ihnen Lehrer und Angestellte des Projektes sowie Freunde und Bekannte aus der
Partnerschaft mit dem Kirchenbezirk Münsingen, die in diesem Jahr eigentlich ihr
25 jähriges Bestehen festlich begehen wollte.
Mehrere Tausend Flüchtlinge
hat Presbyterianischen
Kirche PCEA auf einem
Kirchengelände zu versorgen – und niemand weiß, wann und ob sie zurückkehren
können. Viele haben ihre Häuser und ihre Farmen verloren oder können die
Maisernte nicht einbringen. Andere sind in sichere Regionen geflüchtet und
versuchen dort, sich eine neue Existenz aufzubauen.
Der Arbeitskreis ruft deshalb auch zu einer gesonderten Spendenaktion unter dem
Stichwort „Flüchtlingshilfe Eldoret“ auf. Damit soll akute Notfallhilfe
insbesondere durch den Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten geleistet werden,
aber auch Aufbauhilfe für besonders geschädigte Familien. Dies könnte zum
Beispiel ein zinsloser Kleinkredit sein, der etwa in Form von Arbeit, Mais oder
Milch an das Projekt Sugoi zurückgezahlt wird.
Spendenkonto: Evangelische Kirchenbezirkskasse Münsingen, Konto Nr. 1 001 534,
Kreissparkasse Reutlingen, BLZ 640 500 00, Kennwort „Eldoret - Sugoi“ oder
„Flüchtlingshilfe Eldoret“
Fröhliche
Kinder, die wie andere zur Schule gehen
dürfen, soll es auch weiterhin in Sugoi geben.
Ergebnis unserer Sonder-Aktion Februar 2008
in Altbach
Die Ereignisse in Kenia veranlassten uns im Februar einen Spendenaufruf an
Mitglieder und Mitarbeiter/innen zu verteilen. Die Wiederaufbauspenden von 19
Spendern beliefen sich bis 13.3.08. auf 2694 € .
Die Aktion wurde Mitte März abgeschlossen.
Aus
dem Reisebericht vom 30. März 2008

Die Menschen
in Eldoret haben nach den Überfällen ihre unbeschwerte Lebensfreude verloren.
Auch wenn im Lande scheinbar alles ruhig ist und der Alltag ins Stadtleben
zurückgekehrt ist,
erinnern geschwärzte
Häuserruinen in den Dörfern und vor allem die größeren und kleineren
Flüchtlingslager in und um Eldoret herum an das, was sich hier vor wenigen
Wochen noch abgespielt hat.
Wir haben uns über jedes bekannte Gesicht gefreut, das wir
getroffen haben und viele erschütternde Geschichten gehört. Aber auch solche von
viel Mut unter lebensbedrohlichen Umständen. Wie zum Beispiel die Geschichte
unserer 130 Kinder, die es alleine geschafft haben, alle im Schutze der Nacht
aus Sugoi herauszukommen und am Morgen die Kirche in Eldoret zu erreichen. Jetzt
sind sie zwar beengt untergebracht – aber wieder fröhlich. Und die Aussicht
auf ein neues Sugoi an einem sicheren Ort in der Nähe von Nairobi macht ihnen
Hoffnung. Sie freuen sich darauf – und die verbliebenen Helfer im Projekt
auch. Für Birgit Zimmermann hat jedes Kind am Ostersamstag einen Brief
geschrieben: Viel Sehnsucht nach der „Mum“ ist da zu lesen und in manchen gibt
es auch Bilder von brennenden Häusern und Menschen mit Pfeil und Bogen.
Dass wir mit dem Projekt von Eldoret weggehen wollen, tut
unseren Freunden im Kirchenbezirk weh. Aber wir haben versprochen, die
Partnerschaft auch in Zukunft weiterzuführen. In welcher Weise auch immer. Die
Verhandlungen um das Land und die Gebäude für ein neues Sugoi drauf haben
gestern (28.03.08) begonnen und verlaufen, wie Heiner Wezel inzwischen erfahren
hat, ganz in unserem Sinne. Steven Kariuki wird dafür sorgen, dass das zweite
Sugoi am neuen Ort einwurzeln kann.
Verhandlungen
am neuen Ort erfolgreich – Umzug möglicherweise schon im August 2008
(Juni 2008)
Mit Lewis Nguyai, dem Abgeordneten aus
Kenia, konnte der Arbeitskreis Eldoret nicht nur einen hochkarätigen Gast auf
der Schwäbischen Alb begrüßen – er hat mit dem 44jährigen Neuparlamentarier von
der PNU auch einen gewichtigen Fürsprecher für die Neuansiedlung des Projektes
in der Nähe von Nairobi gefunden. In seinem Wahlbezirk liegt das Dorf Karai mit
Waisenhaus und Schule, der anvisierten neuen Heimat für die knapp 130 Kinder und
Jugendlichen, die im Februar aus Sugoi vertrieben worden waren und seither in
einer Notunterkunft in Eldoret ausharren.
Lewis Nguyai – in Kenia setzt man respektvoll „Honourable“, d.h. „Ehrenwerter“
vor den Namen – hat sich seit April in die Verhandlungen zur Übernahme des
bestehenden Projektes eingeschaltet. Ihm liegt viel daran in seinem Wahlbezirk
vor allem Ausbildungseinrichtungen anzusiedeln. Anfang Juni ist der Durchbruch
gelungen: die Kooperative von 20 Frauen, denen das Projekt in Karai gehört, hat
sich zum Verkauf entschlossen. Maßgeblichen Anteil hat daran auch Stuart Ross
von der Presbyterianischen Kirche in Texas/USA. Er hatte einstmals mit
Spendengeldern seiner Kirche Waisenhaus und Schule für 300 Kinder gebaut und
sich nun dafür eingesetzt, dass die Jugendlichen von Sugoi in Karai eine neue
Heimat finden können. Wenn alles zügig vorangeht, könnten die ersten schon im
August umziehen – die anderen, die noch ihre Grundschulausbildung abschließen
müssen, zum Jahresende.
Umzug von Eldoret nach Karai
(September 2008)
Das Straßenkinderprojekt hat ein neues Zuhause: „Karai
Children’s Vocational Centre“ (Ausbildungszentrum für Kinder) heißt es und liegt
in der Nähe von Nairobi.

Sieben Monate nach der Zerstörung von Heim und Schule in Sugoi haben die rund 130 Kinder und Jugendlichen wieder ein richtiges Dach über dem Kopf, können in Betten schlafen anstatt auf dem Boden und müssen nicht mehr bei jedem Wetter im Freien essen. Umzugstag war der 30. August, gerade rechtzeitig vor dem Schulbeginn am ersten September. Für das ganze Projekt hat nun eine neue Ära begonnen mit weitreichenden Konsequenzen für alle Verantwortlichen in Kenia und in Deutschland. Zum Beispiel leben jetzt insgesamt 160 Kinder, darunter 22 Mädchen, im neuen Heim.
Nur wenige Tage zuvor war in Karai der letzte Vertrag zur Übergabe des bestehenden Waisenheimes mit Schule unterzeichnet worden. Schon vorher gab es grünes Licht für die umfangreichen Renovierungsarbeiten. Unter großem Zeitdruck hatte der Arbeitkreis zusammen mit seinen Helfern in Kenia die Übernahme des Kinderheimes in Karai aus den Händen der verantwortlichen Frauen-Kooperative bis zum Ferienmonat August auf den Weg gebracht.
Wichtigster Partner war dabei
der Texaner Stuart Ross, dessen Presbyterianische Stiftung einstmals Karai
finanziert hatte und sich jetzt wieder zur Hälfte am Kaufpreis von insgesamt 20
000 Euro sowie an den Renovierungskosten beteiligte. Grundstück und Gebäude sind
momentan noch im Besitz von mehreren Treuhändern. Sobald fest steht, mit welchen
Partnern das Projekt weiter aufgebaut und betrieben wird, soll alles an eine
noch zu gründende Stiftung übergehen. Bis zum
Jahresende dürfte es soweit sein, sodass im Frühjahr 2009 die offizielle
Einweihungsfeier stattfinden kann.
Warten auf das
Signal zum Umzug: Stefanie Kurz aus Engstingen und die Kinder
hoffen, dass es bald vorbei ist mit dem schwierigen Leben in der Notunterkunft.
Ein reger Besucherstrom von der
Alb nach Kenia und umgekehrt
kennzeichnet diese Entwicklungsphase. Da war im Juni die Stippvisite des
kenianischen Abgeordneten Lewis Nguyai, der maßgeblich zu einer schnellen Lösung
beigetragen hat, sowie der Aufenthalt von Stephen Kariuki, dem Gründer der
Partnerschaft und Koordinator in Kenia für den Umzug. Ende August verhandelte
Gisela
Keller mit dem Partnerkomitee in Eldoret, um das Einverständnis zum baldigen
Ortswechsel der Kinder
zu erhalten. Ursprünglich sollten sie das Schuljahr in Eldoret beenden, was
weitere drei Monate unter problematischen Bedingungen bedeutet hätte. Die 18
Jugendlichen, die mit einem Koch und einem Sozialarbeiter noch bis Ende November
in Eldoret ausharren müssen, weil für sie am neuen Ort kurzfristig keine
weiterführende Schule gefunden wurde, haben jetzt wenigstens genügend Platz.
Bereits diese Woche machen sich drei weitere Mitglieder des Arbeitskreises auf den Weg nach Afrika: Jürgen und Frank Hintzenstern sowie Klaus Majohr. Ihre Aufgabenliste sieht unter anderem die Suche nach Gelände zum erneuten Aufbau der handwerklichen Ausbildung vor, wie sie vor einem Jahr in Sugoi begonnen worden war.
Für die Betreuung der Kinder
und Jugendlichen in der Notunterkunft und für die Abwicklung der
Umzugsvorbereitungen am alten und am neuen Standort sorgten sowohl kenianische
als auch mehrere schwäbische Helfer: Zu Birgit Zimmermann (Bempflingen) und Lisa
Funfack ( Wilsingen), die seit Juni im Projekt arbeiten, kamen im Laufe der Zeit
noch Stefanie Kurz (Engstingen) sowie zuletzt Lutz Funfack dazu. Für sie alle
wurde die Umzugsphase zur echten Bewährungsprobe, zumal es die Partner von der
Presbyterianischen Kirche in Eldoret an Unterstützung fehlen ließen. Einer der
Gründe dürfte wohl sein, dass sie die Verlagerung des Projektes an einen 300
Kilometer entfernten Ort als großen Prestigeverlust für den eigenen
Kirchenbezirk betrachten, und dies ausgerechnet im 25. Jahr der Partnerschaft.
Die Flagge Kenias weht im Hof von Karai. Rechts die große Halle mit Küche.
Eldoret/Sugoi abgebrannt - 1 Jahr danach - Jetzt in Karai (2009)
Das neue Projekt heißt jetzt "Karai Children’s Vocational Centre" =
“Ausbildungszentrum für Kinder”.
Am 2.
Februar war es ein Jahr her, dass das Projekt in Sugoi bei Eldoret nach einem
Überfall komplett zerstört wurde. Kinder und Personal konnten sich wie durch ein
Wunder in Sicherheit bringen und fanden danach auf dem Kirchengelände im
Stadtzentrum von Eldoret für sieben Monate eine Notunterkunft. Wir sind froh und
dankbar für die Welle der Solidarität mit vielen Sonderspenden, die wir erleben
durften, und die es ermöglicht haben, in Karai ein neues Zuhause für unsere
Kinder und Jugendlichen zu finden und aufzubauen.
Inzwischen
ist es gelungen, für 13 Jugendliche aus dem Projekt und aus der Umgebung einen
handwerklichen Grundkurs für Farmer anzubieten. Die berufliche Bildung ist damit
fast wieder auf dem früheren Stand. Auch in anderen Bereichen zeichnet sich eine
erfreuliche Weiterentwicklung ab: Karai ist eine gute zweite Heimat geworden.
Nach dem Umzug Ende August leben nun zusammen mit den 35 Waisen des bisherigen
Projektes insgesamt 160 Kinder und Jugendliche in Karai, darunter 23 Mädchen
zwischen 10 und 16 Jahren. Etwa die Hälfte des Personals aus Lehrern,
Sozialarbeitern, Küchenhelfern und Handwerkern ist aus Eldoret mitgekommen.
20 000 Euro hat der Kauf von Grundstück und Gebäuden gekostet, die Hälfte davon,
ebenso einen Teil der Renovierung, hat die Outreach Foundation übernommen, die
unser starker Partner im Projekt bleiben wird. Enorm verteuerte Lebensmittel als
Spätfolge der Unruhen zum Jahresbeginn, mehr Personal sowie der nötige Kauf von
Einrichtung, Kleidung und Schuluniformen sind immer noch eine große finanzielle
Herausforderung.
Eine
Institution wie das Rehabilitationszentrum mit Schule braucht über längere Zeit
eine verlässliche finanzielle Basis, die auch vorausschauende Planungen möglich
macht. Neben den spontanen Spenden könnten Patenschaften, die für ein bis
mehrere Jahre gelten, diese Basis sichern helfen.
30 € pro Monat reichen aus, um einem Straßenkind in Kenia Unterkunft, Nahrung,
Kleidung und Schulbildung zu geben.
Patenschaften können bei
Frank Hintzenstern Renntalstraße 7
D-72525 Münsingen f.hintzenstern@onlinehome.de
oder
Martin Rose Brunnenstraße 9 D-72818 Trochtelfingen - Mägerkingen
post@rose-martin.de
angemeldet werden.
Spenden
werden erbeten auf das Sonderkonto des
Eine Welt e.V. Altbach bei der Volksbank Plochingen
BLZ 611 913 10
Kontonummer 717 383 024 Stichwort:
"Eldoret/Karai"
Weitere Informationen erhalten Sie über die Homepage des Projektarbeitskreises:
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Unser Projekt 2001/2002 und 2010-2015"Afar-Nomaden in Äthiopien" Die letzten zwei Schaltflächen führen direkt ins Internet

Entwicklung braucht Bildung
Afar - Nomaden,
ein vergessenes Volk in Äthiopien
Hilfe für Nomadenkinder
Ein Projekt von
"Forum
Kinder in Not e.V." (ß hier
anklicken)
Derzeit wird ein Projekt bei den Afar-Nomaden gefördert. Vorrangig geht es bei dieser Aufgabe um verbesserte Bildungschancen, um konkret - für uns Europäer fast unvorstellbar - z.B. Medikamentenbeipackzettel lesen zu können oder um auch beim Verkaufen des Viehs besser handeln zu können. In langen Gesprächen konnte erreicht werden, dass die dortige Regierung das Projekt auch längerfristig begleiten will, auch finanziell. Das ist erfreulich und zeigt die Notwendigkeit dieser Arbeit.
Spenden
werden erbeten auf das Sonderkonto des
Eine Welt e.V. Altbach bei der Volksbank Plochingen
BLZ 611 913 10
Kontonummer 717 383 024 Stichwort:
"Kinder in Not"
Der Eine Welt e.V. unterstützte in den letzten beiden Jahren über das „Forum Kinder in Not“ die Afar-Nomaden in Ostafrika. Aus Äthiopien erreichten uns in diesen Tagen erneut schlechte Nachrichten, eine Hungersnot in bisher nicht gekanntem Ausmaß steht bevor. Anfang nächsten Jahres könnten nach Informationen der britischen Rundfunkgesellschaft BBC ca. 15 Millionen Menschen davon betroffen sein. Besonders betroffen ist die Afar-Region im Nordosten des Landes. Iris Krebber von der Welthungerhilfe kehrte vor kurzem aus der Region zurück und berichtete: Die Regenzeit ist gerade vorbei, doch kein Tropfen sei vom Himmel gefallen. Selbst die Regenrückhaltebecken trocknen jetzt aus. Viele Viehkadaver sind die Vorboten einer Hungersnot. Die Nomaden wissen nicht mehr, wo sie mit ihrem Vieh hin sollen. Alte Menschen und Kinder werden in der Hoffnung auf Hilfe an den Hauptstraßen zurückgelassen. Es herrscht blanke Not in einem für uns unvorstellbaren Ausmaß.
Das Altbacher Spendenkonto für die Afar-Nomaden besteht weiterhin: Eine Welt e.V., Konto 717 383 024, Volksbank Plochingen, BLZ 611 913 10, Stichwort: Kinder in Not. Im Voraus herzlichen Dank. Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenbescheinigung
Trinkwasser ist die Lebensgrundlage aller Menschen, aber 1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Auf die dramatischen Folgen, die der Mangel an Trinkwasser nach sich zieht, hat die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, Uschi Eid, hingewiesen. Rund 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern sind auf die mangelnde Trinkwasserversorgung und die schlechte Hygienesituation zurückzuführen. Sie kosten jährlich Millionen von Menschen das Leben.
Auch die Afar‑Nomaden im Osten Äthiopiens leiden extrem unter Wassermangel.
Unzählige Familien müssen auf der Suche nach Wasser für sich und ihre Tiere die
angestammten Gebiete verlassen. Umwelteinflüsse machten sich in den vergangenen
Jahren durch anhaltende Dürre gefolgt von Überschwemmungen bemerkbar. Ihre
Situation wird durch die Benachteiligung durch die Regierung, in der sie keine
Lobby haben, zusätzlich verschlechtert.
Schulbildung für Nomadenkinder
Das Bildungswesen in Äthiopien ist gekennzeichnet durch eine Analphabetenrate von über 70 Prozent im Landesdurchschnitt und 98 Prozent in der Provinz Afar. Ursache dafür ist die hohe Priorität, die das formale, städtische Schulwesen in der Bildungspoetik hat und die marginale Bedeutung der nicht‑formalen Bildung.
Ländliche Regionen in Äthiopien sind weitgehend von Bildungseinrichtungen abgeschnitten, insbesondere Nomaden haben keinen Zugang zu Schulen. Die Tatsache, dass sie ihren Wohnort mehrmals im Jahr wechseln, macht ein angepasstes Bildungssystem notwendig. Hier hat das Forum Kinder in Not e. V. mit den Partnern vor Ort ein eigenes Konzept entwickelt:
Einheimische Lehrer wurden ausgebildet, die Kinder und Jugendliche der eigenen
Clans/Siedlungen unterrichten. So wird gewährleistet, dass die Lehrer immer in
den Gemeinden präsent und an die einfache Lebensweise gewöhnt sind.
• Die Unterrichtssprache ist Afar. Die Kinder müssen keine neue Sprache
lernen und sind somit nicht überfordert. 13 Lehrer im Distrikt Eli Daar hatten
im letzten Quartal 368 Schülerfinnen.
• Eigene Lehrmaterialien werden entwickelt und vervielfältigt. Dadurch wird die einheimische Kultur einbezogen und die Geschichte und Lebensweise der Afar thematisiert. In einem Sprachzentrum arbeiten einige gebildete Afar an neuem Unterrichtsmaterial. Ein illustriertes Kinderbuch mit Tierfabeln wurde kürzlich fertig gestellt.
• Weitere Unterrichtsfächer neben Lesen, Schreiben und Rechnen sind Hygiene, Ursachen und Vermeidung von Krankheiten, Ernährung und Viehhaltung. Damit werden die Zukunftschancen des Volkes verbessert, denn Kinder sind zugänglich für Neuerungen.
Seit Oktober 2000 ist eine neue Provinzregierung eingesetzt. Zur engeren Kooperation wurden zweimonatige Zusammenkünfte mit den Vertretern geplant. Die Regierung ist vom Nutzen des Bildungskonzeptes überzeugt und soll die langfristige Finanzierung übernehmen.
Der schlechte Gesundheitszustand in dieser abgelegenen Region kann nur verbessert werden, wenn einheimische Krankenpfleger ausgebildet und eingesetzt werden können. Kein Angehöriger einer anderen äthiopischen Volksgruppe würde bei den Afar arbeiten. Die Krankenpfleger müssen jedoch alphabetisiert sein, um zuverlässig arbeiten zu können.
Traditionelle Hebammen werden weitergebildet, um von Beschneidungen abzusehen und so Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt zu vermeiden.
Alphabetisierung ist auch ein Weg in größere wirtschaftliche Unabhängigkeit:
viele Nomaden können ihr Vieh, wegen der Abhängigkeit von ausbeuterischen
Händlern aus dem Hochland, nur unter Preis verkaufen. Ein Zusammenschluss in
Kooperativen und eine kompetente Handelsstrategie können zu fairem Handel
führen.
Gesundheits‑ und Ernährungszustand der Afar
Ende letzten Jahres wurde eine Untersuchung im Distrikt Eli Daar, an der Grenze zu Eritrea, von der äthiopischen Behörde für Ernährung durchgeführt. Sie brachte katastrophale Ergebnisse zutage.
Frauen und Kinder haben ernsthafte Unterernährung aufgrund mangelnder Protein‑Zufuhr. 36,9 % der Kinder sind unterernährt und haben chronischen Protein‑Mangel. 62 % höher als der Landesdurchschnitt! Mädchen sind stärker betroffen als Jungen Die Mehrheit hat Parasiten. 61 % der Frauen haben chronische Mangelerscheinungen ‑ 13,2 % ernsthafte. 86 % der Kinder unter 5 Jahren haben ernährungsbedingte Anämie. Jodmangel haben Kinder und Frauen des Gebietes gleichermaßen.
Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Bevölkerung in diesem Gebiet unterprivilegiert ist und unter sehr schlechten sanitären und hygienischen Bedingungen lebt. Die Unterernährung ist schlimmer als im Landesdurchschnitt. Das was sie gegenwärtig zur Ernährung haben, reicht nicht, um diese Mängel zu beseitigen. sie brauchen Zugang zu sauberem Wasser, Basisgesundheitsfürsorge und Bildung bzgl. Hygiene und Ernährung.
Das Projekt des Forum Kinder in Not e. V. mit seinen
umfangreichen Maßnahmen zur Alphabetisierung trägt entscheidend zur Verbesserung
der regionalen Entwicklung, der Gesundheitsversorgung sowie der verbesserten
Situation von Mädchen und Frauen bei.
40 Jahre sind vergangen, seit sich der Arzt und Missionar Paul Yoder erstmals an Brot für die Welt wandte, um Krankenstationen bei den Afar-Hirtennomaden im Osten Äthiopiens aufzubauen. Er wollte bei den Afar medizinisch tätig zu werden. „Dieses isolierte und missverstandene Volk hat mich tief berührt“, berichtete er später. Heute hat sich die Gesundheitsversorgung im leichter zugänglichen Awash-Tal zwar verbessert, in den nördlichen, weiter abgelegenen Gebieten ist sie aber noch mehr als unzureichend. Somit ist die Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprojekten außerordentlich wichtig. Als Beraterin für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit war ich im Januar 2002 zum wiederholten Male in der Afar-Region, um die Durchführung der Maßnahmen zu beurteilen.
Die Afar bewohnen die heißeste Region der Erde - die Danakil-Wüste. Heute noch leben die meisten von ihnen so wie vor vielen hundert Jahren. Gesundheitsarbeit dort zu leisten, ist eine ganz besondere Herausforderung.
Der Fluss Awash zieht sich vom
Hochland durch das Gebiet der Afar als grüne Lebensader, bis er nahe der Grenze
nach Dschibuti versandet. Hier im Grenzgebiet und noch weiter im Norden der
Afar-Region, die sich von der Stadt Awash im Süden bis nach Masawa erstreckt,
ist der Gesundheitszustand der Bevölkerung erschreckend. Wie eine Studie
feststellt, die 2000 von der äthiopischen Regierung in Auftrag gegeben wurde,
sterben nahezu 35 Prozent der Kinder vor dem fünften Lebensjahr. 36,9 Prozent
der Kinder sind unterernährt und leiden an chronischem Proteinmangel.
Gesundheitszustand und Lebenserwartung liegen weit unter dem äthiopischen
Landesdurchschnitt - und Äthiopien
liegt nach dem UN Human Development Report 2001, gemessen an der
Lebenserwartung, dem Zugang zu Bildung und dem Einkommen, im weltweiten
Vergleich an fünftletzter Stelle.
Besucht man die Nomadensiedlungen abseits der Hauptstraße, so wird man schnell mit dem mühsamen Alltag der Afar konfrontiert. Lange Fußmärsche in großer Hitze sind erforderlich, um die Hütten zu erreichen. Abseits jeglicher Infrastruktur leben die Menschen mit ihren Viehherden. Die Ernährungsgrundlage bilden Milch und Brot aus Maismehl. Fleisch gibt es nur an Festtagen und Gemüse ist in der Diät nicht enthalten. Ein Grund dafür, dass die Mehrzahl der Frauen an Anämie leidet. Während der Schwangerschaft oder Geburt werden die Frauen von traditionellen Hebammen versorgt, die häufig unzulänglich ausgerüstet sind. Hilfsorganisationen versuchen wenigstens einen Teil der Hebammen mit dem Nötigsten zu versorgen.
Gelagert wird dort, wo die
Tiere Wasser und Weideflächen finden. Quellen für Trinkwasser sind jedoch häufig
bis zu einem Tagesmarsch von diesen Plätzen entfernt. Von dort das Wasser zu
holen, ist Sache der Frauen, die sich dabei abwechseln. Mit Eseln wird gleich
für mehrere Familien das Wasser in Ziegenhäuten transportiert. Den langen Weg
nutzen sie häufig dafür, Streifen für Matten zu flechten, die für den Bau der
Hütten, als Schlafstätte oder auch zum Abdecken und damit Kühlhalten der
Wasservorräte verwendet werden. Die harte Arbeit der Frauen beginnt bei
Sonnenaufgang mit dem Mahlen des Maises für das tägliche Brot, was zwei bis drei
Stunden in Anspruch nimmt. Es folgt das Melken der Ziegen, Schafe, Kühe und
Kamele, die dann von den älteren Jungen oder Männern zum Weiden getrieben
werden. Das Schlagen der Butter und das Sammeln von Brennholz, gehören genauso
zur Hausarbeit, wie der Auf- und Abbau der Hütten. Die ungeheure
Arbeitsbelastung der Frauen verursacht Krankheiten, Fehlgeburten und Probleme
bei Schwangerschaft und Geburt.
In Äthiopien betreut ein Arzt
durchschnittlich 32.500 Menschen. In der Afar-Region gibt es jedoch nur ein
Krankhaus für die Grundversorgung, eine Tuberkuloseklinik und einige wenige
niedergelassene Ärzte in der Provinzhauptstadt für nahezu eine Million Menschen.
So hat die Mehrzahl der Nomaden kaum Zugang zu angemessener medizinischer
Versorgung. Eine sehr engagierte Nichtregierungsorganisation hat in den letzten
Jahren einzelne Nomaden zu Krankenpflegern ausgebildet. Diese werden nun
innerhalb ihrer Clans eingesetzt, um eine minimale Grundversorgung der
zugehörigen Dörfer zu gewährleisten. Qualifiziertes Personal zu finden, das
bereit ist, in dieser unwirtlichen Gegend mit den Nomaden zu leben, ist nur so
möglich. Die einzige Chance, eine Grundversorgung zu schaffen, ist die
Ausbildung der Afar. Die Herausforderung hierbei ist, dass aufgrund einer
Analphabetenrate von 98 Prozent zunächst Lesen und Schreiben erlernt werden muss
und sich die Ausbildung dadurch verzögert. Forum Kinder in Not
unterstützt im rahmen des Gesamtkonzeptes die Alphabetisierung im Eli Daar
District und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung.
Das Leben im Busch bringt eine
Menge Entbehrungen und birgt viele Risiken. Einige Gebiete erreicht man nur nach
Fußmärschen von einigen Tagen bis zu zwei Wochen. Das erschwert den Transport
von Medikamenten, aber vor allem auch die Versorgung von Notfällen. Leider kommt
es immer wieder vor, dass bei Komplikationen während Schwangerschaft oder Geburt
medizinische Hilfe unerreichbar bleibt oder zu spät kommt. Für uns, die wir es
gewohnt sind, mittels Telefon, Handy, Auto oder Hubschrauber Leben retten zu
können, ist diese Machtlosigkeit vor Ort schwer zu ertragen.
Tuberkulose ist nach wie vor die Krankheit, von der die Afar am schwersten betroffen sind. Seit 2001 gibt es nun eine Tuberkuloseklinik, in der etwa 200 Patienten nach den Richtlinien der WHO bis zu sechs Monaten stationär behandelt werden. Die Patienten, die in der Regel eine Betreuungsperson mitbringen, bauen ihr Zelt in unmittelbarer Umgebung der Klinik auf. Sie erhalten neben der medizinischen Behandlung kostenlos Nahrungsmittel für zwei Personen. Die Angehörigen kochen und sorgen für die Patienten. Nur durch die Behandlung bis zur vollständigen Genesung wird sichergestellt, dass keine Medikamenten-Resistenzen entstehen und der Patient kein Ansteckungsrisiko birgt.
Zu einem besonderen Problem
wird die Malaria in dieser Region, wenn während der Regenzeit die Flüsse aus dem
Hochland die Ufergebiete überschwemmen. Schon vor einigen Jahren wurden mit
Unterstützung kirchlicher Organisationen Nähmaschinen bereitgestellt, die Frauen
durch das Nähen von Moskitonetzen ein Einkommen verschaffen. Die Moskitonetze
werden der Bevölkerung zum Schutz vor Malaria empfohlen. In der Umgebung der
Marktflecken sind die Netze mittlerweile sehr verbreitet.
Der Zusammenhang zwischen
Hygiene und Krankheiten ist den Nomaden vielfach noch nicht bewusst. Das klar zu
machen, ist die Aufgabe von Dorfhelferinnen, die insbesondere Frauen darüber
aufklären, wie sich die Übertragung von Infektionen, Durchfallerkrankungen oder
anderen Krankheiten vermeiden lassen. Das enge Zusammenleben von Mensch und Tier
birgt viele Risiken. Kinder, die auf den Übernachtungsplätzen der Herden
spielen, laufen leicht Gefahr, krank zu werden. Auch die Schafe oder Ziegen, die
in die Hütten kommen und am Brot knabbern oder an der Milch lecken, sind
potentielle Überträger von Krankheiten.
Bleibt zu hoffen, dass im Laufe der Zeit genügend Multiplikatoren und medizinische Fachkräfte ausgebildet werden können, die in ihren eigenen Dörfern beratend und behandelnd tätig sein können. Die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu fördern, ist eine der Hauptaufgaben. Die Stärkung und Weiterbildung der Frauen, verbunden mit einer möglichen Arbeitsentlastung, ist eine weitere Herausforderung. Aber auch den Männern einträglichere Vermarktungsmöglichkeiten für ihr Vieh zu schaffen, um damit das Einkommen zu erhöhen und so die Ernährung der gesamten Familie zu verbessern, ist ein wichtiger Aspekt. All diese Maßnahmen können langfristig zu einem besseren Gesundheitszustand der Bevölkerung in dieser entlegenen Region führen.
Dr. Ramona Gresch-Bruder
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Schulen
für Afar‑Nomadenkinder: Nach drei Jahren etabliert
Mai 2003
Drei Jahre sind
vergangen, seit 13 informelle Schulen mit finanzieller Hilfe des Forum Kinder
in Not im Distrikt Eli Daar gegründet worden sind. Insgesamt 1.838
Schülerinnen und Schüler konnten in dieser Zeit den Unterricht besuchen. Sie
lernten lesen, schreiben, rechnen und mehr.
In dieser Zeit konnten folgende Ziele erreicht werden:
·
13 Gemeinden hatten zum ersten Mal in ihrer Geschichte Zugang zu Schulbildung.
·
Die Teilnahme der Kinder am Unterricht wurde von 32 % am Anfang auf 67 % im
letzten Quartal
gesteigert. Die Familien haben Schulbildung als wichtig akzeptiert.
·
Etwa ein Viertel sind Schülerinnen.
· Dank der
jährlichen Weiterbildungskurse sind die 13 Lehrer sicher und vertraut mit ihrer
Rolle.
Sie sind motiviert, ihre Schüler auch in höheren Klassen zu begleiten.
·
Das informelle Bildungsprogramm für Nomadenkinder hat die Anerkennung der
Regierung gefunden, die die Schulen in dieser Form
weiterführen möchte.
Dies sind Erfolge, die trotz der äußerst schwierigen Lebensumstände in den
letzten Jahren zu verzeichnen sind. Immer wieder wurde der regelmäßige
Unterricht durch die täglichen Sorgen um Wasser und Weidefläche für das Vieh
erschwert. Diskussionen mit den Clan‑Ältesten, wie hier Abhilfe geschaffen
werden kann, führten leider bisher zu keiner praktikablen Lösung.
Besonders hart war das letzte Quartal 2002. Regen, der in anderen Gebieten im
Osten Äthiopiens fiel, blieb im Eli‑ völlig aus. So waren unsere Partner
hauptsächlich damit beschäftigt die Dörfer Goma Doobi und Paradizo
kontinuierlich mit Wasser zu versorgen. Etwa 35 Prozent der Tiere in der
Projektregion sind Ende 2002 verendet. In anderen Regionen war es sogar die
Hälfte. Damit fehlt in vielen Familien das Hauptnahrungsmittel: Milch. Nicht nur
Kinder sind aufgrund der Situation unterversorgt. Unsere Partner haben in den
letzten Monaten insbesondere für die unterernährten Kinder Lebensmittel
bereitgestellt. Zwei Regenwassersammelbecken wurden von den Afar angelegt. Mit
Hilfe der Gesundheitsbehörde wurde im Dezember im Projektgebiet erfolgreich
gegen Masern geimpft.
Die Alphabetisierung ist zwar nun in den Dörfern als wichtiger Bestandteil
eingeführt, die Regierung jedoch noch nicht in der Lage die 13 Lehrer zu
übernehmen. APDA bittet deshalb darum, die Finanzierung für weitere zwei Jahre
zu übernehmen. Ein Treffen der Beteiligten im Januar 2003 versuchte, abgesehen
von den Auswirkungen der Dürre, die erreichten Ziele und Schwächen des Programms
zu analysieren. Dies insbesondere vor der Erkenntnis, dass Bildung die Grundlage
für die Nomaden ist, um ihre Lebenssituation zu verbessern: Die
Müttersterblichkeit zu senken, die allgemeine Entwicklung voranzutreiben und sie
zu befähigen solchen Krisen, wie dem Verlust der Herden, Dürre und Hunger,
entgegenzutreten.
Im letzten Quartal führte APDA Regierungsvertreter zu vier
Projektgebieten in Eli‑Daar. In ihrem Bericht empfahlen sie die Methoden der
Einführung von Schulbildung von APDA und beschlossen, dass APDA so weit wie
möglich in ein Pilotprojekt eingebunden werden muss. Dieses soll im September
beginnen und fünf Lehrer sowie fünf Gesundheitsarbeiter einbeziehen.
Unsere Partner vor Ort werden weiterhin alles Mögliche tun, um die Übernahme der
Schulen durch die Regierung in den nächsten zwei Jahren zu erreichen. Neben all
den Not wendenden Hilfsmaßnahmen während der Dürre ist das Weiterführen der
Schulen dennoch ein wichtiger Teil, um den Afar langfristig zu besseren Lebens‑
und Überlebenschancen zu verhelfen.
Dr. Ramona Gresch‑Bruder
Informelle Schulbildung bei den Afar‑Hirtennomaden
Quartalsbericht Februar bis April 2003
Noch immer ist das Projektgebiet
Eli Daar von der Dürre betroffen, weil die Niederschläge in den letzten Wochen
weitgehend ausblieben. Nun ist bis Juli kein Regen mehr zu erwarten. Die
Situation in Eli Daar hat sich nicht entspannt und deshalb liefern unsere
Partner weiterhin Wasser nach Guma, Doobi und Paradizo. Das neue Wasserbecken,
das in einem „Nahrungsmittel für Arbeitskraft‑Programm" gebaut worden war wurde
durch die wenigen Regenfälle weitgehend gefüllt und wird zum Tränken der Tiere
verwendet. Teilweise erhalten die Haushalte Nahrungsmittel von der Regierung in
einigen unterversorgten Gebieten liefert APDA Getreide an bedürftige Familien.
Schüler und Lehrer
Trotz Wassermangels geht der Unterricht in den Schulen weiter, bis auf Daraytu.
Der Lehrer dieser Schule wurde von Der Regionalregierung ausgewählt für das
Pilotprojekt der informellen Bildung bei Nomaden, das im März begann. Er nimmt
zurzeit an einer Weiterbildung in Assayita teil.
Die Schülerzahlen in den 13 Schulen liegen bei ca. 415. Demnach besucht ein
großer Teil der Kinder die Schulen, wobei der Anteil der Mädchen deutlich
niedriger ist.
Unsere Partner bereiten zurzeit einen Auffrischungskurs für die 13 Lehrer vor,
an dem auch der zukünftige Vertretungslehrer für den Lehrer aus Daraytu
teilnimmt.
Texte der Regierungsschulen für Klasse 2 und 3 wurden übersetzt und mit
entsprechenden Illustrationen versehen. Außerdem stellte die Regierung Material
für Mathematik, Afar-Grammatik und Amharisch (offizielle Sprache Äthiopiens) zur
Verfügung. Geplant ist die Weiterbildung für die Ziegenhirten im Mai und die
Kuhhirten im August.
Kooperation mit der Regionalregierung und Nichtregierungsorganisationen
Im Februar hat die Regierung damit begonnen Lehrer aus Eli Daar auszubilden, um
ihr Pilotprogramm für Gesundheit und Bildung bei den nomadisierenden Afar
einzuführen. Von sieben ausgewählten Lehrern ist nur einer von APDA (derjenige
aus Daraytu). APDA ist noch im Gespräch mit der Regierung wegen des
Übergabeprozesses. Welche Gesundheitsarbeiter ausgewählt werden steht noch nicht
fest.
Mit anderen Nichtregierungsorganisationen in der Region ist ein Treffen für den
z. Mai geplant, um die Maßnahmen wegen der Dürre zu koordinieren.
Schlussbemerkungen
Das Schulprojekt nimmt mittlerweile eine zentrale Rolle in der Gesellschaft ein.
In der Bildung sehen die Afar ihre Entwicklungsmöglichkeiten ‑ sie, die unter
der Dürre leiden, von der allgemeinen Entwicklung ausgeschlossen sind und
außerhalb der äthiopischen Wirtschaft stehen.
Die Zukunft liegt in der Unterstützung dieses Volkes durch die Regierung, die
die Bildung nachhaltig ermöglichen muss. In der ersten Runde haben sie 6 Lehrer
von außerhalb ausgewählt. Diese Entscheidung, keine Lehrer aus den
Projektgebieten auszuwählen zeigt die Anfangsschwierigkeiten. APDA ist der
Meinung, dass in den meisten Fällen diese „Außenseiter" nicht in den Dörfern
bleiben werden, weil die Lebensbedingungen sehr schwierig sind. Immerhin wurde
ein Lehrer für die weitere Ausbildung durch die Regierung ausgewählt. Die
Regierung argumentiert mit der besseren Qualifikation der ausgewählten
Kandidaten. Wie auch immer, der Bedarf an Lehrern und Bildung unter den Afar ist
sehr groß, denn bisher haben erst knapp 20 % der Kinder im Distrikt Zugang zu
Bildung.
Infobrief September 2003
Alphabetisierungsprogramm für Afar‑Nomadenkinder/Äthiopien
Quartalsbericht Mai ‑ Juli von Valerie Browning vom 30.08.2003 (gekürzt)
Allgemeines:
Eli Daar kämpft auch weiterhin mit extremer Dürre. Die Regenzeit hatte zunächst
keine Entspannung gebracht. Im August setzten allerdings Regenfälle ein, die
einige Gebiete in ein Grün verwandelte wie man es seit einigen Jahren nicht mehr
gesehen hat.
Unterricht
In den 13 Schulen wurden im letzten Quartal 392 Schüler unterrichtet, etwas
weniger als zuvor. 17 Schüler haben die Schule verlassen. 63 % der Schüler
waren unter zehn Jahren. Die Dürre verursachte enormen Druck auf die Haushalte,
die vor allem versuchen ihre Tiere am Leben zu halten und Wasser für die
Familie zu beschaffen. Dies hat auch negative Auswirkungen auf das
Bildungsprojekt.
Fortbildung der
Lehrer:
Mai ‑ Juli fand die Fortbildung zusammen mit Lehrern aus anderen Distrikten
statt. Neue Texte wurden für die 1. und z. Klasse entwickelt. Eine
Regierungsperson nahm an der Fortbildung teil. Neben dem normalen
Unterrichtsstoff erhielten die Lehrer auch Informationen zu
Entwicklungsproblemen in ihrer Gesellschaft, z. B. Übertragung von HIV/Aids,
Kontrolle von Tierkrankheiten, Beschneidung usw.
Sonstige
Aktivitäten:
Weiterhin wird
Trinkwasser in die Dörfer Guma, Doobi und Paradizo gebracht. „Arbeit für
Nahrung"‑Programme laufen weiter für den Bau einer Straße, die den Zugang zu
einigen Dörfern erleichtern soll. Gesundheitsarbeiter führen mit Hilfe der
Welthungerhilfe Ernährungsstudien durch, um Mangelernährung bei Kindern zu
bekämpfen.
APDA hat zwei Geldquellen aufgetan, um eine größere Anzahl von Büchern in Afar‑Sprache
drucken zu lassen.
Schlussbemerkung:
Das Projekt Bildungsmöglichkeiten zu bieten, wo es sonst keine Chance auf
Bildung gäbe, ist eine wichtige Leistung im Rahmen eines Programms, das den
Zugang zu Bildung auch als Recht der Nomaden ansieht. Insofern begrüßt APDA von
Herzen jede Unterstützung, die dieses sicherstellt.
Finanzen:
Das Forum hat im September weitere 3000,‑ € für die Schulen an APDA überwiesen.
Darin enthalten sind die zweckbezogenen Spenden von Privatpersonen, dem
Ökumenischen Arbeitskreis Eine Welt e.V. in Altbach sowie Erlöse aus
Veranstaltungen des Forum Kinder in Not e.V.
Kontaktadresse: Dr. Ramona Gresch‑Bruder, Sigwartstraße 3 D ‑ 72149
Neustetten 1 Tel.: 0 74 72 ; 91 53 12
Infobrief August 2004
Ihre Spende für Afar-Nomadenkinder in Äthiopien
Liebe Engagierte im Ökumenischen AK Eine Welt,
sehr herzlich danken
wir Ihnen für Ihre Spende zugunsten der Kinder in der Danakil-Wüste
in Äthiopien. Ihre finanzielle Hilfe trägt dazu bei, dass die Kinder der
Wanderhirten eine ordentliche Schulbildung bekommen und so ihre Zukunftschancen
grundlegend verbessert werden können.
Valerie Browning von APDA,
unsere Partnerin vor Ort, die das Projekt mit außerordentlichem persönlichen
Einsatz begleitet, schrieb im August diesen Jahres: „Die Rahmenbedingungen sind
zurzeit sehr gut, abgesehen von der Hitze und heftigen Stürmen Anfang Juli. Wir
konnten die von uns gesteckten Ziele im letzten Quartal erreichen. 512
Schüler/innen besuchten regelmäßig den Unterricht, davon 87 Mädchen. Wir wollen
nun eine Kampagne starten, um für die Schulbildung der Mädchen zu werben... Fünf
weitere Siedlungen in der Afar-Region, die keinen Zugang zu
Bildungseinrichtungen haben, wurden mit den lokalen Führern ausgewählt, um
weitere Schulen einzurichten. Lehrer dafür werden bereits ausgebildet... Das
Bildungsprojekt nimmt in unserem Kampf, um eine Verbesserung der
Lebensbedingungen der Afar einen wichtigen Stellenwert ein... Die Folgen von
Überschwemmungen im März machen eine Unterstützung von rund 2000 stark
betroffenen Haushalten nötig. Diese sollen zur Existenzsicherung je 12 Ziegen
bekommen, ein Teil davon aus der „Schulgebühr” der Familien, die jedes Jahr eine
Ziege als Schulgeld an APDA abgeben.”
Forum Kinder in Not ist dankbar für jede Spende, die dieses wichtige Projekt
unterstützt!
Mit
herzlichen Grüßen
Dr. Ramona Gresch-Bruder
Bankverbindung des
Vereins:
Kreissparkasse Tübingen BLZ: 641 500 20 Kto-Nr. 12 416 417 - Eingetragen beim
Amtsgericht Rottenburg, VR 221
Das Grenzgebiet von Eli Daar ist blieb die vergangenen Monate komplett ohne Regen. Die Folge ist, dass die Weiden nicht mehr genug Futter für die Ziegen - neben einigen Rindern und Kühen der Hauptbestand der Viehherden - hergeben.
APDA schlägt Alarm, weil:
à
Das wird zu massiver Nahrungsmittelknappheit in den Haushalten führen!! Bereits
jetzt sind zu wenige Milchprodukte für Kinder und besonders Bedürftige
vorhanden.
Normalerweise haben die Afar zu dieser Zeit Milchüberschüsse und verarbeiten sie
zu Butter, um sie länger haltbar zu machen und auf dem Markt zu verkaufen. In
diesem Jahr wird fast keine Butter auf dem Markt angeboten und wenn, dann ist
sie sehr teuer.
Die Preise für Vieh sind zur Zeit sehr unterschiedlich. Wo die Nachfrage groß
ist, in der Nähe der Militär-Camps, bringt eine gute Ziege 120 Birr (15 Euro),
auf den regulären Märkten in der Stadt gerade einmal 40 – 60 Birr (5-7 Euro).
Gowaneh/ Buramudayto, Zone 3
Besonders prekär ist die Lage für die Menschen in Gowaneh, deren Viehherden
zusätzlich durch nahezu tägliche Überfälle von Issa (Nomaden aus der
Somali-Region) bedroht sind. So können sie ihre traditionellen Weidegründe nicht
nutzen, sondern halten sich fern. Die erreichbaren Gebiete sind leider von einem
Dornengestrüpp (‘prosopis’ weed) so bewachsen, dass die Herden das Futter kaum
nutzen können.
Vor kurzem kam Valerie in das
Dorf Gowaneh, um fünf Frauen abzuholen, die in Adis Abeba Fistular Krankenhaus
operiert werden sollten. Bei diesem Besuch fand Valerie in allen fünf Familien,
die sie aufsuchte, drastisch unterernährte Kinder unter einem Jahr.
In ihrer e-Mail an uns schlägt sie folgende Maßnahmen vor:
Januar
2006 - Afar/Äthiopien:
extreme Dürre gefährdet auch Erfolg des Schulprojektes
In ihrem Brief
vom 3. Januar 2006 grüßt Valerie Browning, engagierte Partnerin in der
Afar-Region, alle Spender/innen und dankt für die enorme Unterstützung die
2005 geleistet wurde. Nur mit externer Hilfe war es möglich auf die enormen
Herausforderungen zu reagieren und das Entwicklungsprogramm für die Nomaden
weiterzuführen. Dennoch blicken die Afar skeptisch in das neue Jahr, denn sie
haben große Angst, dass sich eine solche Dürrekatastrophe wie 2005 wiederholen
könnte.
Die Zahl der Schüler/innen in den 13 unterstützten Schulen belief sich im
ersten Halbjahr 2005 auf 549. Davon waren 442 Kinder unter 10 Jahren und 168
Mädchen. Im April besucht Valerie die Clanältesten in Hayyu, um zu
diskutieren, was getan werden kann, um noch mehr Kinder und Eltern für die
Schulbildung zu motivieren. Auch die Schulbehörde wurde aufgesucht, um den
5-Jahresplan zu diskutieren.
Auch wenn es im Juli und September heftige Regenfälle gab, so blieben die
gewohnten Niederschläge im November aus. So sind die sonst um diese Zeit
grünen Weiden bereits jetzt wieder staubige Landstriche. Wiederum ist die
Milch in den Familien knapp. Von unserer Projektregion Eli Daar berichten die
Clanältesten im Dezember von extremer Trockenheit. Viele Familien legen weite
Strecken auf der Suche nach Wasser und Weidegründen zurück oder haben die
Region verlassen. Damit wird die Schulbildung der Kinder in eine tiefe Krise
gestürzt. Im Distrikt Assayita ist rund die Hälfte der Maisernte zerstört,
weil die übliche Überschwemmung der Felder durch den Awash-Fluss ausgeblieben
ist. Zudem grassiert eine tödliche Krankheit unter den Kamelen in bestimmten
Weidegebieten.
Das Erdbeben im September und
November 2005, hatte viele Menschen vertrieben, 80 Haushalten konnten
geflochtene Matten, die von Afar in der Region hergestellt wurden, zur
Verfügung gestellt werden, um sich vor Sonne am Tag und der Kälte bei Nacht zu
schützen.
Die Gesundheitsarbeiter von APDA berichten nach wie vor von dem weiterhin
anhaltenden schlechten Gesundheitszustand der Kinder in der Danakil-Wüste.
Kinder in zwei Regionen sind sehr stark von Masern, Durchfall und Keuchhusten
betroffen. Dutzende, besonders nicht geimpfte Kinder, sind im Dezember
gestorben. Auch wenn das äthiopische Gesundheitsministerium, Unicef und WHO
inzwischen einen Aktionsplan erarbeiten, ist in vielen Gemeinden noch keine
Hilfe angekommen. Unser Engagement ist daher nach wie vor eine wichtige Hilfe.
Das Afar-Projekt wurde 2005 vom "Forum Kinder in Not e.V." mit 12.500 Euro
unterstützt.
Oktober 2006 - In der sengenden Wüstenglut aus: Gesundheit in der Einen Welt - Difäm Heft 3/2006 - Bericht: Dr. Ramona Gresch-Bruder
Langsam bewegen wir uns über das von der Sonne erhitzte Lavagestein vorwärts.
Es ist mühsam, zu einer der abgelegenen Siedlungen der Afar-Nomaden zu
gelangen. Hier, in der Danakil-Wüste, am heißesten bewohnten Ort der Erde,
überrascht mich immer wieder, wie Menschen unter diesen extremen Bedingungen
überhaupt leben können.
Aber die Afar-Nomaden haben
ihre Lebensweise in Jahrtausenden an diese klimatischen Verhältnisse
angepasst. Doch hat die Natur gerade in den vergangenen fünf Jahren den
Menschen viel abverlangt. Durch ausbleibende Regenfälle haben in den
Distrikten Eli Daar und Teeru die meisten Familien bis zu 90 Prozent ihres
Viehbestandes verloren. Die Ziegen und Schafe,
oftmals schon durch
Krankheiten geschwächt, hatten der extremen Dürre nichts entgegenzusetzen.
Abgemagert bis auf die Knochen konnten sie weder verkauft geschweige denn
verzehrt werden. Als sie verendet waren, wurden sie ihnen sogar zur Gefahr.
Denn durch die Kadaver, die mangels Kerosin nicht verbrannt werden konnten,
drohten sich Seuchen auszubreiten.
Auch die Menschen leiden direkt unter den extremen klimatischen Verhältnissen.
Im Frühjahr 2006 sind den Angaben eines Gesundheitsarbeiters zufolge sogar
Kleinkinder regelrecht verdurstet. In den armseligen Hütten fehlen jegliche
Nahrungsvorräte. Ohne den Verkauf von Tieren ist kein Geld für Getreide da.
Mütter können ihre Säuglinge nicht mehr stillen. Die Kleinkinder, die das
einzige, was da ist - das harte Brot - weder kauen noch verdauen können,
leiden an Unterernährung.
Difäm hat auf den Hilferuf der Partner schnell reagiert: Spezialnahrung,
gerade für diese Kleinsten unter zwei Jahren, wurde von vielen Helfern in den
Dörfern verteilt, dazu sauberes Wasser, um nicht durch das Risiko einer
Durchfallerkrankung die Gesundheit der Kinder aufs Spiel zu setzen.
Doch wie kann es unter solchen Umständen weitergehen? Viele Familien sind
inzwischen aus dem Gebiet abgewandert. Die Provinzregierung hat zwar in
Zusammenarbeit mit unseren Partnern die Wasserversorgung in den zugänglichen
Gebieten gesichert und mancherorts Getreide und Öl verteilt, aber diese Hilfe
erreicht bei Weitem nicht alle Hilfsbedürftigen. Das Land um die Wasserbecken,
die regelmäßig aufgefüllt werden, ist karg und begrenzt. Es bietet kaum
Weideflächen für die Tiere, ebenso wenig wie die engen Plätze um die
Wasserleitungen in den Städten, zu denen viele Nomaden geflüchtet sind.
Der Gesundheitszustand der Bevölkerung in großen Teilen der Provinz Afar ist
besorgniserregend. In den Regionen, in denen der Regen seit Jahren
ausgeblieben ist, sind viele Siedlungen verlassen. Die Gesichtszüge der
wenigen Zurückgebliebenen, die sich irgendwie durchschlagen, sind verhärmt,
die Wangen sind eingefallen. Aus tief liegenden Augen schauen mich die Frauen
an, als würden sie von mir die Zusage erwarten, dass es ihnen und ihren
Familien schon bald besser gehen wird - dass der Regen bald kommen wird.
Aber dort, wo der Regen kommt, und in den Überschwemmungsgebieten des großen
Flusses Awash im Südosten der Provinz, ist die Lage eine völlig andere: Es
gibt genug Futter für die Tiere, die Kinder bekommen ausreichend Kamel- oder
Kuhmilch und den Menschen fehlt es scheinbar an nichts. Aber hier setzt die
Malaria den Menschen zu. Sie ist die häufigste Erkrankung und Todesursache
Nummer eins im Distrikt Kotubla.
Kaum dass die Dämmerung beginnt, werden wir außerhalb des Moskitonetzes von
Scharen Moskitos regelrecht angefallen. Glücklicherweise wurden in den
vergangenen Monaten an viele Familien Moskitonetze verteilt. Die Malariafälle
sind seitdem deutlich zurückgegangen. Die Gesundheitsarbeiter, die jeweils 12
bis 15 Siedlungen betreuen, berichten
dies mit Erleichterung. Aber:
In den unzugänglichen Gebieten, die wegen der Überschwemmung mit Fahrzeugen
nicht erreicht werden können, fehlen die lebensrettenden Netze. Hier haben die
Bewohner Glück, wenn einer der Gesundheitshelfer, die zu Fuß unterwegs sind,
um auch die abgelegenen Gebiete zu erreichen, zur rechten Zeit mit
Medikamenten helfen oder behandeln kann.
Als ich mit den Gesundheitsarbeitern unserer Partnerorganisation unterwegs
bin, begegnen uns auch immer wieder Familienhelferinnen. Sie sind speziell
dazu ausgebildet, die hygienische Situation in den Haushalten zu verbessern,
und insbesondere die Frauen über Ursachen und Vermeidung von Krankheiten,
Säuglingspflege, Ernährung, Schwangerschaft und Geburt aufzuklären. Und sie
treten der traditionellen Frauenbeschneidung (FGM) entgegen. So wurde in den
vergangenen Jahren durch diese Familienhelferinnen eine Menge in Bewegung
gebracht.
Amina und Hallo, beide seit 1997 in der Frauenarbeit tätig,
berichteten mir von ihren Erfahrungen:
In der Regel sind sie zu Fuß unterwegs und besuchen rund zehn Haushalte pro
Tag. Sie sind froh über die erreichten Erfolge: Heute sterben immer weniger
Frauen bei der Geburt, weil sie bei Komplikationen in der Schwangerschaft oder
schweren Krankheiten viel früher einen Gesundheitsdienst aufsuchen. Inzwischen
lehnen auch traditionelle Hebammen - bis auf wenige Ausnahmen - FGM ab und
führen sie nicht mehr durch. Dadurch kommt es auch neuerdings seltener zu
schwerwiegenden Geburtskomplikationen. Auch die Männer reagieren auf das
erworbene Wissen und kaufen beispielsweise auf dem Markt nicht nur Getreide,
sondern auch Seife.
Allerdings meinen Amina und Hallo, dass der Gesundheitszustand von Müttern und
Kindern noch besser sein könnte, wenn es mehr Familienhelferinnen gäbe. Viele
Regionen wurden noch gar nicht erreicht. Und leider ist die Arbeitsbelastung
der Frauen noch nicht im gewünschten Maße gesunken: Das Getreidemahlen,
vornehmlich Mais, ist die schwerste Arbeit der Frauen und sehr zeitaufwändig.
Amina beklagt, dass die Männer ihren Frauen zu wenig helfen. Dennoch sieht sie
optimistisch in die Zukunft, denn langsam würde sich das Bewusstsein wandeln
und sogar manche Männer bei der Hausarbeit helfen.
Aus der Homepage 2007: Forum Kinder in Not
Mai 2007: Äthiopien: Schule trotz extremer
Herausforderungen meistern
Anfang des
Jahres machte die extreme Dürre den Nomaden in der Danakilwüste sehr zu
schaffen. Hunderte von Familien machten sich auf den Weg zu den Städten, weil
sie ihr Vieh verloren hatten und weder Nahrung noch Wasser für ihre Familien
hatten. Valerie Browning, Krankenschwester und Hebamme, die seit 15 Jahren mit
den Afar lebt und arbeitet, berichtete, dass sie es noch nie erlebt hatte,
dass in den Hütten nichts mehr zu Essen war und so viele Kinder an
Unterernährung und Dehydrierung litten. Masern, Keuchhusten,
Atemweg-Erkrankungen und Durchfallerkrankungen schwächten die Kinder
zusätzlich 1.029 Kleinkinder wurden mit Spezialnahrung für einen Monat oder
länger wieder aufgepäppelt.
Die Situation wirkte sich auch
auf den Schulbesuch aus. Die weiten Wege zum Wasserholen und Viehtränken
forderten belasteten auch die Kinder. Das Abwandern der Familien und die damit
verbundene Trennung von der Gemeinschaft machten einen regulären Schulbetrieb
zeitweise unmöglich. Aber im April entspannte sich die Lage. Im zweiten
Quartal besuchten 495 Kinder den Unterricht und der Anstieg der Schülerzahlen
in den weiteren Monaten gibt Hoffnung, dass wieder Normalität eintritt. Im
Sommer fand die Fortbildung der Lehrer statt.
Difäm – „Gesundheit
in der einen Welt Nr. 2/07“
Äthiopien: Hilfe bei Durchfall
Eine Durchfallepidemie in der Afar-Region hielt die Gesundheitsarbeiter Ende
2006 in Atem. Bis Mitte Dezember waren 70 Todesfälle gemeldet. Die Epidemie
war nur schwer unter Kontrolle zu bekommen. Die Lebensweise der Nomaden und
die schlechte Infrastruktur machten die Bekämpfungsmaßnahmen außer-ordentlich
schwierig. Die Gesundheitsarbeiter ziehen von Dorf zu Dorf, um Erkrankte zu
finden und zu versorgen. Sie führen Zucker-Salz-Lösungen zum Behandeln der
ausgetrockneten Körper, Seife, Mittel zur Trinkwasserdesinfektion und
Medikamente mit sich. Bei den Besuchen wird den Menschen auch vermittelt, wie
sie die lebenserhaltende Behandlung selbst durchführen und die
Ansteckungsgefahr verringern können. Die Dramagruppe von APDA reist in die
entlegenen Gebiete und informiert spielerisch über Hygienemaßnahmen. Das Difäm
hat 5.000 Euro für den lokalen Einkauf von u. a. Schmerz- und Fiebertabletten
sowie Antibiotika zur Verfügung gestellt.
Jahresbericht 2007 (Januar
2008)
Die Kindersterblichkeit geht zurück
Seit 2001 fördert das Forum Kinder in Not die Schulbildung für Nomadenkinder in der heißesten bewohnten Region der Erde. Ein Ziel ist es, die Gesundheit der Kinder deutlich zu verbessern. Dort, wo Abgeschiedenheit und Hitze bis dahin nahezu allen Menschen den Zugang zu formeller
Bildung verwehrt haben, setzt sich unsere Partnerin, die Krankenschwester und Hebamme Valerie Browning, ein. Sie hat klar erkannt, dass Bildung ein wichtiger Faktor zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der Nomaden (Afar) ist. Viele Ursachen von Krankheiten und Präventionsmöglichkeiten waren den Afar-Familien noch vor einigen Jahren unbekannt. 1999 ergab eine Erhebung, dass über 30 Prozent der Kinder unter 5 Jahren sterben. Ursachen dafür waren mangelnde Hygiene, Unterernährung, Infektionskrankheiten und fehlende Gesundheitsdienste in der abgelegenen Region.
Ziel des Projektes:
Um dem
Abhilfe zu schaffen, mussten Menschen aus den eigenen Reihen
ausgebildet
werden, um Gesundheitsdienste zu übernehmen. Denn das Erreichen der wenigen
staatlichen Einrichtungen in der Danakilwüste erfordert oft tagelange
Fußmärsche. Ein Todesurteil vor allem für Schwangere und kleine Kinder! So
wurden zunächst Erwachsene geschult, um sie zu Lehrern oder Gesundheitshelfern
auszubilden. Darauf folgte die Schulbildung für Kinder, die neben Lesen,
Schreiben und Rechnen auch über Krankheitsursachen, Viehhaltung und Ernährung
lernen. Ziel ist zudem, den Nomaden eine Ausbildung, zum Beispiel im
Gesundheitsbereich, zu eröffnen. Heute unterrichten 237 Lehrer in dieser
Region mit einer Bevölkerung von 1,2 Millionen Menschen.
Wofür die Spenden verwendet werden:
Das Forum Kinder in Not unterstützt 13 Schulen in der Grenzregion zu Eritrea.
Nach sieben Jahren zeigt das Projekt deutliche Wirkungen: Durch Aufklärung
über Krankheitsursachen, Verbesserung der hygienischen Bedingungen,
verbesserte Vorsorge und Gesundheitsversorgung ist die Zahl der Kinder, die an
behandelbaren Krankheiten sterben, deutlich zurückgegangen. Ein Besuch 2006
zeigte, dass das Projekt weitergehen muss, um die Zukunft und das Überleben
der Menschen zu sichern, denn das Leben wird durch die Eingriffe in die Natur
und den Klimawandel deutlich härter. Die Kosten pro Jahr belaufen sich auf
rund 9.000 Euro für Lehrergehälter, Schulbücher, Hefte und Stifte. 2007 betrug
die Zahl der Schüler/-innen 444. Aufgrund der Dürre hatten allerdings weitere
86 Schüler/innen den Unterricht verlassen müssen, weil die Familien gezwungen
waren, an andere Orte abzuwandern oder die Kinder weitere Wege zum Wasserholen
und Viehhüten zurücklegen mussten.
Weitere Aktivitäten in 2007:
In den Schulen wird inzwischen auch das
Bewusstsein der Jugendlichen für HIV/Aids geschärft. Familienhelferinnen
wurden ausgebildet, die z. B. arme Familien betreuen, um Schwangere und
Kleinkinder durch zusätzliche Nahrungsmittel zu unterstützen. Sie klären über
Hygiene und Ernährung auf und leisten Überzeugungsarbeit gegen Beschneidung.
Eine Impfkampagne zum Schutz vor acht Kinderkrankheiten im Distrikt Eli Daar,
wurde von der Regierung finanziert und von den Afar-Gesundheitsarbeitern
durchgeführt.
Das Projekt wurde zuletzt 2006 von Ramona Gresch-Bruder besucht. Dies erfolgt auf eigene Kosten, so dass die Spenden ohne Abzug der Unterstützung der Kinder zugute kommen. In 2007 wurden 10.000 Euro nach Äthiopien weitergeleitet. An dieser Stelle unser besonderer Dank an David Orlowsky’s Klezmorim, deren Benefizkonzert 2006 in der Stiftskirche Tübingen maßgeblich zu dieser und der weiteren Förderung beiträgt! Spenden werden erbeten unter dem Stichwort „Afar“
Jahresbericht 2008 (Januar
2009)
Hilferuf aus Äthiopien
(26.08.2008):
Valerie
Browning, von unserer Partnerorganisation in Äthiopien, sendet liebe Grüße und
herzlichen Dank für die Unterstützung des „Forum Kinder in Not“.
Die Lage in der Afar-Region ist zurzeit katastrophal, denn ausbleibender Regen
hat zum Tod weiterer Tiere geführt. Den Familien fehlt jetzt ihr
Grundnahrungsmittel: Milch. Darunter leiden besonders die Schwachen, Kinder
und Frauen.
Valerie
Browning ist in den letzten 6 Wochen mit ihren Gesundheitsarbeitern täglich
unterwegs gewesen, um unterernährte Kinder ausfindig zu machen und zu
versorgen. In ihrem Brief vom 4.8. schrieb sie: 20 Prozent von 350 Kindern,
die wir untersucht haben hatten ernsthafter Unterernährung, die mit
zusätzlicher Nahrung gar nicht mehr behandelt werden kann. Diese Kinder
müssten in eine Gesundheitsstation, wo sie auch künstlich ernährt werden
können. Viele Dörfer sind aber so abgelegen, dass diese Möglichkeit nicht in
Betracht kommt. Also versuchen sie mit Milchpulver und Linsen die Kleinen
aufzupäppeln.
Ein riesiges Problem für die Menschen dort ist der Anstieg der Lebensmittelpreise. In den letzten 8 Monaten ist der Preis für 50 Kilogramm Getreide von rund 7,50 Euro auf 45 Euro gestiegen. Das können die Menschen nicht bezahlen, zumal sie praktisch keine Tiere mehr zum Verkaufen haben und wenn doch, dann für diese weniger Geld bekommen als früher.
Forum
Kinder in Not möchte hier zusätzliche Hilfe bereitstellen und bittet deshalb
um Spenden. Wir leiten das Geld an die Krankenschwester Valerie Browning
weiter, die dafür sorgt, dass unterernährte Kinder Zusatznahrung bekommen.
Weil ich selbst (R. Gresch-Bruder) schon mehrmals in dieser extremen Region
war und Valerie Browning sowie ihre Arbeit seit Jahren kenne, weiß ich wie
dringend die Lage ist, wenn sie einen Hilferuf an uns sendet.
Wir danken allen ganz herzlich, die für dieses Projekt spenden!
Kurzbericht aus dem Afar
Kinderhilfsprojekt -
Schülerzahlen nehmen zu
(Januar 2009)

Seit 2001 fördert das Forum Kinder in Not 13 Schulen für Nomadenkinder in
der Danakilwüste. Ziel: Zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten müssen
die Nomaden selbst ausgebildet werden, denn die wenigen staatlichen
Einrichtungen in der Region sind häufig nur durch tagelange Fußmärsche zu
erreichen. Besonders bei Schwangeren und Kleinkindern kann eine zu späte
Behandlung z. B. im Falle von Durchfallerkrankungen oder Malaria zum Tode
führen! So wurden zunächst Erwachsene geschult, um sie anschließend zu Lehrern
oder Gesundheitshelfern auszubilden. Parallel folgte die Schulbildung für
Kinder, die außer im Lesen, Schreiben, Rechnen auch über Krankheitsursachen,
Viehhaltung und Ernährung unterrichtet werden. Langfristiges Ziel ist, der
jungen Generation eine Ausbildung, zum Beispiel im Gesundheitsbereich, zu
eröffnen, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.
Wirkungen:
Durch die Aufklärung über Krankheiten sowie die Verbesserung der
Hygiene und Gesundheitsversorgung hat sich die Zahl der Kinder, die an
behandelbaren Krankheiten sterben, deutlich verringert. Durch Ausbildung haben
die Nomaden den Zugang zu Behörden zur Durchsetzung ihrer Rechte verbessert.
Besondere Herausforderungen:
Unsere Partner in Äthiopien waren 2008
durch die akute ernsthafte Unterernährung der Nomaden in einigen Gebieten sehr
belastet. Regen blieb aus und viele Tiere verendeten. Pflegerinnen
untersuchten systematisch Schwangere und Kinder auf Unterernährung. In den am
stärksten betroffenen Distrikten betrug die Unterernährungsrate 37%, mehr als
ein Viertel der unter 2-jährigen waren schwer unterernährt! Rund 1329 Kinder
erhielten wöchentlich als Zusatznahrung Getreidebrei (3000 Pakete à 1 €).
Sonstiges:
Familienhelferinnen wurden
ausgebildet, die z. B. zusätzliche Nahrungsmittel an Schwangere und
Kleinkinder verteilen, über HIV und Aids aufklären oder sich gegen
Beschneidungen einsetzen.
Traurige Schicksale –
Antrieb für Gesundheitsfürsorge
Impfkampagne
in der heißesten bewohnten Region der Erde — wie geht das vor sich? Wenn
Valerie Browning mit ihren Gesundheitshelfern in die abgelegenen
Siedlungen in der Danakilwüste zieht, um Kinder gegen Masern, Polio und
Tetanus zu impfen, dann geschieht das nicht etwa im klimatisierten Jeep
- nein, das geschieht mit langen Fußmärschen und schwerbeladenen
Kamelen. Die Schwierigkeit ist, den Impfstoff zu kühlen, um die volle
Wirksamkeit zu erhalten. Ein alter Kühlschrank gefüllt mit Eis, das von
Helfern immer wieder aus der Kleinstadt nachgeholt werden muss,
ermöglicht es, das kostbare Gut kalt zu lagern. Die ausdauernden Kamele
Valerie Brownings Lieblingstiere - erledigen treu ihren bedeutsamen
Dienst.
Noch
bevor Valerie Browning mit ihren Helfern die Dörfer erreicht, ist die
Nachricht ihrer bevorstehenden Ankunft längst bis in die letzte Hütte
vorgedrungen. Die Bewohner haben sich meist schon versammelt, um
schnellstmöglich von ihr und den Gesundheitshelfern behandelt zu werden.
Wenn die Krankenschwester und Hebamme dann mit dem altmodischen
Fieberthermometer hinter dem Ohr, dem Stethoskop um den Hals und ein
paar weiteren wichtigen Utensilien zwischen den Leuten sitzt, werden
Neuigkeiten ausgetauscht, Krankengeschichten erzählt, Erkrankungen
behandelt und Kinder geimpft. Denjenigen, die es schlimm erwischt hat
und die in ein Hospital gebracht werden müssen, leistet man erste Hilfe
und organisiert den Transport. Leider musste Valerie Browning in den 38
Jahren, die sie nun in Afrika arbeitet, nicht selten den Tod von
Patienten/innen verkraften, weil der Weg zum Krankenhaus zu weit oder
der Transport zu anstrengend gewesen ist.
Die zahlreichen Schicksale werdender Mütter, kleiner Kinder und
hilfsbedürftiger Menschen, denen Valerie nicht mehr helfen konnte, haben
sie nicht verzweifeln lassen. Man gewinnt eher den Eindruck, dass diese
Erfahrungen der Antrieb für sie waren, weiterzumachen. Ihr starker
Glaube an Gott hilft ihr, mit all den Erlebnissen fertig zu werden. Die
vielen kleinen und größeren Erfolge ihres unermüdlichen Engagements,
sowie die Hilfe und Solidarität vieler Partner auf der ganzen Welt,
tragen zu ihrem Durchhaltevermögen bei.
Das Difäm ist ein solcher Partner. Seit Jahren unterstützt die
Arzneimittelhilfe die Gesundheitsarbeit der „Afar Pastoralist
Development Association", deren Projektkoordinatorin Browning ist. Ihr
Mann, Präsident dieser äthiopischen Nichtregierungsorganisation, ist als
Clan-Ältester vor allem auf der politischen Ebene tätig. Denn mit
Ausgrenzung und Unterdrückung muss das Volk der Afar bereits seit
Jahrhunderten leben. In jüngster Zeit jedoch werden die Hirtennomaden
aus ihrem - ohnehin schon lebensfeindlichen - Lebensraum immer weiter
verdrängt. Entlang der Lebensader, des Flusses Awash, stellt die
äthiopische Regierung gewinnorientierten Konzernen fruchtbares Land für
den Anbau von Zuckerrohr zur Verfügung. Die Erzeugung von Zucker ist ein
lukratives Geschäft, erfordert jedoch intensive Bewässerung und damit
ein enormes Absinken des Wasserpegels.
„Landnahme" (Land Grabbing) ist das Schlagwort, das noch nicht an die
breite Öffentlichkeit gelangt ist. Äthiopien ist nur eines der (meist
armen) Länder, in denen sich Staaten einkaufen, die für die eigene
Bevölkerung nicht genügend Nahrungsmittel produzieren können und
unabhängig von den Weltmarktpreisen sein wollen, denn diese werden - das
ist seit der Finanzkrise klar - weiter steigen. Durch Verträge sichern
sich z. B. China oder Südkorea riesige Flächen für den Anbau von
Nahrungs- und Futtermitteln für den Eigenbedarf. Schätzungen zufolge
sind seit 2006 bis zu 20 Millionen Hektar in den Ländern des Südens
gekauft oder für Jahrzehnte gepachtet worden.
Die Afar-Hirtennomaden sind direkt davon betroffen. Nicht nur, dass
ihnen fruchtbares Weideland genommen wird - nein, durch die
katastrophalen Bedingungen, unter denen die angeworbenen Landarbeiter
leben müssen, breiten sich Krankheiten rasant aus, die in der
Vergangenheit kaum eine Rolle gespielt haben. So forderte die Cholera
bereits viele Todesopfer. Fehlende Sanitäranlagen und die damit
verbundene Verseuchung des Flusses und der Siedlungen in der Region
leisten der Ausbreitung von Infektionskrankheiten Vorschub. So entstehen
neue Herausforderungen für Valerie Browning und ihre
Gesundheitsarbeiter: Aufklärungsarbeit, Verteilung von Seife, Anleitung
der Bewohner zum Latrinenbau und Behandlung von Cholera, die in den
vergangenen Jahrzehnten selten vorkam.
Ramona Gresch-Bruder
jekt in
Äthiopien - Oktober 2010Valerie Browning grüßt alle Unterstützer ganz herzlich und schickte uns folgende Infos: Immense Regenmassen, die in den Äthiopischen Bergen niedergingen, haben in der Afar-Region zum Teil schwere Überflutungen verursacht.
Nach der Fortbildung der Lehrer im August fand der Unterricht in den Schulen regelmäßig statt. Zu den Alphabetisierungskursen kamen 301 Schüler/innen, davon 114 unter 10 Jahren. Insgesamt besuchten in den 13 Schulen in der Region Dubte, Kori und Sifra 806 Schüler/innen den Unterricht.
Die informelle Schulbildung, mit Rechnen, Landeskunde und Sachunterricht besuchten:
• Stufe 1: 223 Schüler/innen
• Stufe 2: 179 Schüler/innen
• Stufe 3: 85 Schüler/innen
Durchschnittlich unterrichtet ein Lehrer mehr als 50 Kinder und es kommen mehr Jungen als Mädchen zum Unterricht.
Besondere Probleme traten in einigen Regionen aufgrund der Überflutungen und wegen Insektenplagen auf. Mit Regierungsvertretern wurden Diskussionen über den Gebrauch der Afar-Sprache geführt, denn das Ziel von APDA ist es, diese Sprache lebendig zu halten und deren Gebrauch zu fördern. Die Regenfälle waren regional sehr unterschiedlich.
In manchen Regionen blieben die Niederschläge jedoch auch aus. APDA gab dort der Bevölkerung mit einem „cash for work“-Programm die Möglichkeit, durch den Bau von Wasserreservoirs etwas Einkommen zu erwerben. Zudem wurden Gesundheitsarbeiter losgeschickt, um Unterernährte zu finden und zu behandeln. Ein anderes Team führte Impfungen durch und klärte über die Übertragungswege von Krankheiten auf.
Jungen und
Mädchen in Afar freuen sich in die Schule gehen zu dürfen
– Jahresbericht 2010
Seit 2001 fördert das Forum Kinder in Not die
Schulbildung für Nomadenkinder in der Danakilwüste. Damit ermöglichen
wir, dass Kinder eine Grundbildung in dieser abgelegenen,
existenzbedrohenden Region.
Die wenigen staatlichen Schulen sind für die
Nomadenkinder unerreichbar. Somit sind die mobilen Schulen, die durch
Spenden des Vereins finanziert werden, besonders wichtig. Valerie
Browning, die das Projekt in Äthiopien seit Jahren begleitet, grüßt ganz
herzlich und berichtet:
„Nach der Fortbildung der Lehrer im August fand der Unterricht regelmäßig statt. Zu den Alphabetisierungskursen kamen 301 Schüler/innen. Insgesamt besuchten in den 13 Schulen in den Regionen Dubte, Kori und Sifra 806 Schüler/innen den Unterricht mit Rechnen, Landeskunde und Sachunterricht. Durchschnittlich unterrichtet ein Lehrer mehr als 50 Kinder.“
Auf der Homepage des Forums
finden Sie Interviews mit vier Schülern/innen über ihr Leben und Ihre
Wünsche für die Zukunft. Es lohnt sich nachzulesen:
http://www.forum-kinder-in-not.de/htmls/afar_interview.html
Wirkungen: Die Verbesserung der
hygienischen Bedingungen durch Aufklärung und die Gesundheitsversorgung
hat die Kindersterblichkeit mittlerweile deutlich verringert. Die
Schulbildung verschafft alternative Erwerbstätigkeiten, denn die
traditionellen Formen bieten keine sichere Lebensgrundlage mehr.
Besondere Herausforderungen:
Wetterextreme in der Danakilwüste tragen zur Unterernährung sowie zur
Ausbreitung von Infektionskrankheiten bei. Die Landnahme durch
internationale Konzerne mit dem Einverständnis der äthiopischen
Regierung führt nicht zu wachsendem Wohlstand und Beschäftigung sondern
bedroht die Existenz der Afar, weil sie von ihrem, seit Jahrhunderten
bewohnten, Land vertrieben werden.
Hungerkatastrophe in Äthiopien bedroht das Leben der Afar-Nomaden - es
fehlt die Milch für die Kinder

Ohne wirksame Hilfsmaßnahmen, wird sich
Katastrophe am Horn von Afrika zu einer humanitären Tragödie entwickeln.
Die Dürre der letzten Monate in Teilen von Äthiopien, die Flucht
tausender Menschen aus Somalia und drastisch gestiegene
Lebensmittelpreise setzen den Menschen in diesem Gebiet dramatisch zu.
Es sind bereits sechs Millionen Menschen am Horn von Afrika betroffen -
darunter auch tausende von Afar-Hirtennomaden in Äthiopien.
Bis zu 80 Prozent der Rinder, 35 Prozent der
Ziegen und Schafe und 40 Prozent der Kamele seien verendet. Das
beträchtliche Viehsterben hat die - vorwiegend von der Viehzucht
abhängigen - dort lebenden Hirtennomaden ihrer Lebensgrundlage beraubt.
Hinzu kommt, dass die lebenden Tiere aufgrund ihres schlechten Zustandes
kaum Milch geben, schlechte Preise beim Verkauf erzielen und im Gegenzug
die Preise für Getreide im letzten halben Jahr um über 40 Prozent
gestiegen sind.
Das Projektgebiet in Afar, Äthiopien, in dem das
Forum Kinder in Not seit Jahren die Bildungsarbeit unterstützt, ist
davon stark betroffen. In weiten Teilen der Region leidern die Menschen
Hunger. Die Mangel- und Unterernährung betrifft vor allem Kinder. Das
Forum Kinder in Not hat bereits 5.000 Euro zum Kauf von Linsen und
Zusatznahrung zur Verfügung gestellt. Damit werden 3.500 unterernährte
Mütter und Kinder versorgt. Wenn die Projektkoordinatorin Valerie
Browning in den nächsten Tagen aus dem am schlimmsten betroffenen Gebiet
zurückkehrt, wird sie einen aktuellen Bericht und Bilder an das Forum
Kinder in Not schicken.Forum Kinder in Not e. V. benötigt dringend
Spenden, um weiteren Familien zu helfen.
Äthiopien: Dürre und Vulkanausbruch verursachen unendlich viel Leid
Die Afar-Nomaden im Osten Äthiopiens leben in
der Zone, die besonders von Hunger und Dürre betroffen ist. Am 12. Juli
verursachte ein Vulkanausbruch weiteres Leid. Schätzungsweise 9.800
Menschen haben durch den Vulkanausbruch ihre Tiere sowie ihr Hab und Gut
verloren. „Das Wasser im weiteren Umland ist verseucht.
Viele Frauen und Kinder, die das Lager in Soddonta erreichen sind
ausgemergelt und leiden an Entzündungen und Durchfällen. Es fehlen
Unterstände, denn Soddonta ist eine der heißesten Regionen und die
Temperaturen liegen momentan bei über 50 Grad. Wir müssen die Menschen
außerdem mit Nahrungsmitteln und Wasser versorgen.“, berichtet Valerie
Browning in ihrer e-Mail vom 17.Juli
2011
an die Vorsitzende des „Forum Kinder in Not e.V.“.
„In zwölf Distrikten, die vom Hunger besonders
betroffenen sind, werden zurzeit 1660 Menschen, die an ernsthafter
Unterernährung leiden, behandelt.“, berichtet Browning,
langjährige Projektpartnerin, Krankenschwester und Hebamme. Dringend
notwendig ist es jetzt, die Hilfsmaßnahmen auszuweiten, um tausenden
Familien, deren Leben bedroht ist, weil die Tiere verendet sind und
es keine Milch mehr gibt, rechtzeitig zu helfen.
Deshalb bitten das Forum
Kinder in Not e.V. Neustetten und wir dringend um finanzielle Hilfe:
Weitere
Informationen unter:
"Forum
Kinder in Not e.V."
Spendenkonto
bei der Volksbank Plochingen
BLZ 611 913 10:
Eine Welt e.V. Altbach,
Kontonummer 717 383 024.
Stichwort: AFAR
Wenig zum Leben zu haben - daran sind die Nomaden in der Afar-Region im Osten Äthiopiens gewöhnt. Wenn aber über Jahre zu wenig Regen fällt und ihre Tiere verenden, geraten sie in eine Situation, in der sie sich nicht mehr selbst helfen können. Die schleichende Katastrophe war längst vorauszusehen. Wir vom Forum Kinder in Not e.V. haben zügig auf den Appell unserer Projektpartnerin Valerie Browning reagiert und Geld für akute Hilfsmaßnahmen bereitgestellt, um zur Milderung der schwierigen Lage beizutragen. Die besondere Herausforderung ist, dass zu der Dürre in der Region ein Vulkanausbruch hinzukam, der tausenden Menschen das letzte bisschen ihrer Lebensgrundlage genommen hat.

Bei meiner Reise im August 2011 war ich froh zu sehen, dass unsere Partnerorganisation APDA die Voraussetzungen hat, die für die dringend notwendige Hilfe in der Afar-Region gebraucht werden: viele Helfer, sehr gute regionale Kenntnisse, Kontakte zu den Clanältesten und zur Bevölkerung, den Blick für die wesentlichen und sinnvollen Hilfsmaßnahmen, nützliche Verbindungen zur lokalen Regierung, Erfahrungen sowie viel Energie und Ausdauer.
Zügig wurde die erste Verteilung von Hilfsgütern durchgeführt: Nahrungsmittel für unterernährte Familien und Flüchtlinge, Trinkwasserlieferungen, Verteilung von Matten für den Bau einfacher Hütten. Besonders gut ist es zu sehen, wie gut der Kontakt der Mitarbeiter zu den Afar-Familien ist und dass die erforderliche Hilfe direkt bei den Bedürftigen ankommt. Ich vertraue APDA auch bei dieser großen Aufgabe, dass sie die Spenden in sinnvollen Projekten wirkungsvoll umsetzt.
Wichtig ist es jedoch, dass nachhaltige
Hilfsmaßnahmen erfolgen, die die Situation der Nomaden langfristig
verbessern. So hatte ich zusammen mit Sven Seifert, dem Geschäftsführer
von arche noVa – der auf WASH
(Wasser, Sanitär, Hygiene) spezialisierten Dresdner Hilfsorganisation -
insbesondere die Wasserversorgung im Blick. Gerade die einsetzende
Regenzeit hat deutlich gemacht, welche großen Mengen an Wasser einfach
versickern, weil keine Vorrichtungen vorhanden sind, um diese
aufzufangen.
In der Danakilwüste gibt es einige Distrikte, in denen noch keinerlei Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Einer davon ist Erebti im Norden der Afar-Region. Dort gibt es für die Hirtennomaden nur wenige saubere Wasserstellen. Deshalb muss ein großer Teil der Bewohner einige Monate im Jahr sehr weite Wege zu Trinkwasser zurücklegen oder sich mit versalzenem Wasser aus dem Fluss und einigen Brunnen behelfen. Hier Abhilfe zu schaffen, ist ein Projekt in dem APDA in den kommenden zwei Jahren unterstützt wird. Geplant wurden: Instandsetzung von versalzenen Brunnen, Bau von Regenwasserzisternen und ein großer Sanddamm, um das Regenwasser zu speichern.
Es muss gelingen, den Nomaden ihre Lebensgrundlage zu sichern, das heißt, das Überleben ihrer Tiere. Mit genügend Wasserreservoirs können sie Trockenzeiten überbrücken. Wenn ein gewisser Tierbestand gesichert ist, haben die Familien genug zum Leben. Sie verfügen dann über Milch und Getreide, dass sie gegen Tiere eintauschen können. Auf meiner Reise habe ich Hoffnung und Vertrauen gewonnen, dass es möglich ist, den Menschen langfristig ihre Lebensgrundlage zu sichern. Unsere Projektpartner dort wissen was gebraucht wird und können mit unserer finanziellen Unterstützung sehr viel Gutes bewirken.
Wir bedanken uns bei den vielen Spendern, die mit ihren Spenden die Hilfe möglich gemacht haben!
Äthiopien: Nothilfe für Opfer der Dürre und
des Vulkanausbruchs, Schulbildung

Nothilfe: Nach acht Monaten
ohne Regen litten in der Afar-Region viele Familien unter Hunger und
Durst. Mitte 2011 haben sich Valerie und Ismael vor allem um die Opfer
der Dürrekatastrophe und die rund 25.000 Opfer des Vulkanausbruchs
gekümmert. Sie verteilten Nahrungs-mittel, machten mangelernährte Kinder
ausfindig, sorgten für die Behandlung von Krankheiten und sicherten die
Trinkwasserversorgung.
1.015 schwer unterernährte Kinder wurden
langfristig behandelt. In Afdeera bekamen 90 Kleinkinder, mit
lebens-bedrohlicher Unterernährung Infusionen. 2.500 Haushalte erhielten
Nahrungsmittelhilfe. Im zweiten Schritt wurden Ziegen und Futter an die
Familien verteilt, um ihnen zu einem Neuanfang zu verhelfen. Die Ziegen
geben rund zwei Liter Milch am Tag. Eine wichtige Nahrungsgrundlage für
die Kinder.

An die Opfer des Vulkanausbruchs wurden Matten
zum Bau einfacher Hütten verteilt und sie erhielten Getreide. Die
Menschen, die in Afdeera von der Salzgewinnung leben, waren ebenfalls
stark betroffen, denn die Vulkanasche hatte die Salzabbauflächen bedeckt
und die Arbeit vieler Wochen zerstört.
Ramona Gresch konnte
sich im August ein Bild von der Situation vor Ort und den durchgeführten
Hilfsmaßnahmen machen. Zusammen mit
arche noVa wurden Projekte für eine
nachhaltige Wasserversorgung geplant.
Daraufhin wurden für die Nomaden 1 Sanddamm, 10
Brunnen, 41 Regenwasserzisternen und 16 Quellfassungen gebaut.
Mithilfe der Spenden des Forum Kinder in Not
sowie zahlreicher Freunde und weltweiter Partner konnte in dieser
Notsituation schnell und umfassend geholfen werden.
Schulbildung: Finanziert vom
Forum Kinder in Not wird in zehn Siedlungen die Schulbildung gefördert.
Die Zahl der Schüler/innen stieg im Laufe des Jahres an: 516 Kinder
wurden unterrichtet, davon 285 Jungen und 231 Mädchen. 392 besuchten die
1. Klasse, 161 die 2. Klasse und 81 die 3. Klasse.
In acht Siedlungen fanden
Alphabetisierungsprogramme statt, an denen 275 Schüler/innen teilnahmen.
136 davon waren unter 10 Jahre alt, 155 Jungen, 120 Mädchen.
Die Gesamtkosten für Lehrer, Schulmaterial und
die Fortbildung der Lehrer betragen nach aktuellem Umrechnungskurs rund
8.500 Euro pro Jahr.
Ein Lehrer unterrichtet durchschnittlich 51
Kinder. 20 der Kinder, die die 3. Klasse bestanden haben, wurden in der
Stadt Logya untergebracht, um eine höhere Klasse besuchen zu können.
Fünf der Lehrer nahmen an einer Weiterbildung
(15. Juli - 15. September) teil. Der Unterricht wurde neu organisiert.
Ein Handbuch für Lehrer wurde im Jahr 2011 fertig gestellt und gedruckt.
Die darin enthaltenen 55 Kapitel sollen auch Wissen vermitteln, das dazu
dient, die Lebensbedingungen in den Dörfern zu verbessern.
Im Jahr 2011 hat das Forum Kinder in Not
15.093,75 Euro nach Äthiopien überwiesen
Im
Juni setzten die extreme Hitze
bis zu 50 Grad und Sandstürme
der Bevölkerung in einigen Gebieten der Afar-Region und in Eritrea
heftig zu. Viele große Hilfsorganisationen stellen Mittel für Nothilfe
und die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Nahrungsmitteln
bereit. Es wurden rund 15.000 Menschen durch Wasserlieferungen geholfen
und ca. 200 Familien umgesiedelt. Mehr als die Hälfte der Aktivitäten
von APDA gehen in den letzten beiden Jahren in Programme zur
Sicherung des Zugangs zu Wasser
(Bau von Brunnen, Quellfassungen, Dämmen und Zisternen). Der zweite
Schwerpunkt ist die
Nahrungsmittelversorgung. Im
Juli setzte Regen ein und die Situation entspannte sich. Es wurden
Ziegen an 2825 Haushalte verteilt, um die bedürftigsten Familien mit
Milch zu versorgen. Aber es gab auch heftige Überschwemmungen, bei denen
mehr als 800 Haushalte ihr Hab und Gut verloren.
Bildung:
Vor 16 Jahren begann die Bildungskampagne von APDA mit der ersten Hand
voll Lehrer. Inzwischen sind in der gesamten Afar-Region 303 Lehrer
tätig. Mehr als 100.000 Kinder wurden unterrichtet und einer ist
inzwischen Arzt und einer Ingenieur. Andere haben Stellen bei der
Regionalregierung, als Krankenschwestern, Familienhelferinnen u.a. Nun
soll das erste „Internat“ entstehen, um Kindern aus entlegenen Gebieten
die Möglichkeit zu geben, nach der 4. Klasse eine weiterführende
staatliche Schule zu besuchen. Wichtig wäre es, mehr Afar-Kinder gut
auszubilden, so dass sie an wichtigen Stellen in der Bevölkerung tätig
werden können, z. B. als Lehrer, Gesundheitsarbeiter, Krankenschwester
usw.
In den vom Forum Kinder in Not unterstützen Schulen wurden im letzten Quartal 638 Schüler/innen unterrichtet. 299 in der ersten Klasse, 248 in der zweiten Klasse und 91 in der dritten Klasse. Zusätzlich nahmen an Alphabetisierungskursen 318 Kinder und Jugendliche teil. Die 91 Schüler, die die 3. Klasse abgeschlossen haben, können nun eine staatliche Schule zu besuchen, davon sind 32 Mädchen.
Unser Projekt in Uganda 2013-2015
Schenke eine Ziege - Schenke eine Zukunft
ein Projekt von
www.schenke-eine-Ziege.de
(ß
hier anklicken)
Auf einen Blick
Der gemeinnützige Verein Schenke eine Ziege e.V. setzt
sich dafür ein, die Lebensbedingungen der Bevölkerung in Uganda zu verbessern.
Wir haben eine Ziegenfarm errichtet, die Ziegen an bedürftige Familien abgibt.
Gemeinsam mit ihren Nachbarn können sie sich so eine eigene Ziegenzucht
aufbauen und mit den Erlösen Lebensmittel, Medikamente und Schulgebühren
bezahlen. Innerhalb von zwei Jahren muss ein Zicklein von der Familie an die
Farm abgegeben werden, damit der Fortbestand abgesichert wird. Um eine Ziege zu
erhalten, müssen ein Jahr lang regelmäßig Schulungen und Workshops besucht
werden. Diese werden von einheimischen Mitarbeitern durchgeführt. Beispiele
dafür sind: Tierhaltung, Hygiene, Ernährung, AIDS-Prävention und Landwirtschaft.
Situation in Uganda

xx
kaum Geld für Schulbildung
xx massive medizinische Unterversorgung (20.000 Menschen / Arzt ; im Vergleich zu
300 Menschen / Arzt in
Deutschland)
xx
Familieneinkommen von ca. 50 Cent pro Tag
xx hohe Arbeitslosigkeit aufgrund von Unterqualifikation
xx akuter Eiweißmangel („Wasserbäuche") aufgrund von Mangelernährung
xx Malaria sowie AIDS führen dazu, dass viele Kinder verwaisen und von ihren
Geschwistern aufgezogen
werden
müssen
bildung ermöglicht werden, die
sonst nicht denkbar wäre. Das kleine
Bildungszentrum ist der erste Schritt dorthin.
xx Das Projekt soll auch im Bereich Mikrokredite und
Versicherungen als Modell für andere Regionen dienen
xx
Unsere Gesundheitsstation soll die
medizinische Versorgungslage durch Prävention und frühzeitige Behandlung verbessern.
Projekt "morgen"
Ein großes Problem ist noch immer die Schulbildung.
Nach Abschluss einer staatlich geförderten Grundschule gibt es keine
Möglichkeit, eine weiterführende Schule zu besuchen, da die Sekundarschulen viel
zu teuer und vollkommen überlastet sind (mehr als 100 Schüler pro Klasse!).
Um die Schulsituation zu verbessern und gleichzeitig
mehr Familien in das Ziegenprojekt aufnehmen zu können, wurde beschlossen, mehr
Land zu kaufen und die Farmerweiterung mit dem Bau einer dringend notwendigen
Sekundarschule (mit handwerklichem Berufsabschluss), zu verknüpfen. Partner wird
die „Mbuye Farm School“ sein. Diese Schule ist sehr weit entwickelt und wird von
deutschen Partnern aus Bielefeld sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit unterstützt, was sie zu einem idealen Partner macht. Weiterhin
sieht die langfristige Planung die Ausweitung des Gesamtkonzeptes auf weitere
Regionen vor.
Leitgedanken
Was bisher geschah
in Uganda
in Deutschland
Der Projektstandort
Kasese ist eine Stadt im Südwesten Ugandas mit ca.
74.300 Einwohnern (Stand 2011). Sie ist die Hauptstadt des gleichnamigen
Distrikts Kasese. Der Ort liegt am Ostrand des Ruwenzori-Gebirges und am
Nordwestrand des Queen-Elizabeth-Nationalparks.
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in Uganda
in Deutschland
| Zahlen zum Vergleich |
Deutschland |
Uganda |
|
Einwohner: |
82,6 Mio. |
30,9 Mio. |
|
Bevölkerungswachstum: |
0,053% |
3,58% |
|
Lebenserwartung: |
79,3 Jahre |
52,7 Jahre |
|
Kinder pro Frau: |
1,41 |
6,77 |
|
Einkommen pro Kopf: |
33.800 $US |
316 $US |
|
Ärzteversorgung: |
0,08/1.000 Einw. |
|
|
Human Development Index (Info) |
23. Platz |
155. Platz |
|
Anteil Landwirtschaft: |
1% |
90% |
Quellen: United
Nations, World Health Organisation (über WolframAlpha)
