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Rückblick auf verschiedene Veranstaltungen

 

kinderarbeit in bolivien  April 2017

Im voll besetzten KonTiki hatten wir den Fotojournalisten Toby Binder aus München bzw. Deizisau zu Gast. Der  Referent war in Bolivien unterwegs und hat das - durchaus kontroverse - Thema der Kinderarbeit bearbeitet. In Bolivien war dies ein wichtiges Thema, nachdem ein neues Gesetz das generelle Verbot der Kinderarbeit gelockert hat. Spannend findet Toby Binder vor allem, dass es eigentlich kein richtig oder falsch gibt. Verbände wie UNICEF positionieren sich strikt gegen Kinderarbeit, Kindergewerkschaften und Minister sind dafür. Viele Aspekte, die v.a. den Alltag der Kinder und Familien betreffen lassen sich jedoch kaum in ja/nein, richtig/falsch, erlaubt/verboten einordnen. Dies wurde bei dieser Recherche sehr deutlich. In Bolivien dürfen Kinder bereits ab dem Alter von zehn Jahren arbeiten. Das Land will so aus der Armut herauskommen. Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas. Ein Viertel aller Kinder arbeitet. Sie sichern damit ihr Überleben und das Leben ihrer Familien. Diese Mädchen und Jungen gehen nicht in die Schule. Sie sind überall zu finden: Sie putzen Schuhe, verkaufen Obst, arbeiten auf dem Bau oder in Minen. Es ist ein Leben ohne Geborgenheit und Bildung, ohne Spielen und ohne Kindheit.
 
Rund  800 Minderjährige arbeiten im Bergbau bzw. im Umfeld des Bergbaus rund um den sagenumworbenen Silberberg. Schon 10- bis 13-jährige Kinder schuften unter Tage und befüllen dort z.B. die schweren Loren, die sie aus eigener Kraft aus den Stollen herausschieben. Wenn sie älter sind, „steigen“ sie zum Bergarbeitergehilfen „auf“ und lernen, selber das Gestein abzuschlagen und auf Spuren der Mineralien zu untersuchen. Ein Fünfzehnjähriger hat dann genug Erfahrung gesammelt, um auf eigene Rechnung als Tagelöhner für einen Unternehmer oder in einer aufgegebenen Mine zu arbeiten Diese jungen Leute, die um ihre Kindheit betrogen werden, gründen oft schon mit 15 bis 17 Jahren eine eigene Familie.
 
Projekt der Kindernothilfe
Gemeinsam mit der Partnerorganisation vor Ort richtete die Kindernothilfe eine Anlaufstelle für die Kinder und Jugendlichen direkt an den Minen ein. Am Wochenende werden Förder- und Nachhilfeunterricht sowie musische und sportliche Angebote angeboten. Durch die enge Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Institutionen wird versucht, die Lebensbedingungen der Kinder zu verbessern: durch Ernährung, Gesundheitsfürsorge und Alphabetisierungskursen für erwachsene Familienangehörige, damit sie sich u.a. gegen unfaire Arbeitsbedingungen besser wehren können. 
 
Viele der Kinderarbeiter gehen entweder vor oder nach der Arbeit zur Schule. Doch die Erschöpfung der Mädchen und Jungen ist groß, ein konzentriertes Lernen ist kaum möglich. Besonders in den Abendschulen sind schlecht ausgebildete Lehrer tätig. Einen qualifizierten Schulabschluss schafft kaum ein Kind. Durch Hausaufgabenhilfe und gezielten Nachhilfeunterricht werden die Kinder und Jugendlichen in ihren schulischen Leistungen unterstützt und gefördert. Das Projektpersonal versucht außerdem, durch regelmäßige Schulbesuche und Gespräche mit den Lehrerinnen und Lehrern die schulische Entwicklung zu begleiten und auf Probleme schnell zu reagieren. Eine große Anzahl von Freizeit- und Kulturangeboten soll den Kindern und Jugendlichen eine abwechslungsreiche Alternative zum Minenalltag bieten. Sie können an Ausflügen oder an verschiedenen Musik-, Theater- und Malkursen teilnehmen oder auch Sport treiben. Die Einbindung der Eltern in den Erziehungsprozess ihrer Kinder ist den Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sehr wichtig. Die Eltern beteiligen sich an den Freizeitaktivitäten, die vom Projekt für ihre Töchter und Söhne angeboten werden. In regelmäßigen Elternabenden geht es um die Themen Gewalt in der Familie, Alkoholismus, Kinderarbeit, Kinderrechte und vieles mehr. Mehr Infos unter  https://www.kindernothilfe.de/

Wir konnten aus  unserer Veranstaltung Spenden in Höhe von 420 Euro an die Kindernothilfe / Minenkinder weiterleiten. Herzlichen Dank allen Spendern.

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Äthiopien - LAND ZWISCHEN hIMMEL  UND ERDE
Tonbildschau mit Manfred Bäder – November 2016 

Am 8. November 2016 luden der ökum. Arbeitskreis Eine Welt e.V. und die evang. Kirchengemeinde zu einer Tonbildschau von und mit Manfred Bäder in die evang. Christuskirche ein.
Die zahlreichen Besucher durften teilhaben an einer Reise durch das wunderschöne Land Äthiopien, die Herr Bäder anfangs des Jahres unternommen hatte. 
Äthiopien zählt zu den ältesten  Kulturen der Menschheit. Das Dach Afrikas ist ein einzigartiges Natur- und Kulturkaleidoskop mit Wüsten, tropischen Wäldern, Gebirgen bis 5000 m Höhe, Canyons und Wasserfällen entlang des Afrikanischen Grabens. Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt mit den heißesten bewohnten Gebieten der Erde und derzeit großer Trockenheit. 
 Der sorgfältig vorbereitete Vortrag wurde durch eine Pause unterbrochen, in der Mitarbeiterinnen des EineWeltLadens die Besucher mit kleinen Snacks und Getränken bewirteten.
Wir danken Herrn Bäder für die gelungene Präsentation und Herrn Reichert sowie den Mitarbeiterinnen des EineWeltLadens für diesen eindrücklichen Abend.                                                                  Pfr. Gunter Weiß                                                                                                                                                                                 

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hilfe für Menschen in Not 
 -   Oktober 2016 

Wohnungsnot und Ausgrenzung im Landkreis Esslingen - Erfahrungen und Geschichten aus dem vielfältigen, differenzierten Hilfeangebot der eva /vom Berberdorf bis zum Tagestreff

Regine Glück, die Leiterin der Wohnungslosenhilfe der Evang. Gesellschaft im Landkreis Esslingen, berichtete im fast voll besetzten KonTiki  über ihre Arbeit. Das Berberdorf der eva in Esslingen ist deutschlandweit eine einmaligeHüttensiedlung“ für Menschen in akuter Wohnungsnot und bietet Platz für 25 Frauen und Männer, die keine Unterkunft haben. Das Berberdorf  ist seit mehr als 20 Jahren für viele Wohnungslose die letzte Hoffnung. Wer hierher kommt, lebt oft schon jahrelang in Armut oder Wohnungsnot. Viele sind seit Jahren arbeitslos, körperlich und psychisch krank. Auf einem schmalen Landstreifen zwischen Neckar und der Auffahrt zur Bundesstraße bekommen die Bewohner Essen, Obdach, medizinische Hilfe und Beratung.

Das "Berberdorf" bietet in Esslingen Obdach und Unterstützung für Frauen und Männer in akuter Wohnungsnot. Hier finden sie die nötige Ruhe in einem eigenen Zimmer, um über ihr weiteres Leben und ihre Ziele nachzudenken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen den wohnungslosen Menschen mit Rat und Tat zur Seite, sie begleiten und unterstützen sie, vermitteln Wohnraum und bei Bedarf weitere ergänzende Hilfeangebote. Das "Berberdorf" bietet Gelegenheit zur freiwilligen Beschäftigung, Beschäftigungsmaßnahmen, Aktivitäten wie gemeinsame Kunstprojekte, aber auch gemeinsames Kochen und regelmäßige Freizeitangebote. Damit bekommt der Alltag der Bewohner wieder einen Sinn, die eigenen Fähigkeiten und das Selbstvertrauen können wiederentdeckt bzw. gefördert werden.

Wer das Berberdorf unterstützen will, kann dies auf vielfältige Weise tun. Neben Geldspenden sind heiß begehrt: Bettwäsche, Geschirr, Besteck, Gläser, Geschirrtücher, Handtücher, Zudecken, Töpfe, Pfannen,… 

Infos und Rückfragen bitte an Gisela Aust und Rigat Gebremeskel, Verwaltung Fachberatungsstelle (0711 / 396910-0
bzw. Email:
Gisela.aust@eva-stuttgart.de )

Bewegte Geschichte: Von einer "wilden" Übernachtungsstelle zum Aufnahmehaus
Das Berberdorf blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Schon in den 1980er Jahren war der schmale Uferstreifen zwischen Pliensau- und Vogelsangbrücke unter Wohnungslosen bekannt: Andernorts vertrieben, konnten sie hier ungestört „Platte machen“,  also ihr Nachtlager aufschlagen. Initiiert von Bürgern aus Kommune und Kirchengemeinden, unterstützt von Stadt und Kreis Esslingen sowie der eva gelang es schließlich, dieser „wilden“ Übernachtungsstelle Schritt für Schritt Strukturen zu geben: Zunächst wurden Zelte und Bauwagen organisiert, dann ein Sanitärcontainer aufgestellt. Heute umfasst das Berberdorf zwölf wohnliche Doppel-Holzhütten, die mit Flüssiggas beheizt und mit Licht und Strom ausgestattet sind. Bei der Renovierung und Sanierung 2015 wurden fünf neue, dezentrale Sanitärcontainer inklusive Duschen und Waschmaschinen aufgestellt, ein Dorfplatz angelegt und eine Bio-Kläranlage eingebaut. Damit nähert sich die Ausstattung nun an "normale" Standards an. Das stärkt auch das Verantwortungsbewusstsein der Bewohner, die sich an der Gestaltung der Außenanlagen beteiligt haben.

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Hilfe für  Afghanistan - nötiger denn je    Februar 2016

Im fast voll besetzten KonTiki berichtete Jama Maqsudi, der Vorsitzende des Deutsch-Afghanischen Flüchtlingshilfe-Vereins in Stuttgart, in einem hochinteressanten und lebendigen Vortrag über die Arbeit seines Vereins. Der Verein wurde 1995 gemeinsam von afghanischen und deutschen Mitbürgern in Stuttgart gegründet. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, afghanischen Flüchtlingen von Deutschland aus in ihren Zufluchtsorten und beim Wiederaufbau Afghanistan zu helfen.

Hilfe ist heute nötiger denn je, sollten doch die Gründe für eine Flucht vor Ort beseitigt werden, dass die Menschen ihre Heimat nicht verlassen müssen. Der DAFV sieht es als seine Aufgabe an, sich für diese Ziele einzusetzen und leistet mit zwei Kleinprojekten im Raum Kabul hierzu einen aktiven Beitrag: Aufbau eines Kindergartens und  Aufbau einer Gesundheitsstation.

Der Kindergarten befindet sich im Norden Kabuls. Zwei Erzieherinnen betreuen in  den Vormittagsstunden etwa 30 Kinder im Alter von  3 bis 6 Jahren nach einem vom DAFV entwickelten pädagogischen Betreuungskonzept. Die Kinder bekommen während dieser Zeit zwei kleine Mahlzeiten und Getränke. Sofern die Eltern über die Mittel verfügen, beteiligen sie sich mit etwa 50 Afghani im Monat an den Kosten. Das ist weniger als ein Euro. Die Kosten für ein Kind in einem Monat betragen insgesamt etwa 20 Euro. Alle weiteren Kosten werden vom DAFV aufgebracht.

Die Gesundheitsstation befindet sich ebenfalls nördlich von Kabul. Die Patienten kommen meist aus den umliegenden Dörfern, in den Sommermonaten  werden zusätzlich vorbei-ziehende  Nomaden versorgt. Nach Schätzungen des Dorfältestenrates handelt es sich um etwa 15.000 Menschen, die diese für sie einzige erreichbare Gesundheitsstation in Anspruch nehmen. Inzwischen werden 800 bis 900 Patienten  pro Monat von einem Ärztepaar, einem Laboranten und einem Apotheker erfolgreich behandelt und versorgt. Die Kosten werden vom DAFV übernommen und belaufen sich auf jährlich 10.000 Euro.Weitere Informationen finden Sie unter: www.dafv-stuttgart.de

                                                                              

 

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Armut und Wohnungsnot in unserem reichen Land - heimstatt Esslingen und die Arbeit mit Menschen am Rande Juli  2015

Ralf Brenner, Geschäftsführer der Heimstatt Esslingen e.V., berichtete ausführlich über die Arbeit des Vereins. Dieser  steht seit über 25 Jahren parteilich an der Seite dieser Menschen und versucht sie auf dem „Weg in ein gelingenderes Leben“ zu unterstützen durch Vermietung von Wohnraum und sozialarbeiterische Unterstützung. 

Trotz wirtschaftlich zufriedenstellender Entwicklung steigt der Anteil armutsgefährdeter Menschen in Deutschland wieder an. Auch die bereits überwunden geglaubte Wohnungsnot greift wieder um sich und wird allen Prognosen zufolge in Ballungsräumen weiter wachsen, wie auch die Zahl der von Not betroffener Menschen. Wer keine Wohnung mehr hat, ist vom Wohnungsmarkt - selbst bei entspannten Bedingungen - weitgehend ausgeschlossen und chancenlos. Ein Leben in Würde ist damit fast unmöglich. Mit einem Wohnraumhilfesystem will Heimstatt Esslingen Hilfe zur Selbsthilfe für diesen Personenkreis leisten. Die begrenzten Möglichkeiten des Vereins erlauben dabei keine bedarfsdeckende, endgültige Versorgung mit Dauer-Wohnraum aus eigenen Kapazitäten. Zielrichtung ist vielmehr die Verbesserung der Marktchancen von Benachteiligten auf dem freien Wohnungsmarkt. 

Alle Bewohner werden ab dem Zeitpunkt des Einzugs im Rahmen einer begleitenden Beratung durch sozialpädagogische Fachkräfte unterstützt. Inhalt und Ziele werden zwischen den Beteiligten vereinbart und in geeigneten Fällen in einem Gesamthilfeplan festgeschrieben. Die begleitende Beratung erfasst insbesondere folgende Bereiche: Hilfen bei der Existenzsicherung durch Klärung der finanziellen Situation, Schuldenregulierung, Arbeitsplatzsuche. - Hilfen bei der gesundheitlichen Rehabilitation. - Umgang mit Ämtern und Behörden.- Überblick über örtliche Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten in verschiedenen Problemlagen - Förderung des Zusammenlebens in einer Mieter-Gemeinschaft - Aufbau von sozialen Kontakten in der neuen Lebenssituation (Nachbarschaft, Vereine, Kirchengemeinde) und Klärung abgebrochener familiärer Kontakte. - Unterstützung bei einer sinnvollen Freizeitgestaltung. – Heranführung an grundlegende Rechtskenntnisse (Mietrecht, Vertragsrecht, Haftpflicht,...) - Hilfen bei der Suche nach geeignetem, dauerhaftem Wohnraum. - Hauswirtschaftstraining (Ernährung, Geldeinteilung und Planung, Hygiene und Reinigung, Umgang mit haustechnischem Gerät, Grundtechniken der Renovierung,...). - Krisenintervention.
Ziel der begleitenden Beratung ist es, eine weitestgehende finanzielle, soziale und persönliche Selbständigkeit der Bewohner zu erreichen. Mittelfristig sollen die Bewohner ihr Leben ohne Unterstützung von sozialen Diensten (wieder) eigenständig organisieren und bewältigen.

 

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schenke eine Ziege - entwicklungszusammenarbeit in Uganda  März 2015

  

Dr. Robert Wunderlich vom Verein „Schenke eine Ziege" war wieder einmal in Altbach, um über den Fortgang und die Entwicklung des Projektes in Uganda zu berichten. Dr. Wunderlich war 2012 schon einmal hier und brachte uns damals den Grundgedanken des Projektes näher. Als Praktikanten und Volunteers stellten die noch in der Ausbildung befindlichen jungen Leute gravierende Mängel in der Ernährung und Gesundheitsvorsorge der dortigen ländlichen Bevölkerung fest. Daraufhin gründeten sie 2006 mit Hilfe lokaler Partner den Verein "Schenke eine Ziege". Der Verein erwarb mit Hilfe von Unterstützern und Spendern aus Deutschland etwas Land und eine Anzahl Ziegen aus lokalen Rassen. Auf der Basis dieser Anfangspopulation entwickelten eine Handvoll motivierter junger Leute dann das Projekt weiter. Aus der Herde werden weibliche Ziegen an Familien weitergegeben, die dann als Basis der Weitervermehrung und Lieferanten von Milch und später auch Fleisch zur Verbesserung der Proteinversorgung dienen. Ein weibliches Zicklein muss nach zwei Jahren an das Projekt zurückgegeben werden und kann dann an andere Familien weitervermittelt werden. Voraussetzung für den Erhalt einer Ziege sind Schulungen in Tierhaltung, Hygiene, Anbau von Gemüse und Obst. Selbst zunächst zögernde Familien haben sich nach kurzer Zeit um den Erhalt einer Ziege beworben, wenn sie sahen, wie die anwachsende Ziegenpopulation zur Verbesserung der Lebenssituation ihrer Nachbarn führte.

Das Projekt weitete sich aus. Es umfasst inzwischen 27 ha und 260 Ziegen im Bestand. Es gibt eine neue Schule, die handwerklich und weniger akademisch ausbildet als die öffentlichen Schulen sowie eine Krankenstation, von der aus die Bike-Docs entsandt werden. Das ist medizinisches Per­sonal, das mit dem Motorrad in entlegenere Regionen fährt und dort die Menschen betreut.

2020 bis 2025 könnte das Projekt auf eigenen Füßen stehen. Es erwirtschaftet jetzt bereits 50 % der Kosten selbst. Zurzeit tragen 420 Vereinsmitglieder in Deutschland die Arbeit von ca. 45 Mitarbeitern vor Ort. www.schenke-eine-ziege.de

 

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zertifizierter Zinnabbau im Ostkongo    September 2014


Der Fotojournalist Toby Binder aus München berichtete ausführlich über den Zinnabbau im Ostkongo. Ohne die Gewinnung von Zinnerz gäbe es keine Smartphones, Digitalkameras oder Laptops. Doch an dem Metall, das in Teilen aus dem Ostkongo stammt, klebt Blut. Immer wieder besetzen Rebellengruppen die Erzminen. Mit dem Geld, das sie von Bergleuten und Händlern erpressen, finanzieren sie ihre Waffen. Im kongolesischen Bürgerkrieg und in den fortlaufenden Konflikten im Osten des Landes sind in den vergangenen 15 Jahren mehrere Hunderttausend Menschen ums Leben gekommen, mehrere Millionen wurden vertrieben, zehntausende Frauen vergewaltigt. Wer sich in Europa ein Handy kauft, muss damit rechnen, diesen Krieg ungewollt mitzufinanzieren.

Seit der Jahrtausendwende forderten NGO-Aktivistinnen und Aktivisten Gerätehersteller auf, ihre Lieferketten offenzulegen. Ein Gesetz gegen „Blutmineralien“, das der US-Kongress 2011 verabschiedete, verlangt von an der US-Börse gelisteten Firmen den Nachweis, dass Rohstoffe wie Zinnerz und Coltan aus dem Kongo und seinen Nachbarstaaten aus Minen stammen, die von keiner bewaffneten Gruppe kontrolliert werden. Daraufhin hat der Interessenverband der Zinnindustrie, das International Tin Research Institute (ITRI) mit Sitz in London, mit Partnern aus der Computer- und Telekommunikationsbranche ein System entwickelt, mit dem die Lieferkette von Zinn bis zum Bergwerksstollen lückenlos zurückverfolgt werden kann. In Nyabibwe wird das System in einem Pilotversuch getestet und von dem niederländischen Produzenten "Fairphone B.V." als erstem Hersteller genutzt. Toby Binder ist 2013 nach Nyabibwe gereist und hat das Projekt dort fotografisch dokumentiert.

 

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ausbildung schafft Perspektiven - Berufsausbildung für arme jugendliche in madagaskar
Juni 2014

Bericht über die Arbeit des Deutsch-Madagassischen Vereins

Kürzlich waren Mitglieder des Deutsch-Madagassischen Vereins aus Esslingen auf Einladung des EineWelt Ladens zum wiederholten Mal zu Gast in Altbach, um über den aktuellen Stand und die Entwicklung des Projektes zu berichten. Gleichzeitig wurden Waren aus den dortigen Werkstätten angeboten.

Der Verein betreibt dort auf Initiative des Pfarrerehepaares Hekler seit 1987 in der Hauptstadt Antananarivo Ausbildungswerkstätten für arme Jugendliche und Waisen nach dem dualen Sytem, d.h., praktische Ausbildung in Werkstätten begleitet von integrierter schulischer Weiterbildung. Diese Art der Unterstützung ist wertvoll, da in Madagaskar ein Ausbildungsplatz oder ein Platz in einer Berufsschule nur gegen Bezahlung zu bekommen ist.

Klaus Meyer berichtete, wie sich das Projekt entwickelt hat. 200 Jugendliche bekommen derzeit bei „Soltec“ eine fundierte Ausbildung in den Bereichen Metallbearbeitung, Schreinerei,  Sticken und Nähen, Hauswirtschaft und Gastronomie, als Automechaniker und neu in Weberei, Sanitär- und Elektroinstallation. Der Unterricht vereint Praxis und Theorie. Drei Tage in der Woche werden die handwerklichen Fertigkeiten vermittelt und erprobt, an zwei Tagen werden die notwendigen theoretischen Grundlagen unterrichtet. Die Zeugnisse, die nach erfolgreicher Ausbildung ausgestellt  werden, sind staatlich anerkannt. Nach der zweijährigen Ausbildung können die Jugendlichen selbstständig arbeiten oder sie finden eine gute Stelle in einem Betrieb. Die Ausbildung ist kostenlos und deshalb eine einmalige Chance. Bislang wurde über 2000 Jugendlichen eine Perspektive für ihr weiteres Leben gegeben.

Die Ausrüstung der Werkstätten stammt zum überwiegenden Teil aus Spenden Baden-Württembergischer Unternehmen und Einrichtungen. So leistet z.B. die frühere Einrichtung des Kraftfahrzeuglabors einer Kreisberufsschule gute Dienste bei der Ausbildung der KFZ-Mechaniker. Hier war diese aufgrund neuer Motorentechnik veraltet, kann aber dort noch gut eingesetzt werden. Auch persönliche Kontakte werden intensiv gepflegt. Vor wenigen Wochen waren wieder zwei einheimische Ausbilder auf Einladung der Handwerkskammer für einige Zeit zur Weiterbildung in Ausbildungseinrichtungen und Handwerksunternehmen im Kreis Esslingen.

 

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elternlos aber nicht heimatlos - engagement für ein waisenhaus in Sambia    November 2013

Selbst betroffen von der tödlichen Infektion oder die Eltern durch die Epidemie verloren zu haben, fristen sie ein freudloses Leben ohne Hoffnung, Zukunft und Fürsorge. Gehen Sie mit auf die Reise nacch Sambia, wo sich Children’s Nest (Schwaigern/Württ.) zur Aufgabe gesetzt hat Babys, Kleinkindern und Schülern eine neue Heimat zu geben; Hoffnung keimen zu lassen und Gottes Liebe in Wort und Tat zu zeigen. Besonders im südlichen Afrika werden durch die HIV/Aids-Epidemie immer mehr Kinder zu Waisen. Familienstrukturen zerfallen und oft bleiben die Kinder ohne jegliche Hilfe zurück.

Vor einiger Zeit berichteten Alisa Schwarz und Charlotte Bell, zwei engagierte junge Frauen, über ihre Arbeit für ein Waisenhaus in Choma/Sambia. Das Haus wurde 2005 als Privatinitiative von dem deutschen Ehepaar Inge und Roland Fischer gegründet, getragen von der Wohltätigkeitsorganisation Children's Nest in Deutschland. 2007 wurde dann der Children's Nest Trust gegründet, um die Möglichkeit zum Erwerb eines Grundstücks zu schaffen. Vorher wurde die Einrichtung in einem gemieteten Haus betrieben. 

Hintergrund ist die verheerend hohe Rate an HIV-Infektionen in Sambia, das zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Aidsinfizierten an der Gesamtbevölkerung gehört. Fast jeder dritte Jugendliche ist HIV-positiv. Dies hat zu einer hohen Anzahl von Aids-Waisen geführt, deren Eltern gestorben sind. Die Kinder sind zum Teil schon bei der Geburt infiziert. Im Jahr 2012 gab es in Sambia 690 000 Aids-Waisen bei einer Gesamtbevölkerung von gut 13 Millionen. Die Lebenserwartung beträgt gerade mal 38 Jahre. 

Begonnen wurde mit der Aufnahme von 6 Kindern, jetzt sind es 62. Die Betreuung der Kinder betrieben bis 2011 Inge Fischer und eine Anzahl einheimischer Betreuer. Die Arbeit wurde regelmäßig über Monate von Freiwilligen und Praktikanten aus Deutschland und Großbritannien unterstützt, die auch von verschiedenen Fachschulen vermittelt wurden. Die Kinder wurden trotz deutscher Leitung auf sambische Weise erzogen. Den Kindern soll ein Zuhause gegeben werden. Ein weiteres Ziel ist die Förderung von Bildung und traditionellen Werten. Dazu gehören auch Besuche in den ärmeren Vierteln der Umgebung zur Vermittlung ihrer Herkunft. Dies soll ihnen ermöglichen, später auch außerhalb der Einrichtung leben zu können. Das Haus organisiert und finanziert den Besuch von Schulen in der Umgebung. Die Freiwilligen geben Hilfestellung in Mathe, Englisch und Erdkunde und begleiten die Kinder bei der Freizeitgestaltung. Die medizinische Betreuung wird mit Hilfe staatlicher Einrichtungen gewährleistet.

 Zu Beginn des Jahres 2012 wurde das Haus auf Druck des Staates in ein staatliches Waisenhaus umgewandelt. Zu diesem Zeitpunkt war auch Charlotte Bell dort tätig. Als Ersatz für Inge Fischer wurde ein staatlicher Leiter eingestellt, der bereits Erfahrung mit der Leitung einer Sozialeinrichtung hatte. Er macht seine Sache nicht schlecht, jedoch war durch die Vertreibung von Inge Fischer das ganze Unterstützungs-Netzwerk zerstört. Freiwillige Helfer gingen nach Deutschland zurück. Die staatlichen finanziellen Versprechungen erwiesen sich als überzogen, so dass das Haus auch weiterhin auf Hilfe von außen angewiesen ist. Im Frühjahr berieten ehemalige Freiwillige in Deutschland, ob sich der Verein Children's auflösen sollte. Kurzentschlossen übernahmen Alisa Schwarz und Charlotte Bell die Weiterführung des Vereins. Unterstützt wird das Haus mit Hilfe von privaten Kontakten, die beim Aufenthalt der Freiwilligen in Choma geknüpft wurden. Da die Versorgung mit Nahrungsmitteln nach der Übernahme recht chaotisch war, kümmert sich der Verein über eine Bekannte in der Nachbarschaft um die Grundsicherung und bezahlt die Wasser- und Stromrechnungen. Es gibt weiterhin Patenschaften zur direkten Unterstützung einzelner Kinder. Ziel des Vereins bleibt, dass das Waisenhaus irgendwann einmal selbstständig wird. Da die Freiwilligen während ihres Aufenthaltes persönliche Beziehungen zu den Kindern aufgebaut haben, reisen auch etliche auf eigene Kosten ab und zu dorthin. Dies sichert durch unangemeldete Besuche eine gewisse Kontrolle.  

 

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bericht vom AFAR-projekt in äthiopien Juni 2013

Seit 12 Jahren unterstützen wir ein Projekt des „Forum Kinder in Not" in der Danakil-Wüste in Äthiopien. Kürzlich war Ramona Gresch, die das Äthiopien-Projekt betreut, wieder einmal zu Besuch in Altbach, um zu berichten, was sich seither dort getan hat und wie es weitergeht. Unterricht...

Die Danakil-Wüste im Osten Äthiopiens gehört mit ihren 70 000 Quadratkilometern zu den heißesten Regionen der Erde. Dort leben an die extremen Verhältnisse angepasste Hirtennomaden. In der Wüste sind die Menschen, die als Hirten über Jahrtausende angepasste Überlebensstrategien entwickelt haben, durch ausbleibende Regenfälle in den ver­gangenen Jahren zunehmend in ihrer Existenz bedroht. Die Frauen tragen die Hauptlast der Arbeit mit Wasser und Feuerholz beschaffen, Getreide mahlen, kochen und Kleinvieh versorgen, während die Männer sich um das Großvieh kümmern. Durch die Dürre sind die Herden inzwischen stark geschrumpft, so dass ein Mangel an Milch herrscht. Schlechte Hygiene führt zu einer hohen Kinder- und Müttersterblichkeit. Fast ein Drittel der Kinder stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Der Verein „Forum Kinder in Not" und der in Tübingen ansässige Dienst für ärztliche Mission (DIFÄM) unterstützen die Menschen in ihrem Überlebenskampf. Die Partner vor Ort haben schon viel erreicht.

Valerie Browning, eine seit langem dort wirkende Hebamme, hat sich mit engagierten Einheimischen in der Nichtregierungsorganisation APDA zum Ziel gesetzt, die Not in der ärmsten äthiopischen Provinz Afar zu lindern. Mit der Unterstützung von Hilfsorganisationen und zunehmend auch der Provinzregierung führt sie Impfungen durch, sorgt für Wasser- und Nahrungsmittelhilfe, für Gesundheitsversorgung und Medikamente - besonders in weit abgelegenen Dörfern. Das Forum Kinder in Not unterstützt seit 2001 dreizehn Schulen und hat damit hunderten von Kindern ermöglicht, Lesen und Schreiben zu lernen. Vor 16 Jahren begann die Bildungskampagne von APDA mit einer Handvoll Lehrer. Inzwischen sind in der gesamten Afar-Region 303 Lehrer tätig. Mehr als 100.000 Kinder wurden unterrichtet. Durch die Bildungskampagne betreute Afar-Kinder sollen die Kampagne weitertragen und als staatliche Lehrer, Gesundheitsarbeiter, Krankenschwestern und Hebammen tätig werden. Es wurde auch ein Internatsprojekt gestartet, das begabten Kindern in zwei Städten das Studium an einer weiterführenden staatlichen Schule ermöglicht. Das Internatsprojekt wird vom „Forum Kinder in Not" für drei Jahre und 40 Schüler/ innen gefördert. Besonders soll die Ausbildung von Mädchen unterstützt werden.

 

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Hoffnungsvolle Zukunft für den (SÜD)sudan Oktober 2012

 

In einer Veranstaltung von Eine Welt e.V. und Evang. Erwachsenenbildung berichtete kürzlich Diakon Martin Häfele vom Dienst für Mission und Entwicklung Stuttgart über den steinigen Weg zum Frieden zwischen den beiden Staaten Nord- und Süd-Sudan. Der Referent hat sieben Jahre Jugendarbeit im Sudan betrieben und kennt das Land deswegen recht gut.

1956 wurden beide Landeshälften als ein Staat ohne Rücksicht auf ethnische Gegebenheiten - man spricht etwa 100 verschiedene Sprachen- von den Kolonialmächten in die Selbstständigkeit entlassen. In der größeren Nordhälfte ist die Amtssprache Arabisch und die Bevölkerung hellhäutiger und in der Mehrzahl muslimischen Glaubens. Die Menschen dort sind gebildeter. Für die Südhälfte wurde Englisch als Amtssprache festgelegt. Die Menschen dort sind tiefschwarz und überwiegend Christen. Der Bildungsstandard ist erheblich niederer, in Teilgebieten gibt es bis zu 80 % Analphabeten. Im Norden gibt es zumindest entlang des Nils eine Infrastruktur, im Süden so gut wie keine. Aus diesen starken Gegensätzen wurde das Land von 1956 - 2005 von zwei lang andauernden Bürgerkriegen heimgesucht. 2005 schlossen die kriegführenden Parteien einen Friedensvertrag. Am 9. Januar 2011 wurde ein Referendum vereinbart. Da die Menschen im Süden zum größten Teil für eine Unabhängigkeit plädierten, wurde der Süden am 9. Juli 2011 ein eigener Staat.

Nun ist die Lage schwierig: Mehrere Generationen, die nur das Kriegshandwerk gelernt haben, sollen plötzlich Frieden machen. Misstrauen herrscht zwischen Nord und Süd. Auch zwischen den einzelnen Volksgruppen existiert Misstrauen. Im Norden lebende Bürgerkriegsflüchtlinge wurden aufgefordert, das Land zu verlassen. Für die vielen in den Süden nach jahrelanger Abwesenheit zurückkehrenden Flüchtlinge fehlen Nahrungsmittel und Naturmaterialien, um sich wieder ein Haus zu bauen. Auch die Besitzverhältnisse am Grund und Boden sind ungeklärt. Zum Aufbau fehlen qualifizierte Leute. Die sudanesischen Kirchen geben zwar mit Unterstützung der Baseler Mission nach Kräften Hilfestellung im Gesundheitswesen. Es wird aber nach Ansicht von Martin Häfele noch lange dauern, bis der Südsudan ein einigermaßen funktionierendes Staatswesen wird.

  

     

 

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schenke eine Ziege - das Hilfsprojekt für Uganda  Mai 2012

 

Robert Wunderlich vom Verein „Schenke eine Ziege e.V.“ berichtete über die Arbeit dieses Vereins. Nach seinem Abitur wollten er und Vanessa Velte, die Mitbegründerin des Projektes, 2006 vor dem Start ihres Medizinstudiums erst einmal praktische Arbeit in einem Entwicklungsland leisten. Sie schauten sich bei verschiedensten Organisationen um und entschieden sich schlussendlich für die Mitarbeit an einer Privatschule in Uganda. Sie stellten bald fest, dass die Arbeit an der Schule nur wenig mit dem alltäglichen Leben auf dem Lande zu tun hatte. Der Schuldirektor vermittelte Kontakte zu der örtlichen Bevölkerung. Es zeigte sich, dass die Menschen auf dem Lande mit Maisbrei und Bohnen in Ermangelung von Alternativen sich sehr einseitig ernährten und auch der Zugang zu Bildung stark vom Geldbeutel der Eltern abhing. Einkommensmöglichkeiten existierten aber fast nicht. Daraus entstand der Gedanke für das Projekt.

In seinem lebendigen  und fesselnden Vortrag erzählte Wunderlich von den anfänglichen Schwierigkeiten und Diskussionen. Der Grundgedanke ist verblüffend einfach: Finanziert durch Spenden wurde etwas Land gekauft und darauf eine Ziegenzucht aufgebaut. Ausgewählte bedürftige Familien wurden zunächst in Workshops zur HIV/Aids-Prävention, Gleichstellung von Mann und Frau, Hygiene, Viehhaltung, Landwirtschaft, etc. geschult. Danach bekamen sie eine trächtige Ziege zur Verfügung gestellt, die als Basis zum Aufbau einer eigenen Ziegenpopulation gedacht ist. Sie liefert außerdem Milch zur besseren Versorgung der Kinder mit Protein. Nach einiger Zeit können Ziegen zur Erzielung von Einkommen verkauft werden. Dieses Geld kann in die Ausbildung der Kinder investiert werden. Nach zwei Jahren muss eine Ziege an das Projekt zurückgegeben werden, sodass es sich auf Dauer selbst trägt.

Da sich schnell herausstellte, dass auch die medizinische Betreuung der Bevölkerung im Argen lag, entstand der Gedanke der Bike-Doc´s.  Mediziner fahren mit dem Motorrad aufs Land und versorgen die Menschen. Die Medikamente werden über verschiedene Hilfsorganisationen kostengünstig beschafft und sind dadurch erschwinglich. Die Versorgung ist nicht gratis, es wurde aber eine Art Krankenversicherung mir sehr geringen Beiträgen aufgebaut. Das ganze Projekt wird inzwischen zum großen Teil von einheimischen Fachleuten getragen, die ehrenamtlich oder für ein geringes Salär mitarbeiten. Dazu kommen Leute aus dem Umfeld der Initiatoren, die ein Praxissemester oder auch nur einige Wochen im Projekt ehrenamtlich mitarbeiten. Bleibt noch zu erwähnen, dass das Projekt mehrfach ausgezeichnet  wurde, z.B. 2009 mit dem Ehrenamtspreis des Landes Baden-Württemberg.

Situation in Uganda
-  kein Geld für Schulbildung
-  massive medizinische Unterversorgung (20.000 Menschen pro Arzt im Vergleich zu 300 Menschen pro Arzt in Deutschland)
-  Familieneinkommen von ca. 50 Cent pro Tag
-  hohe Arbeitslosigkeit aufgrund von Unterqualifikation
-  akuter Eiweißmangel („Wasserbäuche")aufgrund von Mangelernährung
-  Malaria sowie AIDS führen dazu, dass viele Kinder verwaisen und von ihren Geschwistern aufgezogen werden müssen

 So soll die Zukunft aussehen
- Um unsere drei Ziele zu erreichen, werden wir eine Sekundarschule mit einem Handwerksbereich errichten. Kindern und 
  Jugendlichen soll damit eine Schul- und Berufsausbildung ermöglicht werden, die sonst nicht denkbar wäre. Das kleine
  Bildungszentrum ist der erste Schritt dorthin.
- Das Projekt soll auch im Bereich Mikrokredite und Versicherungen als Modell für andere Regionen dienen.
- Im Bereich Gesundheit ist eine flächendeckende Versorgung  angestrebt.

Auf einen Blick
Der gemeinnützige Verein Schenke eine Ziege e.V. setzt sich dafür ein die Lebensbedingungen der Bevölkerung in Uganda zu verbessern. Wir haben eine Ziegenfarm aufgebaut, die Ziegen an bedürftige Familien abgibt. Mit der Milch der Ziegen können sie ihre Kinder ernähren und sich ihre eigene Ziegenzucht aufbauen, um somit ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Nach zwei Jahren muss ein Zicklein von der Familie an die Farm abgegeben werden, damit der Fortbestand abgesichert wird. Um eine Ziege zu erhalten, müssen regelmäßig Schulungen und Workshops besucht werden. Diese werden von Einheimischen und Freiwilligen durchgeführt. Beispiele dafür sind: Tierhaltung, Hygiene, Ernährung, AIDS-Prävention und Landwirtschaft.

Die Idee
Ziegen für bedürftige Familien, als Eiweißlieferant gegen die Wasserbäuche der Kinder und als Wirtschaftsgut für mehr Eigenständigkeit. Weiterbildung der Gemeinschaft in Ziegenzucht, Landwirtschaft, Hygiene, HIV/AIDS-Prävention, Heilkräuterkunde uvm. - alles mit dem Ziel abseits von Einbahnstraßenentwicklungshilfe echte Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Das ist das bisherige Erfolgsrezept von „Schenke eine Ziege" und unserem Partnerverein „Give a Goat". Gemeinsam mit unseren Unterstützern haben wir viel geschafft. 2012 soll für uns ein Jahr der Festigung werden. Wir wollen schauen, wo es noch hakt und dort anpacken, bevor der nächste große Schritt ansteht: der Bau einer Sekundarschule, die auch handwerkliche und landwirtschaftliche Kenntnisse vermittelt. Sie soll den Kindern eine echte Perspektive bieten und die Region langfristig fördern.

www.schenke-eine-ziege.de

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umbruch in der arabischen welt März 2012 

Gemeinsam mit der Evang. Erwachsenenbildung luden wir zu einem Vortrags- und Diskussionsabend mit Heinrich Georg Rothe von DIMOE Stuttgart ein. Der Referent ist seit 2007 Islambeaufragter in der Evang. Landeskirche Württemberg. Unter dem Motto „Miteinander leben lernen“ treffen sich regelmäßig Pfarrer/innen und Imame zur gemeinsamen Fortbildung.  

Der Umbruch in der islamischen Welt ist ein spannendes Erlebnis. Begonnen in Tunesien, haben sich die Ereignisse in Ägypten und anderen Staaten fortgesetzt. Nur wenige Europäer haben mit so großem Willen zur Freiheit gerechnet. Die Völker wollen Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Arbeit. Die Demonstrationen waren vorrangig nicht islamistisch. An kritischen Tagen wurden Gottesdienste der Muslime von Christen geschützt oder die Muslime schützten die Gottesdienste der Kopten. Im Westen begann eine neue Sicht auf die isamlische Welt: Auch Muslime sind Menschen.
 

Ägypten. Von 80 Millionen Ägyptern sind ca. 10 Millionen (8-12%) koptische Christen. Mubarak führte ein brutales Regime, von dem das Militär in enger Verbindung zur Wirtschaft profitierte. Das Regime suggerierte Schutz vor den Islamisten. Der Druck durch die Islamisten sollte gespürt werden. Ins Kalkül gezogen wurden auch gezielte Terrorakte und Überfälle. Der Druck sollte auf den Westen wirken. Andererseits sicherte das Regime Arbeit z.B. in der Tourismusbranche, in der viele der koptischen Oberschicht arbeiteten. Es ist für diese Menschen unheimlich, wenn plötzlich weggedrängte Gruppen mitreden. Christen müssen sich an der neuen Entwicklung des Landes beteiligen.
Es gibt viele offene Fragen. Der Umbruch ist noch nicht fertig. Der Machtapparat besteht weiterhin. Die Macht hat der Militärrat, der mit den Moslembrüdern ein Arrangement versucht. Das Land leidet derzeit unter einem gewaltigen wirtschaftlichen Einbruch.

Syrien. Auch Syrien hat einen beachtlichen christlichen Bevölkerungsanteil von 10-12 %. Durch viele Flüchtlinge aus dem Irak hat sich der Proporz der Religionen verändert. Syrien ist eine bunte Gesellschaft unterschiedlicher Ethnien und Religionen (Araber, Kurden, Sunniten, Schiiten, Aleviten und versch. christliche Kirchen). Zu den Aleviten gehört die herrschende Gruppe des Regimes, des Militärs und der Geheimdienste.Den Christen geht es gut, wenn es nicht um Politik geht.
 Sie leisten eine beachtliche Schularbeit für christliche und muslimische Schüler in Absprache mit den Behörden. Weil Aufbrüche die bisherige Arbeit gefährden, stützen die Christen das Regime. Es besteht die Angst, die Möglichkeiten der bisherigen Arbeit und den privilegierten Schutz zu verlieren. Es gibt die Angst vor Veränderungen. Assad versucht durch einen Bürgerkrieg das Regime zu retten. Seine Elitetruppe ist dafür sehr gut gerüstet. Opfer sind oft junge Christen mit ihren muslimischen Altersgenossen.

 

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15 Jahr Eine-welt-laden: Mitarbeiterfest  28. Februar 2012

Unseren EineWeltLaden  gibt es nun schon seit 15 Jahren. Kürzlich feierten wir das Jubiläum mit einem Fest für die Mitarbeiter/innen. Viele sind schon seit Beginn dabei und haben es durch ihr Engagement erst ermöglicht, dass sowohl der Trägerverein wie auch der Laden schon so lange ihre Arbeit erfolgreich betreiben können. Nur durch eine größere Zahl von Mitarbeiterinnen - es sind in der Mehrzahl Frauen - lässt sich der tägliche Verkaufsbetrieb aufrechterhalten und auch die Informationsarbeit durch Ladentreffs mit Hintergrundinformationen zu den verkauften Produkten und ihren Produzenten organisieren. Monika Sperling, die den Einkauf managt und zusammen mit Frau Schreiner den Mitarbeitereinsatz koordiniert, dankte in einem Rückblick allen Helferinnen für die zuverlässige Ausübung ihres Dienstes und bat um weitere tatkräftige Unterstützung.

Höhepunkt des Abends war der Auftritt des deutsch-chilenischen Künstlers Sergio Vesely. Vesely ist ein ausgesprochenes Multitalent: Er gilt als brillanter Gitarrist und Sänger, wurde als Komponist ebenso rasch bekannt wie als Autor, ist als Grafiker, Maler und Objektkünstler in Ausstellungen zu sehen, arbeitet hier und dort bei Film und Fernsehen, Theater und Rundfunk mit, stattet Gedichtbände mit Illustrationen aus, macht Konzerte und Kinderkonzerte und Konzertlesungen, streitet in Schulen mit Deutschlehrern über das Wesen der Poesie oder Musik, übersetzt gemeinsam mit dem Schriftsteller Urs Fiechtner die Werke lateinamerikanischer Autoren. An diesem Abend unterhielt er die Zuhörer mit Liedern und vielerlei Texten und Erzählungen aus seinem bewegten Leben. Mit seinen lebendigen Erzählungen und musikalischen Darbietungen - wir Schwaben würden ihn als "knitzen Typ" bezeichnen - schickte er die Zuhörer in ein Wechselbad von herzlichem Lachen und nachdenklicher Betroffenheit. Beispielsweise wenn er in lockerer Weise erzählte, wie ihn seine Gefängnishaft als junger Mann unter dem chilenischen Diktator Pinochet geprägt hat.

Vermittelt hatten den Auftritt Mitarbeiter des Ladens, die ebenfalls einen südamerikanischen Hintergrund haben. Zum Schluss dankte Eckhard Reichert, der Vorsitzende des Eine Welt e.V., dem Künstler, den Mitorganisatoren des Festes und allen Mitarbeiter/innen des Ladens nochmals für ihre Mitarbeit.

 

 

 

AFGHANISTAN: AUF- UND AUSBAU DES GESUNDHEITS- UND BILDUNGSWESENS November 2011

Auf Einladung des Eine Welt e.V. und der Evang. Erwachsenbildung berichtete vor einigen Tagen die Projektmanagerin Stefanie Wehner von „Kinderberg International e.V.“ in Stuttgart über die Arbeit der Hilfsorganisation in Afghanistan.

So fing alles an... ein Behandlungszelt in der WüsteSeit über 30 Jahren herrscht Krieg in dem Land. Die Ausgangs-situation vor Ort ist bedrückend. Fehlende medizinische Versorgung, Mangel an sauberem Wasser, Mangel- und Unterernährung, sowie fehlende Aufklärung führen zu einer hohen Mütter- und Kindersterblichkeit.

Ziel von „Kinderberg“ in Afghanistan ist seit 2002 die Senkung der Kindersterblichkeit, Unser Patient Care Centre in Takhar - Foto: Steffen Diemer / BilderbergEinrichtung einer stationären VNicht alle Absolventinnen wollten sich fotografieren lassenersorgung und der Aufbau einer Zivilgesellschaft.  Aktuell ist ein Projekt in Nord-Afghanistan. Seit Projektbeginn ist dort ein konstanter Anstieg der Patientenzahlen und der Anzahl der Gesundheitseinrichtungen zu verzeichnen. Stand heute sind es mehr als 50 Einrichtungen mit mehr als 400 lokalen Mitarbeitern. Geschätzte Patientenzahl von 2002-2011 mehr als 3,5 Millionen. Partner in Afghanistan sind das Gesundheitsministerium und örtliche Behörden. Deutsche Partner Der Aufbau der Zivilgesellschaft erfolgt unter Einbindung der Bevölkerung und beinhaltet die ambulante medizinische Versorgung mit 17 mobilen Teams und 25 Zentren mit stationärer und kostenloser Versorgung der Patienten. Darüber hinaus gibt es noch drei große Zentren mit Labors für die gesamte medizinische Untersuchung. In den Krisengebieten werden die Patienten mit einer Eskorte in die Krankenhäuser oder die Feldlager der Bundeswehr gebracht.   Nicht unerwähnt bleiben Babystationen, monatliche Nahrungspakete, Flüchtlingshilfe und die Verteilung von Lebensmitteln bei Naturkatastrophen. Kinderberg bildet auch Pflegeschülerinnen und Hebammen aus. Deutschland genießt seit der Kaiserzeit hohes Ansehen in Afghanistan. Kinderberg wird von der Bevölkerung sehr geschätzt.

Viele weitere Informationen unter: www.kinderberg.org

 

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pro haiti - eine wirksame hilfe zur selbsthilfe    Mai 2011  

Auf Einladung des Eine Welt e.V. und der Evangelischen Erwachsenenbildung berichtete kürzlich der Kassenverwalter von Pro Haiti aus Aidlingen bei Böblingen über die Entwicklungen in Haiti nach dem verheerenden Erdbeben vom Januar 2010. Der, an der Zahl der Mitglieder gemessen, kleine Verein betreibt seit Jahren erfolgreich Berufsausbildung für Jugendliche in Theorie und Praxis. Rolf Kossbiel gab zunächst einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung Haitis.  Zur Zeit Napoleons bestand die Bevölkerung aus eingeführten afrikanischen Sklaven und einer herrschenden weißen Oberschicht. Haiti sagte sich von Frankreich los und begründete die erste Republik mit einer farbigen Bevölkerung, geriet aber im Laufe der Zeit immer stärker in die Hand einheimischer Despoten. Dies führte zu einem Ausbluten des Landes und einer fatalistischen Sklavenmentalität. Haiti zählt heute zu den ärmsten Ländern der Welt. In diese Situation hinein passierte dann auch noch das verheerende Erdbeben.

Kossbiel beleuchtete in seinem lebendig und engagiert vorgetragenen Bericht mit Details, die ihm bei mehreren Besuchen begegneten, warum sich Haiti im Augenblick mit dem Wiederaufbau der zerstörten Region um Port Au Prince und dem Epizentrum bei Leogane so schwer tut. Seit über einem Jahr ist noch fast nichts geschehen. Wenn etwas geschah, dann durch Initiative ausländischer Organisationen. Es fehlt an sinnvollen Projekten und Initiativen des Wiederaufbaus, für die die weltweit tätigen Hilfsorganisationen die erhaltenen Spenden verantwortlich und nachhaltig einsetzen können. Auf der anderen Seite gibt es einen riesigen Bedarf an Bauleistungen. Etwa 250 000 Häuser sind zerstört. Ein großes Problem neben anderen ist, dass es  in Haiti keine Grundbücher gibt und es durch die darniederliegenden staatlichen Strukturen ewig dauert, bis nur die Eigentumsverhältnisse in den zerstörten Siedlungen geklärt sind.

In diese Situation zielt das neue Projekt von Pro Haiti in Leogane. Auf dem Gelände, das die dortige katholische Kirche zur Verfügung gestellt hat, entsteht eine Berufsschule zur Ausbildung von jungen Menschen in zum Wiederaufbau benötigten Berufen. Es werden Maurer, Schreiner und Schlosser ausgebildet. Die Ausbildung soll drei Jahre dauern. Eine Besonderheit ist dort das Lernen in der Praxis, d.h., nach einer grundlegenden Fachausbildung gehen die Lehrlinge mit auf Baustellen und verdienen dort durch ihre Mitarbeit einen Teil des nötigen Schulgeldes. Die Ausbildung soll nämlich nicht umsonst sein, um Eigeninitiative zu fördern und einer Nehmer-Mentalität vorzubeugen. Die neue Schule fördert von Anfang an neue Techniken des Bauens. So soll durch die eigene Produktion von armierten Schalungselementen für Betondecken der Holzverbrauch im fast kahlgeholzten Haiti eingeschränkt werden. Diese können unter Verwendung weniger wiederverwendbarer Stahlstützen eingesetzt werden und benötigen kein Bauholz. Außerdem lassen sich damit erdbebensicherere Gebäude erstellen. Daneben sollen Hohlblocksteine, weitmöglichst aus Recyclingmaterial, sowie Türen, Fenster und sonstige benötigte Bauelemente produziert werden. Das Projekt wird organisatorisch von Pro Haiti getragen. Einer der Initiatoren, Franz Groll, sowie seine Frau Marie-Josée und der Sohn Michael sind für zwei Jahre nach Haiti gegangen, um die dortigen Partner anzuleiten und Aufbau und Ausbildung zu organisieren. Finanziert wird das beachtliche Projekt neben Spenden an Pro Haiti in der Hauptsache durch Caritas International und mehrere Entwicklungshilfeorganisationen.

 

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berufsausbildung für strassenkinder in äthiopien    Januar 2011

Martin Goll vom CVJM-Weltdienst des Evang. Jugendwerkes berichtete von seiner Arbeit für die Ausbildungswerkstatt in Addis Abeba/Äthiopien. Bereits von 1971 bis 1979 unterhielt der YMCA/CVJM dort eine Ausbildungswerkstatt, die jedoch in der kommunistischen Revolution verstaatlicht wurde. Sie dient heute dem Erziehungsministerium als Abteilung zur Herstellung von Schulmitteln, bildet aber nicht mehr aus.

Seit zwei Jahren gibt es nun wieder eine vom Jugendwerk getragene Lehrwerkstatt. Martin Goll war zum zweiten Mal in Addis Abeba, um den Neustart der Werkstatt zu organisieren. Die Suche vor Ort nach geeigneten Leuten für die Ausbildungsleitung gestaltete sich schwierig. Unter 45 Bewerbern waren gerade 8 einigermaßen geeignet, unter ihnen auch ehemalige Lehrlinge der früheren Werkstatt. Den Bewerbern fehlt einfach jede praktische Erfahrung.

Es gibt zwar einige staatliche Berufsschulen, die aber materiell so knapp ausgestattet sind, dass kaum praktische Tätigkeiten geübt werden können. Viele Lehrer sind dazu auch nicht in der Lage. So ist die übliche Methode nur, Werkzeuge und Maschinen anzuschauen und einen entsprechenden Text im Fachbuch auswendig zu lernen.

Interessant waren auch die Ausführungen des Referenten zum allgemeinen Bildungssystem in Äthiopien. Im ganzen Land haben trotz einer 12-jährigen Schulzeit die meisten Kinder nicht einmal Papier und Bleistifte, um das Schreiben zu üben. So können sie nur das Geschriebene an der Tafel im Klassenraum auswendig lernen, ohne die Möglichkeit zu eigenen Übungen. Die Mittel für den Neustart der Werkstatt kamen im wesentlichen aus der Sponsoren-Radtour von Werner Bitzer aus Walddorf-Häslach. Für jeden gefahrenen km erhielt das Projekt fünf Euro. Es kamen ca. 50.000,00 € zusammen.

Gefördert werden Jugendliche aus Addis Abeba, die vom dortigen Sozialamt als bedürftig ausgewählt werden. Sie bekommen neben dem Unterricht auch eine warme Mahlzeit - oft die einzige am Tag - und eventuell das Fahrgeld für öffentliche Verkehrsmittel. Die Kurse dauern sieben Monate und vermitteln grundlegende Kenntnisse der Metallbearbeitung. In der Anfangsphase fertigten die Teilnehmer die Tische und Hocker für ihren Unterricht selbst an. Nach der Ausbildung versuchen die Absolventen, sich selbständig zu machen oder in der Einrichtung durch Verleihen von Werkzeugen geförderten Kooperativen zu arbeiten. Industrie gibt es fast nicht. Addis Abeba ist seit dem ersten Aufenthalt von Werner Bitzer vor 30 Jahren von 400.000 auf ca. 4 Millionen Einwohner angewachsen. Das Durchschnittsalter in Äthiopien liegt unter 14 Jahren.

     

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hebammen für malawi
EinProjekt der Gemeinden Altbach, Aichwald, Deizisau, Plochingen zur Unterstützung des Bottom-Hospitals in Malawi

 

Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und hat eine hohe Müttersterblichkeit. In das Bottom-Hospital kommen Menschen, die die Behandlung in einem teuren Privathospital nicht bezahlen können. Es herrscht eine unmögliche Personalsituation. Unsere Gemeinden wollen helfen, die Personalsituation durch die Finanzierung einer zusätzlichen Hebammenstelle zu verbessern und die Not ein wenig zu lindern.     

Der Fotojournalist Toby Binder hat die schlimmen Verhältnisse in Malawi, einem der ärmsten Länder der Erde, 2008 bei einem Arbeitsbesuch in Lilongwe kennengelernt. Die Sterblichkeit der gebärenden Frauen ist dort extrem hoch. Von 100 000 Schwangeren überleben 1800 die Geburt nicht. In Deutschland sind es neun. Binder stieß im Bottom-Hospital auf den aus Stuttgart stammenden Arzt Tarek Meguid. Er kämpft seit mittlerweile fünf Jahren im Kreißsaal und im OP mit bewundernswerter Energie und Immer-weiter-Mentalität für eine bessere personelle Ausstat­tung. Als Binder vorletztes Jahr in Lilongwe war, wurde Meguid, der vom Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) finanziert wird, von einer ungarischen UN-Ärztin und einer einheimischen Medizinerin unterstützt. Während dieser Zeit verließ eine norwegische Ärztin nach sechsmonatigem Aufent­halt frustriert das Krankenhaus. Binder ist überzeugt, dass man dort mit relativ geringem Aufwand viel bewegen kann. Er ge­wann die Bürgermeister von Deizisau, Aichwald, Plochingen und Altbach für sein Projekt und auf recht unkomplizierte Art strickten die Rathauschefs daraus das Malawi-Jahr. Als medizi­nischer Berater konnte Dr. Detlef Kollmeier, der frühere Chefarzt des Plochinger Krankenhauses, gewonnen werden.

In einer Gemeinschaftsveranstaltung von Eine Welt e.V. Altbach und Evang. Erwachsenenbildung berichteten beide kürzlich über den Stand des Projektes. Binders Denkansatz - mit den beschränkten Mitteln einer kleineren Aktion wirksam die Personalsituation zu verbessern - zeigt erste Erfolge. Sechs einheimische junge Frauen werden inzwischen zu .Hebammen ausgebildet. Sie sollen den Fortgang der erfolgreichen Arbeit von Dr. Meguid auch nach Beendigung seines Vertrags sicherstellen. Es ist schwierig, Ärzte zur Arbeit in dem armen Land zu überre­den. Ausländische Ärzte bleiben nicht lange.

Dr. Meguid - halb Schwarzafrikaner, halb Stuttgarter - sucht als Hilfe keine Technik sondern "Hände". Einheimische Helfer sind stolz auf ihre Ausbildung und machen gute Arbeit. Die Malawi-Aktion finanziert deshalb die Ausbildung und Anstellung der Hebammen. Unser Geld fließt ohne Organisationsverlust direkt an das Projekt. Die Mittelverwendung ist bei einer kleinen Aktion gut kontrollierbar.

Ergänzend dazu wird von einer irischen Organisation ein einfacher Neubau zur Behebung der extremen Platznot finanziert. Der künftige leitende Arzt wird von der GTZ betreut und die dauerhafte ärztliche Versorgung sichergestellt.

An Spenden kamen bei dem Informationsabend 635 € zusammen, die vom Eine Welt e.V. noch um 200 € aufgestockt wurden. Herzlichen Dank an alle Spender.  

 

Für Würde und Gesundheit von Frauen  Esslinger Zeitung  13.9.2010

PLOCHINGEN: Malawijahr geht zu Ende - 20 Hebammen werden ausgebildet

Rund 50 000 Euro hat das Projekt Malawijahr, getragen von den Kommunen Altbach, Aichwald, Deizisau und Plochingen, eingebracht. Mit diesem Geld werden 20 Hebammen für die Versorgung der Ärmsten ausgebildet - ein konkreter Schritt, um die Situation der Frauen in Malawi zu verbessern. Davon berichtete der Arzt Tarek Meguid bei der Abschlussveranstaltung des Malawijahrs im Plochinger Rathaus.  Von Karin Ait Atmane

Jeder weiß, dass es vielen Menschen auf der Welt schlecht geht und dass etwas getan werden müsste. Diese Erkenntnis wird aber meist schnell verdrängt. Genau das tat der Deizisauer Fotojournalist Toby Binder nach einer Reise in das afrikanische Land Malawi 2008 nicht. Er wollte etwas tun und fand Unterstützung bei den vier Kommunen Altbach, Aichwald, Deizisau und Plochingen und ihren Bürgermeistern.

Sie suchten nach einer Möglichkeit, auf direkter und persönlicher Ebene zu helfen und fanden sie im Bottom Hospital in Lilongwe, wo Tarek Meguid arbeitete. Der Gynäkologe, der in Deutschland aufgewachsen ist, arbeitet seit vielen Jahren im Ausland, zuletzt sechs Jahre in Malawi. Meguid war am Samstag in Plochingen und schilderte eindringlich die Situation, die er in der Geburtsklinik für Arme vorfand: Frauen, die auf dem Boden liegend warten und wegen des Personalmangels bei der Entbindung weitgehend sich selbst überlassen sind. So werden Komplikationen manchmal zu spät erkannt. Frauen, die nach der Entbindung aufstehen und ihren „Dreck“ wegräumen. Er zeigte Fotos von toten Neugeborenen, in Tücher gewickelt in einem Regal. Kaum eine Frau oder Familie frage jemals nach dem Warum, sagte er, weil sie sich selbst gar nicht als Subjekt erlebten. Die Frauensterblichkeit in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt ist in Malawi enorm hoch - ungefähr so, wie sie in Europa im Mittelalter war. Das sei nicht unvermeidbar, sondern Resultat der Armut und der gesellschaftlichen Rolle der Frauen, die „keine Stimme haben“. Er sprach neben den medizinischen Verhältnissen immer wieder die Würde der Frauen an.

Im Kleinen viel bewegen

Das Bottom Hospital, heute Bwaila Hospital, hat einen großen Schritt für mehr Würde tun können. Mit Hilfe ausländischer Geldgeber wurde eine neue Klinik mit besseren hygienischen und räumlichen Verhältnissen gebaut. Mit dem Geld aus dem Kreis Esslingen werden 20 Hebammen ausgebildet. Sie werden die Versorgungssituation der Frauen nachhaltig verbessern, denn qualifiziertes Personal ist äußerst knapp. Gleichzeitig bekommen die Hebammenschülerinnen eine Existenzgrundlage. Weil sie aus armen Familien stammen, sei die Chance sehr groß, dass sie lange im Bwaila Hospital bleiben, sagte Meguid.

Geld wurde im Malawijahr durch viele Spenden und Veranstaltungen von Vereinen und Initiativen gesammelt. Die Fotoausstellung Toby Binders in den vier Gemeinden war ein Teil davon. Tarek Meguid dankte allen, die trotz der Wirtschaftskrise etwas beigetragen haben. Das habe die Menschen in Malawi sehr berührt.

Die Zuhörer bei der Abschlussveranstaltung waren dagegen berührt von der menschlichen Haltung des Arztes. Egal, welche Entbehrungen und Anstrengungen ein Arzt unter solchen Bedingungen auf sich nehme: „Es ist nichts im Vergleich zu den Frauen, die dort sterben“, sagte er. Gelernt hat er bei diesem Projekt auch, dass man sehr viel im Kleinen bewegen kann und sich nicht durch Maximalansprüche lähmen soll: „Das Beste ist der größte Feind des Guten.“

Das Malawijahr nähert sich seinem Ende, die Spendenkonten der Gemeinden sind aber noch offen. Die zentrale Kontonummer ist bei der Kreissparkasse Esslingen, Konto 937 348, BLZ 611 500 20, Betreff: „Malawi“.

Brückenschlag nach Ostafrika  - Abschlussveranstaltung in Plochingen am 11.9.2010  (Stuttgarter Zeitung)

Im Rahmen des in Plochingen, Aichwald, Deizisau und Altbach ausgerufenen "Malawi-Jahres" haben sich viele Menschen, Vereine und Organisationen freiwillig vor den Spendenkarren gespannt. Jetzt, nach Abschluss der Aktion, strahlt vom Neckar und vom Schurwald aus ein Hoffnungsschimmer nach Ostafrika, in eines der ärmsten Länder der Welt. 47 000 Euro sind bisher an Spenden zusammengekommen.

Das Geld fließt direkt in die Hebammenausbildung der Universität in der malawischen Hauptstadt Lilongwe. Die ersten im Laufe des Jahres überwiesenen Raten tragen schon Früchte: An Weihnachten schließen sechs Hebammenschülerinnen ihre mit Spendengeldern finanzierte Ausbildung ab. Weitere 14 werden folgen. Alle werden sie künftig im Bwaila-Hospital arbeiten. "Die Hilfe kommt direkt dort an, wo sie gebraucht wird", hat der Initiator Toby Binder im Rahmen der Abschlussveranstaltung im Plochinger Rathaus festgestellt.

"Damit retten Sie Leben", bestätigt der am malawischen Krankenhaus arbeitende Gynäkologe Tarek Meguid den Spendern. Für die Frauen und Mädchen bietet die Ausbildung eine neue Lebensperspektive, für unzählige Babys eine Überlebenschance. Bisher werden die 13 000 Geburten, die im Bwaila-Hospital jährlich anfallen, von drei Ärzten und einer ausgebildeten Hebamme bewältigt. Am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus stehen allein neun Gynäkologen bereit, um 1400 Menschenkindern im Jahr auf die Welt zu helfen. Entsprechend weit klafft die Sterblichkeitsrate auseinander. "In Europa sterben fünf Frauen pro 100 000 Geburten, in Malawi sind es bis zu 1800, so viele wie hier früher im Mittelalter", sagt Meguid. Inzwischen ist, dank des Einsatzes eines schottischen Geschäftsmannes, ein neuer Kreißsaal entstanden.

Die deutschen Spenden sorgen dafür, dass dort künftig qualifiziertes Personal arbeitet. Als "Bericht der Hoffnung" würdigte der Plochinger Bürgermeister Frank Buß die Worte Meguids. Und als Beleg dafür, dass "Verzagtheit und Zukunftsangst uns nicht weiterbringt".

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Freiwilliges Soziales Jahr in Bolivien - Ein Jahr im Tiefland Boliviens  März 2010

In einer Gemeinschaftsveranstaltung von Eine Welt e.V. und Evangelischer Erwachsenenbildung berichteten Antonia Bunk und Julia Welsch von ihrer Projektarbeit in Riberalta im Tiefland von Bolivien. Die beiden jungen Denkendorferinnen leisteten dort nach ihrem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Physiotherapiezentrum für Kinder, die körperlich oder seelisch behindert sind. Vermittelt wurde dieser Aufenthalt durch die AG Mission und Entwicklung der Katholischen Kirchengemeinde Denkendorf. Sie unterstützt seit 1997 die Arbeit des dortigen Vikariats.  Gefördert werden die Arbeit mit Behinderten, ein Rehazentrum sowie das Schulwesen. Schwerpunkte sind die Förderung der Ausbildung und Naturheilkunde, aber auch Nahrungsmittelunterstützung für Kleinkinder. In Einzelfällen wird auch finanzielle Einzelfallhilfe geleistet.  Dazu werden in Denkendorf vielerlei Aktionen durchgeführt, deren finanzieller Erlös dem Projekt zugutekommt. So sind im Laufe der Jahre vielfältige persönliche Beziehungen zwischen Denkendorf und Riberalta entstanden. Immer wieder verbringen junge Leute aus unserer Region  einige Zeit in Bolivien, um dort ganz praktische Hilfe zu leisten und ihren Horizont im Hinblick auf die Probleme der einen Welt zu erweitern.

Riberalta liegt am Rande des Regenwaldes im Norden Boliviens in unmittelbarer Nähe der brasilianischen Grenze. Die Stadt hat ungefähr die Einwohnerzahl Esslingens, ist aber sonst überhaupt nicht mit einer Stadt in unseren Breiten zu vergleichen. Es handelt sich eher um ein großes Dorf, das in den Außenbereichen unmittelbar in den Urwald übergeht.

Das Centro Nuevos Horizontes ist ein Physiotherapiezentrum für Behinderte mit angegliederter Kindertagesstätte. Die Kinder werden mit dem eigenen Bus aus dem gesamten Stadtbereich zuhause abgeholt. Aufgabe der beiden Damen war die Betreuung der Kinder während des gesamten Tages, angefangen mit der Beaufsichtigung während der Busfahrt, Hilfe bei der Hygiene und beim Essen. Ein wichtiger Teil war auch das Spielen mit den Kindern. So lernten diese im Laufe der Zeit spielerisch viele Fertigkeiten, die einem nicht Behinderten selbstverständlich erscheinen und erlangten so ein Stück Selbstständigkeit. Betreut wurden etwa fünfzehn Kinder mit unterschiedlichsten Behinderungen. Bei der Betreuung war immer wieder Improvisationstalent gefragt. Die Verhältnisse dort unterscheiden sich grundlegend von den unseren. Besonders beeindruckt waren die Beiden von der Herzlichkeit der Bolivianer und der liebevollen Aufnahme im Team.

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Unberührbar - Apartheid auf indisch November 2009

Darüber informierte vor kurzem Prälaturpfarrer Ravinder Salooja vom Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung in Heilbronn. Zunächst beleuchtete der Referent den geschichtlichen Hintergrund des indischen Kastensystems, um dann auf die gesellschaftliche Stellung der Kastenlosen einzugehen. Die Kastenlosen repräsentieren etwa 25% der Bevölkerung. Als Unberührbare wurden sie früher bezeichnet, sie selbst nennen sich "Dalits", was die Zerbrochenen, die Niedergetretenen bedeutet. Nach dem brahmanischen Schöpfungsmodus sind sie nicht einmal ganz menschlich. Obwohl gesetzlich eigentlich gleichgestellt, sind sie noch immer diskriminiert, ausgegrenzt und auch häufig Opfer von Gewalt.

Weniger stark ausgeprägt ist das Kastenproblem in den großen Städten und entwickelten Regionen. Die meisten Dalits leben jedoch in den zahllosen Dörfern Indiens. So ist im Norden um den Ganges herum aber auch im Raum Kalkutta das Kastenproblem besonders präsent, während es z.B. in Kerala, das einen höheren Bildungsstandard hat, weniger ausgeprägt ist.

Der Schlüssel zur Veränderung ist Bildung und eine umfassende Schularbeit im ländlichen Raum. Schon das Erlernen der Schrift trägt zur Bewusstseinsbildung entscheidend bei. Durch Kulturarbeit, Rechtshilfe, Kampagnen im Land, politische Tätigkeit und Internationalisierung von Themen sowie Informationsvermittlung über staatliche Fördermöglichkeiten werden Selbstbewusstsein und Solidarität gestärkt und die wirtschaftliche Situation der Dalits verbessert. Begabte Jugendliche sollen sich zu Führungskräften entwickeln und durch ihr Beispiel das Selbstbewusstsein der Bevölkerungsgruppe stärken. Im staatlichen Bereich existiert ein Fördersystem für Kastenlose. Jeder 2. Studienplatz muss an Kastenlose vergeben werden. Dies schafft neuen Zündstoff in der Gesellschaft.

Auch die Kirche muss in ihrem Bereich das Kastensystem aufbrechen. So gibt es z.B. immer noch eigene Kirchen und einen eigenen Bischof für die Unterschicht. Bei Unterstützung von Projekten in Indien sollten wir deshalb auch immer die Kastenfrage stellen.

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 Unterwegs mit den AFAR-Nomaden - Besuch aus Äthiopien 30. September 2009

Seit nunmehr acht Jahren unterstützen wir über das „Forum Kinder in Not“ mit Spenden die Arbeit bei den AFAR-Nomaden. Völlig überraschend kündigte sich Besuch aus Äthiopien an. Damit hatten wir die Gelegenheit Valerie Browning  bei uns in Altbach zu begrüßen und damit Informationen aus erster Hand zu erhalten.  Übersetzungshilfe leistet Dr. Ramona Gresch-Bruder vom Forum Kinder in Not.

Ohne Bildung keine Gesundheit: Valerie Browning hat sich mit engagierten Einheimischen in der Nichtregierungsorganisation APDA zum Ziel gesetzt, die Not in der ärmsten äthiopischen Provinz Afar zu lindern. Mit der Unterstützung von Hilfsorganisationen und zunehmend von der Provinz­regierung führt sie Impfungen durch, sorgt für Wasser- und Nahrungsmittelhilfe, für Gesundheitsversorgung und Medikamente - besonders in weit abgelegenen Dörfern. Das Forum Kinder in Not unterstützt seit 2001 dreizehn Schulen und hat damit hunderten von Kindern ermöglicht Lesen und Schreiben zu lernen. Im September hatte Valerie Browning die außergewöhnliche Möglichkeit durch die Einladung zu anderen Partnern das Forum Kinder in Not zu besuchen und führte uns die riesigen Herausforderungen eindrücklich vor Augen.

Schule bei 50 Grad und mehr:
Der kleinen schmalen Frau (59) sind die Folgen eines harten Lebens in tiefen Falten ins Gesicht geschrieben. Seit ihrem 22. Lebensjahr arbeitet Valerie Browning als Krankenschwester und Hebamme für Hungernde, Flüchtlinge und besonders Benachteiligte auf dem afrikanischen Kontinent – seit den neunziger Jahren unter den Afar - Nomaden in der Danakilwüste, der heißesten bewohnten Region der Erde. Mit einer Missionsgesellschaft kam die englischstämmige Australierin in den 70er Jahren während der großen Hungersnot nach Äthiopien. Als sehr junge Frau wurde sie dort mit unvorstellbarem Leid und Tod konfrontiert. Das ließ sie nicht mehr los. Sie sieht es als ihre Pflicht, dazu beizutragen, dass die Afar durch eine angemessene Gesundheitsversorgung und Schulbildung eine Perspektive bekommen, um in ihrem Lebensraum und ihrer Hirtenkultur zu überleben. Sie möchte das Volk der Afar vor dem Schicksal bewahren, das andere (Nomaden)völker wie die Aboriginies oder die Indianer, erlitten haben.

Menschen zu Not wendender Arbeit befähigen: Das Leben der Hirten in der Danakil-Wüste in Äthiopien dreht sich vor allem um Wasser, Vieh und die Beschaffung der nötigsten Grundnahrungsmittel. So ist die Existenz der Familien durch das Viehsterben während der Dürren der vergangenen Jahre bedroht. Bleibt die Milch der Kühe, Ziegen oder Kamele aus, so leiden Mütter und Kleinkinder am meisten. Es mangelt an Basisgesundheitsversorgung und sanitären Einrichtungen in diesem extremen Lebensraum. Die Kindersterblichkeit liegt bei fast einem Drittel. Masern, Malaria, Durchfallerkrankungen und Unterernährung setzen den Kindern am meisten zu.

„Vor 15 Jahren konnten 98 Prozent der Bevölkerung weder schreiben noch lesen. Wie sollten wir da eine gute Gesundheitsversorgung aufbauen? Wir begannen also mit der Alphabetisierung in einer Kultur, deren Sprache erst in den 60er Jahren von einer englischen Professorin erforscht und verschriftlicht wurde. Für die Versorgung der Nomaden war es unabdingbar, Menschen aus den eigenen Reihen auszubilden und zur Basisgesundheitsarbeit zu befähigen, weil die Äthiopier aus dem Hochland nicht bereit waren, unter den extremen Lebensbedingungen zu arbeiten. Es wurden zwar einige staatliche Gesundheitszentren gebaut, diese standen aber meist leer, weil sich kein Personal fand.“, erklärt Valerie die Ausgangslage.
Aber es dauerte nicht lange, da waren die ersten 20 Helfer im Einsatz. APDA rekrutierte Mittel von Kirchen, Hilfswerken und Botschaften für die Not wendende Arbeit und baute die Schulbildung ebenso aus, wie die Gesundheitsarbeit. Wichtig war es dabei, die Clanältesten ins Boot zu holen. Standen manche den Plänen anfangs skeptisch gegenüber, so änderten sie schon bald ihre Meinung. Sie erlebten, wie Bildung und Basisversorgung in anderen Dörfern geleistet wurde und merkten, dass die Menschen in den eigenen Dörfern sich nichts sehnlicher wünschten, als dass auch dort Unterricht stattfindet: Unterricht, der das Ziel hat, fähige und motivierte Afar zu Gesundheitshelfern auszubilden, ihnen eine Chance zu geben ihr Vieh auf dem Markt zu einem guten Preis zu verkaufen und letztendlich ihre Lebenserwartung – vor allem die der Kinder– zu erhöhen.

Frauen dürfen unter der Arbeitsbelastung nicht zusammenbrechen: In den letzten Jahren wurden Aufklärungskampagnen zu Frauenrechten oder Aids initiiert. Ein eindrucksvoller Film über die hohe Arbeitsbelastung der Frauen, die nicht selten zu Früh-/Fehlgeburten oder dem Tod werdender Mütter führt, wurde gedreht. „Die Aufführung im Dorf öffnete den Männern die Augen.“, resümiert Browning. „So verlangte ein Zuschauer nach dem Film, dass die Männer ihren Frauen nur noch Mehl vom Markt in der Stadt mitbringen sollten und kein ungemahlenes Korn mehr. Es sei jeder zu bestrafen, der das nicht tue. Immer wieder kommen Männer zu mir, die mir stolz verkünden: ‚Ich habe heute das Wasser geholt!’ Wir haben auch bewirkt, dass die meisten traditionellen Hebammen keine Beschneidungen mehr durchführen.“

Rückblickend wurde viel erreicht: Heute sind rund 250 Gesundheitshelfer in vielen Dörfern unterwegs, um dort einmal im Monat mit Gesundheitsversorgung und Medikamenten zu helfen. Es wurden viele Familienhelferinnen ausgebildet, die über die Ursachen und Vermeidung von Krankheiten oder gute Ernährung aufklären. Die Kindersterblichkeit konnte gesenkt werden, obwohl sie noch deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt. Es bleibt zu hoffen, dass der Klimawandel oder die Wirtschaftskrise die Erfolge der vielen engagierten Helfer/ -innen nicht zunichte machen und die Afar ihr spezifisches Wissen um das (Über-)Leben an diesem heißen Ort der Erde bewahren.

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ERNÄHRUNG SICHERN - ABER WIE?      Die Kampagne "Niemand isst für sich allein" März 2009
Eckhard Röhm von Brot für die Welt  und Ben Kanine von den Christian Community Services Mount Kenya berichteten über die Ernährungskrise in Entwicklungsländern.

Eckhard Röhm  berichtete über die weltweite Ernährungssituation. Die auf der Welt produzierten Lebensmittel würden an sich ausreichen, um alle Menschen satt zu bekommen, führte der Experte aus. Aber weltweit hungern 923 Millionen Menschen, die Tendenz ist steigend. Er beleuchtete, was angesichts dieser Zahlen und Entwicklungen falsch läuft. Eine wesentliche Ursache sind die hohen Schulden vieler Entwicklungsländer.

Schulden führen zu Hunger

In den 60er-Jahren wurden diesen Ländern hohe Kredite zur Förderung großer landwirtschaftlicher Entwicklungsprojekte gewährt. Vielfach hatten diese Maßnahmen eine an westlichen Maßstäben ausgerichtete Großflächenlandwirtschaft zum Ziel. Nicht immer kamen die Mittel der einheimischen Bevölkerung in diesen Ländern auch wirklich zugute. Große Teile der Entwicklungsgelder versickerten in der Korruption und in dunklen Kanälen oder wurden in Kriegsmaterial und in lokalen bewaffneten Konflikten verpulvert. Geblieben sind aber die Schulden. Zur Begleichung dieser Schulden fordert der IWF die Verstärkung der Exporte, die Öffnung der Märkte und die Senkung der Staatsausgaben. Da die meisten Entwicklungsländer nur Rohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse exportieren können, werden große Flächen für die Produktion von Exportgütern verwendet, obwohl sie zur Ernährung der Bevölkerung dringend benötigt würden.

So wurden aus einigen ehemals Lebensmittel exportierenden Ländern Hilfeempfänger. Mit an der Misere schuld ist der weltweit steigende Fleischkonsum, zu dessen Befriedigung immer größere Flächen eingesetzt werden. Erinnert werden soll an dieser Stelle nur an den Import von Soja aus den Entwicklungsländern als Tierfutter.

Als Lösungsansatz zur Überwindung dieser Situation plädieren die internationalen Entwicklungshilfe-Organisationen für eine Rückkehr zur lokal orientierten kleinbäuerlichen Landwirtschaft unter Verzicht auf Hochleistungssorten mit hohem Kapital-, Dünger- und Chemikalieneinsatz. Diese Kleinbauernlandwirtschaft gibt vielen Menschen Arbeit und Brot und vermeidet durch Verwendung von an das lokale Klima angepassten Sorten auch Missernten und Abhängigkeit von großen Saatgutproduzenten. Röhm sprach sich auch für eine weitere Stärkung des fairen Handels als verlässlichen Partner der Kleinbauern aus. Damit sind die Produzenten weniger abhängig vom Auf und Ab der Weltmarktpreise.


Verelendung aufhalten

Als Gast aus Kenia berichtete Ben Kanina von den Christian Community Services of Mount Kenya, East Region, über Maßnahmen und Projekte, die diese Organisation dort in der Region betreibt. Ein Hauptaspekt ihrer Arbeit ist, „den Armen eine Stimmen geben" und für die Rechte der Armen zu kämpfen. Durch Schulung, die Förderung von Mikrofinanzorganisationen und die Befähigung zu einem wirksamen Wassermanagement wird der Verelendung weiter Bevölkerungsteile Einhalt geboten.

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GENTECHNIK in Landwirtschaft und Lebensmitteln - ein Spiel mit dem Leben Februar 2009
Vortrags- und Diskussionsabend mit Dipl. Ing. agr. Birgit Eßlinger, Referentin für Bildung und Gentechnik bei Bioland Baden-Württemberg

Die sogenannte Agro-Gentechnik scheint auf dem Vormarsch. In vielen Ländern werden bereits seit Jahren gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut und auch in Deutschland gibt es Bestrebungen, der Agro-Gentechnik zum Durchbruch zu verhelfen. Häufig werden Welthunger oder ganz aktuell der Klimaschutz ins Feld geführt, um für den Einsatz  gentechnisch veränderter Pflanzen zu argumentieren.
Auf Einladung des Altbacher EineWelt e.V. und der Evang. Erwachsenenbildung beleuchtete Birgit Eßlinger vom Bioland Landesverband Baden-Württemberg Hintergründe und Risiken  dieser Technik. Sie stellte zunächst die angewandten Verfahren vor, mit denen gentechnisch verändertes Erbgut in einen Zellkern eingebracht wird. Bei allen drei derzeit anwendbaren Methoden ist die genaue Platzierung der veränderten DNA nicht vorher bestimmbar. Damit können nicht kontrollierbare Nebeneffekte entstehen. Ein ebenfalls hohes Risiko stellt die Erfolgskontrolle durch ein Antibiotikum als Marker-Gen dar. Hier könnten sich langfristig Antibiotika-Resistenzen weiter übertragen und zu einem Risiko für die Medizin werden. Auch hat sich herausgestellt, dass das erzeugte Pflanzenmaterial eine signifikant höhere Anfälligkeit gegen Krankheiten aufweist.

Die Argumente der Befürworter der Agro-Gentechnik stellen sich nach Aussage von Birgit Eßlinger bei näherer Betrachtung unter einem längeren Zeithorizont als nicht stichhaltig heraus:

1. Der Anbau von transgenen Pflanzen reduziert den Einsatz von Pestiziden. Dieser Effekt hält nur drei Jahre an. Es hat sich herausgestellt das den nachfolgenden Problemen Auskreuzung, Resistenzbildung, Durchwuchsproblematik durch im Boden verbliebene Samen und höhere Anfälligkeit gegen Krankheiten nur durch ständig erhöhten Einsatz von Agrochemikalien begegnet werden kann.

2. Höhere Erträge. Die neuen Sorten weisen jedoch tatsächlich keine höheren Erträge auf. Teilweise liegen sie bis 10% unter konventionellen Sorten. Manchmal erweisen sich die neuen Sorten im Dauereinsatz unter Normalbedingungen auch als unzuverlässig. So sind in Indien bei Baumwolle bis zu 75% der Fasern minderwertig geworden.

3. Höhere Gewinne durch Einsparung von Arbeitszeit und Betriebsmitteln. Zunächst fallen höhere Ausgaben für Saatgut und Herbizide an, später auch bei Resistenzbildung steigende Kosten für Pestizide.

Das weitere Argument, die genveränderten Sorten seien sicher und unbedenklich, erweist sich bei näherem Hinsehen als fadenscheinig. Die Zulassungsdaten für die EU stammen aus den USA und dort gibt es eine starke Verflechtung der Saatgutindustrie mit den Zulassungsbehörden, das heißt, eine echte Risikoanalyse findet nicht statt. Es gibt keine stichhaltigen Beweis-Daten für die Unbedenklichkeit. Genau besehen wird hier die Menschheit als Versuchskaninchen missbraucht.

Eine Zusammenfassung: Kein Argument der Befürworter erweist sich als haltbar:
         Kein Mehrnutzen oder wirtschaftlicher Vorteil für Bauern und Verbraucher
         Kein Umweltschutz
         Wirkungen auf Gesundheit von Mensch, Tier und Natur weitgehend unbekannt
         Keine Lösung des Welthungerproblems
         Keine Rettung vor der Klimakatastrophe

Fazit: Für Verbraucher und Bauern bringen die genveränderten Pflanzen keinen wirklichen Nutzen, dafür aber ein unkalkulierbares Risiko und vollständige Abhängigkeit von wenigen großen Saatgut- und Chemikalienproduzenten.

Was kann der Verbraucher tun: Bei uns müssen Lebensmittel mit genveränderten Zutaten gekennzeichnet werden. Es gibt auch das amtliche Label „ Ohne Gentechnik“.
Bei Bio-Ware ist der Einsatz der Gentechnik  verboten. Dies können wir als Konsumenten aktiv nutzen und uns so die risikobehaftete Gentechnik in der Ernährung ersparen.

Was können Sie als Konsument / Konsumentin tun?          

 ·          Informieren Sie sich selbst und andere
·              
Äußern Sie Ihre Meinung! Leserbriefe, Vereine, Organisationen, Freunde, Verwandte                                                                                                
·              
Fragen Sie in Ihrem Lebensmittelgeschäft, ob auch alle Lebensmittel noch gentechnikfrei sind
·              
Fragen Sie Ihren Metzger, ob er weiß, ob die Tiere gentechnisch verändertes Soja gefressen haben
·              
Nutzen Sie Ihre Kontakte! Politiker, Kirchengemeinderäte, Gemeinderäte
·              
Schreiben Sie an Frau Merkel, Frau Schavan oder Frau Aigner


Weitergehende Informationen können Sie auch unter
folgenden Adressen finden:
www.gentechnik-freie-regionen.de
www.keine-gentechnik.de
www.umweltinstitut.org
www.saveourseeds.org
www.bioland-bw.de
www.greenpeace.de
www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de
www.abl-ev.de
www.genfoodneindanke.de
www.gen-ethisches-netzwerk.de
www.bund.de
www.nabu.de

 

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Gesundheit in der Einen Welt 30.9.08
Nur zu Fuß geht es weiter – Wie Gesundheitsdienst in der äthiopischen Wüste funktioniert
Vortrags- und Informationsabend mit Frau Dr. Ramona Gresch-Bruder, Difäm Tübingen

Seit 2001 unterstützen wir das AFAR-Projekt in Äthiopien. In unregelmäßigen Abständen berichtet uns Frau Dr. Gresch-Bruder vom „Arbeitskreis Kinder in Not“  und Ethnologin beim Difäm (Deutsches Institut für ärztliche Mission) Tübingen über die dortige Lebenssituation.

Vor 30 Jahren bekannten sich die Mitgliedsorganisationen der Weltgesundheitsorganisation mit der „Deklaration von Alma Ata“ zum Konzept der Basisgesundheitsversorgung. Gefordert wurde der gleiche Zugang aller Menschen zu Prävention und Gesundheitsversorgung. Was ist daraus geworden? Wie ist es heute um die Gesundheit von Mutter und Kind in den armen Ländern bestellt? Haben sich traditionelle Praktiken gewandelt? Welchen Zugang haben Kranke zu medizinischer Behandlung und Medikamenten? Am Beispiel der Afar-Nomaden, die am heißesten bewohnten Ort der Erde leben, wurde aufgezeigt, mit welchen Herausforderungen die Menschen in abgelegenen Regionen kämpfen müssen, um eine Basisgesundheitsversorgung zu gewährleisten.


 
Difäm-Unterstützung der Afar

l Medizinische Versorgung der Bevölkerung in abgelegenen Gebieten  
l    Lieferung von wichtigen Medikamenten
l    Ausbildung von Gesundheitsarbeitern
l Nothilfe: z.B. Spezialnahrung für unterernährte Kleinkinder


Versorgung in der Wüste 

Die Danakil-Wüste im Osten Äthiopiens gehört mit ihren 70 000  Quadratkilometern zu den heißesten Regionen der  Erde. Dort leben an die extremen Verhältnisse angepasste Hirtennomaden. In der Wüste sind die Menschen, die als Hirten über Jahrtausende angepasste Überlebensstrategien entwickelt haben, durch ausbleibende Regenfälle in den vergangenen Jahren zunehmend in ihrer Existenz bedroht. Fast ein Drittel der Kinder stirbt vor dem fünften Lebensjahr.
Das Difäm unterstützt die Menschen in ihrem Überlebenskampf. Die Partner vor Ort haben schon  viel erreicht. Gesundheitsarbeiter, Familien-helferinnen und Hebammen, die lange Fußmärsche zurücklegen, um die abgelegenen Siedlungen zu erreichen, haben die medizinische und hygienische Lage sehr verbessert.

Die Gesundheitsarbeiter tragen die wichtigsten Medikamente und Instrumente in ihrem Rucksack mit sich. Jeder besucht regelmäßig  10 - 15 Siedlungen. Neben der Grundversorgung entscheiden die Helfer auch, wann eine Weiterbehandlung durch einen Arzt erfolgen muss und sorgen dafür, dass die Erkrankten in eines der beiden Krankenhäuser der Provinz gebracht werden.

Difäm förderte die Ausbildung von 41 Krankenpflegern. Im Training wurden sie für eine mobile Gesundheitsversorgung in dem riesigen Gebiet geschult. Ein Handbuch in einheimischer Sprache hilft ihnen, wenn sie auf sich allein gestellt in den abgelegenen Regionen arbeiten.

Vermittelt werden diagnostische Fähigkeiten, Durchführung von Impfungen, Behandlung von Infektionen, weit  verbreiteten Krankheiten und  Notfallversorgung.


Dürre bedroht das Leben


Ohne ihre Tiere können die Menschen aus
eigener Kraft kaum überleben. Der Tierbestand ist jedoch durch die anhaltende Dürre extrem geschwunden. Nahrungsmittel, besonders die Milch für die Kinder, sind knapp. Kleinkinder und stillende Mütter sind von Unterernährung und aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes besonders von Krankheiten bedroht. Zur Unterstützung hat  Difäm Nahrungs- und Arzneimittel bereitgestellt. Für unsere Not wendende Gesundheitsarbeit ist Difäm auf weitere Spenden angewiesen.

Wie das Difäm hilft

Unsere Partner vor Ort setzten sich mit großem Engagement für die Betroffenen ein. Trinkwasserlieferungen, Füllen der Regenrückhaltebecken und die Verteilung von Seife konnten eine Durchfallepidemie verhindern. Mit Spezialbrei für die 6- 24 Monate alten Kin­der wurde diese von Unterernährung besonders gefährdete Altergruppe versorgt.
Unentbehrliche Medikamente gegen Blutarmut, Atemwegsinfekte, Durchfallerkrankungen und Malaria wurden bereitgestellt.

Difäm tritt ein für Gesundheit in der Einen Welt

Das Difäm widmet sich der Gesundheitsversorgung benachteiligter Menschen in wirtschaftlich armen Ländern durch:
·   
Beratung von Partnerorganisationen
·   
Förderung von Gesundheitsprojekten
·   
Arzneimittelhilfe
·   
Ausbildung von Fachpersonal
·   
Träger der Tropenklinik Paul-Lechler­Krankenhaus
·   
Träger des Tübinger Projekts: Häusliche Betreuung Schwerkranker
·   
Sitz des Aktionsbündnisses gegen AIDS

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Wir wollen Arbeit in Würde - Kampagne für saubere Kleidung März 2008
Informationsabend mit  Kinga v. Gyökössy-Rudersdorf, Weinstadt-Endersbach, Evang. Frauen in Württemberg


In einer Gemeinschaftsveranstaltung mit der Evang. Erwachsenenbildung informierte kürzlich Kinga v. Gyökössy-Rudersdorf über die Hintergründe der Kleidung, die wir in den Geschäften kaufen. Nur noch sehr wenige Textilien stammen aus deutscher Produktion. Der überwiegende Teil wird in weltweit angesiedelten Fabriken hergestellt. Der Grund für diese Verlagerung ins Ausland sind natürlich die niedrigeren Löhne in Mittelamerika, Asien und Osteuropa. Daraus hat sich ein Wettbewerb um die niedrigsten Gestehungskosten entwickelt, der teilweise zu an Sklavenhal­tung erinnernden Arbeitsbedingungen geführt hat.

Die Referentin zeigte an Beispielen aus eigener Anschauung und Berichten von anderen in der Kampagne engagierten Frauen auf, wohin sich an vielen Produktionsstandorten das Arbeitsumfeld entwickelt hat: Mörderische Arbeitsbedingungen, Ar­beitsschutz und Umweltschutz weitgehend ein Fremdwort, überlange Arbeitszeiten, Kinderarbeit. Gewerkschaftliche Organisation zur Erreichung von Bedingungen und Löhnen, die ein einigermaßen menschenwürdiges Leben ermöglichen, werden mit Repressalien und Kündigung beantwortet. Durch die weitverbreitete Arbeitslosigkeit in diesen Ländern stehen draußen vor dem Werkstor Hunderte, die auch zu Hungerlöhnen arbeiten, um wenigstens überleben zu können.

Diese Menschen brauchen unsere Solidarität. Seit einiger Zeit führen zwar verschiedene deutsche Markenanbieter Kontrollen in den mit ihnen assoziierten Fabriken durch. Diese sind aber angekündigt und werden dann unterlaufen.

Im zweiten Teil zeigte die Referentin aber auch positive Beispiele auf. Da die Ladenpreise für Bekleidung zum größten Teil durch die Verkaufs-, Entwicklungs- und Transportkosten be­stimmt sind, verhilft schon ein geringer Mehrpreis zu besseren Bedingungen. In der Schweiz hat sich eine Kette von Textileinzelhändlern gebildet, die in Partnerschaft mit ihren Lieferanten "saubere" Bedingungen realisiert hat und dies zu marktgerechten Preisen. Ebenfalls bietet die Schweizer Coop-Organisation erfolgreich eine eigene Kollektion fair produzierter Kleidung erfolgreich an. Möglich wurde dies, weil Teile des Mehrpreises für die Produzenten durch Verzicht auf einen Teil der Marge finanziert werden. In Deutschland fehlen solche Ansätze in den Großvertriebsformen bislang. Sind wir wirklich ein Volk von Schnäppchenjägern?

Ziele der Kampagne
für saubere - sozialverträgliche - Kleidung (CCC - Clean Clothes Campaign)

In den Niederlanden hat die "Clean Clothes Campaign", die mit einer großen Zahl von Gewerkschaften und Frauenorganisa­tionen auf der ganzen Welt zusammenarbeitet, eine Charta für fairen Handel (CFH) erstellt, in der auf der Grundlage der Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eine Reihe von Forderungen formuliert sind:

> Löhne, die wenigstens den notwendigsten Lebens­bedarf (Nahrung, Kleidung, Wohnraum) decken. Es soll mindestens der  gesetzliche Mindestlohn des jeweiligen Landes sein. 
   (ILO-Nr. 26)
> kein unbezahlter Überstundenzwang (ILO-Nr. 1)
> Recht auf Organisierung, unabhängige Gewerk­schaften und freie Tarifverhandlungen (ILO- Nr. 87)
> Gleichbehandlung hinsichtlich der Ausübung und Entlohnung der Arbeitenden. Keine Diskriminierung aufgrund Rasse,    Hautfarbe, Geschlecht, politischer und religiöser 
   Überzeugung, sozialer Herkunft oder des Herkunftslandes (ILO- Nr. 110)
> keine Benutzung gefährlicher Reinigungschemi­kalien und giftiger Farbstoffe
> keine Zwangsarbeit
> keine sexuellen Übergriffe bei Arbeiterinnen
> Mindestalter für Arbeitskräfte. 15 Jahre (keine Kinderarbeit)
> arbeits- und sozialrechtliche Bestimmungen für feste Beschäftigungsverhältnisse sollen nicht durch Kontraktarbeit umgangen
   werden

Kann denn Mode Sünde sein? - Der lange Weg unserer Kleidung (Oktober 2007)
Informationsabend mit  Kinga v. Gyökössy-Rudersdorf, Weinstadt-Endersbach, Evang. Frauen in Württemberg

Mit einer aufschlussreichen und heiteren Modeschau wurde in das aber doch ernste Thema eingeführt:

 
Die allermeisten unserer Kleidungsstücke werden nicht nur in Entwicklungsländern hergestellt, viele wandern schließlich über unsere Altkleidersäcke wieder dorthin. Ein Beitrag zur Unterstützung der Bedürftigen oder eine weitere »Sünde« im Umgang mit der so genannten dritten Welt? Wie jeder von uns im Alltag einen Beitrag für mehr Gerechtigkeit in der Welt leisten kann, ohne »in Sack und Asche« zu gehen, dafür gibt es interessante Informationen und Diskussionsanstöße.

Wir alle kaufen gerne neue Kleider und Wäsche. Dafür sortieren wir ab und zu gebrauchte Sachen aus, die aber zum Wegwerfen noch zu gut sind.

Zum Glück gibt es dafür Altkleidersammlungen: Wir möchten ja, dass die Sachen noch möglichst sinnvoll verwendet werden.
Zum Glück? Zu wessen Glück?
Die Kleidersammlungen sind ins Gerede gekommen.
Hier möchten wir Informationen, Anregungen und Hilfe für die Verwertung alter Kleider (und Schuhe) geben.


Aber - wohin gebe ich überflüssige Textilien?

-  an Freunde (tauschen)
-
 an Bedürftige in Deutschland
an Flüchtlingshilfe nach Ost- und Südeuropa
-
 an Kleiderhilfe in die GUS-Staaten, nach Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien
für Aktivitäten auf Gemeindeebene, wie z.B. Stetten, Karlshöhe, Bethel
Verbände, die sich dem Dachverband FairWertung e.V. angeschlossen haben.

Geben Sie Altkleider lieber nicht an Sammelunternehmen, die keine Rechenschaft über den Verbleib der Ware ablegen, bzw. ablegen können und in Gebiete, für die der Transport zu teuer ist (Afrika, Südamerika)

Kleidersammlung, Verwendung, Verwertung - unsere Frage ist nicht ob, sondern wie?
Deshalb empfehlen wir FairWertung.
FairWertung ist ein Dachverband gemeinnütziger Organisationen.
 

Sein Motto ist: ARBEIT SCHAFFEN - UMWELT SCHONEN.
FairWertung

-    
versteht sich als Alternative zu kommerziellen Sammlungen
-    
legt offen, was mit den Kleidern und Schuhen passiert
-    
legt offen, wie viel Geld erwirtschaftet und wie es verwendet wird: nämlich nur für gemeinnützige Zwecke
-    
nimmt Rücksicht auf Handwerk und Industrien in den Empfängerländern
-    
gibt mindestens 51 an Kleiderkammern zur kostenlosen Verteilung an Bedürftige und Katastrophenopfer
-    
betreibt eigene, nicht kommerzielle Sortierwerke
-    
und beschäftigt in ihnen Langzeit-Arbeitslose.

Sammelsäcke und Behälter tragen das FairWertung-Logo:
Dachverband FairWertung e.V. Hüttmannetr. 62, 45143 Essen Tel. 0201/821067 - Fax 0201/628671  

"Tugenden"

> gezielt einkaufen
> gute Qualität kaufen bedeutet weniger kaufen
> Qualität hinterfragen
> regionale Produkte bevorzugen
> weniger waschen und noch weniger reinigen
> Kleidung mehr lüften
> ausbessern
> Erfahrungen austauschen
> erst dann in den Sack

 

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Mit der Sonne besser leben -  Solarenergie in Peru 23.3.07
Erfahrungsbericht von der Entwicklungszusammenarbeit in einer armen ländlichen Region Perus mit Bildern und Film

Dipl. Ing. Stefan Kratz, Lauffen a.N.
, Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. Köln

Puquio liegt im südlichen Bergland 12 Stunden von Lima entfernt auf 3.200m Höhe, hat 14.000 Einwohner, ist Provinzhauptstadt und Handelszentrum der Region. Die Prälatur ist sehr dünn besiedelt, die Dörfer liegen Stunden entfernt und sind über Schotterpisten und Fußwege erreichbar. Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau bestimmen das Leben auf den Dörfern.

Die ländlichen Regionen Perus sind wirtschaftlich und politisch vernachlässigt, es fehlt an Perspektiven gerade für junge Menschen, die an die Küste abwandern. Die Prälatur Caraveli liegt im Süden Ayacuchos, einer armen Region, die Berglandschaft ist extrem trocken, Wasser ist ein knappes Gut und es gibt kaum Vegetation. Sonne hat es reichlich, sie brennt das ganze Jahr und überschüttet das Land mit kostenloser und sauberer Energie. Warum diese Energie nicht nutzen, um die Lebensbedingungen der Landbevölkerung nachträglich zu verbessern? Zumal Brennholz und getrocknete Kuhfladen wegen der Dürre sehr knapp und Petroleum und Gas für viele unerschwinglich teuer sind.

Im Solarzentrum Eco Energia Puquio werden die Solaranlagen von drei Mitarbeitern entwickelt und gebaut. Bis jetzt gibt es Solarthermen verschiedener Größen für Familien, Schulen und Institutionen sowie Solaröfen und Wasserkocher für Familien sowie den Einsatz in Gemeinschaftsküchen und
Restaurants.
                                                    Solarofen in Peru >>        
Auf dem Ausstellungsgelände können Thermen und Öfen in voller Funktion getestet werden, hier steht auch ein Mustergewächshaus. Die Werkstatt ist Informationszentrum für Interessierte, hier finden auch Fortbildungskurse für Solartechniker statt. Wir sind zu Kursen viel auf den Dörfer
n unterwegs und evaluieren dabei die einzelnen Installationen. 

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Kleine Kredite mit großer Wirkung 4.10.05
2005 UNO - Jahr der Kleinstkredite  –  Wege aus der Armutsfalle  –  Entwicklung finanzieren - Mit Kleinstkrediten die Armut überwinden

Dies war das Thema unseres Gesprächsabends mit Linde Janke von der ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit. Die Organisation vergibt inzwischen annähernd 50 % ihrer Kredite an Kleinstkreditorganisationen in den Entwicklungsländern und gehört damit zu den weltweit größten privaten Finanziers dieser Institutionen. In Oikocredit investieren heute über 23000 Anlegerinnen Kirchen, Einzelpersonen, Fairhandels- und Entwicklungs-organisationen sowie reguläre Banken mit einem Anteilskapital von 200 Millionen €. Damit werden unter anderem ca. 170 Mikrofinanz-Institutionen in Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa mitfinanziert.
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2005 zum UN-Jahr der Kleinstkredite erklärt. Millionen von armen und benachteiligten Menschen in Ländern des Südens erhoffen sich dadurch Zugang zu kleinen Unternehmenskrediten, die ihnen Möglichkeiten eröffnen, eigenes Einkommen zu erwirtschaften und aus dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Darlehen zu günstigen Konditionen sind für diese Menschen ein besserer Weg aus der Armut als einmalige Spenden, da durch den Umlauf des Geldes der Effekt erheblich höher ist. Bei normalen Banken bekommen sie aber aufgrund fehlender Sicherheiten keinen Kredit und fallen dadurch umso leichter Wucherern zum Opfer. Die Kleinstkredite liegen in der Regel zwischen 50 und 500 € und werden meist an kleine Gruppen von überwiegend Frauen vergeben.
Frauen deshalb, weil sich Frauen in den Entwicklungsländern stärker für den Unterhalt der Familie verantwortlich fühlen und sich weniger aus der Verantwortung stehlen. Gleichzeitig mit dem Kredit werden den Kreditnehmern elementare Wirtschafts­kenntnisse, z.B. eine einfache Buchführung und Ähnliches vermittelt. Dies bedingt natürlich bei den Kleinstkreditbanken einen hohen Bedarf an Beratungspersonal.
Bei der Grameen Bank sind es Gruppen von etwa 5 Frauen, von denen die erste den Kredit für 4 Monate bekommt, dann erhält ihn die nächste usw. Durch die gegenseitige Hilfe und soziale Kontrolle erreicht die Kleinkreditbank eine Rückzah­lungsquote von 98 %.
Die Referentin wies darauf hin, dass Kleinstkredite innerhalb kleiner Solidargemeinschaften an sich nichts Neues sind. In Deutschland gründete Friedrich Wilhelm Raiffeisen bereits 1846 einen ersten Genossenschaftsverein, bei dem sich die Mitglieder gegenseitig aushalfen. 1864  war der Heddersdorfer Darlehensverein die erste Darlehensbank auf Gegenseitigkeit.

Weitere Information auf unserer Seite "Politik" oder oben unter "Spare fair"

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Besuch aus Kenia   22.5.2005                   

Mit Spannung wurde die Reisegruppe aus Kenia erwartet, nachdem es in den Tagen zuvor viele Hindernisse bei der Einreisegenehmigung zu überwinden galt.  Drei Frauen und vier Männer konnten dann im Martin-Luther-Saal begrüßt werden. Begleitet wurden sie von Mitgliedern aus dem Münsinger Arbeitskreis Eldoret unter der Leitung von Bildungsreferent Heiner Wezel.

Ein kleiner Imbiss brachte die Anwesenden in ersten Gesprächsversuchen, mit und ohne Übersetzung,  einander näher. Anschließend besuchten die Gäste den EineWeltLaden (siehe unten). Zurück im Martin-Luther-Saal bedankten sich die Besucher, dass Sie hier in Altbach sein konnten.  Das Straßenkinderprojekt in Kenia wird auch von Altbach aus unterstützt (Kinderkirche, Eine Welt e.V., Privatpersonen). Betont wurde wie wichtig eine nachhaltige Partnerschaft ist.

Ein gekonnter Liedvortrag mit Trommel zeigte die afrikanische Lebendigkeit und Fröhlichkeit. Anschließend wurden die afrikanischen Gäste vorgestellt. Der Leiter der Schule im Straßenkinderprojekt informierte  über seine Schule, die im Jahr 2000 begonnen wurde. Damals lebten im Projekt 30 Kinder und Jugendliche, heute sind es 120 Kinder und Jugendliche. Bildung ist Hoffnung und Investition in die Zukunft. Hauptaufgabe ist die Einstellung zu verändern, um die Kinder von der Straße in die Gesellschaft zu integrieren. Probleme machen bei der Aufnahme oft das Alter der Kinder, Drogen, Krankheiten und  Transportprobleme.  Kinder ohne Zukunft bekommen im Straßenkinderprojekt eine Hoffnung für die Zukunft.

In einer kleinen Theateraufführung wurden die Aids-Probleme in Kenia angesprochen. Betroffen ist vor allem die mittlere Generation, täglich sterben 700 Menschen an Aids/HIV. Mit Theaterstücken auf Marktplätzen wird versucht, die Menschen dort auf das Problem aufmerksam zu machen. Diese Aids-Prävention soll Spaß machen und die Zuschauer motivieren. Im Theaterstück wurde erzählt, warum Kinder zu Waisen werden. Dann werden die Großeltern in die Pflicht genommen, die aber leider in ihrer Armut wenig helfen können. Damit ist der Weg der Kinder auf die Straße nicht mehr weit. 

Ein weiterer Liedvortrag leitete über zu einer Fragerunde: Es gibt auch Mädchen auf der Straße und deren Zahl wird größer. Vor fünf Jahren wurde mit der Mädchenbetreuung begonnen. Wenn genug Geld da ist, kann im Straßenkinderprojekt ein Haus für Mädchen gebaut und der Besuch einer Schule möglich gemacht werden. Ein großes Problem ist auch die medizinische Versorgung. Es gibt einen Arzt für 10-50000 Menschen. Das Straßenkinderprojekt sucht nach einer professionellen Lösung mit einem ausgebildeten Arzt. 

Nach einem gemeinsamen Lied, bei dem unsere afrikanischen Gäste eifrig mitgesungen haben, schloss der Abend mit einem Gebet der kenianischen Pfarrerin. Zum Ausklang tanzten Afrikaner und deutsche Besucher einen fröhlichen afrikanischen Tanz.

Hier finden Sie Informationen zum Straßenkinderprojekt:         Projekt-Info

Sie können das Straßenkinderprojekt unterstützen. Spendenkonto bei der Volksbank Plochingen BIC GENODES1VBP :
Eine Welt e.V. –  Konto-Nr.  IBAN DE50 6119 1310 0717 3830 24  
  Stichwort: Karai. Wir leiten Ihre Spende weiter und Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenbescheinigung.
Schon heute danken wir für Ihre Spende ganz herzlich.
 

Besuch im EineWeltLaden

Nach erstem Umsehen im Laden wurde den Gästen die Entwicklung und Zielsetzung unseres Ladens erklärt. Gegründet wurde der Laden im November 1996, alle Mitarbeiter/innen arbeiten ehrenamtlich. Wir bezahlen den Kleinbauern und Handwerkern in der dritten Welt einen fairen Preis für ihre Waren. Nur so ist es diesen möglich, ein menschenwürdiges Leben zu führen und ihre kleinbäuerlichen Betriebe weiter zu führen, Gesundheitsvorsorge zu treffen und ihre Kinder in die Schule zu schicken. Am Beispiel des Kaffeepreises wurden die Prinzipien des Fairen Handels (ökologischer Anbau, garantierter Mindestpreis, Abnahmegarantie, Förderung von Sozialeinrichtungen, usw.) dargestellt.   

Die Vielseitigkeit des Warenangebots aus aller Welt überraschte die Besucher, die interessiert nach den Herkunftsländern der Waren fragten.  Freudig zur Kenntnis genommen wurde, dass im EineWeltLaden auch Waren aus Afrika (z.B. Tansania und Madagaskar) verkauft werden.

Wir leben in der einen Welt. Auch bei uns gibt es benachteiligte Menschen. Über das Warenangebot aus der so genannten dritten Welt hinaus führen wir deshalb auch Waren aus einheimischen Werkstätten: z.B. Nudelhaus Trossingen, Diakonie Stetten, Bodelschwingsche Anstalten Bethel, usw. Ergänzt wird unser Sortiment durch ein umfangreiches Angebot an Umweltschutzprodukten.

 Träger des Ladens ist der Eine Welt e.V. Auf der Internetseite www.EineWelt-Altbach.de findet sich auch eine ausführliche Information zum Projekt Eldoret. Das hat die Besucher überrascht und sehr gefreut. Nach diesem kurzweiligen Aufenthalt im EineWeltLaden ging es zurück in den Martin-Luther-Saal.

 

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  Berufsausbildung: Ein Weg aus der Armut - am Beispiel Madagaskar  4.10.04
Unter diesem Motto stand ein Informationsabend des Eine Welt e.V. in Zusammenarbeit mit dem Frauengesprächskreis. Inge und Günter Hekler vom Deutsch-Madagassischen Verein Esslingen berichteten von ihrem Projekt auf der Insel Madagaskar.  Gezeigt wurde auch ein Video über den neuesten Stand der Arbeit auf Madagaskar. Vor und nach dem Vortrag wurden Waren aus den Werkstätten des DMV zum Kauf angeboten.
 

Der Deutsch-Madagassische Verein ist eine rein private Initiative und besteht seit 1988. Sein Ziel ist es, jungen Menschen auf Madagaskar aus besonders armen Verhältnissen durch eine qualifizierte Ausbildung eine konkrete Lebensperspektive zu geben. Es gibt wenig Ausbildungsplätze auf dieser großen Insel - und jede Ausbildung kostet Geld - arme Jugendliche ohne Familie haben keine Chance. Der Verein betreibt in der Nähe der Inselhauptstadt eine Lehrwerkstatt für metall- und holzbearbeitende Berufe, sowie ein Atelier, in dem das Nähen und Sticken gelehrt wird. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Im Centre de Formation Professionnel SOLTEC erhalten junge Menschen eine Perspektive zum Leben- als Metaller, Schreiner, Schneiderinnen, Stickerinnen, Hauswirtschafterinnen und Köchinnen und Köche.
Über 120 Jugendlichen wird eine qualifizierte Ausbildung geboten, die ihnen einen späteren Arbeitsplatz - und damit das Überleben - sichert.

Es gibt keinen kostenintensiven Verwaltungsapparat. Die Ausbildung wird finanziert durch Spenden der Mitglieder des Deutsch-Madagassischen Vereins Esslingen e.V. und durch den Verkauf von Waren aus der Lehrwerkstatt für Nähen und Sticken. Jede Spende kommt ausnahmslos und direkt dem Projekt zugute. 

                                                                                                                                                                               


                                                                                                                                                                                                              Herr Hekler beim Empfang einer Spende

     Der Verkauf von auf Madagaskar 
     selbstgeferti
gten Tischdecken                                                           
     trägt zur Finanzierung der Ausbildung bei.

                 

                  ►  mehr Infos zur aktuellen politischen Lage auf Madagaskar (Stand: August 2004)

                  ► www.dmve.de  (Deutsch-Madagassischer Verein Esslingen)

                  "Besessen von einer Idee"

 

 

 

 

 

 

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Wasser für alle - eine globale Herausforderung  21.6.04                                              Infos auf unseren Seiten:   Wasser
                                                                                                    
    oder bei Brot für die Welt::   www.menschen-recht-wasser.de

Ohne Wasser kein Leben - Wasser ist ein Menschenrecht

1,2 Milliarden Menschen haben derzeit keinen Zugang zu ausreichendem und sauberem Trinkwasser. Damit ist der Zugang zu Wasser eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. In den Mittelpunkt rückt dabei die Frage, ob die Privatisierung der Wasserversorgung eine Lösung sein kann.

Sauberes Trinkwasser wird immer knapper. Jeder fünfte Mensch weltweit kann heute seinen täglichen Wasserbedarf nicht decken. In vielen Ländern gibt es bereits eine Wasserkrise, vielerorts gibt es Konflikte darüber, wer das kostbare Nass nutzen darf.  Immer mehr Entwicklungs- und Industrieländer privatisieren ihre Wasserversorgung. Große Konzerne wollen in erster Linie Gewinne mit dem „Blauen Gold“ machen. Die Proteste nehmen zu. Auch in Europa, ja sogar in Stuttgart organisieren sich die Bürger jetzt für ihre Wasserversorgung: „Wasser ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht”.

Zu diesem Thema referierte am vergangenen Montag  Bernhard Wiesmeier von Brot für die Welt in einer gut besuchten Gemeinschaftsveranstaltung des Eine Welt e.V. und der Evang. Erwachsenenbildung in Altbach. Der Referent stellte zunächst die globale Lage in Bezug auf das Trinkwasser dar. Zwar sind 2/3 der Erdoberfläche von Wasser bedeckt, aber der Anteil des Süßwassers beträgt nur ca. 2,6 Prozent. Auch davon steht nur ein  kleiner Teil (0,7 % des gesamten Wasservorrats der Erde) für den menschlichen Verbrauch zur Verfügung. Von den erreichbaren Vorräten nutzen die privaten Haushalte den geringsten Anteil, während die Landwirtschaft mit 70% und die Industrie mit 20% den größten Bedarf haben.

An sich wäre für die heutige Weltbevölkerung genügend Wasser vorhanden, jedoch sind die Wasserreserven der Welt sehr ungleich verteilt. Dies und eine schlecht oder gar nicht organisierte Trinkwasserversorgung führen dazu, dass täglich etwa 6000 Menschen an den Folgen verschmutzten Wassers sterben, der größte Teil davon Kinder. In den Ländern der südlichen Hemisphäre tragen die Frauen die Hauptlast der Trinkwasserbeschaffung und müssen das Wasser oft kilometerweit heranschleppen. Sie sind deshalb die Hauptbetroffenen.

Die Brisanz und Problematik der Trinkwasserversorgung wurde auch von den politischen Weltorganisationen erkannt. 2003 wurde zum Jahr des Süßwassers  erklärt. 2004 begründete der UN-Generalsekretär einen Wasserbeirat. Im November 2002 hat der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte einen Kommentar zum Menschenrecht auf Wasser ausgearbeitet. Darin werden die Staaten verpflichtet, den Zugang zu sauberem Trinkwasser für die Menschen und die nachfolgenden Generationen zu gewährleisten und zu sichern.

In vielen Ländern, insbesondre des Südens, sind jedoch die Wasserversorgungssysteme in einem desolaten Zustand. Sehr hohe Anteile des Wassers gehen aus undichten Leitungssystemen verloren. Schlechte Organisationsstrukturen, Desinteresse vor allem an der Versorgung der armen Bevölkerungsteile, Schlamperei und Korruption sind die Hauptursachen dafür. Teilweise verschwinden Investitionsmittel für die Wasserversorgung zum großen Teil in den Taschen korrupter Politiker und Funktionäre.

Diese Lage wollen Organisationen wie die Weltbank, die Welthandelsorganisation WTO, aber auch EU-Organisationen durch die Privatisierung und Erklärung des Wassers zum Handelsgut im Rahmen der GATS-Verhandlungen (Vereinbarungen über den Handel mit Dienstleistungen) verbessern. Dies ist jedoch ein Irrweg, wie sich an mehreren Beispielen bewiesen hat. Bis 1991 wurde Wasser als öffentliches Gut angesehen. Seit der Konferenz in Dublin wurde es als Handelsgut betrachtet. In Großbritannien und Frankreich wurde in vielen Städten die Wasserversorgung privatisiert. Die Folge waren Personalabbau, Verschlechterung der Wasserqualität und im Vergleich zu Deutschland um ein Mehrfaches höhere Wasserverluste durch unzureichend gewartete Leitungssysteme. Auch am Beispiel der Städte Manila (Phillipinen) und Atlanta (USA) hat sich die Privatisierung als Fehlschlag erwiesen. In Manila übernahmen die Firmen SUEZ (F) und BECHTEL (USA) die Wasserversorgung. Kontrolliert wurde das Ganze durch eine Regulierungsbehörde. Nach 5 Jahren war der Wasserpreis fünfmal so hoch. Trotzdem kündigte SUEZ den Vertrag, da die Einnahmeerwartungen nicht erfüllt wurden. Nun streitet sich SUEZ um Entschädigungszahlungen in Höhe von 250 Mio $.

Diese Beispiele, wie auch weitere vom Referenten aus eigener Anschauung anlässlich einer Bestandsaufnahme in mehreren Regionen Indiens vorgetragenen Fälle, zeigen überdeutlich, dass sich Wasser eben nicht als Handelsgut eignet. Es muss in öffentlicher Verantwortung bleiben. Dies hat auch der Bundestag erkannt und am 3.Juli 2003 beschlossen: Wasser kann nicht wie eine beliebige Ware betrachtet werden, es sollte kein Druck auf Privatisierung der Wasserversorgung erzeugt werden.                      K.Sch.

 

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"Nur ein Tropfen auf den heißen Stein - oder doch ein bisschen mehr?" 22.11.2004
Eine NGO-Maßnahme am konkreten Projekt "Straßenkinder in Eldoret/Kenia"

Weltweit nimmt die Armut zu. Der UNICEF-Jahresbericht über die Lage der Kinder in der Welt ruft dazu auf, "der Armut den Krieg zu erklären". Die Internet-Revolution, die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen sowie die politischen und sozialen Umwälzungen der zurückliegenden Jahre haben bisher kaum dazu beigetragen, die Lebens- und Entwicklungschancen der Kinder grundlegend zu verbessern. Dieses Fazit zieht UNICEF in seinem Jahresbericht und stellt weiter erschreckende Zahlen fest: jährlich sterben über zehn Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Krankheit, Hunger und Gewalt; ca. 700 Millionen Kinder wachsen weltweit in extremer Armut auf.

Bei solchen Nachrichten scheinen wir wie gelähmt und fragen uns: wie sollen bzw. können wir da helfen? Kommen Spendengelder überhaupt den Betroffenen zugute? Am Beispiel einer "gelebten Partnerschaft" mit einem sozialen Projekt für Straßenkinder sollen Möglichkeiten der Hilfe aufgezeigt werden.

Im November 2004 lud der Eine Welt e.V. in Zusammenarbeit mit der Evang. Erwachsenenbildung  zu einem Informationsabend ein. Bildungsreferent Heiner Wezel aus Gomadingen berichtete über die Lage der Menschen in der "dritten Welt", insbesondere in Kenia. Informiert wurde über die Ursachen, warum Kinder auf/in der Straße leben.

In Wort und Bild berichtete Herr Wezel über den derzeitigen Stand des Projekts in Eldoret:

Seit Anfang 2003 unterstützen auch wir neben einigen anderen Altbacher Bürgern durch eine Patenschaft das Straßenkinder-Projekt in Eldoret/Kenia. Am 22.11.04 berichtete Heiner Wezel, Bildungsreferent des Kirchenbezirks Münsingen, in der Christuskirche über den Stand des Projektes.

Zur Erinnerung: Das Projekt ist 2003 aus einer Partnerschaft des Kirchenbezirks mit der Presbyterianischen Kirche in Eldoret hervorgegangen. Ziel ist, Kindern, die als Opfer von Stammes-rivalitäten, als Aids-Waisen oder aufgrund durch vielerlei Ursachen zerbrochener Familien auf der Straße leben, eine Zukunft zu geben. Dies geschieht durch Aufnahme in die Wohn- und Lebensgemeinschaft des Dorfes und durch schulische Ausbildung.


Inzwischen leben 110 Kinder auf dem Camp. Damit ist die durch
die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten der Projekt-Partnerschaft gegebene Grenze fast erreicht.  Mehr als 120 Kinder können beim besten Willen nicht aufgenommen werden. Manche Jugendliche sind inzwischen über vier Jahre dort. Die Verantwortlichen überlegen deshalb im Augenblick, wie für diese Jugendlichen eine berufliche Grundausbildung organisiert werden kann, um ihnen eine Basis für ihr künftiges selbstständiges Leben als Erwachsene zu geben.

Im vergangenen Jahr waren durch Vermittlung des Vereins "Bauen und Begegnen" aus Reutlingen 17 frischgebackene Bauhandwerker insgesamt sechs Wochen in Eldoret. Mit großem Engagement - sie haben den gesamten Einsatz einschließlich der Materialbeschaffung vor Ort selbst organisiert, dafür ihren gesamten Urlaub geopfert und auch ihren Flug selber bezahlt - wurden in der kurzen Zeit ein Gästehaus und Lehrerwohnungen gebaut.

Dabei kooperierten sie teilweise mit ortsansässigen Handwerkern. Es war eine tolle Zusammenarbeit. So konnten bei dem Einsatz Fachkenntnisse der verschiedensten Art weitervermittelt werden.


Weitere Entwicklung

Die Schule wird weiter aufgebaut und soll den Schülern eine qualifizierte Bildung mit klarer christlicher Zielsetzung vermitteln. Der Antrag beim kenianischen Staat als "anerkennte öffentliche Schule" ist gestellt. Die Schule soll für die Kinder der Nachbarschaft geöffnet werden und damit Einnahmen in Form von Schulgebühren bringen. Auch werden weitere Überlegungen zur Einrichtung einer Secondary-School angestellt, vor allem sollen einfache handwerkliche Fertigkeiten vermittelt werden. Damit soll den Schülern die Möglichkeit einer selbständigen Lebensbewältigung nach dem Verlassen der Einrichtung in Sugoi mitgegeben werden.

 

Weitere Infos

 

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Hoffnung für Haiti - Zukunft für Haiti ? 18.11.2002

Frau Erdelt-Herzel von Brot für die Welt berichtete aus einem der ärmsten Länder der westlichen Welt - Haiti.

In ihren Ausführungen, mit Dias sehr anschaulich untermalt, machte sie auf die äußerst schlechte Situation der Menschen aufmerksam. Es gibt so gut wie keine Arbeit, das Land muss mit einer Arbeitslosenquote von fast 70 % leben. Für die wenigen, die eine Tätigkeit ausüben, gibt es keinerlei soziale Standards wie Krankenversicherung, Rentenbeiträge und Urlaub. Zudem würden die Unternehmen von heute auf morgen Betriebe auch wieder schließen.

Durch die massive Rodung der Wälder - Haiti wird eigentlich das Land der Berge genannt - ist die Erosionsgefahr bedenklich hoch. Eine  Infrastruktur mit Stromversorgung, Müllabfuhr, Straßennetz etc. gibt es nicht. Die Wasservorräte sind ungleich verteilt: die arme Bevölkerung muss mit einem Liter ( ! ) auskommen, während der reiche Teil sich 150 Liter leisten kann. Andererseits ist das Leben sehr teuer. Die politisch instabile Lage leistet  auch dem Drogenhandel Vorschub - Haiti ist Umschlagplatz für diese Art von Waren aus Kolumbien.

Die Kleiderproduktion, die hier die größte Rolle spielt, geht zum größtem Teil in die USA.

Die Referentin konnte dann von einer kleinen Hoffnung sprechen: Das Centrum zur Förderung der Arbeiterinnen, kurz CPFO genannt, hat sich zur Aufgabe gemacht, vornehmlich den Frauen in den Bereichen Gesundheit, Bildung sowie Rechtsberatung eine echte Hilfe zu sein. Die 19 Menschen aus überwiegend sozialen Berufen versuchen in einen engen Kontakt mit den Menschen zu treten, ihnen Ansprechpartner zu sein, aber auch  konkret zu helfen.

Die notwendigen Gelder werden von Brot für die Welt zur Verfügung gestellt.

 

 

Frau Erdelt-Herzel mit dem Vorsitzenden des Eine-Welt e.V. Eckhard Reichert

Experten unter sich: die Referentin im Gespräch mit Klaus Schön,
der selbst schon Haiti besucht hat.

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Madagaskar wartet auf den Boom
Der Volkszorn entzündet sich am hohen Reispreis
Von Christoph Link, Antananarivo  - Stuttgarter Zeitung 31.8.04

Mit einem wirtschaftsliberalen Kurs versucht Madagaskars neuer Präsident, der Unternehmer Marc Ravalomanana, das Land von der Armut zu befreien. Aber wegen der hohen Inflation wächst die Unzufriedenheit des Volkes.

Hemdsärmelig und pragmatisch regiert der Molkereiunternehmer und Präsident Marc Ravalomanana die größte Insel Afrikas. Hat ein ausländischer Journalist seine Handynummer ergattert, kann er binnen Minuten einen Interviewtermin bekommen: „Kommen Sie doch einfach herüber, ich sitze hier im Präsidentenpalast.” Die Opposition in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo wirft dem Präsidenten vor, er regiere das Land „wie ein Diktator”. Westliche Diplomaten hingegen sind voll des Lobes für die liberale Wirtschaftspolitik des Präsidenten und seine enge Anlehnung an Empfehlungen von Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Aber auch sie stellen fest, der Präsident sei ein Mann „der einsamen Entschlüsse”, der das Land wie ein Firmenboss regiere. Das Problem daran sei die mangelnde Kompetenz und Ideenfreude der Kabinettsminister. „Alle warten immer auf eine Entscheidung des Präsidenten”, sagt ein Beobachter. 

Nach der sechsmonatigen Krise um den abgewählten, aber an der Macht klebenden Altpräsidenten Didier Ratsiraka im Jahr 2002 erholt sich Madagaskar noch von den Turbulenzen. Die damals gesprengten Brücken sind größtenteils wieder hergestellt, die stillgelegte Eisenbahn hat zumindest den Güterverkehr wieder aufgenommen, und zahlreiche Textilfabriken in der Exportzone von Antananarivo haben wieder eröffnet, aber das frühere Produktionsniveau ist noch nicht wieder erreicht worden. In der Krise waren 30 000 Textilarbeiter, die vor allem für die USA produzierten, entlassen worden, 50 000 wurden vorläufig nach Hause geschickt.

Der Präsident hat den 17 Millionen Madagassen ehrgeizige Ziele verordnet und setzt auf die Infrastruktur, die Bildung und Privatisierungen. In den nächsten fünf Jahren sollen 14 500 Kilometer Straßen in Madagaskar gebaut werden, die Weltbank und die Europäische Union haben eine Milliarde Euro dafür zugesagt. Der Einbruch im Tourismusgeschäft - vor der Krise kamen jährlich 170 000 Urlauber - soll überbrückt werden, die Regie­rung peilt eine Gästezahl von einer halben Million im Jahr an. Im nächsten Jahr soll Madagaskar Mitglied der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft werden, die Bewerbung läuft.

Trotz seines Elans spürt Präsident Ravalomanana im dritten Amtsjahr den Unmut der Bevölkerung. Der drastische Verfall der Währung - in sieben Monaten fiel ihr Wert um116 Prozent - hat sich in einer Verteuerung von Benzin und Transporten niedergeschlagen. Die hohe Inflation macht den kleinen Leuten zu schaffen, im ersten Quartal des Jahres stiegen die Preise um 3,5 Prozent.

Vor allem der Preisanstieg des Grundnahrungsmittels Reis in dieser Zeit um fast 13 Prozent trieb die Leute auf die Straße. Im Mai und Juni streikten Universitätsdozenten und Staatsbeamte gegen ihre niedrigen Gehälter, auch Armeereservisten gingen wegen Soldforderungen auf die Straße. Im Juli demonstrierten Studenten gegen die zu hohen Bustarife, Kleinbusunternehmer zettelten einen Streik an. „Wir haben wegen des Reispreises noch keine Protestaktionen in den ländlichen Ge­bieten, aber wir sind wachsam”, so Gianluca Ferrera vom UN-Welternährungsprogramm. „Die härteste Zeit für die Schwachen kommt im September, wenn die Bauern auf die Ernte warten.” Weniger auf dem Hochland, sondern an Madagaskars Küste grassiert die Armut, der Inselstaat weist nur ein jährliches Prokopfeinkommen von 250 Euro auf.

Mehr noch als Proteste haben mehrere kleine Attentate die Insel erschüttert. Die Serie begann bei den Paraden zum Nationalfeiertag Ende Juni, als in drei Provinzstädten Granaten in die Menge geworfen und 33 Menschen verletzt wurden. Im Juli gab es in der Provinz Granatenanschläge auf die Häuser von Regierungsverantwortlichen und die dem Präsidenten gehörende Molkereikette Tiko. Die Urheberschaft ist unklar, aber die Anschläge zeigen die hohen Spannungen, die in der madagassischen Gesellschaft vorhanden sind und die genährt werden von ethnischen Fragen: vom Gegensatz der afrikanischen Volksgruppen, zu denen auch der „Rote Diktator” Ratsiraka gehörte, und den Merina vom Hochland, einer aus Südostasien zugewanderten Ethnie, zu der Präsident Ravalomanana zählt und die seit Jahrhunderten die politische Elite des Landes stellt. Madagaskars Minister für öffentliche Sicherheit, Lucien Razakanirina, äußerte sich lakonisch über die Anschläge: Die Granaten seien bei der Krise von 2002 erbeutet worden. Es seien
schon so viele geworfen worden, dass der Vorrat wohl bald zu Ende sein müsse.


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Pfarrer Hekler: "Ich bin besessen von einer Idee"
Deutsch-madagassischer Verein Esslingen wirbt in Madagaskar für das Kochen mit der Sonne / Lehrwerkstatt für arme Jugendliche
Von Klaus Heimer, Antananarivo

"Ich bin besessen von der Idee, dass die Menschen in Madagaskar mit Hilfe der Sonnenenergie kochen und somit die letzten Wälder vor dem weiteren Abholzen schützen können", bringt Pfarrer Günter Hekler, Mitbegründer und Vorsitzender des deutsch-madagassischen Vereins Esslingen, das jahrelange Engagement auf der viertgrößten Insel der Welt auf den Punkt.

Die Eheleute Ingeborg und Günter Hekler, die Ende Januar 2004 wiederkommen werden, waren in der Vergangenheit mehrfach einige Monate vor Ort, um Vertreter von Ministerien, Botschaften, Lions- und Rotary-Clubs etc. für dieses Thema zu erwärmen. In der Lehrwerkstatt für inzwischen über 100 Jugendliche aus ärmlichen Verhältnissen des deutschen Vereins und der madagassischen Partnerorganisation "Soltec" in der Hauptstadt Antananarivo werden Solaröfen, -kocher, -trockner und auch Warmwasserbereiter hergestellt.

Das Soltec-Team geht bei der Vermarktung mehrere Wege: So werden nach entsprechenden Demonstrationen Gespräche mit kleinen genossenschaftlichen Spar- und Darlehenskassen geführt, die jenen Mitgliedern einen Kredit gewähren, die einen Solarkocher erwerben möchten. Dieser kann in Raten abbezahlt werden, da die neuen Besitzer auf Dauer das Geld für Holzkohle einsparen. In Dörfern, in denen zum Beispiel mit hohem Energieaufwand viel Maniok gekocht wird, wurden gleich mehrere Kocher aufgestellt, mit denen sehr gute Erfahrungen gemacht werden. Hekler und sein Team haben zudem verstärkt Sozialeinrichtungen wie Kinder-, Alten-, Behindertenheime oder auch Krankenhäuser, die von Spendengeldern leben, dank edler Geldgeber und Paten aus Deutschland mit Solarkochern ausgestattet. Sonne ist in vielen Teilen der Tropeninsel nahezu im Überfluss vorhanden, so dass der Etat für Brennholz dank der Solarkocher nun sinnvoller eingesetzt werden kann. Ein Parabolspiegel mit reflektierendem Blech bündelt die Sonnenstrahlen auf dem Boden eines Topfes oder einer Pfanne. So entsteht schnell eine enorme Hitze, mit der sich Kochen, Backen, Braten oder Frittieren lässt.

Der 72-jährige Pfarrer Hekler (Mail: ghekler@t-online.de), der rund 25 Jahre auf drei verschiedenen Pfarrstellen in Esslingen tätig war, ist Initiator und Motor des von ihm 1988 ins Leben gerufenen, rund 330 Mitglieder zählenden Vereins. Wenn es darum geht, Einnahmen für die Lehrwerkstatt in Antananarivo zu erzielen, dann ist der Seelsorger, der im Kreis Heilbronn geboren wurde und in Tübingen und Göttingen studiert hat, sehr erfinderisch. So verzichtete er an seinem 70. Geburtstag auf persönliche Geschenke und bat statt dessen die rund 240 Gäste um einen Obolus für das Hilfsprojekt: Ein satter fünfstelliger Betrag kam zusammen!

In den vergangenen Jahren hat der rührige Verein mit Mitgliedern in ganz Deutschland und in Übersee gut 75000 Euro in Grundstückskauf und Bau von Gebäuden für das Zentrum im Stadtteil Mandrosoa investiert. Allein im Jahre 2000 konnten stolze 49000 Euro erwirtschaftet werden. Die Ausbildung der jungen Menschen, die ohne Soltec keine Chancen auf dem örtlichen Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt hätten, verschlingt jährlich etwa 30000 Euro. Die Auszubildenden, die von weit her täglich in die Einrichtung kommen, erhalten hier auch eine warme Mahlzeit, einige, die keine Familie mehr haben, können in einem Trakt über der Metallwerkstatt, die aufgestockt wurde, wohnen. "Sie sind mit viel Eifer, Interesse und Fleiß bei der Arbeit," lobt Hekler vor Ort. "Die Jugendlichen haben erkannt, dass sie dank der großzügigen Hilfe vieler Menschen aus dem fernen Deutschland eine Chance erhalten, die die ansonsten ungewisse Zukunft für sie etwas rosiger aussehen lässt." Hekler: "Bis jetzt hat jeder, der bei uns war, auch eine Arbeitsstelle gefunden." Wer einen eigenen kleinen Handwerksbetrieb gründet, erhält eine Starthilfe in Form von Werkzeug. Es werden aber auch Einnahmen durch den Verkauf bestickter Hemden, Blusen oder Tischdecken aus der eigenen Werkstatt erzielt. Holz- und Metallbereich, Hauswirtschaft, Nähen und Schneidern sind die Schwerpunkte bei "Soltec".

Kürzlich wurde ein Koch eingestellt, der den Auszubildenden nicht nur mit Hilfe der Sonne das Mittagessen zubereitet und sie in seine Kunst einweist, sondern auch - gegen Entgelt - Kurse für Haushaltshilfen reicher Madagassen oder im Land lebender Ausländer leitet. Somit trägt er selbst zur Finanzierung seines Arbeitsplatzes und zur Erweiterung des Angebotes des Zentrums bei.

Die ersten Kontakte von Esslingen nach Madagaskar wurden bereits 1985 geknüpft. Der Schwiegersohn der Eheleute Hekler, Thomas, hatte damals einen Madagassen, der beim Weltrat der Kirchen in der Schweiz ökumenische Theologie studierte, zu einem Gemeindenachmittag nach Esslingen eingeladen. Der Gast berichtete insbesondere von dem Elend der vielen Sozialwaisen in seiner Heimat. "Betteln, stehlen oder verhungern" seien oft die einzigen Alternativen für junge Menschen aus Waisenhäusern oder zerrütteten Familien gewesen, weiß Hekler. Zunächst wurden Näh- und Schreibmaschinen geschickt. Bereits im Herbst 1987 konnte im Stadtteil Talatamaty eine 120 Quadratmeter große Werkstatt für Holz und Metall eingerichtet werden. Ein deutscher Entwicklungshelfer hat die Leitung nach drei Jahren in die Hände ausgebildeter Madagassen übergeben. Dank der steten Unterstützung auch durch das deutsche Zentralkomitee des Weltgebetstages der Frauen, dessen Liturgie 1998 aus Madagaskar kam, konnte dann 1996 am jetzigen Standort ein Neubau in Betrieb genommen werden.

Etliche Mitglieder des Esslinger Vereins waren inzwischen vor Ort, um dort mit Rat und Tat praktisch zu helfen. Auf dem evangelischen Kirchentag Anfang der 90er Jahre in München entdeckte Pfarrer Hekler im Hofbereich des Messegeländes erstmals einen Solarkocher und für ihn stand damals sofort fest: "Den müssen wir nachbauen!" Gesagt, getan... Die Anleitung hierfür gab es von Diplom-Ingenieur Dr. Seifert von der Berufsschule in Altötting, der den "SK 14" entwickelt hat. Gut 500 Geräte haben inzwischen die Werkstatt in Madagaskar verlassen. Klar, dass auch bei Heklers in Esslingen, sofern das Wetter mitspielt, Solarenergie genutzt wird: "Milchreis nach eigenem Rezept wird mit Hilfe der Sonne gekocht."

Aus Deutschland wird lediglich das eloxierte Aluminiumblech für die Reflektoren fertig zugeschnitten importiert, alle anderen Teile (Flacheisen, Schrauben, Telefondraht etc.) gibt es in Madagaskar. Die Herstellungskosten betragen pro Kocher 120 Euro, dies entspricht etwa 850000 Franc Malagasy. Erzielt werden kann eine Leistung von 600 Watt, die Sonnenkraft schafft eine Erhitzung auf bis zu 400 bis 600 Grad Celsius. Ein Liter Wasser kocht in etwa 20 Minuten, ein Kilo Reis ist nach 45 Minuten servierfähig, ein Kilo Huhn benötigt eineinhalb Stunden Garzeit, Fleisch bis zu zwei Stunden, gebratener Fisch kann bereits nach 20 bis 45 Minuten auf den Tisch, ein Omelett nach drei bis fünf Minuten. In der Hauptstadt, weiß der madagassische Zentrumsleiter Jocelyn, kann der Kocher an knapp 300 Tagen im Jahr eingesetzt werden. Noch besser sei die Auslastung natürlich im heißen Südwesten und im Westen oder auch im hohen Norden der Sonneninsel. Die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, die etliche Umweltprojekte im Land betreut, gehört ebenfalls zu den Abnehmern der etwa 1,50 Meter hohen Solarkocher SK 14.

Für die Madagassen wirkt der auf den ersten Blick hohe Anschaffungspreis zunächst abschreckend. Doch bereits nach einem Jahr, so die Kosten-Nutzungs-Rechnung, habe er sich amortisiert, betont Jocelyn. Holzkohle ist in der Hauptstadt, auch wegen der langen Transportwege, inzwischen sehr teuer. Trotz der Möglichkeit der Ratenzahlung ist noch kein Durchbruch beim Absatz gelungen. Etwa 30 Geräte werden pro Monat von sieben Soltec-Mitarbeitern hergestellt. Gerade wurde ein neuer Fuß entwickelt, so dass das Gesamtgewicht von 27 auf 25 Kilogramm gesenkt werden konnte. Zudem ist die Ausrichtung des 1,40 Meter breiten Parabolspiegels nach dem Sonnenstand jetzt einfacher zu handhaben. Der von der Gruppe Ulog mit Ingenieur Öhler in Basel entwickelte Sonnenofen ergänzt das Angebot bei Soltec, ferner gibt es den Solartrockner zum Trocknen von Früchten und einen Warmwasserbereiter, allesamt ebenfalls noch keine Verkaufsrenner. Viel Informationsarbeit ist noch erforderlich, bis sich diese umweltfreundliche Technologie durchsetzt.

 

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1996 - 2006

Zehn Jahre Eine Welt Altbach

Mitarbeiter/innenfest

Als Auftaktveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen bedankte sich der Verein am 19. September 2006 bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einem kleinen Empfang für ihr teilweise langjähriges Engagement.

                                                      

Die 2. Vorsitzende und im Verein zuständig für den Betrieb des EineWeltLadens, Monika Sperling, ging in einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Ladens ein. Dabei erinnerte sie an manche Episode in den vergangenen zehn Jahren.

Derzeit sind fast 40 Mitarbeiter/innen im und für den EineWeltLaden tätig, sei es direkt im Verkauf oder beim Einkauf, sowie der Organisation von Verein und Laden.
Einige arbeiten in schöner Regelmäßigkeit, andere mehr sporadisch. So wie sich eben jede/r einbringen kann. Der Gedanke des fairen Handels kann nur erfolgreich in die Tat umgesetzt werden, wenn immer wieder Menschen bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit für den Laden zur Verfügung zu stellen. Durch den ehrenamtlichen Einsatz ist es möglich, fair gehandelte Waren in Altbach zu verkaufen. Jedes bei uns verkaufte Produkt hilft einem Menschen.

Stellvertretend für die vielen Produzenten in den verschiedenen Ländern und
im Namen des Vereins sprach der Vorsitzende des EineWelt e.V., Eckhard Reichert,  allen Mitarbeiterinnen den besonderen Dank  aus. Für 10-jährige Mitarbeit erhielten 18 Mitarbeiterinnen ein kleines Blumengebinde.

Bei einem leckeren Abendessen und natürlich auch einem guten Gläschen Wein aus dem Sortiment des Ladens lernten sich schon länger dienende und neuere Mitarbeiter/innen näher kennen. Erinnerungen aus der Anfangszeit des Ladens und der ereignisreichen Ladengeschichte wurden eifrig ausgetauscht.

                                                            

 

 

Jubiläumsabend

Stehempfang mit Informationen

Am 28. November 2006 feierte der Eine Welt e.V. zusammen mit dem EineWeltLaden in einem Stehempfang und einem Vortrag ihr zehnjähriges Jubiläum. Stellwände mit Bildern zur Laden- und Vereinsgeschichte sowie eine Präsentation informierten über Geschichte und  Ziele des Vereins und des Ladens.

                                

                                                       


Begrüßung
Der Vorsitzende des Vereins konnte im voll besetzten Martin-Luther-Saal zahlreiche Gäste begrüßen, vor allem Bürgermeister Benignus mit dem fast vollständigen Gemeinderat, Altbürgermeister Stetter (der den Weltladen in der Gründungsphase unterstützt hat) ,  Pfarrer Schühle als Hausherrn mit vielen Kirchengemeinderäten, Herrn Ostertag (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Altbacher Vereine) mit Vorstandsmitgliedern verschiedener Vereine,
 Frau Janke (Vorstandssprecherin des Dachverbandes Entwicklungspolitik Baden-Württemberg), Herrn Oethinger (Vertreter der Importorganisation gepa) und ganz besonders die Referentin des Abends, Frau Bauer, begrüßen.
Ein Gruß galt auch den  Trommlern der Musikgruppe Marquembos, die den Abend musikalisch mit westafrikanischer Musik begleiteten.  

  

 

In einer kurzen Ansprache ging Eckhard Reichert auf die Geschichte von Verein und Laden ein.  Im September 1996 erhielt die damalige Aktionsgruppe für den DritteWeltVerkauf von Familie Schreiner ein günstiges Angebot zur Einrichtung eines Weltladens, für das wir an dieser Stelle recht herzlich danken.

Nach anfänglichem Zögern begannen intensive Beratungen und Gespräche, unterstützt von Herrn Oethinger von der gepa und einem Mitarbeiter des Weltladens Esslingen. Nun war Mut und rasches Handeln nötig. Zinslose Darlehen von Privatpersonen und der bürgerlichen Gemeinde wurden besorgt. Für das Entgegenkommen der Gemeinde danken wir Herrn Altbürgermeister Stetter und den Gemeinderäten.

Am 19. November 1996 wurde von 25 Frauen und Männern der Trägerverein gegründet. Dies war auch der Startschuss für den EineWeltLaden. Fleißige Helfer füllten in den darauf folgenden Wochen den Laden mit Regalen und Waren aus aller Welt. Niemand konnte sich Ende September vorstellen, aber es sollte wahr werden: Vor 10 Jahren, fast auf den Tag genau, am 30. November 1996, begann für uns das Abenteuer Weltladen, der EineWeltLaden wurde eröffnet.

Viele Ehrenamtliche betreiben dieses Fachgeschäft für fairen Handel und leiten den Verein seit nun schon 10 Jahren. Das erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit. Durch den Verkauf von fair gehandelten Lebensmitteln, oft in Öko-Qualität, Kunsthandwerk aus aller Welt und Papierwaren aus Umweltschutzpapier tragen wir zu wirksamer Hilfe für benachteiligte Bevölkerungsgruppen im In- und Ausland bei. Jedes bei uns verkaufte Produkt hilft einem Menschen. 
Wir danken allen Kundinnen und Kunden für ihre langjährige Treue. Dank der Unterstützung durch die Bürger, unsere Kunden, können wir benachteiligten Menschen in aller Welt bei der Schaffung einer besseren Lebensgrundlage behilflich sein.

In Veranstaltungen des Vereins informieren wir in unregelmäßigen Abständen über Probleme der Dritten/Einen Welt. Dazu ist immer die Öffentlichkeit herzlich eingeladen. 

 

Grußworte

Den Reigen der Gratulanten eröffnete in schriftlicher Form das Bundespräsidialamt in Berlin: „Bundespräsident Horst Köhler, wünscht Ihren Jubiläumsfeierlichkeiten gutes Gelingen und dem EineWeltLaden weiterhin zahlreiche Kundschaft.“ (Unser Hinweis: Bundespräsident Horst Köhler war vor vielen Jahren Gründungsmitglied des Weltladens in Herrenberg)

Vertreter des öffentlichen Lebens, der Kirchen, sowie von entwicklungspolitisch engagierten Organisationen überbrachten Glückwünsche und wünschten dem Laden weiterhin erfolgreiches Wirken im Geiste der weltweiten Solidarität.

  

 

Bürgermeister Benignus: „...…Lob und Anerkennung ist deshalb allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EineWeltLadens zu zollen, die sich freiwillig und ohne Bezahlung für eine gerechtere Welt einsetzen.

Die Gemeinde Altbach gratuliert dem EineWeltLaden und dem Eine Welt e.V. sehr herzlich zum 10-jährigen Jubiläum und wünscht auf dem weiteren Weg für eine gerechtere Welt viel Glück und Erfolg.“

 

 

 

Roland Ostertag von der Arbeitsgemeinschaft Altbacher Vereine: „ ...… die ehrenamtlich und ohne Bezahlung im EineWeltLaden arbeiten. Das ist nicht selbstverständlich und verdient deshalb ein großes Lob. Der EineWeltLaden ist für Altbach eine Bereicherung des Dorflebens und sicherlich etwas Besonderes, das nicht jedes Dorf vorweisen kann. Es ist schön, dass wir in der AGAV auch diesen Verein mit dabei haben, denn durch ihn ist unser Kreis der Altbacher Vereine auch ein bisschen „international“ geworden. Wir wünschen dem Team des EineWeltLadens auch für die nächsten Jahre viel Erfolg bei seiner Arbeit und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit."

 



Linde Janke vom Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg: „…Im Fairen Handel ist der Mensch weder ein Almosenempfänger noch eine billige Arbeitskraft, die ausgebeutet werden darf.

Im Dachverband Entwicklungspolitik sind wir in dieser gemeinsamen Arbeit verbunden. Deshalb ist es mir eine große Freude Euch im Namen des DEAB-Vorstands zu grüßen und Euch Glück und Gelingen und Gottes Segen für Eure weitere Arbeit zu wünschen….„

 

Grußworte und einen Rosengruß gab es vom Vertreter der gepa, der wichtigsten Importorganisation des Weltladens. Worte des Hausherrn, Pfarrer Schühle, rundeten den Reigen der Redner ab.

 

 

 

 

       Wir hoffen, dass diese guten Wünsche in einer zahlreichen
       Kundschaft ihren Niederschlag finden und so der Laden auch
       in Zukunft  mit Engagement für die Benachteiligten in der
       Einen Welt arbeiten kann.

 

 

 

  


Mit afrikanischen Rhythmen begleitete die Trommlergruppe Marquembos
aus Plochingen den Abend.



 

 

  

         

 

 

 

 

 

 Vortrag (Bericht in der Esslinger Zeitung vom 30.11.06)
        „
Kofi Annan - 
    ein Leben für die Vereinten Nationen.

   
Die Journalistin Friederike Bauer, Verfasserin einer sehr persönlichen Biografie Kofi Annans, berichtete von ihrem Zusammentreffen mit dem charismatischen Generalsekretär und ihren Recherchen.

Interessante Details aus dem Werdegang und den afrikanischen Wurzeln Annans vermittelten den Zuhörern ein farbiges Bild des scheidenden Politikers. Er hat der UNO ein Gesicht gegeben.



Zum zehnjährigen Bestehen des Eine Welt e.V. und des  Eine-Welt-Ladens hatten dessen Organisatoren einen besonderen Gast: Buchautorin Friederike Bauer aus Frankfurt las im vollem Martin-Luther-Saal aus ihrer Biografie über den UN-Generalsekretär Kofi Annan und berichtete von ihren Recherchen.

 

Vor zehn Jahren wurde Kofi Annan zum UN-Generalsekretär gewählt. Kurz vor dessen Ablö­sung durch den Südkoreaner Ban Kimoon zeichnet Bauer ein differenziertes Bild des in Ghana geborenen Annan. Als er gewählt wurde, sei er das „Schoßhündchen der USA” gewesen, später habe er sehr unter der wachsenden Distanz zwischen den USA und den UN gelitten. Geboren wurde Annan als fünftes von sechs Kindern. Seiner Zwillingsschwester, die 1991 starb, war er stets sehr verbunden. Kofis strenger Vater managte eine Tochterfirma von Unilever, die Familie war wohlhabend. In der Großfamilie lernte Annan schnell, mit verschiedenen Temperamenten zurechtzukommen. „Tief drin bin ich afrikanisch”, habe Annan stets betont.

Von der Ford-Stiftung erhielt Annan ein Stipendium für die USA. Mit 21 Jahren ging er nach Minnesota, wo es kalt war und wo es nur Weiße gab. Er hatte das Glück, in ein weltoffenes College zu kommen, das täglich die UN-Flagge hisste. Annan machte seinen Bachelor und wollte zurück nach Ghana. Es kam anders: Der Schweizer Roy Preiswerk nahm ihn mit nach Genf. 1962, mit 24 Jahren, begann Annan seine Laufbahn in den UN, durchlief Hierarchiestufen: 35 Jahre später war er Generalsekretär.

Irakkrieg wirft Schatten

Fünf Jahre lang schwamm der Mann mit Glaubwürdigkeit auf einer Welle des Erfolgs, wurde wiedergewählt, erhielt 2001 gemeinsam mit den UN den Friedensnobelpreis. Dann endete der Höhenflug, der Irakkrieg überschattete seine zweite Amtszeit. Ein tiefer Riss durchzog den Sicherheitsrat, und Annan saß mittendrin. „In der Irakkrise zögert und zaudert er, macht keine gute Figur”, findet Bauer. Eine Kehlkopfentzündung machte ihn sprachlos. Unregelmäßigkeiten im „Öl für Lebensmittel"-Programm für den Irak werden ihm angelastet, sein Sohn Koyo Annan missbraucht den Namen des ahnungslosen Vaters.


Dass er im Irakkrieg nicht stärker eingegriffen habe, sehe Annan inzwischen als Fehler. Trotz solcher Schwächen: Er sei derjenige, der den UN ein Gesicht gegeben habe. Er habe seinen Optimismus wieder gefunden, kämpfe nun gegen Aids und für eine bessere Ausbildung afrikanischer Mädchen, richte als Berater die südafrikanische WM mit aus: „Trotz aller Kritik ist er ein herausragender Generalsekretär, an den man sich zurückerinnern wird.”
                          Friederike Bauer: Kofi Annan — ein Leben. 368 Seiten, Fischer Taschenbuch, 9,95 Euro

 

 Am Ende des Vortrags hatten interessierte Zuhörer in einem persönlichen Gespräch Gelegenheit zu weiterer Information.

 Der Vorsitzende bedankte sich bei den Teilnehmern der Diskussion und allen 
 Mitwirkenden  bei  Vorbereitung und Durchführung des Abends
.
 
 
Ganz besonderer Dank galt Frau Bauer für die kenntnisreiche Darstellung des
 Generalsekretärs der Vereinten Nationen.

 Bei einem Gläschen fair gehandeltem Wein und Leckereien aus aller Welt klang zu 
 später  Stunde die Geburtstagsfeier aus.

 

 


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